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Firestorm (1995)
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Veröffentlicht in : Filme, F

F I R E S T O R M

„Versklavte Androiden starten eine blutige Rebellion.“ (Werbezeile)

USA 1995 / O: „Firestorm“ / Prod.: Somerset Films, Inc. / Laufzeit: 83 Min. / FSK: ab 18

Regie: John Sheppird / Musik: Peter Waldman / Kamera: Neal Brown / Schnitt: Paulette Renée Victor / Ausf. Prod.: Harry Shuster, Jordan Belfort / Prod.: Brian Shuster, James Ian Lifton [= Jimmy Lifton] / Buch: Nick Spagnoli / Story: James Ian Lifton 

Darsteller: John Savage (Brinkman), Robert Carradine (Tarmac), Bentley Mitchum (Sonny/Bobby), Sherrie Rose (Dancer), Joseph Culp (Richter), Paul Ben-Victor (Duran), Karen Sheperd (Carmin), Gary Wolf (Gecko), Paul Williams (Dr. Tangu), Roxana Zal (Lara) sowie Rudolf Weber, Brandon Scott Peteseron, John Ammirati, Robert Craighead u.a. 

 

Im Jahre 2047: Auf Markus 4 lässt der machtbesessene Brinkman (John Savage, THEY NEST) versklavte Androiden, die früher mal richtige Menschen waren, in seiner Mine schuften, wo sie hochgiftige Elemente abbauen sollen. Diese haben bald die Nase voll und zetteln unter der Führung des obersten Androidenfritzen Tarmac (Robert Carradine, GHOSTS OF MARS) eine Rebellion an. Unterstützung finden sie in Bobby (Bentley Mitchum, SHARK ATTACK, 1999; CONVICTION, 2002), der eigentlich für Brinkman arbeitet und in der Lage ist, den Androiden-Überwachungschip unschädlich zu machen. Brinkman lässt Bobby aber von einem Killer (Joseph Culp, DOME 4) umbringen, weiß aber nicht, daß dieser noch einen Zwilling namens Sonny hat, der erfolgreich die Stelle seines Bruders einnimmt…  

Monotonie, Einfallslosigkeit und dümmliche Sprechblasen-Dialoge bestimmen das triste Geschehen, in dem gar nichts geschieht.  Zahlreiche tumbe Dauerballereien und schlampig choreographierte Kampfszenen, die den Elan einer müden Kneipenschlägerei haben, sollen Action und Dynamik erzeugen, wo nur öde Langeweile herrscht, während, wie in preiswerten Müllhalden-Produktionen wie dieser hier üblich, alte Fabrikhallen erneut als futuristisches Ambiente herhalten mussten. Gut, damit die Videoten auch merken, daß wir uns in einem Science-fiction-Film befinden, gibt’s noch zwei, drei kurze Weltraumszenen, die aber in tricktechnischer Hinsicht so erbärmlich sind, daß man am besten gar nicht weiter drüber redet. 

Mittendrin im billigen Gewimmel: John Savage als zotteliger Oberschurke im feinen Anzug, der anderen die Drecksarbeit überlässt. John Savage – er spielte schon unter Regiegrößen wie Michael Cimino (DIE DURCH DIE HÖLLE GEHEN, 1978), Milos Forman (HAIR, 1979), Oliver Stone (SALVADOR, 1986) und Terrence Malick (DER SCHMALE GRAT, 1998; THE NEW WORLD, 2005), ist sich aber nie für die Mitwirkung in minderbemittelten Z-Movies zu schade. Als erfahrener Schauspieler, der er nun mal ist, wird er schon gewusst haben, dass ernsthafte Schauspielerei hier genauso fehl am Platz ist wie das Gehirn im Kopf des Drehbuchautoren und in diesem Fall nur mit einer ordentlichen Dosis Over Acting zu kompensieren ist. Eine Kunst des Schauspielerns, die Savage in Gurken wie CREATURE vervollkommnen sollte. Hier beschränkt er sich gelangweilt darauf, seine Brille, wie Erich Böhme, dauernd auf- und abzusetzen, vielleicht wusste er sich bei diesen lästigen Dumm-Dumm-Dialogen nicht anders zu helfen. Der Beruf des Schauspielers kann aber auch manchmal ganz schön anstrengend sein. Auch für den Zuschauer. Robert Carradine setzt als Androidenführer eine Nullbock-Mimik auf, während Joseph Culp als Brinkman’s dauergrinsender Handlanger versucht, sein Untalent mit schwarzem Mantel, Sonnenbrille und gekünstelter Coolness zu kaschieren, aber dabei ziemlich blöde aussieht, was vielen Menschen passiert, die einen auf „Cool“ machen wollen. Bentley Mitchum müssen wir zu Beginn noch in doppelter Ausführung ertragen, so dass es schon mal ein Segen ist, daß wenigstens einer von beiden bald abkratzt.  Hinter jeden 2. Ecke lauern grinsende Billigschurken, die ihn anspringen, darunter zwei Schuldeneintreiber (peinlich: Paul Ben-Victor und Karen Sheperd), und eine chargierende Mad-Sciencist-Type (Paul Williams), die sich darauf spezialisiert hat, Androiden gefügig zu machen, albert auch noch mit herum.  

Wenn man sich so durch diesen Mist quält, wünscht man sich geradezu, daß man diesem John Sheppird die Regielizenz entzogen hätte, was leider versäumt wurde und so beglückte er uns 2005 mit CHUBACAPRA TERROR. Rein künstlerisch gesehen ist FIRESTORM der reinste SHEPPIRD TERROR – bis es scheppert! Für einen unfreiwilligen Schmunzler sorgen in Zeiten scheckkartengroßer Handys die hier verwendeten, geradezu gigantischen Telefone, die … wirklich putzig anzusehen sind. Ansonsten ist das alles hier ein ziemlich läppischer Stuss, den man sich getrost ersparen kann.  

-          „Fader Langweiler, dessen schwachbrüstige Story um eine Cyborg-Rebellion (wann gibt es endlich eine Zuschauerrebellion gegen derartige Filme?) von der dilettantischen, selbst im Schnellvorlauf kaum erträglichen Narkoseinszenierung noch um Lichtjahre unterboten wird.“ (Harry Lieber, HÖLLE AUF ERDEN) 

-          „FIRESTORM ist „der“ Science-fiction-Film für alle lack- und Lederfetischisten, denn es vergeht kaum eine Szene, in der nicht ein paar der Darsteller diesen extravaganten Freizeit-Look vorführen. Die Geschichte, die hinter FIRESTORM steckt, ist relativ wirr und ohne Zweifel das Ergebnis einer bierseligen Nacht.“ (Frank Trebbin, DIE ANGST SITZT NEBEN DIR)

 

 

   

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