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“Für einen Film brauch man nur einen Revolver und ein Mädchen.” (Jean-Luc Godard)
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Letzten Sieben, die
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DIE LETZTEN SIEBEN

Eines der ersten Endzeit-Abenteuer seiner Art: Die letzten überlebenden Menschen kämpfen nach dem großen Knall ums Überleben. Ein Prachtstück aus der Roger-Corman-Factory

 

USA 1956 (s/w) / O: „The Day The World Ended“ / Prod.: Golden State / Laufzeit: 79 Min. / FSK: k.A. 

Regie: Roger Corman / Musik: Ronald Stein / Kamera: Jack Feindel / Schnitt: Ronald Sinclair / Ausf. Prod.: Alex Gordon / Prod.: Roger Corman, James H. Nicholson, Samuell Z. Arkoff / Story + Buch: Lou Rusoff / Monster-Kreation: Paul Blaisdell

 Darsteller: Richard Denning (Rick), Lori Nelson (Louise Maddison), Adele Jergens (Ruby), Mike Connors [als Touch Connors] (Tony), Paul Birch (Jim Maddison), Raymond Hatton (Pete), Paul Dubov (Radek), Jonathan Haze (contaminierter Mann), Paul Blaisdell (Mutant), ungenannt: Roger Corman (Nelson)

 

“A new high in naked shrieking terror!” (Werbezeile)

THE DAY THE WORLD ENDED, einer der vielen Beiträge der 50er, welche die Angst vor der atomaren Bedrohung als Ausgangspunkt hatten, stellt eine ganz besondere Fußnote dar, ist es doch der erste Science-fiction-Film, bei dem Roger Corman Regie führte.

Mitte der 70er Jahre hat ein vernichtender Atomkrieg die Zivilisation auf der Erde scheinbar ausgelöscht, es scheint, als konnte sich nur eine Handvoll Menschen irgendwo ins Gebirge retten. Zu ihnen gehören der korrupte Macho-Gangster Tony (Mike Connors, VOODOO WOMAN, 1957), der gern das Sagen hätte, die Revuetänzerin Ruby (Adele Jergens), die sich gerne als glamouröse (Möchtegern-)Diva und von den Männern umschwärmt sieht, der kauzige, alte Pete (Raymond Hatton, INVASION OF THE SAUCER MAN, 1957), der seltsame Radek (Paul Dubov, AUF DER U-17 IST DIE HÖLLE LOS; 1957) und der Geologe Rick (Richard Denning, DER SCHRECKEN VOM AMAZONAS, 1954; THE CREATURE WITH THE ATOM BRAIN, 1955), der einzige, der einen normalen Eindruck hinterlässt. Aber was ist schon normal bei einem Weltuntergang? Die 5 Menschen stoßen in den Bergen auf das geschützte Haus von Jim Maddison (Paul Birch, NOT OF THIS EARTH; 1957) und seiner Tochter Louise (Lori Nelson DIE RACHE DES UNGEHEUERS, 1955). Maddison ist wenig begeistert von dem Besuch, da sein Vorratslager nicht für alle reichen wird, nimmt die ungebetenen Gäste nach gutem Zureden von Louise aber dennoch auf. Schon bald kommt es zu Reibereien, Auseinandersetzungen und Eifersüchteleien. Tony macht sich an Louise ran, es kommt schließlich zum Kampf zwischen ihm und Rick. Pete verlässt Maddisons schützendes Haus, um nach Gold zu suchen, obwohl Reichtum in dieser Form keine Bedeutung mehr hat. Und der Strahlen verseuchte Radek macht eine seltsame Wandlung zum Kannibalen durch, ehe er auf geheimnisvolle Weise verschwindet. Und zu allem Übel schleicht ein mutiertes Monster in den Bergen umher, das Ruby und Louise im Auge hat, während die Konflikte innerhalb der Gruppe immer mehr zunehmen. Die sind praktisch vorprogrammiert, es bedarf eigentlich keiner Atombombe, denn Menschen gehen auch so gerne in die Luft...

Zugegeben: so richtig ernst nehmen kann man diese unverwüstlich wüste Low-Budget-Filmchen nicht nehmen, aber dennoch bleiben sie als ein Zeichen ihrer Zeit auch heute noch sehenswert. Dank Corman’s zupackender Regie und einem gewissen Einfallsreichtum gehört DIE LETZTEN SIEBEN zu den besten B-Movies dieser Art, die in den 50ern und 60ern wie (Atom-) Pilze aus dem Boden schossen. So war Corman’s insgesamt 5. Regiearbeit ein ordentlicher Kassenerfolg beschieden, dem in den kommenden Jahren Knaller wie IT CONQUERED THE WORLD (1956, der Film mit dem Gurkenmonster), NOT OF THIS EARTH und ATTACK OF THE GRAB MONSTERS (beide 1957) folgten. Bemerkenswert an Corman’s Sci-Fi-Debüt ist die Tatsache, das die Versatzstücke von DIE LETZTEN SIEBEN bis heute in Genrefilmen Verwendung finden: ein vermeintlich sicherer Ort, der zur Bedrohung wird, Monster, die drinnen und draußen schön fleißig mutieren und ebenfalls zur Gefahr werden und Mutter Natur, die sich als Feindesland entpuppt. Einer der vielen Höhepunkte stellt der von Monster-Macher-Koryphäe Paul Blaisdell entworfene Mutant dar: Lori Nelson brauch gar nicht zu fragen: „Sag mal, willst du mich auf den Arm nehmen?“ – das Monster macht es von sich aus. Ganz der Gentleman. Im Finale hat es sich Drehbuchautor Lou Rusoff, der Schwager von AIP-Mitgründer Samuel Z. Arkoff, für den Corman noch des öfteren arbeiten sollte, aber ziemlich einfach gemacht. Da fällt ein kräftiger Regenschauer vom Himmel (und mit ihm jede Menge Naivität), der Rick und Louise, scheinbar die letzten beiden Menschen auf Erden, von der Radioaktivität befreit. Alles in allem zwar kein herausragender, aber dennoch interessanter B-Movie, der sein Potential zu nutzen weiß. 

  • „Ein Triumph der Pulp-Phantasie.“ (SCI-FI-ENZYKLOPÄDIE) 

  • „Eine zugleich naive und makabre Fantasie prägt die Atmosphäre des Science-fiction-Films, der Grusel- und Kriminalelemente zu Hilfe nimmt, um die Angst vor einem Atomkrieg wachzuhalten.“ (LEXIKON DES INTERNATIONALEN FILMS) 

  • „DIE LETZTEN SIEBEN ist der Urgroßvater aller Endzeitfilme und zugleich ein packendes Beispiel dafür, daß Einfallsreichtum oftmals ein fehlendes Budget ersetzen kann.“ (FRANK TREBBIN, DIE ANGST SITZT NEBEN DIR)

   

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