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BATS - FLIEGENDE TEUFEL Wenn es Nacht wird in der Stadt, werden die Fledermäuse satt (USA 1999) / O: „Bats“ / Prod.: Destination Films / Laufzeit: 88 min. / FSK: ab 16 Regie: Louis Morneau / Musik: Graeme Revell / Kamera: George Mooradian / Ausf. Prod.: Steve Stabler, Brent Baum, John Logan, Dale Pollock / Prod.: Brad Jenkel, Louise Rosner / Buch: John Logan
Darsteller: Lou Diamond Phillips (Sheriff Kinsey), Dina Meyer (Dr. Casper), Bob Gunton (Dr. McCabe), Leon (Jimmy), Carlos Scott (Dr. Hodge), David McConnell (Dep. Mann), Marcia Dangerfield (Major Amanda Branson), Oscar Rowland (Dr. Swanbeck), Ned Bellamy (Major Reid) sowie Tim Whitaker, Juliana Johnsen, James Sie, George Gerdes, Kurt Woodruff, Joel Farar
Schon wieder ist ein geheimes Experiment gescheitert. Im Auftrag der Regierung bastelten eifrige Wissenschaftler an den Genen von Fledermäusen herum. Zu Killerbestien mutiert ziehen sie blutdürstig über Texas und hinterlassen eine Spur des Grauens... BATS ist ein Musterbeispiel des Subgenres „Tierhorror“: Krokodile, Schlangen, Haie, Spinnen, Vögel und was weiß ich nich’ noch alles, sind eigentlich fast immer beliebig austauschbar – so auch in Louis Mourneau’s klischeeüberladenem Flattermann-Panikmacher. BATS folgt den üblichen Genre-Pfaden mit reichlich Anleihen beim klassischem Monster-Horror der 50er und dem Katastrophenkino der 70er ... aufgepeppt mit den modischen Standards der 90er. Dementsprechend ist die Figurenkonstellation: der heldenhafte, taffe Sheriff (Lou Diamond Phillips, SUPERNOVA), an seiner Seite die emanzipierte Wissenschaftlerin (Dina Meyer, STARSHIP TROOPERS; SAW) und ihr sprücheklopfender Kumpel-Typ (Leon als nerviger Quotenneger). Schwer gemacht wird ihnen der Fledermaus-Trouble vom zwielichtigen, feigen Forscher McCabe (idealbesetzt: Bob Gunton), der als besessener Wissenschaftler die Biester mehr als nur anbetet... Wenn die genmanipulierten Viecher (Achtung: Aktueller Zeitbezug!) schließlich nachts die idyllische Kleinstadt angreifen, fühlt man sich an TARANTULA und FORMICULA erinnert, spielt BATS doch auch in einer unheilvollen, staubigen Wüstengegend. Doch sind es ausgerechnet diese legendären Monsterfilme aus den 50ern, denen die Macher so hinterher hecheln und weitaus mehr zu erzählen haben als dieser einfallslose Aufguss. Und alles ist dabei, was in solchen Filmen dazu gehört: die Eröffnungssequenz mit dem fummelndem Liebespärchen, welches im Auto einer Fledermaus-Attacke zum Opfer fällt, sture, schiesswütige Militärs, verrückte Wissenschaftler und die obligatorische Explosion zum Schluss. Erheiterung macht sich in einigen ganz besonderen Momentaufnahmen breit: eine Gummifledermaus kriecht sich schleichend auf einer Theke an ihr Opfer ran. Louis Morneau schafft es, dank solider Action und Albert Pyun’s Kameramann George Mooradian, zu unterhalten, ohne aber wirklich zu fesseln. Schuld daran ist ohne Zweifel die mangelnde Originalität seitens des Drehbuchs, das so ziemlich alle Klischees auffährt.
Louis Morneau begann seine Karriere bei Roger Corman, für den er als Second Unit Director arbeitete (WATCHERS II, 1990) und später die blutige „Jurassic Park“-Billigvariante CARNOSAUR 2 (1995) drehte. Einen Achtungserfolg landete er mit den packenden Zeitschleife-Thriller RETROACTIVE (1997), in dem James Belushi als brutaler Killer glänzte. Weiterhin finden sich die Action-Comedy MADE MEN (1999, wieder mit Belushi) und die Fortsetzung THE HITCHER II (2003) in seiner Filmografie
Der wunderbar chargierende Bob Gunton ist spezialisiert auf zwielichtige Typen. So war er u.a. der fanatische, Cardassianer hassende Captain Maxwell in der ausgezeichneten STAR TREK-TNG-Folge „The Wounded“, einer von John Travoltas Gehilfen in John Woo’s Kracher BROKEN ARROW (1996) und der fiese Gefängnisdirektor, der in der Stephen-King-Verfilmung DIE VERURTEILTEN (1994) Tim Robbins das Leben schwer machte. Außerdem sah man Gunton u.a. in JENNIFER 8 (1992), DEMOLITION MAN (1993), THE GLIMMER MAN (1996), MITTERNACHT IM GARTEN VON GUT UND BÖSE (1997), PATCH ADAMS (1998), I HEART HUCKABEES (2004) sowie in der futuristischen Miniserie WILD PALMS (1993) und DESPERATE HOUSEWIVES (2006).
- „Leider ist der Film weder eine Parodie noch trashig genug, um schon wieder lustig zu sein.“ (Frank Brenner, DER SCHNITT)
- „Von diversen Attacken der Mäuseschwärme dominiert, bleibt die schlichte Handlung eher im Hintergrund.“ (ABENDZEITUNG MÜNCHEN)
- „Naiv charmanter Horror-Trash von der Stange, der paradoxerweise von seinem Zielpublikum nicht gesehen werden kann, weil er erst ab 16 freigegeben ist.“ (Jörg Buttgereit, TIP, 9/2000)
- „(...) Ohne einen Funken Ironie, tischt uns Regisseur Louis Morneau einen Allerwelts-Horrorplot auf, wie wir ihn seit den Fünfzigerjahren zur Genüge kennen. Die Dialoge sind so blöd wie die Inszenierung stupide.“ (Martin Schwarz, ZITTY, 10/2000)
- „(...) Regisseur Louis Morneau ist unfähig, irgendetwas über Spannungsaufbau oder doppelbödige Symbolik von Monstern aus den Fünfziger-Jahre-Streifen von Jack Arnold (TARANTULA) zu lernen, die er ständig beklaut.“ (Thomas Klingenmaier, STUTTGARTER ZEITUNG, 5.5.2000)
- John Logan schrieb auch die Drehbücher zu Ridley Scott’s Monumental-Epos GLADIATOR (2000) und dem zehnten STAR TREK-Film NEMESIS (2002), in dem Dina Meyer als Romulanerin zu sehen war.
Anbieter: Columbia TriStar Home Video / Ton: deutsch und englisch in DD 5.1 / Bild: 1:2.35 (16:9 Widescreen, anamorph) / Untertitel: Arabisch, Bulgarisch, Dänisch, Deutsch, Englisch, Finnisch, Griechisch, Hebräisch, Hindi, Holländisch, Isländisch, Kroatisch, Norwegisch, Polnisch, Schwedisch, Türkisch, Ungarisch / Regionalcode: 2 / Laufzeit: 88 Min. / FSK: ab 16 (uncut) / Extras: Audiokommentar mit Louis Morneau & Lou Diamond Phillips (dt. UT), Featurette „Bats Abound“ (dt. UT), Originaltrailer, isolierte Tonspur mit dem Soundtrack, Fotogalerie (Konzeptzeichnungen und Zeichnungen von KNB), Vergleich Storyboards und Special Effects, Filmografien, Booklet
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