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GHOSTS OF MARS

 

„Seit Wochen verbreiten sich Gerüchte auf dem Mars. Von Außenposten zu Siedlungen, von Stadt zu Stadt. Etwas, das seit Jahrhunderten vergraben lag, ist gerade freigelegt worden. Und während diese mysteriöse Kraft durch das südliche Valley zieht, hinterlässt sie nichts als Stille ... und den Tod.“ (Melanie Ballard)

 

 

USA 2001 / O: „Ghosts of Mars“ / Produktion: Screen Gems; Storm King Productions
Regie: John Carpenter / Musik: John Carpenter, Anthrax / Kamera: Gary B. Kibbe / Schnitt: Paul C. Warschilka / Produzent: Sandy King / Buch: Larry Sulkis, John Carpenter / Special Make-up-Effects: Robert Kurtzman, Greg Nicotero, Howard Berger alias KNB

Darsteller: Ice Cube (James “Desolation” Williams), Natasha Henstridge (Melanie Ballard), Jason Statham (Jericho), Pam Grier (Helena Braddock), Clea Duvall (Bashira), Joanna Cassidy (Whitlock), Liam Waite (Michael Descanso), Peter Jason (McSimms), Robert Carradine (Rodale), Richard Cetrone (Big Daddy Mars), Rosemary Forsyth (Inquisitor), Duane Davis (Uno), Lobo Sebastian (Dos), Rodney A. Grant (Tres) sowie Wanda DeJesus, Doug McGrath, Rick Edelstein, Michael Krawic, Marjean Holden u.a.


Der Mars im Jahre 2176: Der rote Planet wurde inzwischen von den Menschen besiedelt, die ihn hauptsächlich zur Rohstoffgewinnung benutzen. Seit einiger Zeit aber machen den Behörden seltsame Vorkommnisse zu schaffen. Neuester Zwischenfall: Der Güterzug „Transpirineris 74 Yankee“, ein Erztransporter, der auf Autopilot geschaltet, aus dem südlichen Valley zurückkehrte. Beinahe ein Geisterzug, befindet sich nur eine Frau in Handschellen angekettet an Bord: Lt. Melanie Ballard (SPECIES-Beauty Natasha Henstridge), 2. Offizier einer Eskorteneinheit der Polizei. Eigentlich sollten sie den hochgefährlichen Verbrecher James „Desolation“ Williams (Ice Cube) aus seinem Gefängnis in der abgelegenen Minensiedlung Shining Canyon holen, doch wirkt das Mars-Kaff bei deren Ankunft wie eine Stadt des Todes. Jede Menge Leichen, Blut und abgetrennte Gliedmaßen erinnern an eine Metzelorgie, nur Williams hockt mit ein paar anderen seelenruhig in seiner Zelle. Bald wird allen klar, daß hier was ganz böses und übles am Werke war, eine unheimliche Macht, die von den Bergarbeitern Besitz genommen hat. Schlimmer noch: eine Horde zombiehafter Monster unter der Führung des „Big Daddy Mars“ (?!) attackiert die kleine Gruppe. Zusammen mit WilliamsÂ’ Verbrecherkumpels, die ihn eigentlich aus dem Knast holen wollten, kämpfen sie mit vereinten Kräften ums Überleben. Das Ganze sieht dann aus, wie eine Marilyn-Manson-Convention, spätestens dann, wenn der alberne, affenartige „Big Daddy Mars“ mit seinem Geschnacks herumbrüllt.

Schon komisch, daß man John Carpenter immer noch Geld gibt, obwohl er seit Jahren einen Flop nach dem anderen fabriziert. Sein größtes Verhängnis aber ist, dass er auch diesmal absolut nichts neues zu bieten hat. Mit einem mühseligen Lechzen nach früheren, längst vergangenen Erfolgen, fabrizierte Carpenter erneut einen weiteren flachen Mix aus gängigen Motiven – bei ihm langts offenbar nur noch zu uninspirierten Selbstzitaten. Vor allem die Einflüsse seines genialen Gewaltausbruchs ASSAULT ON PRECINT 13 (1976), ein Meisterwerk des Thriller-Kinos, sind unverkennbar: Hier wie dort kämpfte man mit vereinten Kräften gegen einen schier unbezwingbaren Gegner. Ferner finden sich Motive aus DIE KLAPPERSCHLANGE und ZOMBIE, von H. P. Lovecraft (...etwas, das seit Jahrhunderten vergraben lag...) über typische Western-Elemente bis hin zum Kannibalenfilm. Was übrig bleibt, ist ein einfallsloses, klischeehaftes Sammelsurium alter Ideen, der dritte Marsfilm-Flop in Folge (nach MISSION TO MARS und RED PLANET), der mit seinem ewigen Gekloppe und Geballer vergleichsweise altmodisch wirkt. Was man Carpenter eigentlich anrechnen sollte, denn von diesem MATRIX-Gekloppe haben wir weiß Gott genug. Ja, ich stehÂ’ auf Old-School-Horror, aber nicht in dieser Form. War Carpenter einst ein Regisseur, der mit seinen Werken manchmal seiner Zeit voraus war, so zeigt er sich hier als ein Filmemacher von Gestern. Die plumpen Dialoge und kaum ausgearbeiteten Figuren (Macho-Rüpel, heiße Bräute und Sprücheklopfer) lassen den Darstellern auch nicht gerade viel Raum zur Entfaltung. Das man zum Beispiel auf die Hilfe eines (angeblich) gemein gefährlichen Verbrechers angewiesen ist, um das Böse zu bekämpfen, hatten wir auch erst kürzlich, nämlich im rasanten SF-Schocker PITCH BLACK, der GHOSTS OF MARS freilich um Längen schlägt. Ice Cube (ANACONDA; THREE KINGS) schlägt sich tapfer mit der üblichen Coolness, bleibt aber genauso uninteressant wie Natasha Henstridge, die als Power-Frau immerhin ganz hübsch anzusehen ist. Am schlimmsten ist Clea Duvall, die ihren Durchbruch als gruftiger Sci-Fi-Freak in Robert RodriguezÂ’ modischem Invasionsfilm THE FACULTY feierte, aber in ihrer nutzlosen Rolle als unerfahrene Polizistin Bashira blass und überflüssig ist und wie das personifizierte Valium wirkt. Somit bleibt der bisher beste Marsfilm weiterhin ungeschlagen und das war natürlich TOTAL RECALL (1990). GHOSTS OF MARS hinterlässt schließlich den Eindruck einer wüsten, harten und primitiven Ballerorgie. 


  • Gedreht wurde GHOSTS OF MARS fast ausschließlich nachts bei einem Gipsbergwerk im Reservat des Indianerstammes Zia Pueblo in New Mexico.

  • Nach GHOSTS OF MARS verschwand Carpenter für ein Weilchen von der Bildfläche, gelegentlich tat er sich noch als Produzent (die Fortsetzung VAMPIRES: LOS MUERTOS, 2002, und das zähe Remake THE FOG, 2005) hervor. Aufmerksamkeit erlangte er durch seinen Beitrag zur MASTERS OF HORROR-Reihe: seine Episode „CigaretteÂ’s Burns“ (2005) erschien hierzulande nur in einer gekürzten Form. Aktuelles Filmprojekt nach 5 Jahren Kinopause: „Psychopath“. Man kann nur gespannt sein.

  • Blaxplotation-Legende Pam Grier, die mal FOXY BROWN, mal JACKIE BROWN war, spielt im kompletten MATRIX-Leder-Outfit die lesbische Kommandantin Helena Braddock und darf trotz gezückter Waffe (leider) als erste ins Gras beißen: Ihr hübsches Köpfchen endet abgesäbelt als Jagd-Trophäe. Bereits in CarpenterÂ’s katastrophaler Fortsetzung FLUCHT AUS L. A. (1996) verkörperte sie eine Transe. Schade nur, dass Scheißdreck wie FORTRESS II (1999) GrierÂ’s Comeback, das ihr Quentin Tarantino mit JACKIE BROWN schenkte, wieder versaut hat.
  • Als Lokführer-Gespann sind die beiden Carpenter-Darsteller Robert Carradine (BODY BAGS, 1993) und Peter Jason (DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS, 1994) mit dabei. Liam Waite, der hier mit zur Polizeieskorte gehört, war zum Zeitpunkt der Dreharbeiten der Verlobte von Natasha Henstridge. Ihre Rolle war zunächst für Courtney Love vorgesehen.

  • "Insgesamt ein solider Reißer für Action- und Splatterfans. Wer Carpenter eher an seinen letzten Filmen als an seinen früheren Meisterwerken misst, wird ordentlich bedient.“ (MOVIESTAR) 


Verleih: Columbia TriStar Home Entertainment / Bild: 2.40:1 (16:9, Widescreen, anamorph) / Ton: Deutsch & Englisch (D.D 5.1) / Untertitel: Deutsch, Englisch, Hindi, Türkisch; Englisch für Hörgeschädigte / TV-Norm: PAL / Regionalcode: 2 / Erscheinungsart: Keep Case (Amaray) / Laufzeit: 94 Min. (uncut) / FSK: ab 18

Bonusmaterial: Audiokommentar mit John Carpenter und Natasha Henstridge (mit dt. UT), 3 Dokus: „Making of Red Desert Nights“ (ca. 17 Min.), „Entstehung der Spezialeffekte“ (ca. 6 M.) und „Musikauswahl für den Film“ (6 M.), Originaltrailer, Filmografien über John Carpenter, Natasha Henstridge, Ice Cube, Jason Statham, Pam Grier, diverse andere Trailer  

Animiertes und mit Musik unterlegtes Hauptmenü, Kapitelanzahl: 28 (mit Musik unterlegt)


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Kommentare (4)Add Comment
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geschrieben von Antares, März 31, 2007
Ich bin nie über die erste halbe Stunde gekommen. Kann den Kommentaren hier nur zustimmen - grottenschlecht.
Udo
geschrieben von Nup, März 21, 2007
Klar der Film wird in 20 Jahren wohl als der Klassiker der Neuzeit in mehreren Dokumentationen als bester Film der letzten 20 Jahre gehuldigt.
Wer hat dir eigentlich in die Hirnschale gefurzt ? Der Film war sehr sehr schlecht. Ich hab keinen Film öfter angefangen zu gucken als den. Bin aber nie wieter als 30-45 Minuten gekommen. Irgendwann hab ichs dann geschafft ihn ab der hälfte ohne einzuschlafen, zu sehen.
Klasse!
geschrieben von Allefilmedieserwelt, Februar 03, 2007
Ich finde diesen Carpenter sehr gut,
er unterhält und hat eine eigene Atmosphäre. Sicher wird er in 20 Jahren zu den Klassikern im B-Movie Bereich gehören.
Naja !
geschrieben von BORDERLINE, August 26, 2006
Da ich ein großer Carpenter Fan bin , konnte ich mir diesen Film nicht entgehen lassen !
Aber oh Gott ... Carpenter's Zeiten sind leider Lange vorbei ... der Film ist ein Einziges Ärgernis .. und .. das ist noch Geschmeichelt !!!

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