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EINEN VOR DEN LATZ GEKNALLT „So halte auch die rechte Wange hin, stand in einem dicken Buch geschrieben. Kannst du nachlesen.“ „Altes chinesisches Sprichwort: Ohne Fleiß keinen Reis.“ I/USA 1975 / O: „Take A Hard Ride“ / AT: „Der schwarze Cowboy”; „Tote brauchen keine Dollars“; „La Lunga cavalcata“; „La Parola di un fuorilegge... e legge!” / Prod.: Bernsen-Ludwig-Bercovici Production; Cine Y Television; Euro International Productions / Laufzeit: 89 Min. (cut; uncut: 103 Min., NTSC-Laufzeit) / FSK: ab 16 Regie: Anthony M. Dawson [= Antonio Margheriti] / Musik: Jerry Goldsmith / Kamera: Riccardo Pallotini / Schnitt: Stanford C. Allen / Prod.: Harry Bernsen / Buch: Eric Bercovici, Jerry Ludwig Darsteller: Lee Van Cleef (Kiefer), Jim Brown (Pike), Fred Williamson (Tyree), Jim Kelly (Kashtok), Barry Sullivan (Sheriff Kane), Dana Andrews (Morgan), Catherine Spaak (Catherine), Harry Carey Jr. (Dumper), Robert Donner (Skave), Charles McGregor (Cloyd), Leonard Smith (Cangey), Ronald Howard (Halsey) sowie Ricardo Palacios, Robin Levitt, Buddy Joe Hooker u.a. |
EINEN VOR DEN LATZ GEKNALLT ist einer jener Filme, über die man in Internetforen zum Thema „Blödeste Filmtitel aller Zeiten“ immer wieder stolpert. Italiens vielbeschäftigter Vielfilmer Antonio Margheriti machte den großen Lee Van Cleef, mit dem er zuvor IN MEINER WUT WIEG ICH VIER ZENTNER (1974) drehte, noch einmal zum Star eines Westerns. Für Van Cleef, der in der ersten Einstellung melancholisch auf der Mundharmonika spielt, bedeutete es einen seiner letzten Auftritte in einem Genre, das schon längst aus der Mode gekommen war. Trotzdem ist dieser Film insofern bedeutend, da er einer der ersten europäischen Produktionen ist, in denen Jim Brown, Fred Williamson und Jim Kelly, drei Ikonen des Black Cinema, mitwirken. Brown spielt hier den freundlichen Cowboy Pike, der nach dem tödlichen Herzinfarkt seines Bosses (Dana Andrews) den üppigen Erlös, den der Verkauf einer Rinderherde einbrachte, dessen Witwe überbringen soll. Kein leichter Ritt, denn unterwegs lauern zahlreiche Galgenvögel, Diebe und Halunken, die ziemlich scharf auf den Batzen Geld sind. Auch Lee Van Cleef als rücksichtsloser Kopfgeldjäger und Barry Sullivan als falscher Sheriff haben Pike bald ins Visier genommen, doch bekommt er Unterstützung von Fred Williamson als trickreicher Kartenspieler, der seine Gegner schon mal mit Schlangen attackiert. Da beide eine Menge Dollars bei sich haben, beschließen sie während des gemeinsamen Weges, den sie vor sich haben, zusammen zu halten. Unterwegs gabeln sie noch Jim Kelly als stummen Indianer auf, der als flinker Fährtensucher die vor ihnen liegende Gegend nach möglichen lauernden Gefahren auskundschaftet. Bei einem Temperament wie dem von Jim Brown und Fred Williamson kann es auch schon mal passieren, daß man sich gegenseitig die Fresse poliert, doch bevor sie mit aufgeplatzter Lippe und dickem Auge am Boden liegen, raufen sie sich erneut zusammen, denn Lee Van Cleef ist wieder da und hat noch eine geldgeile Bandidaten-Bande (u.a. Harry Carey Jr.) um sich geschart… Eine ebenso anspruchslose wie flotte Mischung aus Spät-Spaghetti-Western und Blaxploitation-Schlägerei fabrizierte hier Margheriti, der hier keine Langeweile aufkommen lässt und dem ganz offensichtlich auch die Filme von Sam Peckinpah beeindruckt haben. Neben jede Menge markiger Sprüche („Wir feiern im Juni Silvester. Wie ich gehört habe, drängeln unsere Gäste schon.“), wilden Verfolgungsjagden hoch zu Ross und einer zünftigen Explosion gilt es noch eine wenig Vertrauen erweckende Hängebrücke zu überqueren. Der lebhafte Soundtrack von Jerry Goldsmith passt perfekt zum Exploitation-Charakter des Films. Die auf Klamauk ausgerechnete Synchronisation möchte das Ganze im Sog der damals erfolgreichen Spencer/Hill-Komödien als spaßige Angelegenheit verkaufen, was insbesondere bei der Schlägerei zwischen Williamson und Brown zum Ausdruck kommt. - Weitere bislang besprochene Filme von Antonio Margheriti:
SCHLOSS DES GRAUENS (1963) DÄMONEN AUS DEM ALL (1965) DRACULA IM SCHLOSS DES SCHRECKENS (1971) DAS ALIEN AUS DER TIEFE (1989)
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