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XX... UNBEKANNT GB 1956 / O: „X – The Unknown“ / Prod.: Hammer Films, Warner Bros. Regie: Leslie Norman / Musik: James Bernard / Kamera: Gerald Gibbs / Schnitt: James Needs / Ausf. Prod.: Michael Carreras / Prod.: Anthony Hinds / Story + Buch: Jimmy Sangster Darsteller: Dean Jagger (Dr. Adam Royston), Edward Chapman (John Elliott), Leo McKern (Inspektor McGill), Anthony Newley (Webb), Jameson Clark (Jack Harding), William Lucas (Peter Elliott), Peter Hammond (Lt. Bannerman), Marianne Brauns (Schwester Zena), Ian McNaughton (Haggis), Michael Ripper (Sgt. Harry Grimsdyke), John Harvey (Major Cartwight), Norman Macowen (Old Tom), Edward Judd [ungenannt] (Soldat) sowie Edwin Richfield, Jane Aird, Neil Hallet, Kenneth Cope, Michael Brook, Fraser Hines u.a. Bei einer Militärübung der britischen Armee in Schottland schlagen plötzlich die Geigerzähler aus und mit einem kräftigen Rumms! reißt der Boden auf. Was wurde diesmal aus den Tiefen der Erde zutage gefördert? Ein urzeitliches Wesen in Form einer zähflüssigen, schwarzen Masse, die Menschen einschmilzt und radioaktives Material aus dem nahe gelegenen Atomreaktor klaut. Die Regierung zieht den Wissenschaftler Dr. Royston (Dean Jagger) zu Rate, doch will sie einfach nicht glauben, es mit einer Kreatur zu tun zu haben, die sich von Radioaktivität ernährt. Und noch dazu aussieht wie eine Mischung aus Pudding und Lavastrom. Doch die kriecht munter auf die Stadt zu und wird mit jedem Mal größer, denn die Waffen, die das Monster vernichten sollen, stärken es nur noch... Auch wenn die Hammer-Studios in erster Linie für ihre stilvollen Horrorfilme bekannt geworden sind, so fabrizierten sie gerade in ihren Anfangsjahren einige bemerkenswerte Science-Fiction-Filme, die durchaus Maßstäbe setzen sollten. In diesem Fall ließ man schon 2 Jahre vor dem Klassiker BLOB – SCHRECKEN OHNE NAMEN (1958) ein Puddingmonster auf die damalige Kinomeute los. Nach dem guten Abschneiden der ersten Quatermass-Verfilmung SCHOCK (THE QUATERMASS EXPERIMENT, 1955, Val Guest) wollte man den Erfolg so schnell wie möglich wiederholen und so blieb man sich in erster Linie selbst treu. X... THE UNKNOWN bietet ein ungewöhnliches Monster und einen engagierten, humanistisch gesinnten Wissenschaftler, der dagegen ankämpft. Mit viel Einfallsreichtum wird eine an sich vollkommen haarsträubende Geschichte erzählt, die vor allem durch ihre atmosphärische Dichte und einigen packenden, schön in schwarz/weiß gehaltenen Bildern zu unterhalten weiß. Wie hier so mit der Radioaktivität an sich umgegangen wird ist einfach nur (unfreiwillig) amüsant und zeugt von einer geradezu rührenden Naivität, die vielen Filmen dieser Zeit anhaftet. Den militärisch aufgegeilten, unerträglichen Pathos amerikanischer Produktionen mit ihren Atomwaffen-Lobhudeleien (wie z.B. in AUF DER U-17 IST DIE HÖLLE LOS, 1959) erspart man uns Gott sei Dank, im Gegensatz dazu gibt es einige für die damalige Zeit recht krasse Effekte zu bewundern, in denen Körper und Gesichter zerschmelzen. Das von dem typischen Hammer-Touch hier nicht allzu viel zu sehen ist, mag wohl daran liegen, das die Geschichte eben mehr der Science-fiction als dem typisch britischen Gothic-Horror mit seinen DRACULA- und FRANKENSTEIN-Filmen zuzuordnen ist. Leslie Norman ist, anders als Terence Fisher, Freddie Francis oder Roy Ward Baker, auch kein bewährter Hammer-Regisseur, es ist der einzige Film, den er für die legendäre Produktionsfirma inszenierte. Norman sprang übrigens für den ursprünglichen Regisseur Joseph Losey ein, der jedoch krankheitsbedingt nach den ersten Tagen ausfiel – so lautete damals die offizielle Fressemitteilung. Inzwischen wissen wir, das es ganz andere, nämlich politische Gründe hatte. Der werte Hauptdarsteller Dean Jagger wollte nämlich nicht mit einem Regisseur zusammenarbeiten, der auf McCarthys elender „Schwarzen Liste“ stand, so wurde Joseph Losey eben durch Hammer-Eintagsfliege Leslie Norman ersetzt. Man wollte es sich halt mit seinem amerikanischen Star nicht verscherzen. Losey schließlich wurde Jahre später mit SIE SIND VERDAMMT (1963, mit Oliver Reed) doch noch einmal für Hammer Films tätig. - X – THE UNKNOWN war das zweite Drehbuch von Jimmy Sangster, davor schrieb er für Hammer den Kurzfilm A MAN ON THE BEACH (1955), den übrigens Joseph Losey inszenierte. In den kommenden Jahren wurde Sangster für Hammer Films der vielleicht wichtigste Autor, gewann er mit seinen Drehbüchern zu FRANKENSTEINS FLUCH (1957) und DRACULA (1958) klassischen Horrorstoffen eine völlig neue Sichtweise ab.
- Dean Jagger (1903 – 1991), vielbeschäftigter Mime in den 40er und 50er Jahren, traf man später auch im Invasionsheuler DAS ENDE DER WELT (1977) und Lewis Teagues’ bissigen HORROR ALLIGATOR (1980) an.
- „Ein hervorragendes Beispiel für die Tradition des nüchternen, realistischen Films in der britischen Science-Fiction.“ (DIE SCIENCE FICTION FILMENZYKLOPÄDIE)
- „Mit Erfindungsreichtum wird hier eine durchaus fesselnde Geschichte erzählt, die aber völlig unglaubwürdig ist.“ (VARIETY)
DVD-Anbieter: Anolis (British Horror Classics # 4) / Bild: 4:3 / Ton: deutsch & englisch in 2.0 Mono / FSK: ab 16 / Laufzeit: 76 Min. / Regionalcode: 2 / Extras: Trailer, Bildergalerie, dänisches (!) Filmprogramm und ein kleines, interessant zu lesendes Booklet
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