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SCHWERTER DES KÖNIGS Bollschewisten aller Länder, vereinigt Euch!
| USA/D/ CAN 2006/2007 / O: „In the Name of the King: A Dungeon Siege Tale“ / Prod.: Brightlight Pictures; Boll Kino Beteiligungs GmbH & Co. KG; Herold Productions / Laufzeit: 127 Min. (Kino) / FSK: ab 12 Regie: Dr. Uwe Boll / Musik: Jessica de Rooji, Henning Lohner / Kamera: Mathias Neumann / Schnitt: Paul Klassen, David M. Richardson / Ausf. Prod.: Dr. Uwe Boll, Wolfgang Herold, Chet Holmes / Prod.: Dan Clarke, Shawn Williamson / Buch: Doug Taylor / Story: Jason Rappaport, Dan Stroncak, Doug Taylor; basierend auf dem Videospiel “Dungeon Siege” von Chris Taylor Darsteller: Jason Statham (Farmer), Burt Reynolds (König Konreid), Ray Liotta (Gallian), Ron Perlman (Norick), John Rhys-Davies (Merick), Leelee Sobieski (Muriella), Matthew Lillard (Duke Fallow), Claire Forlani (Solana), Kristanna Loken (Elora), Will Sanderson (Bastian), Brian J. White (Tarish), Michael Eklund (Scout), Daniel Boileau (Sklave), Mike Dopud (General Backler), Ron Selmour (General Hallette), Eva Padberg (Handmaiden) sowie Sage Brocklebank, Carrie Fleming, Colin Ford, Michelle Harrison, Casey Hendershot, Terence Kelly, Aaron Pearl, Tania Salnier, Paul Wu u.a. |
Viel wurde schon über Dr. Uwe Boll geschrieben, dabei lässt sich eines sagen: faul ist der Mann nicht, liefen doch im ausklingenden Jahr 2007 hierzulande innerhalb kürzester Zeit gleich vier Filme von ihm an. Neben der DVD-Premiere BLOODRAYNE II: DELIVERANCE (2007) kamen fast hintereinander weg im Kino seine vielbeachtete Hardcore-Satire POSTAL (2007), der grimmige Serienkiller-Thriller SEED (2007) und der hier vorliegende SCHWERTER DES KÖNIGS. Bemerkenswert auch hier, wie es ihm mal wieder gelang, ein durchweg beachtliches Darstellerensemble zusammen zu trommeln. Im Mittelpunkt des Geschehens steht Jason Statham, der neue Star am Actionfilm-Himmel, als ein Farmer namens Farmer, der sich zum Hoffnungsträger im Königreich Ehb mausern wird. Doch zunächst verliert er bei einem heimtückischen Angriff der aggressiven Krugs, kriegerische Killerbestien, die alles platt walzen, seinen Sohn und muss zunächst hilflos mit ansehen, wie die wenigen Überlebenden verschleppt und versklavt werden – darunter auch Claire Forlani als seine Frau. Ray Liotta ist der böse Magier, der hinter alldem steckt und nach der ultimativen Macht giert, und John Rhys-Davies der gute Magier am Hofe des Königs. Dessen Tochter Leelee Sobieski macht hier die unsinnigste Verwandlung durch: von der naiven Fickmatratze, die im Liebestaumel Liotta verfallen ist, zur knallharten Powerfrau, die mit Rüstung und Schwert in den K(r)ampf zieht. Ein schönes Wiedersehen gibt es dagegen mit Oldtimer Burt Reynolds in einer leicht schlitzohrigen Darstellung des alternden, aber keineswegs kampfmüden Königs, der seinen Hof allerdings nicht ganz so im Griff hat. Was vor allem für Matthew Lillard als des Königs hinterhältiger Neffe, der mit Liotta gemeinsame Sache macht, zutrifft: offenbar ist ständiges Augenrollen, dümmliches Dauergegrinse und hemmungsloses Chargieren seine Definition von schauspielerischer Wandlungsfähigkeit. Wenn man Lillard manchmal sieht, könnte man glauben, er wolle immerzu Jim Carrey imitieren. Na denn: Toi, toi, toi! Erfreulicher sind da die Auftritte von Charakterkopf Ron Perlman, der Statham als dessen Kumpel und Ziehvater in seinem Rachefeldzug begleitet, aber leider in der zweiten Hälfte immer mehr und dann auf einmal ganz aus der Handlung verschwindet. Ab und zu seilt sich noch TERMINATOR 3-Lady Kristanna Loken als helfende Waldamazone mit ihrer Damentruppe aus den Baumwipfeln herab, Boll-Stammschaupieler Will Sanderson ist ebenfalls mit dabei und Eva Padberg wurde auch irgendwo kurz gesichtet. Eine bunte, illustre Truppe, die der gute Uwe hier aufgestellt hat und den Film schon allein deswegen sehenswert macht. Nach HOUSE OF THE DEAD, ALONE IN THE DARK und BLOODRAYNE nahm sich Dr. Uwe Boll ein weiteres Mal einer Videospielverfilmung an und inszenierte im HERR DER RINGE-Gewand ein überschaubares, familienfreundliches Schwertkampf-Abenteuerspektakel mit Fantasy-Einschlag, Schlachtgetümmel und jede Menge Action und Pathos. Aufwendige Sets, eine nette Ausstattung, prachtvolle Landschaften … SCHWERTER DES KÖNIGS gilt nicht nur als bislang aufwendigster, sondern auch als sein bester Film. Worüber sich natürlich streiten lässt, denn die holprigen, gewohnt schlecht geschnittenen und dramaturgisch ungeschickten Szenenübergänge, bei denen es egal ist, ob der jeweilige Dialog noch zu Ende gesprochen wird, lassen uns wissen, dass wir uns in einem Meisterwerk von Dr. Uwe Boll befinden. Nimmt man zur Kenntnis, dass SCHWERTER DES KÖNIGS für Boll-Verhältnisse überraschend unblutig ausfiel, könnte man hier auch von BLOODRAYNE in der Lightversion sprechen. Einige Einstellungen offenbaren seine Bewunderung für die HERR DER RINGE-Trilogie, doch fehlt ihnen letztendlich die visuelle Wucht eines Peter Jackson. Meine Kinobegleitung urteilte ganz treffend: der Film ist nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Wenn SCHWERTER DES KÖNIGS also Dr. Uwe Boll’s bester Film sein soll, spricht das eigentlich nur dafür, wie (wunderbar) schlecht seine bisherigen Werke waren. - „Knallige B-Action mit Jason Statham – dabei aber überraschend unblutig.“ (Eric Stahl, TV DIGITAL)
- „Dem wuchtigen Charakter seines Schlachtengetümmels stehen allerdings eine teils unfreiwillig komische Synchronisation und das Fehlen martialischer Effekte gegenüber. Und die sind bei einem Fantasy-Spektakel eigentlich unerlässlich.“ (Philipp Schulze, CINEMA 12/07)
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