Views : 3246 |
Veröffentlicht in : Filme, R |
R E E K E R Es stinkt zum Himmel USA 2005 / O: „Reeker“ / Prod.: The Institution, Primal Pictures
Regie, Buch, Musik: Dave Payne / Kamera: Mike Mickens / Schnitt: Daniel Barone / Ausf. Prod.: Ronnie Apteker / Prod.: Dave Payne, Tina Illman, Amanda Klein / SFX : Studio K Darsteller: Devon Gummersall (Jack), Derek Richardson (Nelson), Tina Illman [= Tina Payne] (Gretchen), Eric Mabius (Radford), Michael Ironside (Henry), Scott Whyte (Trip), Arielle Kebbel (Cookie), Marcia Strassman (Rose), David Hadinger (The Reeker) sowie Les Jankey, Carole Ruggier, Paul Butcher, Steven Zlotnick, Christopher Boyer, Wesley Thomspon, Alejandro Patino Dave Payne – Regisseur, Drehbuchautor, Komponist, Cutter, Produzent, Schauspieler. Ein Mann mit vielen Talenten, möchte man meinen, doch leider belästigte uns der Roger-Corman-Schüler bisher mit allerbilligsten Billigfilmchen wie SHOWGIRLS MURDERS (1996), ALIEN AVENGERS II (1998) und natürlich nicht zu vergessen sein lächerlicher Monsterlangweiler ALIEN TERMINATOR (1996), der Payne’s schlechten Ruf festigte. Mit REEKER kommt nun die Kehrtwende, ließ doch der Mysterythriller Kritiker und Fans gleichermaßen aufhorchen. Die Ausgangsidee klingt alles andere als originell und lässt einen weiteren Stinker in Payne’s Filmografie vermuten: 5 junge Freunde, so alle um die 20, setzen sich ins Auto, stranden in einer Gott verlassenen Gegend und werden nacheinander kaltgemacht. Hatten wir das nicht schon mal? Payne nutzt die altbekannte Ausgangssituation um mit der Erwartungshaltung des Publikums zu spielen, denn es kommt so einiges anders, als man es gedacht hat. Schon der immer wieder bewährte Einstiegsschocker sorgt für Stimmung, wenn das plötzlich verkrüppelte Hündchen und Daddys fehlende Kopfhälfte Mutter und Sohn zum Schreien bringen. Nach dem Vorspann erleben wir unsere 5 junge Freunde, die sich ins Auto setzen und quer durch die Wüstengegend düsen, um an einer geilen Raveparty teilzunehmen. Da wären also Drogen-Kasper Trip (Scott Whyte), der blinde Jack (Devon Gummersall), die übliche blonde Uschi (Arielle Kebbel), Nelson (Derek Richardson aus HOSTEL), der auf der Party für Mucke sorgen soll, und die selbstbewusste Gretchen (Tina Illman), die hinterm Steuer sitzt. Die Fahrt dauert noch nicht allzu lange und schon bald kommt es zu Reibereien, als Gretchen spitzkriegt, daß Trip ne Ladung lustiger Pillen im Gepäck hat. Die hat er vorher seinem Drogendealer (Eric Mabius) geklaut, einem gescheiterten Arzt, der lustige Pillen an Studenten verklickert und nun verständlicherweise ziemlich sauer ist. Als sie mitten in der Wüste auf einer verlassenen Straße halten, um die Fronten zu klären, gibt’s ein seltsames Erdbeben – und mit einem Mal ist alles ganz anders. Die nächste Raststätte, die sie aufsuchen, ist ohne jegliches Lebenszeichen. Kein Radioempfang, kein Handyempfang, gar kein Empfang, denn die Raststätte ist menschenleer. Dann tauchen immer wieder verstümmelte Menschen auf, denen diverse Gliedmaßen fehlen, und so wie sie auftauchen, verschwinden sie auch wieder. Unseren 5 Ravern geht’s auch bald an den Kragen, so wird die blonde Uschi vom schmuddeligen Klohäuschen verschluckt, während Trip einen Arm verliert. Ein Killer scheint die Runde zu machen. Ist es etwa Drogenbaron Radford, der die Verfolgung aufgenommen hat, um wieder in den Besitz seiner Glücksbringer-Pillen zu gelangen? Oder ist es der herzkranke Rentner Henry (Michael Ironside, SCANNERS), der auf der Suche nach seiner verschwundenen Frau mit dem Wohnmobil durch die nächtliche Prärie fährt? Ein bestialischer Gestank begleitet des Killers blutige Taten. Ist es etwa der Geruch des Todes? So sieht das also aus, wenn ein Regisseur der Z-Kategorie auch mal was intelligentes drehen wollte. Im Großen und Ganzen ist dieses Vorhaben (vor allem wenn man Payne’s bisherige Filmografie bedenkt) gelungen, es konnte einfach nur noch besser werden. Die Auflösung mag für einige überraschend, für andere ziemlich ärgerlich sein, ist aber für einen Film dieses Formats (und vor allem bei einem Regisseur wie Dave Payne) eine echte Überraschung, auch wenn im Nachhinein doch wieder nur von einem anderen Werk abgekupfert wurde: DEAD END. So gänzlich neu, wie die Macher einem glauben machen wollen, ist REEKER nun auch wieder nicht, aber er bietet eine angenehme Abwechslung im faden Slasher-Allerlei, zumal Payne diesmal auch eigene Ideen mit beisteuert. Die Spannung wird durch die seltsame Situation bis zum Schluss aufrecht erhalten, auch dann noch, wenn der Killer als wenig überzeugende JEEPERS CREEPERS-Type für den Zuschauer sichtbar wird. Gore-Freaks kommen ebenfalls auf ihre Kosten und werden mit einer Reihe blutiger und kruder Splatter-Einlagen bei Laune gehalten. „REEKER bedient sämtliche Horror-Klischees und ist somit wenig innovativ. Es gibt austauschbare Teenie-Darsteller, die platte Dialoge aufsagen und unlogisch agieren sowie Autos und Schusswaffen, die im entscheidenden Moment den Dienst versagen.“ (DVD VISION, 06/2006)
Label: mcone / Ton: deutsch & englisch in DD 5.1 / Bild: 1,85:1 (16:9, anamorph) / Untertitel: deutsch / Regionalcode: 2 / Verpackung: Keep Case (Amaray) / Laufzeit: 87 Min. (uncut) / FSK: ab 16 / Extras: Making of (11 Min.), Interviews, Behind the Scenes (ca. 2 Min.), Trailer, Fotogalerie Die Kaufversion erfolgt im Pappschuber mit der Aufschrift „Uncut Version“. Die Extras sehen nach mehr aus, als es den Anschein hat. So erweisen sich die Interviews als Mogelpackung, tauchen sie doch in der selben Form im werbelastigen Making Of auf, wo alle Beteiligten wieder einmal voll des Lobes sind. So vergleicht Produzentin Tina Payne, die Frau des Regisseurs und Darstellerin der Gretchen, die Szene, in der die blonde Uschi vom Klohäuschen verschluckt wird, mit der berühmten Duschszene aus PSYCHO.
|
|
|
...
Geschrieben von: flo am 05-08-2006 11:40