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Wes Craven’s WISHMASTER„Vergessen Sie, was unsere Kultur mit den Djinn gemacht hat. Vergessen Sie Barbara Eden, Vergessen Sie die Trickfilme.“ Horrorfilm (USA 1997) / O: „Wishmaster“ / Prod.: Imperial Entertainment; Live Film & Mediaworks Inc. / Laufzeit: 86 Min. / FSK: ab 18 Regie: Robert Kurtzman / Musik: Harry Manfredini / Kamera: Jaques Haitkin / Schnitt: David Handman / Ausf. Prod.: Wes Craven / Produzent: Pierre David / Buch: Peter Atkins / Story: Peter David / Special Make-up-effects: K.N.B. EFX Group (Robert Kurtzman, Greg Nicotero, Howard Berger) / Visuelle Effekte: Thomas C. Rainone, Gary J. Tunnicliffe Darsteller: Andrew Divoff (Djinn/Nathaniel Demerest), Tammy Lauren (Alexandra), Robert Englund (Raymond Beaumont), Chris Lemmon (Nick Merritt), Tony Crane (Josh Aickman), Tony Todd (Johnny Valentine), Kane Hodder (Wachmann), Ricco Ross (Lt. Nathanson), Ted Raimi (Ed Finney), George “Buck” Flower (Obdachloser), Reggie Bannister (Apotheker), Joseph Pilato (Mickey Torelli), Wendy Benson-Landes (Shannon), Jenny O’Hara (Wendy Derleth), Gretchen Palmer (Ariella), Jake McKinnon (Skeleton Man), Angus Scrimm (Erzähler, OF) sowie Dan Hicks, John Byner, Tom Kendall, Ashley Power, Greg Funk, Walter Phelan, Peter Liapis, Brian Klugman, Ari Barak, Betty McGuire, Robert Kurtzman, Frank Nicotero, Howard Berger u.a. Unter dem „Wes Craven’s presents“-Gütesiegel, das manchmal auch für Schund á la MIND RIPPER bürgte, inszenierte Effektespezialist Robert Kurtzman nach THE DEMOLITIONIST (1995) seinen zweiten Film, wiederum ein Anderthalb-Stunden-Werbespot für die renommierte KNB EFX Group: Im Persien des 12. Jahrhunderts ist ein böser Djinn (diabolisch: Andrew Divoff, FAUST; OBLIVION 1&2) drauf und dran die Weltherrschaft zu übernehmen, bis ihm gerade noch ein Zauberer dazwischenfunkt, der ihn auf ewig in einen Stein verbannt... In der Gegenwart: Im Auftrag des exzentrischen Millionärs Raymond Beaumont (skurril: Horrorlegende Robert Englund) wird eine wertvolle Kiste mit archäologischen Fundstücken geliefert. Leider kommt es im Hafen beim verladen zu einem tragischen Unfall... - über Umwege gelangt der wertvolle und kostbare Edelstein, in dem unbemerkt der böse Djinn schlummert, in die Hände der Geologin Alexandra (Tammy Lauren, MAD CITY). Sie gibt ihn ihrem Freund Josh (Tony Crane) zur Analyse. Als dieser bei einer Explosion, die den Djinn freisetzt, schwer verletzt wird, bittet er darum, von seinen Schmerzen erlöst zu werden. Prompt erfüllt der Djinn Josh den Wunsch – in dem er ihn brutal tötet. Auf diese Weise hinterlässt er eine blutige Spur: Gänzlich anders, als sie sich vorgestellt haben, erfüllt der Djinn ahnungslosen Menschen ihre Wünsche. Und wieder lechzt er nach der Weltherrschaft... Fernab des üblichen Teenieklamauks inszenierte Robert Kurtzman mit WISHMASTER einen zwar nicht unbedingt grusligen, aber dennoch unterhaltsamen und harten Horrorfilm, der es in die USA bis auf Platz zwei der Kinocharts brachte. Kurtzman, neben Gregory Nicotero und Howard Berger das K in der renommierten Make-up-Effekt-Schmiede KNB, ließ sich auch nicht lumpen und sorgt neben schwarzen Humor für jede Menge sehenswerte Verwandlungs- und Splattereffekte, die in der DF entsprechend bearbeitet wurden. WISHMASTER ist ein kleines Geschenk an die Fans, geben sich doch hier einige bekannte Gesichter die Klinke in die Hand. „Freddy Krueger“ Robert Englund nutzt seine Rolle, um sich im wahrsten Sinne des Wortes mal so richtig auszukotzen, „Candyman“ Tony Todd wird mit der Zwangsjacke in einen mit Wasser gefüllten Container verbannt, während der Djinn einfach so durch „Jason Vorheers“ Kane Hodder (als Wachmann) hindurch geht. Joseph Pilato (DAY OF THE DEAD, 1986) ist der angetütelte Hafen-Kranführer, der Ted Raimi (THE GRUDGE, 2004) mit der riesigen Kiste erschlägt und Dauer-Obdachlosen-Darsteller George „Buck“ Flower (THE FOG, 1980) der aufmüpfige Penner, der Reggie Bannister (DAS BÖSE) als Apotheker einen grässlichen Krebstod wünscht – was denn prompt geschieht. Zumindest in der Originalfassung kann man Reggie Bannisters langjährigen PHANTASM-Widersacher Angus Scrimm (alias The Tall Man) hören, der als Erzähler einige einleitende Worte spricht. In weiteren Cameos kann man außerdem Danny Hicks (TANZ DER TEUFEL II) und Jake McKinnon (HAUS DER 1000 LEICHEN) ausmachen. Auch hinter der Kamera arbeiteten Genreprofis: Das Drehbuch schrieb Peter Atkins (HELLBOUND: HELLRAISER 2), Pierre David machte sich als Regisseur (SCANNER COP) und Produzent (THE DENTIST) einen Namen, Jaques Haitkin (A NIGHTMARE ON ELM STREET; THE HIDDEN) führte die Kamera und Harry Manfredini ist der Komponist, der auch die schaurige FREITAG, DER 13.-Musik schrieb. Die blutigen Spezialeffekte besorgten neben KNB u.a. Tom C. Rainone (RETURN OF THE LIVING DEAD 3) und Garry J.Tunnicliffe (HELLRAISER 3; BLADE).
Wes Craven präsentiert das Ganze als ausführender Produzent, aber viel mehr sollte sein klangvoller, kassenträchtiger Name die Leute in Scharen ins Kino locken. Und die Rechnung ging auf: WISHMASTER avancierte zum Überraschungshit. Vielleicht zerrte der Erfolg ja doch von der von Craven ausgelösten SCREAM-Hysterie...
Der Djinn sollte nun auch in Serie gehen, genauso wie seine Kollegen Freddy Krueger, Michael Myers, Jason, Candyman und Pinhead. Ob das nun auch noch notwendig war – solange jedenfalls die Kohle stimmt, denken sich die raffgierigen Produzenten, dann auf alle Fälle: JAAA!!!
„Das Resultat ist allerdings ein äußerst durchschnittlich geratenes Horror-Entertainment, das sein Publikum allenfalls leidlich spannend zu unterhalten weiß uns durch eine Reihe blutiger (technisch nicht immer perfekter) Make-up-Eskapaden begeistern kann.“ (Harry Lieber, HÖLLE AUF ERDEN)
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Geschrieben von: Lestat am 19-02-2007 11:13