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Schreckenshaus des Dr. Orloff, das
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Das Schreckenshaus des Dr. Orloff

 

F/E 1970 / O: „La View Amoureuse de l’Homme Invisible“ / AT: „Dr. Orloff’s Invisible Monster“; „In den Krallen des Unsichtbaren“; ,,The Invisible Dead“; ,,Orloff Against the Invisible“; „Orloff and the Invisible Man“; ,,Orloff et L’Homme Invisible”; „Orloff y el hombre Invisible“; ,,Der unsichtbare Tod” / Laufzeit: 78 Min. [X-Rated-Fassung] / FSK: ab 16 

Regie: Pierre Chevalier / Musik: Camille Sauvage / Kamera: Raymond Heil / Schnitt: Alberto G. Nicolau, Fernande Pineau / Produzent: Marius Lesoeur / Buch: Pierre Chevalier / Spezialeffekte: Juan Fortuny 

Darsteller: Howard Vernon (Prof. Orloff), Brigitte Carva, Fernand Sancho, Francis Valladares, Isabel del Rio, Evane Hanska, Arlette Balkis, May Chartrette, Christian Forges, Eugene Berthier, Juan Fortuny

 

1962 erweckte Trash-Legende Jess Franco den von seinem Stammschauspieler Howard Vernon unnachahmlich dargestellten Dr. Orlof (mit einem f!) zum ersten Mal: DER SCHRECKLICHE DR. ORLOF hieß der Schwarz-Weiß-Grusler, den viele für einen seiner „besten“ Werke halten. Vernon spielte darin den verrückten Wissenschaftler, der zusammen mit seinem dubiosen Zombie-Diener Morpho schöne, junge Frauen kidnappt, die als Hautspender für Orlof’s schwer im Gesicht entstellte Tochter herhalten müssen. Der hierzulande inzwischen verschollene Streifen erinnert von der Handlung her frappierend an den Georges-Franjus-Klassiker AUGEN OHNE GESICHT (1959), doch dürfte er meilenweit von dessen Qualitäten entfernt sein. Howard Vernon gab noch einige Male seinen Dr. Orloff (mal mit einem, mal mit zwei f geschrieben) zum „Besten“, sogar noch 1988 an der Seite von Telly Savalas, Helmut Berger und Caroline Munro in FACELESS.

2002 buddelte das Label „X-Rated“ den alten Euro-Trash IN DEN KRALLEN DES UNSICHTBAREN von 1970 wieder aus und brachte ihn unter dem neuen deutschen Titel DAS SCHRECKENSHAUS DES DR. ORLOFF als DVD unter die Horrorgemeinde. Hui, bui, aber das Schreckenshaus entpuppt sich nur als alte Film-Ruine; Franco hat damit nichts weiter zu tun, auch wenn Andreas Bethmann in seinen „Jess Franco Chronicles“ da anderer Meinung ist. Viel mehr geht der im besten Falle alberne Schinken auf das Konto des Franzosen Pierre Chevalier, der hier ebenfalls mit den Franco-typischen Zooms arbeitet. Macht also keinen Unterschied, denn beide legen die selbe, höflich ausgedrückt, handwerkliche Sorgfalt an den Tag. Und darum geht’s: Der junge Arzt Dr. Garaudet wird auf das schreckliche Schloß des verrückten Prof. (!) Orloff gerufen. Dort trifft er auf eine obskure Dienerschaft und schließlich Cecile, die Tochter es irren Wissenschaftlers. Sie war es, die ihn hat rufen lassen, gehen doch einige seltsame, unheimliche Dinge auf dem Schloß vor. Kein Wunder: Orloff hat in seinem Laboratorium ein unsichtbares Wesen geschaffen, das Blut zum überleben braucht... Eine recht kaputte Mad-Sciencist-Mär ist das geworden, mehr nicht. Kreischende Weiber, die mit weit aufgerissener Bluse durch das gruftige Schloß rennen in einer extrem spannungsarmen, löchrigen Geschichte, die mit der Vergewaltigung des nackten Dienstmädchens durch das Monster als „Höhepunkt“ aufwartet. Das blödsinnige Geräkel im Heu erinnert aber eher an eine Selbstbefriedigungsszene aus irgend einem „Schulmädchen-Report“. Lustig ist auch die Szene, in welcher der gute Dr. Garaudet das Ungetüm mit einer Prise Mehl beschmeißt, wodurch es als Gorilla ähnlicher Fusselteppich kurz und knapp sichtbar wird. Hausgemachter, unsinniger Schund, aber als fast vergessenes Relikt seiner Zeit irgendwie charmant.

 

  • „Trotz der offensichtlich gewollten Unernsthaftigkeiten beim Thema und der daraus resultierenden Spielweise der Darsteller will keine rechte Stimmung beim auf Unsinn eingestellten Publikum aufkommen.“ (Frank Trebbin, DIE ANGST SITZT NEBEN DIR)

 

  • „Stümperhaft inszenierter Gruselfilm, der wirr und bar jeglicher Motivation bekannte Genreversatzstücke aneinander reiht.“ (Harry Lieber, HÖLLE AUF ERDEN)

 

  • „Einer der besten Gruselfilme überhaupt. Die gesamte Materie wurde so gut in Szene gesetzt, daß der Film an allen Ecken vor Spannung, Düsterheit und Grusel zu knistern beginnt. Besonders imposant sind die Szenen, bei denen die Lampe durch die Luft fliegt, da der Unsichtbare sie hält, sowie die Aufnahmen, wo das Mädchen nackt auf dem Boden liegt und von dem unsichtbaren Monster vergewaltigt wird.“ (Andreas Bethmann, JESS FRANCO CHRONICLES)

 

 

 

 


   

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