Gigant des Grauens
GIGANT DES GRAUENS
The Amazing Colossal Man didnt die After al!!! Hes back and twice as dangerous! (Verleih)
USA 1958 (s/w+Farbe) / O: War Of The Colossal Beast / AT: The Terror Strikes / Prod.: American International Pictures
Regie/Produzent/Story/Spezialeffekte: Bert I. Gordon / Musik: Albert Glasser / Kamera: Jack Marta / Schnitt: Ronald Sinclair / Ausf. Prod.: James H. Nicholson, Samuel Z. Arkoff / Buch: George Worthing Yates
Darsteller: Sally Fraser (Joyce Manning), Duncan Dean Parkin (Glenn Manning), Roger Pace (Major Baird), Russell Bender (Dr. Carmichael), Charles Stewart (Captain Harris), George Becwar (Swanson), Robert Hernandez (Miguel) sowie Rico Alaniz, George Alexander, George Navarro, John McNamara, Bob Garnett, Roy Gordon, Loretta Nicholson, June Joceclyn (Mutter) u.a.
Dieser amüsante Auswuchs des amerikanischen Monsterkinos der späten 50er Jahre ist die ebenbürtige Fortsetzung von DER KOLOSS (1957), die sogar noch billiger, noch lächerlicher und noch schräger ausfiel als der grottig-drollige Vorgänger. Der schnell hinterher geschobene GIGANT DES GRAUENS (dt. Titel) schließt direkt an die vorangegangenen Ereignisse an, was enorm für AIP ist, wenn sie auf soviel Kontinuität setzten. Alle Achtung! Und wer ist Duncan Dean Parkin? Er war ein Jahr zuvor in THE CYCLOPS (an der Seite von Lon Chaney, jr. und Gloria Talbot) in einem Film von Bert I. Gordon zu sehen gewesen als Zyklop. 1958, auf dem Höhepunkt seiner aus zwei Filmen bestehenden Karriere, übernahm er die Rolle von Glenn Langan und verkörperte den 18m großen Riesen, der nach dem Sturz vom Staudamm völlig verrückt geworden ist und nun durch die Botanik trampelt und mit Autobussen um sich wirft. Nach GIGANT DES GRAUENS sah man Parkin nie wieder vor einer Kamera. Er mag sich gedacht haben, daß die Schauspielerei doch nicht so riesig ist. Was wohl aus ihm geworden ist? Und, meine Fresse, was ist aus Col. Glenn Manning geworden? Ein lausiges Make-Up möchte uns suggerieren, daß sein Gesicht total entstellt ist, inklusive dem fehlendem rechten Augapfel. Nun tobt er so durch die Gegend und überfällt mit Lebensmitteln beladene Lastwagen, was ja als Riese kein Problem ist. Das Militär kann den wütenden Riesen einfangen und holt dessen Schwester Joyce (Sally Fraser, DIE RACHE DER SCHWARZEN SPINNE, 1958), die ihn zähmen soll...
Bert I. Gordon, bekannt geworden durch seine spektakulären Filmplakate und den durch die Bank weg unspektakulären Spezialeffekten in den jeweiligen Filmen, legt mit dieser miserablen Fortsetzung ein trauriges Armutszeugnis ab, mit dem er eindeutig beweist, daß er sowohl als Regisseur, noch als Tricktechniker was taugt. Irgendwie sollte es dem armen Mann zu denken geben, wenn die Zuschauer gerade in den entscheidenden Momenten in schallendes Gelächter ausbrechen. Vielleicht war es ja auch so gedacht, wenn nicht auch egal, denn unterhaltsam sind die Filme von Bert I. Gordon immer. Bei einer knappen Laufzeit von 68 Minuten kann auch keine Langeweile aufkommen, auch wenn der Film mit etwas Füllmaterial aus DER KOLOSS gestreckt wurde. WAR OF THE COLOSSAL BEAST ist ein Film, der als abschreckendes Beispiel, aber auch als Zeichen seiner Zeit ausgestellt und öffentlich gemacht werden sollte. Ein Film also, ganz nach meinem schlechten Geschmack, denn das schauerliche Gekasper mit dem albernem Gebrüll des Riesen, ulkigen Modellbauten und sonstigen plumpen Tricks bereitet viel Vergnügen. So richtig in Aktion, wie uns eben das Filmplakat schmackhaft gemacht hat, werden wir Glenn Manning freilich nicht erleben, meist latscht er nur grunzend und brüllend und ohne einen Funken Verstand durch die Pampa. Autor George Worthing Yates, der auch die Drehbücher zu Gordons ATTACK OF THE PUPPET PEOPLE und DIE RACHE DER SCHWARZEN SPINNE (beide ebenfalls von 1958) schrieb, möchte so etwas wie eine Botschaft rüberbringen: Wenn du ein Riese wirst, verlierst du deine Persönlichkeit. Und so gibts im weiteren Verlauf noch etwas Konversation mit dem Schwesterherz, die eben an jene Persönlichkeit appellieren will, obwohl in DER KOLOSS erzählt wurde, daß Glenn Manning keine weiteren Verwandten mehr habe. Scheiß drauf, so eine Schwester ist doch schnell ins Drehbuch geschrieben. Und was macht so eine doofe Schwester? Das, was das doofe Schwestern machen: ihren Brüdern erklären, was sie falsch gemacht haben. Im völlig überzogenem Finale, in dem der Riese sich selbst in einer Hochspannungsleitung tötet, wird der Schwarz/Weiß-Klopper plötzlich farbig eine melodramatisch aufgebauschte Taktik, die auch in anderen James H. Nicholson/Samuel Z. Arkoff-Produktionen eingesetzt wurde (z.B. in I WAS A TEENAGE FRANKENSTEIN und DER SATAN MIT DEN TAUSEND MASKEN, beide von 1958).
· Ein Science-Fiction-Film der 50er Jahre mit misslungenen Effekten und einem zwanghaften Drang zur Lächerlichkeit. (LEXIKON DES INTERNATIONALEN FILMS)
· Gordon hat als Traumsequenz einen Ausschnitt aus dem ersten Film in diesen hineinmontiert, der viel aufregender ist als die gegenwärtige Version. (VARIETY)
· Zu hausbacken sind die Tricks, zu einfach ist die Geschichte gestrickt, und viel zu selten kommt Spannung auf. (Michael Pawelczyk, HÖLLE AUF ERDEN)
· Das Skript strotzt nur so voller bizarrer Einfälle, für eine bessere Verfilmung hätte es aber mindestens eines Jack Arnold bedurft. (Frank Trebbin, DIE ANGST SITZT NEBEN DIR)
Label: Icestorm, DVD UK Ltd., The Arkoff Film Library/ Ton: englisch DD 2.0 Mono / Bild: Vollbild 4:3 / Untertitel: deutsch, englisch / Laufzeit: 68 Min. (s/w + Farbe) / FSK: ab 16 / Regionalcode: 2 / Extras: Interview mit Samuel Z. Arkoff (50 Min.), 9teiliges Postkartenset mit Motiven anderer Arkoff-Produktionen, 9 Trailer
Erschienen unter dem Originaltitel, leider eben nur in englisch mit dt. Untertiteln

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Aktualisiert (Dienstag, den 27. März 2007 um 18:25 Uhr)
















