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SUBSPECIES USA / Rumänien 1991 / O: „Subspecies“ / AT: „Diener des Bösen“ / Prod.: Full Moon Entertainment Regie: Ted Nicolaou / Musik: Richard Kosinski, Michael Portis, John Zeretzke, Stuart Brotman / Kamera: Vlad Paunescu / Schnitt: Bert Glatstein, William Young / Ausf. Prod.: Charles Band / Prod.: Ion Ionescu / Buch: Jackson Barr, David Pabian nach einer Idee von Charles Band / Make-up-Effekte: Greg Cannom / Visuelle Effekte: David Allen Darsteller: Anders Hove (Radu), Michael Watson (Stefan), Laura Tate (Michele), Michelle McBride (Lillian), Irina Movila (Mara), Angus Scrimm (King Vladislav), Ivan J. Rado (Karl), Mara Grigore (Rosa) sowie Adrian Vilcu, Lili Dumitrescu, Ion Besoiu Anfang der 90er Jahre erlebte Charles Band seine Blütezeit. Die Pleite mit Stuart Gordons ROBOTJOX (1990), die seine legendären Empire Pictures Studios in den Ruin stürzte, war schon wieder vergessen, denn kurz darauf stellte er Full Moon Pictures auf die Beine, aus der u.a seine PUPPETMASTER-Reihe und natürlich jede Menge billiger Trash hervor ging. 1991 nahm er sich mit seinen Drehbuchschreibern Jackson Barr (MANDROID, 1993) und David Pabian (DOLLAN, 1991) dem Vampirfilm an – SUBSPECIES war das Resultat, welches bei uns unter dem Titel DIENER DES BÖSEN lief und es immerhin auf drei Fortsetzungen brachte, die, wie schon das Original, allesamt von Ted Nicolaou inszeniert wurden. Charles hin, Band her – im Gegensatz, was er uns sonst so auftischt überraschen er und seine Full-Moon-Truppe mit einem kleinen Vampirfilm-Schmankerl. Die Ausgangsidee klingt jedenfalls reizvoller als Tom Cruise’s farblose All-Wetter-Visage in INTERVIEW MIT EINEM VAMPIR: Es geschah einst im 15. Jahrhundert, als die Türken in Rumänien einfielen und es zu einer blutigen Schlacht kam. Die dort lebenden Vampire haben die Bevölkerung gerettet, in dem sie den Gegnern die Kehlen durchbissen. Aus Dank raubte ein Zigeuner dem Papst den mysteriösen Blutstein – ein magisches Artefakt, aus dem immerzu das Blut der Heiligen fließt – und schenkte es dem König der Vampire, auf das sein Volk für immer gesättigt sei und nie mehr Jagd auf Menschen machen müsse. Das hätte sogar für einen eigenen Film gereicht, bildet aber „nur“ den Hintergrund für die eigentliche Geschichte. Darin reisen die amerikanischen Studentinnen Lilian, Mara und Michele durch Transsylvanien, um Forschungen über Folklore und Vampirismus zu betreiben. Schon bald geraten sie in die Fänge des Vampiren Radu, der in der alten, über dem Dorf gelegenen Burgruine herumschleicht und gerade seinen Vater, dem König der Vampire, tötete, um an den Blutstein und somit die Weltherrschaft zu gelangen. Radu macht Radau. Der einzige, der sich ihm entgegenstellen kann, ist sein Halbbruder Stefan, der wie sein Vater ein guter Vampir ist. Und wieder einmal entbrennt ein Kampf zwischen Gut und Böse. Okay, der Spannungsbogen hängt manchmal ein bisschen, die Effekte können nicht immer überzeugen und auch sonst ist SUBSPECIES in Zeiten von BLADE, VAN HELSING und UNDERWORLD wenig zeitgemäß – ein Grund mehr, ihn sich anzuschauen. Charles Band, dessen Name sonst eher für ideenlos kopierte Billigfilmchen steht, bereichert den Vampirfilm mit einer interessanten Neuauflage des klassischen Horrormythos. Und zu schmunzeln gibt es auch jede Menge, allen voran Anders Hove (ansonsten Nebendarsteller bei Lars von Trier) als schreckliche Max-Schreck-Parodie, dem ständig ein blutiger Spuckefaden aus der grinsenden Vampir-Fresse hängt und aussieht wie ein durchzechter Teilnehmer beim Leipziger Wave Gotik Treffen. „Tall Man“ Angus Scrimm absolviert zu Beginn einen schrägen 4-Minuten-Kurzauftritt als greiser König, der mit seiner Theaterperücke aussieht wie Veronica Ferres an einem ganz schlechten Tag, also wie jeden Tag. Danach setzt der Vorspann mit seiner wirklich schönen Titelmusik und Impressionen des rumänischen Eisenbahnalltags in der Zeit nach dem Umbruch ein. Und wenn danach die drei lustigen Mädels aus Amerika im Trabi durch die rumänische Hundetürkei kutschen, zieht sogar ostzonale Frühromantik ins Wohnzimmer ein. Das man dieses unvergessene Geräusch eines kreischenden Trabant-Motors ausgerechnet in einer Charles-Band-Produktion hört – wer hätte das gedacht? Putzig anzuschauen sind auch Radu’s helfende Mini-Kreaturen, die aus seinen abgetrennten Fingern mutieren und bei denen es gar nicht weiter stört, daß sie von der Blue Screen aus ziemlich schlecht in den fertigen Film einkopiert wurden. Großer Vorteil gegenüber anderen Filmen: SUBSPECIES entstand direkt vor Ort an Originalschauplätzen. Rumänien wurde von Hollywood in den vergangenen Jahren als preisgünstiges Billig-Filmland entdeckt, so kurbelte z.B. Dimension Films dort seine HELLRAISER-, GOD’S ARMY- und DRACULA-Fortsetzungen munter runter. Charles Band war den größeren Hollywood-Studios ein ganzes Stück voraus, wusste er schon Anfang der 90er Jahre, wie man in Osteuropa billig und effektiv Filme produzieren kann (Okay, mehr billig als effektiv). Charles Band als Entdecker von Rumänien. SUBSPECIES lebt aber auch vom Heimvorteil von Regisseur Ted Nicolaou, ein alter Weggefährte von Band, der für dessen Empire Pictures Knaller wie TERROR VISION (1986) fabrizierte und in diesem Fall sein Heimatland stimmig in Szene zu setzen vermag. Was den oben erwähnten Sequels von Dimension Films und vor allem Wiseman’s lärmendes Action-Horror-Spektakel UNDERWORLD gänzlich fehlt, gibt es ausgerechnet in einer kleinen, billigen Produktion aus der Charles-Band-Factory: Atmosphäre. Ein Trauerzug, der mit klagender Musik und weinenden Frauen durchs Dörfchen zieht, spartanische Einrichtungen, geheimnisvolle Gemäuer, die es zu erkunden gilt und ein rituelles Maskenfest, bei dem die Dorfbewohner den Vampiren für ihre Rettung danken. Auch die reizvolle Landschaft mit ihren nicht weniger reizvollen Gebäuden trägt einiges zur Stimmung des Films bei. Eine interessante, wenn auch verspätete Alternative zu Hammer’s Vampirfilmen. · SUBSPECIES war die erste amerikanische Produktion in Rumänien nach dem Umbruch. Gefolgt von BLOODSTONE: SUBSPECIES II. · „Der Neuaufguss des alten Kinomythos kann jedoch seine Schwächen nicht kompensieren und hinterlässt daher einen eher ambivalenten Eindruck.“ (Detlef Hedderich, HÖLLE AUF ERDEN) · „...mit einigen hübschen Tricks, etlichen Längen und viel Tomatenketchup.“ (Ronald M. Hahn & Rolf Giesen, DAS NEUE LEXIKON DES HORRORFILMS) Anbieter: X-Rated Kult DVD (Deutschland) / Format: 1,33:1 / Ton: deutsch und englisch in 2.0 DD / Verpackung: Buchbox / Laufzeit: 80 Min. (uncut) / ungeprüft / Regionalcode: 2 / Extras: Hinter den Kulissen (ca. 9 Min. mit dt. UT), dt. Trailer, Original VHS-Trailer von 1991, US-Trailer von SUBSPECIES I - IV. Ton ist ok, Bild ebenso, auch wenn es manchmal etwas kriselt. Interessant ist das kleine „Hinter den Kulissen“-Special, bei dem u.a. Ted Nicolaou und David Allen zu Wort kommen und welches auch einen Blick auf das damalige Rumänien nach der Zeit des Umbruchs wirft.
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Subspezies
Geschrieben von: Boris am 25-07-2008 10:50