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Scanners III
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SCANNERS III

 

CDN 1991 / O: „Scanners III: The Takeover“ / AT: „Scanner Force“ / Prod.: Malofilm Group, Filmtech Productions 

Regie: Christian Duguay / Musik: Marty Simons / Kamera: Hugues De Haeck / Schnitt: Yves Langlois / Ausf. Prod.: Pierre David, Rénald Paré / Prod.: René Malo / Buch: B. J. Nelson, Julie Richard, David Preston, René Malo / Special Make-up: Mike Maddin 

Darsteller: Liliana Komorowska (Helena Monet), Steve Parrish (Alex Monet), Valérie Valois (Joyce Stone), Collin Fox (Elton Monet), Daniel Pilon (Michael), Peter Wright (Mark Dragon), Sith Sekae (Mönch), Harry Hill (Dr. Baumann), Claire Cellucci (Suzy), Michael Copeman (Mitch), René Malo (Robert Rosenthal) sowie Chip Chuipka, Jean Frenette, Sylvain Beauchamps, Gaston Perreault, Michel Perron, Tony Roman u.a.

 

Die zweite Fortsetzung des von David Cronenberg konzipierten SCANNERS inszenierte wiederum dessen Landsmann Christian Duguay, der wie schon in seinem missglückten Vorgänger ganz auf innovationslose Action setzt und auch weiterhin nichts mit den hintersinnigen Gedankenspielen des Originals am Hut hat: 

Im dritten Teil stehen die beiden Scanners Alex (Steve Parrish) und seine Adoptivschwester Helena (Liliana Komorowska) im Mittelpunkt, die ganz individuell mit ihrer „Begabung“ umgehen. Alex tötet auf einer lustigen Weihnachtsfeier beim Party-Scanner-Spaß versehentlich einen guten Freund, woraufhin er sich voller Schuldgefühle in ein buddhistisches Kloster zurückzieht, um Kontrolle über seine mörderischen Kräfte zu erlangen. Helena dagegen hält diese fürchterlichen Kopfschmerzen, eine typische Scanner-Nebenwirkung, nicht mehr aus und testet heimlich ein Medikament (mit dem Namen F 3), an dem ihr Ziehvater gerade arbeitet: ein kleines, blinkendes Patch, welches im Nacken angeklebt wird, wo der Wirkstoff über die Haut aufgenommen wird. Und tatsächlich: die Migräne ist weg und Helena fühlt sich sauwohl. Spalt ist alt, aber F3, daß macht high! Und das scannen bereitet im euphorisierendem Zustand weder Kopfschmerzen, noch Gewissensbisse. So läßt Helena ihren schleimig-nervigen Boss im Restaurant einen heißen Strip hinlegen und anschließend ins Klavier schmeißen. Als er ihr im Wege steht, steht einem tödlichen Bauchklatscher im nicht gefüllten Swimmingpool nichts mehr im Wege. Aua! In dieser Szene musste ich abrupt an diesen dussligen CSU-Heini Markus Söder denken: der hat ganz offensichtlich auch schon einige Kopfsprünge in leere Schwimmbecken hinter sich. Unter dem Einfluss von F3 gewinnt Helena ein Selbstbewusstsein, welches ihr sonst fremd war: sie bringt den Kopf des Arztes, der sie als kleines Mädchen zu Versuchszwecken missbraucht hatte, zum zerplatzen und Daddy zum ertrinken. Eiskalt und gewissenlos übernimmt sie den Pharma-Konzern ihres Adoptivvaters. Tja, wie die Weiber eben so sind: ein paar Höhenflüge und schon wollen sie ganz nach oben. Schließlich will sie noch ihren eigenen Fernsehsender, um so die absolute Weltherrschaft zu erlangen – scannen ist auch übers TV möglich. Nichts neues, im Fernsehen werden den Zuschauern ja alle möglichen Flausen ins Ohr gesetzt. Inzwischen ist auch Alex, der fortan von Helenas Scanner-Chergen verfolgt wird, wieder heimgekehrt, denn nur er ist es, der seiner durchgeknallten Stiefschwester Einhalt bieten kann... 

...was mit überflüssigen Fortsetzungen ganz offensichtlich nicht möglich ist – mit denen werden wir uns wohl ewig abplagen müssen. Dabei ist im Gegensatz zu SCANNERS II eine kleine Steigerung zu verzeichnen: von ganz unten bis zum drögen Mittelmaß ist für Filme dieser Kategorie ein Quantensprung nach oben. Das dieser zweite Aufguss etwas kurzweiliger rüberkommt, liegt, im Vergleich zum faden Vorgänger, am stärker gewordenen Horrorgehalt in Verbindung mit einigen halbwegs gelungenen, blutigen Make-up-Effekten. Christian Duguay hat mit seinen späteren Filmen (THE ART OF WAR, 2000) bewiesen, daß er das Actionhandwerk durchaus versteht, auch sollte nicht unerwähnt bleiben, daß er mit SCREAMERS einen richtig guten Science-fiction-Film inszenierte. Hier ist seine Regie, wie schon in SCANNERS II, noch ziemlich unausgegoren und wirkt unbeholfen, offenbar betrachtete er diese beiden Sequels als Übungsmaterial: Wie drehe ich einen actionorientierten Horrorfilm? Nun ja, zu mehr als einer uninspirierten Fingerübung hat es auch hier nicht gereicht,  denn trotz viel Gerenne und allerlei Verfolgungsjagden vermag SCANNERS III gerade auf dieser Ebene kaum zu fesseln, höchstens anspruchslos unterhalten.   

Der größte Stinkstiefel geht jedoch an die 4 Drehbuchschreiberlinge, die sich diese Granatenstory ausdachten. Wie wenig Ahnung sie von ihrem Job haben, merkt man nicht nur am klischeehaften Sammelsurium, das sie zusammengepanscht haben, sondern auch an einigen humoristischen Auflockerungen, die in dieser Form einfach fehl am Platze sind. Ironie ist in solchen Filmen durchaus willkommen, aber bitte nicht so plump und aufdringlich wie im vorliegenden Falle. Wenn Helena ihre Scanner-Fähigkeiten am Fernseher ausprobiert und einen dicklichen Talkshow-Moderator über seinen weiblichen Gast lüstern herfallen läßt, mag das ja einigermaßen amüsant sein. Wenn ein abgerissener Arm auf der Motorhaube eines Polizeiautos landet und die drin sitzenden Beamten den Scheibenwischer mit dem üblichen Spruch „Ich hasse diese Stadt“ anstellen, wirkt das schon sehr, sehr bemüht und überhaupt nicht lustig. In solch dümmlichen Momenten zerstört ein Film sich selbst, was in wenigen Sekunden, unterstützt von ein paar debilen Dialogzeilen, ganz rasch geht. Lustig ist nur eine Tatsache: der unfreiwillige Humor läßt jeglichen Ernst vermissen, während ausgerechnet der gewollte Humor alles andere als witzig ist. Doch wie sang schon Jürgen von der Lippe: Humor ist Humor, auch wenn keiner lacht.     

Und noch ein Wort zu den Knattermimen: Da die kaum bekannten Schauspieler durch die Bank weg schwach und farblos agieren, fällt insbesondere Hauptdarstellerin Liliana Komorowska unangenehm auf: sie versucht krampfhaft die Blässe ihrer Co-Darsteller verblassen zu lassen, in dem sie wie eine wild gewordene Salatschnecke maßlos übertreibt. Beim scannen sind sich jedoch alle Scanner-Darsteller gleich: komische Grimassen ziehen und peinliches Chargieren bis zum totalen Over-Acting.   

·         Liliana Komorowska avancierte zur Dauernebendarstellerin in den Filmen von Christian Duguay, so sah man sie u.a. auch in SCREAMERS (1995), THE ASSIGMENT (1997, mit Ben Kingsley und Donald Sutherland), im starbesetzten TV-Drama JOAN OF ARC (1999), THE ART OF WAR (2000) und im Kinoflop EXTREME OPS (2002) wieder.  

·         Als Zugabe: SCANNER COP (1993, Pierre David) und SCANNER COP II (1994, Steve Barnett) 

·         „Obwohl schon die Handlung kein völliges Novum ist, vermag Regisseur Duguay dem Film eine Reihe neuer Elemente hinzuzufügen.“ (Andreas Bertler, Hölle auf Erden) 

·         „In Anlehnung an den deutschen Werbespruch des Cronenbergschen Originals sollte man SCANNERS III wie folgt umschreiben: „Nach 10 Minuten platzt die erste Taube... nach 20 Minuten gibt es einen Männerstrip... und dann explodiert der erste Bösewicht.“ Blutiger und weitaus dem Horror des ersten Teils gerechter wird dieser zweite Aufguss des Kanadiers Christian Duguay.“ (Frank Trebbin, Die Angst sitzt neben Dir) 

 

Anbieter DVD: Warner / Black Hill

Ton:             Deutsch & Englisch jeweils in DD 5.1

Bild:              1,78:1 (16:9, anamorph)

Untertitel:      keine

Regionalcode: 2

TV-Norm:       PAL

Verpackung:   Steelbook (Metallbox)

Laufzeit:        95:27 Min. (uncut)

Freigabe:       keine Jugendfreigabe 

Extras:          Filmografien  

SCANNERS III gibt es zusammen mit den beiden Vorgängern als 3 DVD Limited Edition in einer schicken Metallbox.

 

   

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