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DIE NACHT DER CREEPS „Ich glaube, ich bin hier in einem B-Film und nicht bei der Mordkommission.“ (Det. Ray Cameron) USA 1986 / O: „Night of the Creeps“ / Prod.: TriStar / Laufzeit: 84 Min. / FSK: ab 16 Regie + Buch: Fred Dekker / Musik: Barry De Vorzon / Kamera: Robert C. New / Schnitt: Michael N. Knue / Ausf. Prod: Bill Finnegan / Prod.: Charles Gordon / FX: David B. Miller Darsteller: Jason Lively (Chris Romero), Steve Marshall (J.C. Hooper), Jill Whitlow (Cynthia Cronenberg), Tom Atkins (Detective Ray Cameron), Wally Taylor (Det. Landis), Bruce Solomon (Sgt. Raimi), Vic Polizos (Coroner), Allan Kayser (Brad), Ken Heron (Johnny), Dick Miller (Walter Wolf, Police Armorer), David Paymer (junger Wissenschaftler), Robert Kerman (Police Officer), David B. Miller, Robert Kurtzman, Howard Berger, Ted Rae u.a (Beta Zombies) sowie Alice Cadogan, June Harris, David Oliver, Evelyne Smith, Ivan E. Roth u.a. In Fred Dekker’s Regiedebüt heißen die Figuren Romero, Cronenberg, Hooper, Raimi und Landis, im Fernsehen läuft Ed Woods PLAN 9 FROM OUTER SPACE und ein gewisses Corman Institut findet auch seine Erwähnung. Dekker leugnet seine Vorbilder nicht, ganz im Gegenteil, er nennt sie sogar beim Namen. Im Jahre 1959 stibitzte ein besonders böses Exemplar einer Spezies griesgrämig drein blickender Aliens ein gefährliches Experiment und suchte damit die Erde heim. Die kleinen Wurm-Parasiten, die es mitgebracht hat, nisteten sich gleich in den erstbesten menschlichen Wirtskörper ein, der über den Weg lief. Das schlimmste konnte verhindert werden, in dem er eingefroren wurde. 1986 wird er jedoch „versehentlich“ von den zwei Freunden Chris und J. C., die bei einer Studentenverbindung Eindruck schinden wollten, wieder aufgetaut. Die ekligen Parasiten sind jedenfalls noch voll aktiv, auf dem Campus finden sie jede Menge Frischfleisch. Sie vermehren sich und bringen ihre Wirtskörper zum platzen. Mit dem herunter gekommenen Cop Ray Cameron (köstlich: Tom Atkins) begibt sich der schüchterne Student Chris auf zur Monsterjagd... Schade eigentlich, daß der damals 26jährige Fred Dekker sein Debüt in den belanglosen Gefilden des amerikanischen Studentenmilieus ansiedelte. So müssen wir erst diverse kindische 08/15-Streiche und Balzrituale über uns ergehen lassen, bis dann endlich DIE NACHT DER CREEPS herein bricht. Ab diesen Punkt versteht es Dekker ganz gut, Spannung mit einigen parodistischen Einlagen in Verbindung zu bringen. In dem in schwarz/weiß gedrehtem Prolog findet er einen tollen Einstieg und auch sonst funktioniert DIE NACHT DER CREEPS besser als David Irvings klamaukiger C. H. U. D. – DAS MONSTER LEBT (1988). Tom Atkins (THE FOG, 1980) ist als herunter gekommener, sarkastischer Cop mit dunkler Vergangenheit gut drauf, während Genre-Veteran Dick Miller an der Waffenausgabe einen amüsanten Kurzauftritt absolviert. Die Zitatenpalette reicht von Cronenbergs PARASITENMÖRDER bis hin zu Romeros DAWN OF THE DEAD und da Thrill, Spaß und Effekte nicht zu kurz kommen, steht einem unterhaltsamen 80er-Jahre-Horrorfilm-Vergnügen nichts im Wege. Die DF ist cut, auf Premiere soll der Film aber ungeschnitten sein. Dennoch wurde vor Jahren mal im niederländischen Pay-TV eine Extended Version ausgestrahlt, die ganze 94 Minuten beträgt. Das schreit förmlich nach einer DVD-Veröffentlichung, doch davon ist zumindest mir nichts bekannt.
· Fred Dekker führte auch beim Monster-Revival THE MONSTER SQUAD (1987), ROBOCOP III (1993) und diversen Episoden von GESCHICHTEN AUS DER GRUFT Regie. In der ersten Staffel von STAR TREK – ENTERPRISE fungierte er als Story-Schreiber und Produzent und das war’s denn auch schon wieder gewesen. · Robert Kerman war der Star diverser italienischer Kannibalenfilme (CANNIBAL HOLOCAUST, 1980, CANNIBAL FEROX, 1981), in zivilisierteren Produktionen bleiben nur Rollen in Statistenfunktion für ihn übrig, z.B. NO WAY OUT (1987, ebenfalls mit David Paymer in einer kleinen Rolle), SPIDERMAN (2002) oder wie hier als Police Officer. · „Amüsant produzierte Sammlung diverser Genrezitate, die zu einem harmonischen Ganzen zusammengefügt werden.“ (Harry Lieber, HÖLLE AUF ERDEN) „Dieses gut gelungene Zitatenspiel mit den modernen Klassikern des Horrorfilms spiegelt sich nicht nur in den Namen der Filmfiguren wieder, sondern beherrscht auch ein Großteil der Motivauswahl, der Kameraeinstellungen und der Musik.“ (Frank Trebbin, DIE ANGST SITZT NEBEN DIR)
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Geschrieben von: Gast2 am 06-05-2007 17:07