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M u t a n t II USA 1984 / O: „Night Shadows“ / AT: „Mutant“; „Night Warning“ / 95 Min. / FSK: ab 16 Regie: John Bud Cardos / Musik: Richard Band / Kamera: Al Taylor / Ausf. Prod.: Edward L. Montoro / Prod.: Igo Kantor / Buch: Peter Z. Orton, Michael Jones, John C. Kruize / Story: Michael Jones, John C. Kruize Darsteller: Wings Hauser (Josh Cameron), Bo Hopkins (Sheriff Will Stewart), Jody Medford (Holly Priece), Lee Montgomery (Mike Cameron), Marc Clement (Albert), Gary Guffey (Billy) sowie Jennifer Warren, Danny Nelson, Stuart Culpepper, Johnny Poppwell Sr., Ralph Redpath u.a. |
Herkömmlicher Kleinstadt-Horror mit Öko-Touch und Zombie-Gewusel, der kaum für große Aufregung sorgen dürfte, obwohl sich ja Regisseur John Bud Cardos mit seinen MÖRDERSPINNEN auf ähnlichem Terrain bewegte, dort aber deutlich versierter. Angst machen dürfte nur Wings Hauser’s grausige Frisur ... Jaaa, wir sind mitten in den im wahrsten Sinne des Wortes haarsträubenden 80ern! Die zwei Brüder Josh und Mike (Lee Montgomery, LANDHAUS DER TOTEN SEELEN, 1976) sind eigentlich nur auf der Durchreise, doch als ihr Wagen nach einer Auseinandersetzung mit der tumben Provinzjugend die Mücke macht, bleiben sie erst mal im Kleinstastkaff Goodland hängen. Schon in der ersten Nacht finden sie eine entstellte Leiche, aus der eine gelbliche Flüssigkeit rinnt, doch als sie den hin und wieder angetütelten Sheriff Stewart (adäquat besetzt mit Bo Hopkins) zu Hilfe holen, ist diese, wie sollte es anders sein, nicht mehr da. Leichen kommen und gehen, so ist das Leben. Notgedrungen quartieren sie sich in den Zimmern einer alten Dame ein. Als Mike spurlos verschwindet und sich immer mehr Einheimische äußerst befremdlich verhalten (zumindest aus der Sicht eines Außenstehenden), geht Josh den Dingen auf den Grund. Er findet schließlich heraus, daß illegal abgelagerter Giftmüll die Einwohner in Zombies verwandelt. Zusammen mit der Lehrerin Holly (Jody Medford) und Sheriff Stewart nimmt er den Kampf auf – gegen Untote und Kleinstadtrambos.
Vor dem Betreten undefinierbarer Kleinstädte in der Provinz sei mit diesem Film ausdrücklich gewarnt. Wer schon mal in Sebnitz einem rechtsradikalen Mutanten begegnet ist, wird in seinem Leben reichlich Erfahrungen mit einem Zombie gemacht haben. Wohl bekannt ist die Tatsache, daß in der großdeutschen Reichstitelschmiede Untote beschäftigt sind, anders ist es nicht zu erklären, daß MUTANT II eigentlich nichts mit dem von Roger Corman produzierten ALIEN-Rip-off MUTANT – DAS GRAUEN AUS DEM ALL (1982) zu tun hat. Zombies, nichts als Zombies.
Da kommt man schon mal schnell vom eigentlichen Anliegen, nämlich eine kleine Besprechung zu diesem kleinen, hübsch altmodischen Filmchen zu schreiben, ab, was auch daran liegt, daß in NIGHT SHADOWS so viel Routine geboten wird, daß man zur Abwechslung schon mal gerne vom Thema abkommt. Mit den alten B-Movie-Recken Wings Hauser (BEASTMASTER II, 1991; WATCHERS III, 1994) und Bo Hopkins (POLYP – DIE BESTIE MIT DEN TODESARMEN, 1977; UNCLE SAM, 1997; FROM DUSK TILL DAWN II, 1999) optimal besetzt, inszenierte John Bud Cardos genretypischen Durchschnittshorror, der sich mit härteren Effekten vornehm zurückhält, aber nicht weniger spekulativ als die vielen anderen Billig-Vertreter ist. Typisch für einen B-Movie-Heuler dieser Sparte auch, daß jegliche ökokritischen Aspekte in dem konventionellen Geschehen restlos verpuffen, gerade weil das, was man vorgesetzt bekommt, viel zu oberflächlich ist. Doch breiten wir den Mantel der Barmherzigkeit aus, nicht nur für den Obdachlosen in der Kleinstadt, sondern auch für die blau geschminkten Kleinstadtzombies, die sabbernd und keifend Jagd auf die Nichtverseuchten machen. Wer wie ich einen ausgeprägten schlechten Geschmack und somit eine Vorliebe für die Schundfilme der 80er Jahre besitzt, wird sich mit NIGHT SHADOWS, dank Cardos' handwerklich ordentlicher Regie, der geradezu klassischen Spannungssteigerung und atmoshärischer Kleinstadt-Stimmung, ganz nett unterhalten.
Die passende Musik komponierte Charles Bands Bruder Richard, der vor allem mit seinen Soundtracks zu diversen Stuart-Gordon-Filmen (RE-ANIMATOR, 1984; FROM BEYOND, 1986; CASTLE FREAK, 1994) einen gewissen Bekanntheitsgrad geniesst.
Igo Kantor produzierte neben dem Jerry-Lewis-Flop ALLES IN HANDARBEIT (1981) auch noch andere Filme von John Bud Cardos: MÖRDERSPINNEN (1977), den Alien-Unfug THE DARK, den Cardos 1979 für den ausgefallenen Tobe Hooper fertig stellte, und den Actiontrash ACT OF PIRACY (1988) mit Gary Busey und Arnold Voosloo. Der ausführende Produzent, Edward L. Montoro, ist auch so ein Umtriebiger: Er finanzierte Filme wie den frühen Terence Hill/Bud Spencer-Western HÜGEL DER BLUTIGEN STIEFEL (1969), William Girdlers Tier-Horror-Reißer GRIZZLY (1976) und PANIK IN DER SIERRA NOVA (1977), DIE AUSSERIRDISCHEN (1979, mit Mel Ferrer, Lance Henriksen, Glenn Ford, Shelley Winters, John Huston und Sam Peckinpah!), J. P. Simons Schlitzerthriller PIECES (1982) und DIE AUSSERIRDISCHEN BESUCHER (1983) sowie Deran Serafians ALIEN PREDATOR (1987), der alternativ auch als MUTANT II lief. Sag' ich doch: nichts als Zombies. Und ich glaube, das waren jetzt genug obskure Filmtitel. Abspann.
„John Bud Cardos, dessen bisherige Arbeiten auch ohne jegliche Ambitionen auskamen, hat folgerichtig auch „nur“ ein leidlich spannendes B-Picture gemacht, welches jedoch zumindest recht ordentlich unterhält.“ (Frank Trebbin, DIE ANGST SITZT NEBEN DIR)
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Geschrieben von: Gast2 am 22-04-2007 19:20