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Geheimbund Hongkong
 

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GEHEIMBUND HONGKONG

„Verlassen Sie sich nicht immer auf die Hilfe der Polizei!“ 

GB 1960/61 / O: „The Terror of the Tongs“ / AT: „Terror der Tongs“, „Terror of the Hatched Men“ / Prod.: Hammer Films für Columbia Pictures 

Regie: Anthony Bushell / Musik: James Bernard / Kamera: Arthur Grant / Ausf. Prod.: Michael Carreras / Associate Prod.: Anthony Nelson-Keys / Prod.: Kenneth Hyman / Buch: Jimmy Sangster 

Darsteller: Christopher Lee (Chung King), Geoffrey Toone (Captain Jackson Sale), Yvonne Monlaur (Lee), Marne Maitland (Bettler), Brian Worth (Harcourt), Ewen Solon (Tang Hao), Roger Delgado (Wang Ho), Richard Leech (Insp. Bob Dean), Charles Lloyd Pack (Dr. Fu Chao), Marie Burke (Maya), Barbara Brown (Helena Sale), Burt Kwouk (Mr. Ming), ungenannt: Harold Goodwin, Michael Hawkins u.a.

 

Einen fernöstlichen Ausflug in das Hongkong des letzten Jahrhunderts gönnten sich die Hammer-Studios 1961 mit ihrem Zugpferd Christopher Lee. Führen wir uns zunächst den deutschen Einleitungstext zu Gemüte, der am Anfang der Geschehnisse steht: 

„Hongkong 1910: Eine geschäftige und aufstrebende Stadt – aber im Gewühl von Tausenden und Abertausenden Menschen blühte im verborgenen eine Organisation, die ein Klima des Lasters, des Schreckens und der Korruption verbreitete – The Red Dragon Tong!“ 

Captain (Geoffrey Toone), der auf den Weltmeeren umher schippert, lebt nun schon seit 15 Jahren in Hongkong und hat auch das eine oder andere über diese „Tongs“ gehört, aber nie wirklich an sie geglaubt. Schneller als ihm lieb ist, wird er schon bald Bekanntschaft mit ihnen machen. Und wer sind denn nun diese „Tongs“? Eine üble, groß angelegte Verbrecherorganisation, die Hongkong praktisch in der Tasche hat und von ihrem Anführer Chung King (Christopher Lee) mit aller Härte angeführt wird. Aber: es zahlt sich alles aus – das heißt: es wird fleißig eingezahlt, denn Opiumgeschäft und Sklavenhandel florieren bestens. Brutal geht Chung King gegen jene vor, die seine Pläne durchkreuzen, wobei er sich natürlich nicht die feinen Diktator-Fingerchen schmutzig macht, sondern diese Arbeit seinen vielen Helfershelfern und Untertanen überlässt. So werden Zeugen eingeschüchtert, Aufmüpfige aus dem Verkehr gezogen und wer auch sonst nicht  parieren will oder Abgaben pünktlich einzahlt, dem werden schon mal ein paar Fingerchen abgehackt. Vom Leben gezeichnet – ohne je wieder zeichnen zu können.

Der Ärger fängt für Captain Sale an, als der mit ihm befreundete Geschäftsmann Mr. Ming (Burt Kwouk), kaum das er das Schiff verlassen hat, mit einem Beil getötet wird. Ming hatte eine Liste mit Namen bei sich, die für Chung King und den Tongs gefährlich werden könnte. Auf der Suche nach dieser Liste töten Chung Kings Männer nicht nur Sale’s ersten Offizier, sondern auch dessen entzückende Tochter (Barbara Brown). Rache ist Blutwurst! Und so zieht Jackson Sale erbarmungslos gegen jene zu Felde, die den Tod seines Kindes auf dem Gewissen haben und begibt sich selbst dabei ganz schön in Gefahr... 

Natürlich lebt das ebenso simple wie kurzweilige Historien-Abenteuer ganz von der Präsenz Christopher Lee’s, gegen den natürlich Geoffrey Toone in seiner Heldenrolle eher blass wirkt. Christopher Lee schien an der Rolle des Chung King so viel Gefallen haben, daß er ab 1965 insgesamt fünf Mal Dr. Fu Man Chu verkörperte. Chung King könnte sogar der kleine Bruder von Fu Man Chu sein, aber eben wirklich nur der kleine. Immerhin hat er seinen Laden, sprich: Hongkong, gut im Griff, bis jedenfalls der tapfere, von Rache besessene Captain Sale für ihn zum Problem wird. Und neben ausgeklügelten Foltermethoden hat Chung King immer ein paar weise Ratschläge auf Lager, die man sich auf jede Teetasse schreiben sollte: „Wer seinen Begierden unterworfen ist, wird durch sie zu Fall kommen.“ Oder: „Wer statt zu toben lächelt, ist stets der Stärkere“, und grinst zufrieden vor sich hin. 

Recht überflüssig bleibt im Prinzip die Mitwirkung der heißen Yvonne Monlaur (DRACULA UND SEINE BRÄUTE, 1960) als rebellierendes Sklavenmädchen Lee, das sich kurzerhand auf Captain Sale’s Seite schlägt, nachdem sie einen fiesen Geldeintreiber mit dem Krug erschlägt. Monlaur bleibt nichts weiter als schmückendes Beiwerk, offenbar bemerkte Jimmy Sangster beim Drehbuch schreiben, daß im Film ein heißer Feger fehlt, und so schrieb er kurzerhand die Figur der Lee hinein. Und tatsächlich: Yvonne Monlaur ist ein wirklich schönes schmückendes Beiwerk, genau der richtige heiße Feger, der in so einem Film nun mal hinein gehört. In einem Film mit fiesen Schurken und aufrechten Helden gehört immer mindestens eine schöne Frau. Mindestens. Und das war längst noch nicht alles. In TERROR OF THE TONGS wimmelt es außerdem von Verschwörungen, Faustkämpfen, obskuren Zeremonien, zwielichtigen Spelunken, der wie immer hilflos agierenden Polizei und einer geheimnisvollen Untergrundorganisation, die sich gegen die Herrschaft der Tongs auflehnt. Alles Zutaten also für ein herrlich naives, kunterbuntes Abenteuerfilmchen, das genau so schnell vorbei ist wie der rasche Abgang von Chung King. 

·         Charles Lloyd Pack, der hier unnachahmlich Chung Kings fiesen Hausarzt spielt, war auch in Hammer’s DRACULA (1958) als Dr. Seward, in FRANKENSTEINS RACHE (1958) als Mediziner und DAS SCHWARZE REPTIL (1965) als Vicar mit dabei. Burt Kwouk, der zu Beginn als junger Geschäftsmann Mr. Ming mit einem Beil getötet wird, kennt man vor allem als Inspektor Clouseau’s Karate kämpfenden Butler Cato aus den PINK PANTHER-Filmen.  

·         „Handelsüblicher Abenteuerfilm vor exotisch gemeinter Kulisse.“ (LEXIKON DES INTERNATIONALEN FILMS) 

  • „Mit ein paar hübschen Kabinettstückchen gelingt es Regisseur Bushell, aus dem spektakulären Drehbuch eine gelungene Synthese aus effektheischendem Historiendrama und blutigem Horrorfilm zu formen, ohne an Glaubwürdigkeit einzubüßen.“ (Marcus Pawelczyk, HÖLLE AUF ERDEN)
   

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Geschrieben von: am 09-09-2007 11:14

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