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“Das Kinopublikum in den Siebzigern erwartete einfach mehr Gewalt.” (Norman J. Warren)
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Haunted Hill - Die Rückkehr in das Haus des Schreckens
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HAUNTED HILL

DIE RÜCKKEHR IN DAS HAUS DES SCHRECKENS

„Diese Bude scheißt in unser verdammtes Gehirn!“ 

USA 2007 / O: „Return to House on Haunted Hill“ / Prod.: Dark Castle Home Entertainment; Warner Premiere 

Regie: Víctor Garcia / Musik: Frederik Wiedmann / Kamera: Lorenzo Senatore / Schnitt: Robert Malina / Prod.: Joel Silver, Jonathan Tzachor, Roee Sharon / Buch: William Massa 

Darsteller: Amanda Righetti (Ariel Wolfe), Erik Palladino (Desmond), Jeffrey Combs (Dr. Richard Benjamin Vannacutt), Cerina Vincent (Michelle), Tom Riley (Paul), Andrew Lee Potts (Kyle), Steven Pacey (Dr. Richard Hammer), Clytha Rainford (Harue), Gil Kolirin (Norris), Andrew Pleavin (Samuel), Chucky Venice (Warren), Laia Gonzàlez (die Krankenschwester deines Vertrauens), Tatina de Marinis (Ariel’s Assistentin), Stilyana Mitkova (Sara’s Geist) sowie George Zlatarev, Oksana Borbat, Xenija Ferenko, Miloslav Petrov u.a.

Ende der Neunziger, kurz vor dem Müllenium, gründeten Regisseur Robert Zemeckis und Produzent Joel Silver ihre „Dark Castle“-Horrorfabrik, die sich, auch in Anlehnung an den großen William Castle, bis heute als emsig arbeitende Genre-Bude bewährt hat. Mit dem von William Malone inszeniertem Remake HAUNTED HILL (1999) fanden sie auch einen, trotz aller Einschränkungen, gelungenen Einstiegsschocker, zu dem nun ganze acht Jahre später in Bulgarien die für den reinen DVD-Markt konzipierte Fortsetzung hinterher geschoben wurde. Da wundert man sich doch glatt, warum der raffgierige, die Moneten umkreisende Geldgeier Joel Silver nicht schon früher drauf gekommen ist. Naja, vielleicht hat ihn zu der Zeit dieser ganze MATRIX-Kram vergessen lassen, was man noch so alles fortsetzen könnte.  

Erinnern wir uns noch mal kurz an den ersten Teil, in dem der Millionär Steven Price demjenigen einen fetten Geldbatzen versprach, der im Irrenhaus von Dr. Richard Benjamin Vannacutt, welches sich als Schauplatz mörderischer Verbrechen und grausiger Experimente entpuppte, eine Nacht verbringt – möglichst lebend. Dazu ist es ja bekanntermaßen nicht gekommen, geisterten doch die Geister der Toten in diesem Haus des Schreckens. Zu dem nun die Rückkehr erfolgt – und die sieht dann eben aus wie das Remake zum Remake. Nein, was hat sich doch unser Drehbuch-Azubi William Massa, von dem die Filmwelt vorher noch nie etwas gehört hat und hoffentlich auch nie wieder hören wird, einen abgewichst, musste er doch schließlich einen Grund und eine Möglichkeit finden, ein paar Bekloppte in dieses Haus des Schreckens (wenn man’s oft genug wiederholt, wirkt’s vielleicht) zu bringen, wo sie von den ruhelosen, rachelüsternen Seelen der Toten in die Mangel genommen werden. Und er hat auch die schier unendlichen Möglichkeiten, die so eine Fortsetzung nicht bietet, ausgeschöpft und am Reißbrett eine Figur namens Ariel Wolfe kreiert, die als Redakteurin arbeitet. Wie wir wenig später erfahren, ist sie die Schwester von Sara Wolfe, eine der zwei Überlebenden aus dem ersten Teil. Die hat sich jedoch die halbe Rübe weggeballert bzw., wie sich wenig später herausstellt, wurde ihr die halbe Rübe wegballert – von einer wirklich üblen Gangsterbande. Deren Anführer Desmond ist hinter dem „Baphomet-Götzen“ her, eine Mini-Statue „von unschätzbarem archäologischen Wert“, wie Uni-Doc Richard Hammer erklärt, der ebenfalls wie besessen von dem Ding ist. Und Sara Wolfe, die nur für ihre Schwester sichtbar kurz als Geistererscheinung mit fehlendem Gehirn auftaucht, wusste, wo der „Baphomet-Götze“ versteckt wurde: in Vannacutts Irrenanstalt! Der „Baphomet Götze“ – ja da hat sich unser Drehbuch-Lehrling ganz schön was einfallen lassen, um potentielle Geister-Opfer in dieses Haus des Schreckens zu bekommen.  

„Die Haustür ist offen. Treten Sie ein“, sagt uns der Werbeslogan und doch möchte man diese Tür eigentlich schnell wieder zuknallen und kehrt machen.   

Hastig folgt die langweilige Vorstellung der 08/15-Charaktere, also diejenigen, die wenig später in diesem Haus des Schreckens, das schon unheilvoll im gewohnt aufdringlichen deutschen Untertitel herumspukt, verweilen um zu sterben. Und dann ist dieses eigentlich überflüssige Direct-to-DVD-Sequel auch nur einer dieser Filme, in der eine eingeschlossene Gruppe von den Mächten des Bösen heimgesucht und genregerecht dezimiert wird. Darum geht’s und was anderes hat hier auch niemand ernsthaft erwartet.  

Den Hauptdarstellern Amanda Righetti (O.C., CALIFORNIA), Cerina Vincent (CABIN FEVER) und Erik Palladino (DEAD & BREAKFAST) möchte man ihre Mühe, den blassen Figuren Leben einzuhauchen, gar nicht mal abstreiten, doch bleibt es eben nur beim hilflosen Bemühen – da wünscht man sich die Vollblutmimen Geoffrey Rush und Famke Janssen sehnlichst zurück. Vom Originalcast ist uns wenigstens Everybodies Darling Jeffrey Combs übrig geblieben, der dasselbe macht, wie schon im ersten Teil: er spukt (diesmal etwas häufiger) in sporadischen, mal mehr, mal weniger kurzen, aber durchaus effektiven Geister-Auftritten als irrer Dr. Vannacutt umher, um beim Ableben langweiliger Charaktere entsprechend nachzuhelfen. Wie schon im Vorgänger so hat er auch hier keinerlei Dialog, außer das er zum Schluss ein Dreifaches „Nein!“ rufen darf, ehe die Rache der Geister-Gewerkschaft erfolgt. Sicherlich hat er dabei nicht allzu viel zu tun, aber ist doch Jeffrey Combs einer, der einfach nur dastehen und sonst nix weiter machen brauch’ und dabei immer noch einen guten Eindruck hinterlässt. Gerne hätte man ihm etwas mehr Spielraum gegönnt. Stattdessen müssen wir Cerina Vincent’s unglückselige Schauspielversuche ertragen und sehen im Schein der Taschenlampe, die sich durch unheilvolle Korridore vorantastet, nur eine überforderte Schauspielerin, die nicht weiß, wie man eine hinterhältige Mistkrücke darstellen soll. Nun, Famke Janssen wusste das. Nur allzu gut. Für Gekicher sorgt außerdem eine tumbe Tumb-Raider-Tussi, eine Art Lara Croft für Leute, die 9 Live für einen echt tollen Sender halten und sich daran aufgeilen können, wie sie sich in einer geisterhaft-geistlosen Lesbennummer neu entdeckt. Zum Glück eilt schnell Dr. Vannacutt herbei, um ihr in chirurgischer Feinarbeit die Gesichtshaut zu entfernen. Das Gesicht hat die Schauspielerin, die hinter diesem peinlichen Tumb-Raider-Verschnitt steckt und deren Name absolut uninteressant ist, längst verloren. Dusslige Knallcharge! Der blasse Steven Pacey, einigen vielleicht aus der britischen SF-Serie BLAKES 7 (1980 – 1981) bekannt, hat als Archäologe Dr. Hammer eine denkbar undankbare Rolle, zumindest ist es das, was er daraus macht, während Andrew Lee Potts (ZIMMER 1408; PRIMEVIL) als dessen rechte Hand vom gesamten Opfer-Ensemble den lockersten Eindruck hinterlässt. Der Rest ist Nebenrollen-Kanonenfutter: also diejenigen, die in den alten STAR TREK-Folgen immer als „Rothemden“ bezeichnet wurden.  

Vorhin sprach ich vom Schein der Taschenlampe. Neben der obligatorischen Paranoia-Szene, in der jeder jeden verdächtigt und jeder jedem eine Knarre an den Nischel hält, dürfen auch nicht jene Momente fehlen, in denen die Protagonisten sich durch dunkle Korridore vorantasten und im Lichtkegel ihrer Taschenlampen hoffen, etwas Erhellendes im Dunkeln zu finden. Erhellend bleibt dabei nur eine bereits bekannte Tatsache: wie austauschbar dieser Holter-di-polter-Kram ist. Denn ob nun die Taschenlampen auf dem GHOST SHIP oder hier im Haus des Schreckens nach erhellenden Tatsachen leuchten, spielt da eigentlich keine Rolle mehr. Wenn man Glück hat, strahlen die Taschenlampen so, daß sie einige der belämmerten Darsteller im Dunkeln stehen lassen. Das kann nur ausgleichende Gerechtigkeit sein, denn wenn so mancher Schauspieler erst einmal zu schauspielern anfängt, wird es wirklich ziemlich finster. Wer jemals versucht hat, einen dunklen Kinosaal allein durch Schauspielerei zu erhellen, wird wissen was ich meine. 

So wie Dr. Hammer in einer deplatzierten, auf Lacher ausgerichteten Slapstick-Einlage á la BRAINDEAD in einer Blutlache ausrutscht, so haut’s auch Spielfilm-Debütant Víctor Garcia und Autor William Massa, der sich diesen groben Unfug einfallen ließ, auf den Hosenboden, da sie uns genau das auftischen, was man allgemein hin als Kritiker-Zielscheibe bezeichnet. Es ist das übliche Genre-Gewusel aus Klischees und Unsinn, bei dem sich der Horrorgehalt auch nur auf das beschränkt, was wir schon aus den vergangenen Jahren kennen: bizarre OP-Alpträume, Gedärm und Gehirn werden entnommen, Geister, die wie aus dem Nichts auftauchen und wieder verschinden, Horror-Fratzen, die durch dunkle Korridore huschen, kreischende Schockeffekte, spritzendes Blut, hier und da hat auch mal der Computer nachgeholfen. Atmosphäre und Spannungsaufbau war aber nicht so deren Ding. Wer solche schlechten Sachen mag, wird hier sicher auf seine Kosten kommen, aber auch nur, weil die Laufzeit von knapp 80 Minuten nicht überschritten wird. Die absolut überflüssige Andeutung (oder Androhung), dass da noch was kommen könnte, falls sich diese DVD gut verkauft, hätte man sich aber nun wirklich sparen können. 

DVD von Warner Home Entertainment („Unrated“) 

Anbieter:                Warner Premiere; Warner Bros. Ent.

Bild:                       2.40:1 (16:9, anamorph)

Ton:                      Deutsch (Dolby Digital 5.1)
                            Englisch (Dolby Digital 5.1)
                            Spanisch (Dolby Digital 5.1)
                            Französisch (Dolby Digital 5.1)
                            Ungarisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel:              Deutsch
                            Englisch
                            Dänisch
                            Finnisch
                            Französisch
                            Niederländisch
                            Norwegisch
                            Schwedisch
                            Ungarisch

Regionalcode:          2

DVD-Format:           DVD-9 (8 Gb)

TV-Norm:               PAL

Verpackung:           Keep Case (Amaray)

Freigabe:               k.J.

Indiziert:                nein

Laufzeit:                77:48 Min. (uncut)

Extras: 30 Minuten 

Making of:

„Auf dem Beichtstuhl“ (16 Min.)

„Dr. Richard Hammers Suche nach einem Vorbild“ (ca. 3 Min.)

Deleted Scenes (ca. 8 Min.)

Musikvideo: Mushroomhead – Simple Survival (3 Min.)

 


   

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