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FINAL DESTINATION 3 USA 2006 / O: „Final Destination 3“ / Prod.: New Line Cinema, Hard Eight Pictures, Matinee Pictures, Practical Pictures, Zide-Perry Productions Regie: James Wong / Musik: Shirley Walker / Kamera: Robert McLachlan / Schnitt: Chris G. Willingham / Ausf. Prod.: Richard Brener, Toby Emmerich, Sheila Hanahan / Prod.: James Wong, Glen Morgan, Craig Perry, Warren Zide / Buch: Glen Morgan & James Wong Darsteller: Mary Elizabeth Winstead (Wendy Christensen), Ryan Merriman (Kevin Fischer), Kris Lemche (Ian McKinley), Alexz Johnson (Erin Ulmer), Texas Battle (Lewis Romero), Jesse Moss (Jason Robert Wise), Chelan Simmons (Ashley), Chrystal Lowe (Ashlyn), Sam Easton (Frankie Cheeks), Gina Holden (Carrie Dreyer), Amanda Crew (Julie Christensen) sowie Agam Darshi, Maggie Ma, Ecstasia (!) Sanders, Jody Racicot, Patrick Callagher, Dylan Basu, Alberto Ghisi, Tony Todd (OF, Death’s Voice) u.a. Das fröhliche Sterben geht in die dritte Runde. Nach Flugzeugabsturz und Verkehrsunfall bildet nun eine Achterbahn den Auftakt zu einer weiteren schrecklichen Todesvision. Kein anderes Genre steht und fällt mit seinen Fortsetzungen wie der Horrorfilm und so war es nur eine Frage der Zeit, dem großen Erfolg von FINAL DESTINATION 2 (2003, David Ellis) eben noch ein Sequel folgen zu lassen. Mit James Wong und Glen Morgan kehrten die Macher des originalen FINAL DESTINATION-Films von 2000 zurück, beide hielten an ihrem Erfolgsrezept fest – wie zwei Klammeraffen. Hier ist es Highschool-Absolventin Wendy (Mary Elizabeth Winstead), die mit einigen Freunden in einem Freizeitpark Spaß haben will. Beim Betreten der Achterbahn erlebt sie die Todesvision einer schrecklichen Katastrophe, womit sie verständlicherweise ziemlich hysterisch reagiert. Wendy und ihre Clique bekommen Achterbahnverbot, doch just in dem Moment, als sie von Sicherheitsleuten eskortiert wird, geschieht die von ihr prophezeite Katastrophe. Was dann folgt, kennen wir aus FINAL DESTINATION 1 + 2: all jene, die Wendy vor dem Tod bewahren konnte, werden doch noch von ihm heimgesucht. Der Tod kriegt jeden. Auch wenn die spektakuläre, exzellent inszenierte Autocrash-Sequenz des Vorgängers unerreicht bleibt – Wong und Morgan steckten ihre ganze Kreativität in die Todesunfälle und tatsächlich bezieht FD 3 sein (einziges) Spannungspotential daraus, wann, wie und wo Gevatter Tod zuschlägt. Eines muß man dem Film bescheinigen: auch im dritten Teil gehören die diversen Varianten, wie man so im Alltag ums Leben kommen kann, zu den makabersten und einfallsreichsten, die man auf der Leinwand bewundern kann. Wer da sich beschwert: „Das ist doch alles übertrieben!“ – nun, dem sei gesagt: Horrorfilme leben von ihren Übertreibungen. Boshafte Ironie blitzt auf, wenn der Sensemann eigentlich nur ein bisschen nachhelfen muß, sind doch die Todeskandidaten zum größten Teil selbst für ihr Verderben verantwortlich. Dem einen gelingt es eben, dem Tod gerade noch so von der Schippe zu springen, andere hingegen springen geradezu auf sie drauf. Der Rest des Films ist leider ziemlich einfallslos und vorhersehbar, in etwa so wie der nahende Krebstod eines Kettenrauchers. Wong und Morgan verließen sich so sehr auf ihr Erfolgsrezept, daß sie vergaßen, es zu verfeinern und so verkommt das Hinterfragen von Tod und Schicksal zu einer bloßen Nummernrevue, bei der die entsprechende Stimmung fehlt, die einen angenehm frösteln lassen soll, wenn das Thema „Tod“ im Raum steht. Bis auf einige Verweise auf den ersten Teil und dem Flug 180 werden die Geschehnisse der beiden Vorgänger weitestgehend übergangen. Stattdessen gibt es plumpe Anspielungen auf den 11. September, doch schaffen Wong und Morgan es gerade im aufgesetzten, einfallslosen U-Bahn-Finale nicht, die Angst vor dem realen Horror herauf zu beschwören. Weil es ihnen wichtiger war zu zeigen, daß sogar eine Ratte in der Lage sein kann, eine U-Bahn entgleisen zu lassen. Lächerlich! Die Figuren... nun ja, tiefenpsychologische Charakterisierungen stehen hier nicht weiter zur Debatte und hat wohl auch niemand erwartet, aber etwas interessanter hätte man seine Charaktere schon gestalten können. Was vielleicht daran liegt, daß hier ausschließlich die Teenager-Fraktion vertreten ist, während vor allem in David Ellis' Vorgänger auch mal der eine oder andere Erwachsene dran glauben durfte. Vor dem Tod sind nämlich alle gleich. Wong & Morgan kehren zu den Wurzeln des Teenager-in-Angst-Kinos zurück und so sind es hier vornehmlich junge Menschen, die einen schönen Tod sterben dürfen. Da wären z.B. der arrogante Baumarktgrufti (Kris Lemche aus GINGER SNAPS, 2000) mit seiner Freundin (Alexz Johnson), einer eingebildeten Gothic-Schnepfe, der notgeile Widerling (eklig: Sam Easton, THE BUTTERFLY EFFECT, 2004), ein Alibi-Schwarzer (Texas Battle) als großmäuliges Sportler-Arschloch, die aufmüpfige Schwester (Amanda Crew) usw... Es wird nicht einmal der Versuch unternommen, die Figuren näher zu beleuchten und wenn doch, dann gerieten sie so unerträglich nervtötend, daß man wirklich aufatmet, wenn sich ihnen der Tod ankündigt. Wie etwa bei den 2 dussligen Titten-Tussis, die in der Solarium-Falle zu quiekenden Brutzel-Schnitten geröstet werden. Die hilf- und orientierungslos agierenden Hauptdarsteller Mary Elizabeth Winstead uns Ryan Merriman wirken wie blasse Abziehbilder der Todesvisionäre aus den voran gegangenen beiden Teilen. Produzent Glen Morgan, der zuvor das Rattendrama WILLARD (2003) mit Crispin Glover inszenierte, fand Mary Elizabeth Winstead in der Hauptrolle so überzeugend, daß er sie auch gleich für sein nächstes Projekt engagierte: das Horror-Remake BLACK CHRISTMAS (2006). Seine Begeisterung kann ich nicht unbedingt teilen. In der Quentin Tarantino / Robert Rodriguez-Kollaboration GRIND HOUSE (2007 im Kino) kann man sie übrigens im Tarantino-Segment DEATH PROOF erleben. Mal sehen, ob die Kino-Kinnlade schauspielerisch etwas mehr aus ihr heraus holen kann als Wong und Morgan. An der Seite ihres langweiligen Kollegen Ryan Merriman (HALLOWEEN: RESURRECTION, 2002) hatte sie auch eine kleine Mini-Rolle als junge Evelyn in RING 2 (2005) von Hideo Nakata, wenn auch ohne gemeinsame Szenen. Die Welt ist eine Dorf.
,,...selbst bei Teil 3 gibt das grimmige Konzept tatsächlich immer noch genug her. Der böse Spaß ist, ganz im Gegensatz zu seinen Protagonisten, einfach nicht totzukriegen.“ (Gernot Griksch, CINEMA 05/06)
2 Disc Special Edition (im Steelbook): Anbieter: Warner Bros., New Line Cinema / Bild: 2,35:1 (anamorph, 16:9) / Ton: Deutsch und Englisch jeweils in Dolby Digital 5.1 / Untertitel: Deutsch, Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte / Regionalcode: 2 / TV-Norm: PAL / Verpackung: Steelbook / Laufzeit: 89 Min. / keine Jugendfreigabe Specials: · Interaktives Feature: „Bestimme ihr Schicksal!“ 2 Möglichkeiten, sich den Film anzuschauen: einmal die Original Kinoversion, zum anderen in einer Alternativ-Version. Dabei stoppt der Film an entscheidenden (Todes-) Momenten, als Zuschauer hat man dann die Qual der Wahl, die Charaktere sterben oder leben zu lassen bzw. ihnen einen gänzlich anderen Tod zu schenken · Audiokommentar mit James Wong, Glen Morgan und Robert McLachlan (nicht untertitelt) · „Kill Shot – Making of Final Destination 3“ – Doku über die Dreharbeiten in Spielfilmlänge (88 Min.) · „Dead Teenager Movie“ – eine interessante Analyse des Teenie- und Slasherfilms, bei der u.a. Kritiker- Koryphäe Roger Ebert („Horrorfilme vertreiben unsere Ängste wie ein Exorzismus“) zu Wort kommt (ca. 24 Min.) · „Ihr entkommt uns nicht“ – witziger, herrlich makabrer Animationskurzfilm (7 Min.) · „Getrennte Körperteile“: Die Geräusche (1 ½ Min.), Der Auffahrunfall (ca. 3 Min.), Der Herr der Keile (2 Min.), Die Explosion (ca. 2 Min.), Die Miniaturen (1 ½ Min.), Die Träne (3 Min.) · Erweiterte Polizeistation-Szene (ca. 2 ½ Min.) · Original-Kinotrailer und TV-Spots · SNAKES ON A PLAN-Tattoo
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Final Destination 3
Geschrieben von: horni-andi am 25-02-2007 16:10