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Amityville Horror (1979)
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Veröffentlicht in : Filme, A

AMITYVILLE HORROR

  

USA 1979 / O: The Amityville Horror / Prod.: Cinema 77, Professional, American International Pictures   

Regie: Stuart Rosenberg / Musik: Lalo Schifrin / Kamera: Fred J. Kronekamp / Schnitt: Robert Brown Jr. / Ausf. Prod.: Samuel Z. Arkoff / Prod.: Ronald Saland & Elliot Geisinger / Buch: Sandor Stern / LV: Jay Anson 

Darsteller: James Brolin (George Lutz), Margot Kidder (Kathy Lutz), Rod Steiger (Father Delaney), Don Stroud (Father Bolen), Murray Hamilton (Father Ryan), John Larch (Father Nuncio), Michael Sachs (Jeff), Helen Shaver (Carolyn), Val Avery (Sergeant Gionfriddo), Natasha Ryan (Amy), K. C. Martel (Greg), Meeno Peluce (Matt), Irene Dailey (Helena), Amy Wright (Jackie), Marc Vahanian (Jimmy), Hank Garrett (Barkeeper), James Tolkan (Coroner) sowie Elsa Raven, Ellen Saland, Eddie Barth, Carmine Foresta, Peter Maloney u.a.

 

George (der spätere HOTEL-Boss James Brolin) und Kathy Lutz (Margot "Lois Lane" Kidder) bewohnen seit kurzem mit ihren Kindern ein schmuckes Einfamilienhaus in Amityville. Ihnen ist bekannt, daß vor einem Jahr eine ganze Familie ausgelöscht wurde: ein junger, ganz offensichtlich geistig verwirrter Mann erschoss wie vom Wahnsinn getrieben seine Eltern und Geschwister. Der entsprechend niedrige Kaufpreis des Hauses läßt diese grauenhafte Tat schnell vergessen. Auch deshalb, weil Familie Lutz bald selbst das Grauen plagt: Papa George legt ein immer aggressiveres Verhalten an den Tag, Mama Kathy wird von Albträumen gequält und muß hilflos mit ansehen, wie das eigentlich intakte Familienleben immer mehr aus den Fugen gerät, im Klo blubbert irgend eine komische, zähflüssige Masse, das Kindermädchen wird durch eine unbekannte Macht im Wandschrank eingesperrt und kratzt sich die Finger wund und blutig, während sich das kleine Töchterchen mit einer Freundin, die freilich nur für sie sichtbar ist, unterhält. Ganz schlimm trifft es Pater Delaney (Rod Steiger, DER TÄTOWIERTE, 1969; MARS ATTACKS!, 1996), der das Haus eigentlich nur segnen wollte, aber durch eine Geisterstimme regelrecht verjagt wird – und später beim Gottesdienst plötzlich erblindet. Als eines nachts mit lautem krachen die Tür aus den Angeln fliegt und sogar das Blut von den Wänden läuft, nehmen die Lutz’ens panisch Reißaus... 

So oder so ähnlich soll sich das tatsächlich zugetragen haben, in erster Linie dann, wenn man auf den aufgedrückten „Nach einer wahren Begebenheit“-Stempel hereinfällt. Für die echte Familie Lutz, die nach 28 Tagen aus dem Haus floh und all ihre Besitztümer zurück ließ, dürfte sich das Geistergepolter im nachhinein als ganz profitabel erwiesen haben. Sie erzählten ihre Geschichte dem Schriftsteller Jay Anson, dessen Buch zum Bestseller avancierte, aus dem wiederum diese Kinoverfilmung von Stuart Rosenberg hervor ging, welche ebenfalls die Kassen schön füllte. Somit durfte sich der ausführende Produzent Samuel Z. Arkoff, der zusammen mit James H. Nicholson und den legendären American International Pictures eine feste B-Movie-Größe der 50er und 60er war, über einen seiner größten finanziellen Triumphe freuen. Im Kielwasser zu Kubricks SHINING zog der Erfolg von AMITYVILLE HORROR nicht nur eine Spukhausfilm-Welle nach sich, sondern auch sieben Fortsetzungen, die später alle für den preiswerten Video- und TV-Markt zurechtgemuddelt worden sind und mitunter ziemlich lächerlich daher kamen. So lauerte das Böse im vierten Teil schon mal in einer dämonisch besessenen Stehlampe ... lach! Neben den NIGHTMARE ON ELM STREET-, HALLOWEEN- und FREITAG, DER 13. - Horrorserien hielt sich die AMITYVILLE HORROR-Reihe erstaunlich lange, auch wenn sie insgesamt kaum Höhenflüge verzeichnen konnte – das Original, das seinem vorauseilenden Ruf nie gerecht wurde, inbegriffen: 

AMITYVILLE HORROR - Die Serie: 

·       AMITYVILLE HORROR (1979, The Amityville Horror) R: Stuart Rosenberg 

·       AMITYVILLE 2 - DER BESESSENE (1982, Amityville 2: The Possession) R: Damiano Damiani 

·       AMITYVILLE 3 (1983, Amityville 3-D) R: Richard Fleischer 

·       AMITYVILLE HORROR TEIL 4 (1989, Amityville Horror 4: The Evil Escapes) R: Sandor Stern 

·       THE AMITYVILLE CURSE - DER FLUCH (1990, The Amityville Curse) R: Tom Berry – inoffizielle Fortsetzung aus Kanada -                                       

·       AMITYVILLE 1992 - FACE OF TERROR (1992, Amityville 5: It’s About Time) R: Tony Randel  - Eigentlich Teil5! - 

·       AMITYVILLE - A NEW GENERATION (1993, Amityville: A New Generation) R: John Murlowski 

·       AMITYVILLE - DAS BÖSE STIRBT NIE (1996, Amityville Dollhouse) R: Steve White 

Im Gegensatz zu Andrew Douglas’ Remake von 2005 erweist sich Rosenbergs Film als stimmungsvoller und atmosphärischer, aber eben auch unspektakulärer. Der Sinn fürs Subtile, der weitaus bessere Ghost-House-Movies auszeichnete (allen voran die Klassiker BIS DAS BLUT GEFRIERT und SCHLOSS DES SCHRECKENS, aber auch  jüngere Beiträge wie THE OTHERS) kommt den Machern keineswegs in den Sinn, es fehlt die psychologische Tiefenwirkung, die einen wirklich frösteln läßt. Im direkten Vergleich zu Stanley Kubricks SHINING unterliegt AMITYVILLE HORROR eindeutig. Bei Stuart Rosenberg kommt das Grauen viel zu konstruiert, eher behäbig und, zumindest für den Zuschauer, harmlos daher: rot glühende Augen, die am Fenster stieren, kaputte Glühbirnen, eine schwarze Katze, ein Fliegenschwarm, Geisterstimmen, Albträume, nächtliche Gewitter, verschwundene Geldscheine. Gerade letzteres kann man nun wirklich nicht als Geisterphänomen bezeichnen, ist es doch eine ganz alltägliche und völlig normale Erscheinung, wie ich aus eigener Erfahrung weis. Der Griff in den Klischeepott erreicht seinen Höhepunkt, wenn die Family nach geglückter Flucht feststellen muß: Ach, du Kacke, der Hund sitzt noch im Keller! Also muß Daddy, der inzwischen zu einer Mischung aus Reinhold Messner und Jack Nicholson mutiert ist, wieder zurück. Der wie immer charismatisch agierende Rod Steiger bekommt als Pater Delaney seinen eigenen Handlungsstrang verpasst, nachdem er sich zu Beginn einfach so ins Dachgeschoss schlich, um das neue Zuhause der Familie Lutz zu segnen (mit freundlichen Grüßen von DER EXORZIST), aber von einer unheimlichen Geisterstimme und einem plötzlich auftauchenden Fliegenschwarm regelrecht vertrieben wird. Da das Böse ungebetenen geistlichen Besuch nicht zulässt, schlagen seine Versuche, mit dem ihm untergebenen, jungen Pater Bolen (Don Stroud, PERDITA DURANGO, 1997) ins Haus zurück zu gelangen, ebenso fehl, wie seine kirchlichen Vorgesetzten (Murray Hamilton und John Larch) von der Existenz teuflischer Mächte zu überzeugen. 

Die Regie von Stuart Rosenberg, sonst eher im Actiongenre zu Hause (BRUBAKER mit Robert Redford), ist solide, aber man kann auch nicht unbedingt behaupten, daß er sich verausgabt und richtig ins Zeug gelegt hat, um sein Publikum zu fesseln. Im unterirdischen Keller-Finale, wo sich der Höllenschlund auftut und das Haus zu wackeln anfängt, geht’s zusammen mit der übersinnlich begabten Uschi vom Arbeitskollegen einfach nur ab ins bodenlose. Ein Hauch von Lächerlichkeit vertreibt den Hauch von Atmosphäre. Da vermag eigentlich nur noch die gelungene musikalische Untermalung von Soundtrack-Legende Lalo Schifrin etwas Gruselstimmung erzeugen.  

  • „Geisterhaus-Horror mit hohem Gähn-Faktor.“ (TV SPIELFILM) 

  • „Tatsache ist, daß Action-Spezialist Stuart Rosenberg mit diesem Werk einen der überzeugendsten Beiträge zum Thema Spukhäuser ablieferte. Sowohl seine routinierte Regie, als auch die immer bedrohlicher werdende Atmosphäre und die illustre Darstellerriege bürgen für beste Grusel-Unterhaltung.“ (Harry Lieber, Hölle auf Erden)

  • „Stuart Rosenbergs Film ist insgesamt zwar recht solide inszeniert worden, doch kann man sich des Eindrucks nicht erwähren, daß mehr daraus hätte werden können als nur eine Niete.“ (Frank Trebbin, Die Angst sitzt neben dir)

  • „Die Handlung des steigernden Schreckens ... ist mit Sinn für Rhythmus und ohne brutale Entgleisungen entwickelt, versteigt sich jedoch zum Schluss hin zu einer etwas platten Materialschlacht, die die atmosphärische Kraft des Spannungsbogen stört.“ (FILMDIENST)

  • „Ein Horrorfilm, der sich mit verworrenen metaphysischen Spekulationen schmückt, ansonsten stilsicher und spannend inszeniertes okkultes Trivial-Kino.“ (Lexikon des internationalen Films)

 

MGM Gold Edition 

Anbieter:           MGM

Bild:                  1,85:1 (16:9, anamorph)

Ton:                 Deutsch (Dolby Digital 5.1)

                       Englisch (Dolby Digital 5.1)

                       Französisch (Dolby Digital 5.1)

                       Italienisch (Dolby Digital 5.1)

                       Spanisch (Dolby Digital 5.1)

                       Audiokommentar (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel:          Deutsch für Hörgeschädigte

                       Englisch für Hörgeschädigte

                       Dänisch

                       Finnisch

                       Französisch

                       Griechisch

                       Italienisch

                       Niederländisch

                       Norwegisch

                       Portugiesisch

                       Spanisch

                       Türkisch

                       Audiokommentar

Regionalcode:     2

TV-Norm:          PAL

Verpackung:      Keep Case (Amaray im Pappschuber)

Laufzeit:           113:49 Min. (uncut)

FSK:                 ab 16 

DVD 1:             Hauptfilm

                      Audiokommentar mit Dr. Hans Holzer

                      Einführung zum Audiokommentar (ca. 1 Min.)

                      Diverse Trailer 

DVD 2:             „In Gottes Namen, raus!“ (20 Min.)

                      „Rätsel der Geschichte Amityville: Der Spuk“ (42 Min.)

                      „Rätsel der Geschichte Amityville: Horror oder Täuschung“ (42 Min.)

                      Vorschau auf das Remake (5 Min.)

                      Radiowerbung

                      US-Kinotrailer 

Animiertes und mit Musik unterlegtes Hauptmenü

Diese DVD enthält die komplett ungeschnittene Originalversion mit 17 zusätzlichen Szenen in neuer Synchronisation. Bild und Ton wurden frisch aufpoliert.

Die Gold Edition wurde inzwischen durch das Steelbook ersetzt, die Ausstattung blieb die gleiche.

 

   

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