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„Wenn etwas gestorben ist, möchte ich es auch berühren. Dann schätze ich es mehr.“ USA 2005 / O: „Hostel“ / Prod.: Hostel LLC; Internationaal Production Company; Raw Nerve Regie + Buch: Eli Roth / Musik: Nathan Barr / Kamera: Milan Chadima / Schnitt: George Folsey, Jr. / Ausf. Prod.: Scott Spiegel, Quentin Tarantino, Boaz Yakin / Prod.: Chris Briggs, Mike Fleiss, Eli Roth / Make-up-Effekte: Howard Berger, Gregory Nicotero / Visuelle Effekte: Robert Kurtzman, Precinct 13 Entertainment
Darsteller: Jay Hernandez (Paxton), Derek Richardson (Josh), Eythor Gudjonsson (Oli), Barbara Nedeljakova (Natalya), Jan Vlasák (der holländische Geschäftsmann), Rick Hoffman (der amerikanische Klient), Jana Kaderabkova (Svetlana), Jennifer Lim (Kana), Keiko Seiko (Yuki), Lubomir Bukovy (Alex), Takashi Miike (Miike Takashi) sowie Jana Havlickova, Petr Janis, Patrik Zigo, Milda Jedi Havlas, Paula Wild, Miroslav Táborský, Daniel Frisch, Eli Roth [ungenannt] u.a. Sein Debütfilm CABIN FEVER, einer der garstigsten Kino-Virusattacken der letzten Jahre, bedeutete für Eli Roth gleich den Durchbruch und so war es kein Wunder, daß sich Kino-Kinnlade Quentin Tarantino seiner annahm. Zwei amerikanische Studenten wollen das alte Europa unsicher machen. Paxton (Jay Hernandez) und Josh (Derek Richardson, REEKER) lassen sich mit ihrem isländischen Kumpel Oli (Eythor Gudjonsson) in Amsterdam die Nischel voll dröhnen und wollen zusammen einfach nur Spaß haben. Den erhoffen sie sich in der Slowakei, wo sie dem Geheimtipp eines ziemlich zwielichtigen Typen (komplettiert durch die Gesichtswarze) nachgehen. Seinen Ausführungen zufolge scheinen die Mädels geradezu auf die drei großen Jungs zu warten und tatsächlich: die Slowakei entpuppt sich als das pure Sex-Paradies mit verdammt heißen, willigen Bräuten. Wellness ist angesagt. Und noch viel mehr... Nach einer geilen Nacht folgt das böse Aufwachen: erst verschwindet Oli spurlos, danach Josh. Auf der Suche nach den Beiden und völlig auf sich allein gestellt, von der Außenwelt praktisch abgeschnitten, gelangt Jay in einen Freizeitpark, wie er ihn noch nie gesehen hat. Die Slowakei hat nämlich eine ganz spezielle Dienstleistung parat: Für einen entsprechen Geldbetrag gönnen sich reiche Geschäftsmänner ihr ganz privates, perverses Vergnügen – andere Menschen zu Tode foltern. Das vermeintliche Sex-Paradies entpuppt sich als Schlachthaus-Oase für verhinderte Chirurgen, Hobby-Metzger und Folterknechte. Und Rohmaterial gibt’s genug, gerade wurden ein Isländer und ein Ami frisch geliefert. Ja, wieder so ein Blutschlucker über große Jungs, die auf der Suche nach dem schnellen Sex den schnellen Tod finden. Und doch... steckt diesmal etwas mehr dahinter. HOSTEL fängt vergleichsweise banal, beinahe flach an, zu sehr schwelgte Eli Roth mit seinen Protagonisten in Pubertätsträumen... – offenbar wollte er so viele leichtbekleidete junge Damen wie nur möglich um sich scharren. Am Straßenrand standen sicher genug davon. Die erste Hälfte ist ein Fest für alle Titten-Fetischisten. Was danach kommt, dürfte für einige ziemlich unangenehm sein und der Folter gleichkommen. Dabei wissen wir doch: Folter hat nicht nur etwas mit Wahrheitsfindung, sondern auch mit Lust zu tun. Nur der Schmerz bleibt der selbe. Jemand anderem Schmerzen zufügen ist die primitivste und effektivste Form der Unterhaltung. Rumort nicht in jedem von uns die eine oder andere Gewaltphantasie? Wäre es nicht reizvoll, verbohrte Rechtspopulisten wie Arnulf Baring in die Folterkammer zu stecken? Oder Franz-Josef Wagner, die Rampensau des deutschen Schweinejournalismus... – zu dem würden einem Dutzende Foltermethoden einfallen. Aber es sind ja alles nur Phantasien; Ausgeburten grauenvoller Alpträume. Der eine unterdrückt sie, der andere lebt sie genussvoll aus. Eli Roth dreht einen Film darüber. Und geht bisweilen an die Grenze des Erträglichen. Ich sage nur: zerlaufener Augapfel. Ob HOSTEL in dieser Form durchgekommen wäre, wenn man nicht so großkotzig mit dem Markenartikel „Quentin Tarantino“ geworben hätte... wer weiß. HOSTEL ist starker Tobak. Diskussionsträchtig? Durchaus. Muss man so etwas unbedingt zeigen? Andernfalls: warum auch nicht? Roth’s beklemmender Schocker über physische und psychische Gewalt steht stellvertretend neben Alexandre Aja’s Remake THE HILLS HAVE EYES, THE DEVIL REJECT’S und den SAW-Filmen für die neue Radikalität im amerikanischen Horrorkino, die ihren Ursprung in den 70er Jahren hatte, allen voran natürlich THE LAST HOUSE ON THE LEFT (1972) und TEXAS CHAINSAW MASSACRE (1974). Lang lebe der Terrorfilm. Ja, HOSTEL ist ein finsterer Trip in die Abgründe der menschlichen Seele, auch wenn sich Roth vorwiegend für den äußeren Horror (sprich: blutige Splatter-Effekte) interessiert, die Charakterisierung der drei Hauptfiguren wieder mal ziemlich oberflächlich geriet und der Handlungsverlauf arg konventionell bleibt. Die Thematik hätte allerdings noch viel mehr hergegeben: Vermögende Geschäftsmänner zahlen ein Vermögen, um anderen Menschen mal so richtig weh zu tun. Was wohl David Cronenberg aus dem Stoff gemacht hätte..? Wer weiß. Als Antwort darauf grüßt in einem amüsanten Cameo-Auftritt ganz herzlich Takashi Miike, wohl wissend, daß es in seinen Filmen noch einige Ticks hemmungsloser, radikaler und konsequenter zugeht. Ehrlich gesagt: in diesem Fall reicht einem schon der äußere Horror. Mit dem inneren Horror muß jeder selbst klar kommen. - Der Film spielt zwar in der Slowakei, wurde aber bei den benachbarten Tschechen gedreht. Die Slowaken sind im nachhinein nicht so gut auf Eli Roth zu sprechen, kein Wunder, wurden sie doch so charakterisiert, wie sie nun mal sind – nämlich als pure Klischees: die Weiber alles Nutten, die Kerle tumbe Schlägerrambos, die sich ihr Geld bei der Foltermafia verdienen, Taxifahrer ohne Zähne im Hals, Kinderbanden, die ahnungslose Passanten ausnehmen. Ja, da dürften in erster Linie die geistig verkrüppelten BILD-Leser die Bestätigung für das vom Fischeinwickelblatt in die Birne eingehämmerte Weltbild finden.
- „Allerdings sollten sich „normale“ Kinogänger vorher gut überlegen, ob man sich das Teil wirklich ansehen möchte, denn sonst könnte man eine herbe Überraschung erleben, da HOSTEL wahrlich ultrabrutal ist und einem ansonsten den Magen ziemlich umdrehen könnte.“ (Nicole Helfrich, MOVIESTAR)
- „HOSTEL ist ein auf psychischer wie physischer Ebene brutaler Film mit einer Realitätskonnotation, die, weil das Geschehene so unbegreiflich wie auch wirklichkeitsnah erscheint, stellenweise unerträglich hart wirkt. Das flaue Gefühl im Magen ist vorprogrammiert. Ein Muss für ernsthafte Horrorfans.“ (VIRUS # 10)
- „In seiner Parabel über die dunkle Seite des Menschen und die Überwindung der eigenen Grenzen verlangt Eli Roth selbst hartgesottenen Horrorfans einiges ab. Ohne Kompromisse ignoriert er jegliche moralische Hemmschwelle und ergründet auf perfide Weise das Streben nach dem ultimativen Kick.“ (Philipp Schulze, CINEMA 05/06)
- „Der Mangel an echtem Humor und Charme inmitten des Blutbads in CABIN FEVER schadete dem Film genauso wie der neuesten Arbeit, die Roth hier vorlegt. Seine Einstellung zur Gewalt ist genauso kindisch wie das Drehbuch und die Regiearbeit. (...) Dieser Film hat mehr gekostet als CABIN FEVER, aber er ist in jeder Hinsicht billig. Vielleicht wird Roth genug damit verdienen, dass er gehässige, blutrünstige Filme für Zuschauer dreht, die das lieben. Aber vielleicht wird er ja noch erwachsen werden.“ (Alex Wylie, SHIVERS # 17)
Extended Version – ungehürzte Fassung Anbieter: Sony Bild: 2,35:1 (16:9 Widescreen, anamorph) Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1) Englisch (Dolby Digital 5.1) Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch Regionalcode: 2 TV-Norm: PAL Verpackung: Steelbook Laufzeit: 89:47 Min. (uncut) Freigabe: SPIO JK geprüft
Extras:
4 Audiokommentare: 1. mit Eli Roth, Quentin Tarantino, Boaz Yoakin, Scott Spiegel 2. mit Eli Roth, Barbara Nedeljakova, Eythor Gudjonsson, George Folsey Jr. und Internet-Filmkritiker Harry Knowles 3. mit Eli Roth, Chris Briggs, Gabriel Roth 4. mit Eli Roth, der offensichtlich sehr viel zu erzählen hat Making of Hostel in 3 Teilen (ca. 55 Min.) Mult-Angel-Feature: Kill the Car (aus 3 verschiedenen Blickwinkeln) Diverse Trailer
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Gähn... II
Geschrieben von: Webmaster am 18-10-2007 16:22
Du schreibst: "Ich halte es für sehr gefährlich, einen derartigen Film zu drehen, genauso wie Saw. So könnten sich doch einige gestörte, kleine Menschen diese Handlungen einfach mal in die Tat umsetzen. Wenn sie vorher noch nicht auf die Idee gekommen sind, dann jetzt schon..."
Nun, über solche dümmlichen, haltlosen Vorwürfe können sowohl Fans als auch Macher nur noch schmunzeln, da sie sich seit Jahrzehnten schon so einen Unfug anhören müssen. Da erlaube ich mir mal, als garstige Trotzreaktion sozusagen, dieses berühmte Zitat aus SCREAM anzubringen: "Horrorfilme machen keine Psychopathen - sie machen sie nur kreativer." Mit 9 Worten ist ein weiterer dümmlicher Vorwurf im Keim erstickt. Du schreibst über gestörte, kleine Menschen und offenbarst dabei nur ein gestörtes, kleines Weltbild - Dein Weltbild. Falls es diese gestörten, kleinen Menschen wirklich geben sollte, welche die Handlungen in HOSTEL mal eben fix in die Realität umsetzen wollen, dann brauchen sie dazu keinen Film. Denn sie sind schon vorher krank. Und für die Krankheiten anderer Leute kann Eli Roth nun wirklich nichts. Ich übrigens auch nicht.
Und dann schreibst Du folgendes: "Wenn man schon so ein Trarah um die Folter macht, dann auch bitte richtig. Diese "Andeutungen im Off" sind doch ein Witz. Mich kratzt diese Kinderkacke überhaupt nicht."
Klingt das nicht widersprüchlich zu dem, was Du vorher geschrieben hast? Wenn HOSTEL wirklich so eine Kinderkacke sein soll, dann brauchst Du Dir auch keine Sorgen um diese gestörten, kleinen Menschen machen, welche die Handlungen in die Realität umsetzen. Könnte es sein, dass Du nur die gekürzte Fassung gesehen hast? Denn in der Uncut-Version geschieht eigentlich nichts im Off: es ist alles zu sehen. Solltest Du darauf herein gefallen sein, bringst Du Dich selbst um jeglichen Ernst und gehörst ausgelacht. Aber die Uncut-Version gibt es eben nur für Volljährige und so wie Du schreibst und argumentierst, bezweifle ich, dass Du schon 18 bist.
Ja, HOSTEL ist ein streitbarer Film und ich habe dazu schon weitaus überzeugendere Argumente von Leuten gelesen, die vorher auch nachgedacht haben, bevor sie drauf los schreiben. Das kann ich Dir, liebe Sandra, nur empfehlen: Öfter mal nachdenken. Oder mach das, was Deiner Meinung nach die von Dir geschmähten pubertierenden, jungfräulichen und pickeligen Teenagerbubies (Offenbar hast du einen Jungs-Komplex - bist Du eine Kampflesbe?) tun: nämlich kiffen. Die daraus resultierende Bewusstseinserweiterung kann in deinem Fall nur Klarheit in die Birne bringen.