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Silent Night, Deadly Night
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SILENT NIGHT, DEADLY NIGHT

 

Lieber, guter Weihnachtsmann, schau’ mich nicht so böse an. Stecke deinen schrecklichen Film wieder ein, dann will ich immer artig sein. 

USA 1986 / O: „Silent Night, Deadly Night“ / AT: „Stille Nacht, Horrornacht“ / Prod.: Slayride 

Regie: Charles E. Sellier, jr. / Musik: Perry Botkin / Kamera: Henning Schellerup / Schnitt: Michael Spence / Prod.: Ira Richard Barmak / Buch: Michael Hickey / Story: Paul Caimi 

Darsteller: Lilyan Chauvin (Mutter Oberschwester), Robert Brian Wilson (Billy Chapman), Gilmer McCormick (Schwester Margaret), Toni Nero (Pamela), Charles Dierkop (der Weihnachtsmann-Killer), Linnea Quigley (Denise), Randy Stumpf (Andy), Britt Leach (Ira Sims), Tara Buckman (Mutter), Jeff Hansen (Vater), Will Hare (Großvater), H. E. D. Redford (Captain Richards), Nancy Borgenicht (Mrs. Randall) sowie Leo Geter, Eric Hart, A. Madeline Smith, Danny Wagner, Jonathon Best, Amy Stuyvesant, Max Robinson u.a.

 

Dieses Weihnachtsfest brachte dem kleinen Billy eine böse Bescherung: er wurde Zeuge, wie seine Eltern von einem als Weihnachtsmann verkleideten Killer ermordet wurden. Seitdem hegt er eine starke Abneigung gegen Weihnachten und vor allem dem Weihnachtsmann selbst. Ohne die traumatischen Ereignisse jemals richtig verarbeitet zu haben, verbrachte Billy seine restliche Kindheit in einem Waisenhaus, wo ein besonders biestiges Exemplar von Oberschwester, ein echte Mistkrücke nämlich, das Kommando hat. 13 Jahre später ist Billy zu einem jungen Mann heran gewachsen und hat eine kleine Stelle als Lagerarbeiter in einem Spielwarengeschäft angenommen. Das sein Chef ausgerechnet ihn darum bittet, ins Weihnachtsmannkostüm zu schlüpfen, war allerdings keine gute Idee gewesen. Kindheitserinnerungen kochen in Billy hoch, doch schließlich findet er Gefallen an seiner neuen Rolle. Der Weihnachtsmann in ihm ist erwacht.

Einer jener Filme, die einen gewissen Bekanntheitsgrad und Kultstatus genießen, gerade weil man sie hier Jahre lang überhaupt nicht sehen konnte und wenn doch, dann eben nur bruchstückhaft, sprich: Gekürzt. Sieht man dieses Teil in all seiner Pracht, dann muß man leider feststellen, daß es sich nur um einen weiteren durchschnittlich inszenierten und noch durchschnittlicher gespielten Dutzend-Slasher handelt. Man muß den Machern zwar zugute halten, daß sie wenigstens versucht haben, dem munter drauf los metzelnden Billy eine Motivation für seine Taten zu geben, auch wenn sie sich für die simpelste Methode entschieden haben: ein traumatisches Kindheitserlebnis. Das funktioniert immer. Oder auch nicht. Im Laufe des Geschehens schert sich Regisseur Sellier jr. einen feuchten Kehricht darum und verfällt in üblichen Fließbandmorden. Vor allem ab der 2. Hälfte, als Billy sich den Weihnachtsmannmantel übergezogen hat, zieht er die Gewaltschraube kräftig an und zeigt, wie Lichterkette, Teppichmesser, Hammer, Axt und sogar ein Hirschgeweih als Mordwerkzeug effektive Verwendung finden. Für alle Weihnachtshasser dürfte SILENT NIGHT, DEADLY NIGHT ein Befreiungsschlag sein und somit hat dieser typische 80er-Jahre-Slasher auch schon seine Zielgruppe gefunden. 

  • 80er-Jahre-Scream-Queen Linnea Quigley (SPRING BREAK MASSACRE, 2006), die ein Jahr darauf in Dan O’Bannons RETURN OF THE LIVING DEAD groß raus kam, darf natürlich nicht fehlen: erst läßt sie schön ihre Titten wackeln, dann wird ihr auch noch die Ehre zuteil, den kreativsten Tod des ganzen Films sterben zu dürfen. Ich sage nur: Hirschgeweih statt Arschgeweih.
  • Eine schöne Bescherung: der Film brachte es auf ganze vier Fortsetzungen. In SILENT NIGHT, NIGHT DEADLY – PART II (1985, Lee Harry) und SILENT NIGHT, DEADLY NIGHT III (1989, Monte Hellman) drehte Billys Bruder Ricky durch und verwandelte das Weihnachtsfest in ein blutiges Gemetzel. Mit SILENT NIGHT, DEADLY NIGHT IV: INITIATION (1990, dt.: WELCOME TO HELL) nahm sich Brian Yuzna der Reihe an, die ab diesem Punkt  nichts mehr mit den drei voran gegangenen Teilen zu tun hatte und mit einem deutlichen Okkultismus-Einschlag mehr in Richtung ROSEMARYS BABY schielte. 1 Jahr später produzierte Yuzna noch den von Martin Kitrosser inszenierten SILENT NIGHT, DEADLY NIGHT V: THE TOYMAKER, der als TOYS – TÖDLICHES SPIELZEUG eingedeutscht wurde und in dem Mickey Rooney als verrückt gewordener Spielzeugladenbesitzer die halbe Nachbarschaft um die Ecke bringt. 

  • „Dieser nicht uninteressante und hübsch grimmige Stalk’n-Slash-Streifen kann mit einigen klar ausgearbeiteten Freudschen Motiven aufwarten.“ (Frank Trebbin, DIE ANGST SITZT NEBEN DIR) 

  • „Fröhliche Ostern!“ (Ronald M. Hahn & Rolf Giesen, DAS NEUE LEXIKON DES HORRORFILMS) 

Anbieter: X; Neues Kontrastprogramm / Bildformat: 1.85:1 (anamorph, 16:9) / Sprache: dt. & engl. in 2.0 / Code: 2 / Laufzeit: 85 Min. (uncut) / keine Jugendfreigabe / Extras: Audio-Interview mit dem Regisseur, Trailer, Teaser, Werbematerial 

Erschien der Film 1986 in einer sehr verstümmelten Variante, kann man sich nun auf die definitiv ungekürzte Fassung freuen. Einige Dialogpassagen wurden im Original belassen, wenn man Glück hat, gibt’s sogar paar Untertitel dazu. Anchor Bay brachte die ersten beiden Teile als DVD Double Feature heraus.

 

 

   

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