STADT DER VAMPIRE
USA 1987 / O: „A Return To Salem’s Lot“ / AT: „Salem 2 – Die Rückkehr“ / Länge: 96 Min. (Cut!) / FSK: ab 16
Regie: Larry Cohen / Musik: Michael Minard / Kamera: Daniel Pearl / Schnitt: Armond Lebowitz / Prod.: Paul Kurta / Ausf. Prod.: Larry Cohen / Buch: Larry Cohen, James Dixon / Story: Larry Cohen / LV: Stephen King
Darsteller: Michael Moriaty (Joe Weber), Samuel Fuller (Van Meer), Andrew Duggan (Judge Axel), Richard Addison Reed (Jeremy Weber), Evelyn Keyes (Mrs. Axel), Jill Gatsby (Sherry), June Havoc (Aunt Clara), James Dixon (Rains), Tara Reid (Amanda), Ronee Blakley (Sally) sowie David Holbrock, Katja Crosby, Brad Rijn, Robert Burr, Janelle Webb, Jacqueline Britton, Gordon Ramsey, David Ardao, Richard Duggan u.a.
Auch wenn der Titel es uns suggerieren möchte: A RETURN TO SALEMS LOT ist keine Fortsetzung von Tobe Hoopers Stephen-King-Verfilmung BRENNEN MUSS SALEM. Offenbar wollte man auf den Zug der immer noch profitablen King-Verfimungen aufspringen, obwohl der Film es doch gar nicht nötig hat:
Eigentlich will der Reporter Joe Weber (Michael Moriaty, AMERICAN MONSTER; THE STUFF; IT’S ALIVE III) nur etwas Zeit mit seinem Sohn Jeremy verbringen, da seine Ex sich mit ihm ein wenig überfordert fühlt. Beide ziehen nach Salem’s Lot in das Haus von Joe’s Tante, welches er von ihr geerbt hat. Leider lässt sich kaum eine Menschenseele dort blicken: Salem’s Lot scheint wie verlassen zu sein. Aber bei Nacht, da kommen die Bewohner aus ihren Häusern – sie sind Vampire!
Neu ist die Thematik freilich nicht: Horror-As Larry Cohen erzählt in etwa eine ähnliche Geschichte wie Joe Dante mit HOWLING (aka DAS TIER, 1979) – dort aber mit Werwölfen... Und in Michael Laughlin’s wundervoller Sci-Fi-Parodie DAS GEHEIMNIS VON CENTREVILLE (1983) waren es außerirdische Besucher, die in der Abgeschiedenheit einer vergessenen, idyllischen Kleinstadt unentdeckt bleiben woll(t)en. Cohen nutzt diesen Ausgangspunkt für eine kurzweilige, vergnügliche Blutsauger-Geschichte mit interessanten Aspekten und witzigen Details, etwa wenn die Kinder nur nachts spielen und die Vampire sich vor dem Zu-Bett-Gehen (bzw. In-den-Sarg-legen) einen „Guten Tag“ wünschen.
Neben Cohen’s Stammschauspielern Michael Moriaty und James Dixon (er spielte u.a. Lt. Perkins in der IT’S ALIVE-Trilogie) gibt’s noch ein ganz besonderes Highlight: Regie-Legende Samuel Fuller (THE BIG RED ONE, 1980; DER WEISSE HUND VON BEVERLY HILLS, 1982) als Vampirkiller – und Nazijäger! Genau so einen brauchen wir – und zwar in jenen national befreiten Zonen Sachsens, wo man für einen Judenwitz zum Jägermeister eingeladen und für einen Hitlerwitz zusammen geschlagen wird. Petri Heil!
· In ihrem Filmdebüt ist die damals 12jährige Tara Reid (DÜSTERE LEGENDEN, 1998; ALONE IN THE DARK, 2005) zu sehen. James Dixon schrieb zusammen mit Larry Cohen das Drehbuch, die Kamera führte Daniel Pearl, der sowohl Tobe Hooper’s Klassiker TEXAS CHAINSAW MASSACRE (1974) als auch das 2003 entstandene Remake von Marcus Nispel photographierte.
· STADT DER VAMPIRE entstand übrigens mit IT’S ALIVE III als Back-to-back-Produktion, das heißt, beide Filme wurden praktisch zusammen produziert. Die TV-Fassung ist leider gekürzt.
· „Zu vorhersehbar und ohne Höhepunkte plätschert der Film lustlos dahin, so daß auch der halbherzige Versuch, das fade Einerlei durch etwas abgestandenen Humor aufzuwerten, die durchweg langweilige Inszenierung nicht retten kann.“ (Harry Lieber, HÖLLE AUF ERDEN)
· „Larry Cohen ist ein großartiger und hübsch ironischer Beitrag zum Subgenre der Blutsauger gelungen, der sich durch seine augenzwinkernde Inszenierung wohltuend vom ernsten Rest abhebt.“ (Frank Trebbin, DIE ANGST SITZT NEBEN DIR)