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Zombie hing am Glockenseil, ein
 

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Veröffentlicht in : Filme, Z

EIN ZOMBIE HING AM GLOCKENSEIL

 

I 1980 / O: „La Paura Nella Città die Morti Vibenti“ / AT: „Blood Orgy”; „City of the Living Dead“; „The Fear“; „Fear in the City of the Living Dead“; „Gates of Hell“; „Eine Leiche hing am Glockenseil“; „Ein Toter hing am Glockenseil“; „Twilight of the Dead“ / Laufzeit: 89 Min. / FSK: Das ich nicht lache..! 

Regie: Lucio Fulci / Musik: Fabio Frizzi / Kamera: Sergio Salvati / Schnitt: Vincenzo Tomassi / Buch: Lucio Fulci, Dardano Saccheti / FX: Gino de Rossi 

Darsteller: Christopher George (Peter Bell), Katherine MacColl [= Catriona MacColl] (Mary Woodhouse), Janet Agren (Sandra), Carlo De Mejo (Gerry), Robert Sampson (Barhocker), Michele Soavi (Tommy Fisher), Antonella Interlenghi (Emily Robbins), Giovanni Lombardo Radice (Bob), Daniela Doria (Rosie Kelvin), Fabrizio Jovine (Father William Thomas), Lucio Fulci (ungenannt, Dr. Joe Thompson, der Pathologe) sowie Luca Paisner, Venantino Venantini, Adelaide Aste, Luciano Rossi, Perry Pirkanen

 

Schlaflos in Seattle, eine Séance in New York. Während einer Sitzung bei der Wahrsagerin Theresa plagen Mary schreckliche Visionen einer unheimlichen Stadt namens Dunwich. Sie sieht den örtlichen Pfarrer, der sich auf seinem Friedhof aufhängt. Und sie sieht noch etwas: „Eine Stadt voller Leichen!“ Mary verkraftet den Schock nicht und bricht tot zusammen. Was auch passieren kann, wenn Frauen zu viel „Emma“ lesen. Der Journalist Peter Bell (Christopher George, PANIK IN DER SIERRA NOVA) interessiert sich für den mysteriösen Fall und beginnt auf eigene Faust zu recherchieren. Als er ihr Grab besucht, hört er plötzlich Schreie – aus ihrem Grab! Peter kann sie befreien und zusammen reisen sie in dieses seltsame Dunwich, wo sich langsam das Böse breit macht. Ein Aberglaube besagt: Wenn der Pfarrer Selbstmord begeht, zieht ein Unglück herauf. Die ersten Vorboten sind noch relativ harmlos: Wände, die plötzlich Risse bekommen, zerbrechende Spiegel, Feuerpilze aus dem Nichts. Die Toten sind wieder auferstanden, mit dem Pfarrer, der als Zombie am Glockenseil hing, als Rädelsführer. Wer ihm überm Weg läuft, dem fangen die Augen an zu bluten oder kotzt seine gesamten Innereien heraus...

Nach WOODOO – DIE SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES begibt sich Splatter-Maestro Lucio Fulci wieder aufs Untoten-Terrain und präsentiert uns Kotztüten-Horror vom allerfeinsten – die reinste Brechreiz-Apokalypse. Fulci gönnt Protagonisten und Zuschauern keine Pause vor seinen Zombies, die plötzlich aus dem Nichts auftauchen, sogar von Dächern springen und ihren Opfern die Hirnmasse aus dem Kopf quetschen. Und das schaffen die locker mit einer Hand. Wenn man ihnen begegnet, fangen die Augen an zu bluten. Eine Frau kotzt sich ihren Darm aus dem Leib. Ein vermeintlicher Moment der Ruhe, eine Unterhaltung in der Stube, wird jäh gestört, als das Fenster plötzlich aufbricht und ein Regensturm an Leichenwürmern hereinbricht.

Einige Passagen sind streckenweise meisterlich gefilmt, atmosphärisch beklemmend bleibt der Film vor allem in jenen Momenten, in denen gar keine Zombies auftauchen, etwa in den Dunwich-Szenen, wo die Kamera einfach durch die Stadt und über den Friedhof mit seinem kalten Nebel fährt. In einer inszenatorischen Glanzleistung greift Fulci rabiat, aber sehr wirkungsvoll die LEBENDIG BEGRABEN-Thematik auf, etwa wenn der Journalist Peter Bell die Schreie aus Marys Grab hört und er sie mit einer Spitzhacke zu befreien versucht, diese aber nur wenige cm ihr Gesicht verfehlt... Noch ein Hieb und noch einer und noch einer... Auf der anderen Seite ist der Film dramaturgisch wenig gut durchgedacht, mitunter ziemlich zerwurschtelt. Momente blanken Schreckens wechseln sich mit unfreiwillig komischem Schwachsinn ab. Im Mittelpunkt stehen natürlich die drastischen Mord- und Splatterszenen, die wieder sehr ausführlich dargestellt werden: quälend lange Einstellungen von Schmerz und Verstümmelung. Stellvertretend für viele Szenen soll hier nur jene genannt werden, in der ein irrer Vater einen anderen Irren für einen Mörder hält (Zombies gibts doch gar nicht, also muß ein Sündenbock her) und ihm einen Bohrer durch den Kopf rammelt. Es brauch halt keine Zombies, Menschen bringen sich bereits schon im lebenden Zustand gerne gegenseitig um. Und entgegen gängiger Regeln von der Filmhochschule gibts die von Gino de Rossi aufbereiteten Sauereien in Großaufnahme; die Kamera hält voll drauf und lässt einfach nicht ab. Das Blut strömt regelrecht aus den Körperteilen heraus. Fulcis Zombies sind eben einfach mit die besten Zombies. Trotz der eher billigen Masken wirken die Untoten deutlich lebendiger als die (noch) Lebenden und spielen die hölzernen Darsteller mühelos an die Wand. Das Fulci das grausige Geschehen in einer Stadt namens Dunwich spielen lässt, ist ein klarer Verweis zu H. P. Lovecraft, dem Schreckensmeister der Gruselliteratur. Der Horror kommt nicht von außen, er kommt von innen ... – leider hat Fulci in diesem Punkt Lovecraft missverstanden, zumindest wenn er einigen Protagonisten die Innereien von Innen nach Außen bringen lässt... Seine Zombie-Tradition findet mit dem großartigen GEISTERSTADT DER ZOMBIES ihren Höhepunkt. 

  • Catriona MacColl ließ die Zombies, die Lucio Fulci rief, nicht los und war danach auch im Nachfolger GEISTERSTADT DER ZOMBIES sowie DAS HAUS AN DER FRIEDHOFSMAUER (beide 1981) zu sehen. Michele Soavi inszenierte später selbst eine Untotenfilm: den wunderbaren DELLAMORTE DELLAMORE (1994), der ganz anderer Natur ist als Fulci’s Glockenseil-Zombie. Hier ist er noch als junger Schauspieler zu sehen, dem einfach so das Gehirn ausgequetscht wird. Am Biertresen sitzt außerdem Robert Sampson als ängstlicher Kneipenbesucher – in RE-ANIMATOR (1984) wurde er durch die Injektion von Herbert West selbst zum Zombie. 

· Große Popularität gewann EIN ZOMBIE HING AM GLOCKENSEIL durch die 1984 ausgestrahlte, legendäre ZDF-Sendung „Papa, Mama, Zombie“, wo eine Lehrerin einigen Eltern ausgerechnet diesen Film vorspielt: „Diese sind hinterher bestürzt, einige hielten sich die Hände vors Gesicht, eine Frau muß laut ihren eigenen Aussagen beinahe kotzen und ein Mann schaut nur dumm daher und will die Nacht nicht ohne Alkohol ins Bett.“ (Andreas Bethmann, ÜBER DEM JENSEITS – DIE FILME DES LUCIO FULCI) In Deutschland wurde der Film zur Lieblings-Hasszielscheibe von Zensoren und Tittenwächtern, man hätte ihn auch EIN STAATSANWALT HING AM GLOCKENSEIL nennen sollen. 

  • „Subtil und atmosphärisch annehmbar führt Lucio Fulci seine Zombie-Tradition fort, wobei keine hohen Maßstäbe an den Einfallsreichtum der Ausführung gesetzt werden dürfen.“ (Andreas Bertler, HÖLLE AUF ERDEN) 

  • „Der echte Fan sieht hier allerdings mehr lachhaften Klamauk, der nur noch durch andere Italo-Schocker überboten wird.“ (Frank Trebbin, DIE ANGST SITZT NEBEN DIR)

   

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Angezeigt werden 14 von 14 Kommentar(en)

Ein Zombie hing am Glockenseil

Geschrieben von: Ali-baba am 21-03-2008 15:04

Ich konnte es wirklich kaum erwarten diesen "Kultfilm" endlich mal zu sehen,nachdem ich mich in den letzten drei Monaten durch dutzende von Zombie Filmen durchgeschaut habe,kam endlich auch dieser an die Reihe und zwar "uncut"!!!Ich muß zugeben das ich wirklich total enttäuscht darüber war was da meine Augen erblickte!Zu den wirklich schlecht aussehenden Zombies,welche eher drittklassigen Verbrennungsopfern glichen kam noch die nervige Kirchenorgelmusik die mehr nervte als gruselte und vor allem wurde in dem Film nicht eine einzige Handlung von einem Zombie ausgeführt welche einem Zombie würdig wäre.Es mag sein das dieser Film vor über dreisig Jahren eineige Personen das fürchten lehrte aber da regt sich bei mir doch deutlich mehr im Bereich Grusel,wenn ich mir Filme wie "Dawn of the Dead,28 Weeks later oder Severed-Forest of the Dead anschaue!!!Ich möchte hier aber niemand zu nahe treten,da sich ja über Geschmäcker,bekanntlicher Weise streiten läßt!

 

Papa, Mama, Zombie

Geschrieben von: luigi am 15-03-2008 16:23

okä..man kann über den film ein "zombie hing am glockenseil" urteilen wie man will, aber diese lehrerin und diese ganzen mamas und papas aus dem bericht gehören ja selbst indiziert!!! die idiotische naivität der eltern und die ekelhafte, unterschwellige doppelmoral der leherin sind aus heutiger sicht so was von schräg, dass ich mehr angst vor denen habe als vor dem film selbst.

 

Nicht ganz...

Geschrieben von: Count Cronos am 03-11-2007 17:27

Ein zum Teil sehr diffuser und unzusammenhängender Handlungsablauf was eigentlich typisch für Fulci-Filme ist doch alles in allem trotzdem sehr unterhaltsam.

 

JAWOLL

Geschrieben von: HD am 23-10-2007 13:16

Dies war mein erster Horrorfilm. 
Eine 5 jährige weiß dieser Film zu schocken *g* 
Nagut, vielleicht war ich auch schon 6 Jahre alt. 
Heute liebe ich den Film nachwievor. 
Er ist und bleibt irgendwie Kult :)

 

...

Geschrieben von: Gast2 am 01-05-2007 11:33

Warum finden denn sooo viele diesen Film so mies? Verstehe ich nicht!!!!

 

...

Geschrieben von: Susi Säufer aus Apeldorn am 29-04-2007 18:31

Ich schliße mich an und behaupte das dieser Film Grottenschlecht ist! 
 
Die Frog Bog Dosenband hat es drauf! 
www.frogbogdosenband.de

 

...

Geschrieben von: Gast2 am 22-04-2007 19:10

Also ich finde den Film trotz seiner etwas wirren Handlung einfach nur prima. Bei Fulci interessieren mich so oder so nur die Splatter-Effekte, da ist mir die Handlung eigentlich völlig Wurst. Due geschnittene ab 18-Fassung ist wirklich Horror, wos elbst Szenen wie die mit der Bohrmaschien und dem Auswürgen von Eingeweisen weggeschnitten wurden.

 

Kultig

Geschrieben von: Eastman am 22-02-2007 07:44

Als ich,,Voodoo- Schreckensinsel..." sah dachte ich mir was für einen Weg mag Fuci nun einschlagen...?Wie erhofft fuhr er weiter die Splatterschiene und überraschte mich beim Glockenseil-Zombie(wie auch bei,,Geisterstadt...")mit einer atmosphärisch sehr dichten filmischen Umsetzung.Die Splatter-Szenen sind gut portioniert und für damalige Verhältnisse klasse umgesetzt,besonders als der Bohrer John Morgens Gehirn pürriert.Alles in allem eine Perle die in jede gute Sammlung gehört.

 

Oh Mann

Geschrieben von: Zero Tolerance am 19-02-2007 21:15

Jeder der die Genialität dieses Films nicht zu schätzen weiss gehört verbrannt!!! Wenig gut durchgedacht pah das ich nicht lache. ´Fulci ist einfach der Meister

 

MEISTERWERK

Geschrieben von: Zwan am 26-01-2007 18:16

Genial, Brilliant HOden zerknackend. 
NEben Woodoo der Beste Film von Fulci. Einfach schwachsinnige stumpfe unterhaltung die ihre Zweck hundert prozentig erfüllt. Wer bei Fulci ernsthaft ne sinnvolle Handlung erwartet is nich mehr zu helfen.

 

www.frogbogdosenband.de

Geschrieben von: Marco Hempen Apeldorn am 23-08-2006 17:30

Also ich finde den film nicht sehr gut! die frog bog Dosenband ist geiler 
 
 
www.frogbogdosenband.de

 

...

Geschrieben von: Memzehni am 22-08-2006 02:15

Die Filme von Lucio Fulci sind allesamt eine Katastrophe...da sind Italo-Western allemal spannender. Okay, der Vergleich hinkt vielleicht...

 

Lausig und brutal

Geschrieben von: Jemand am 08-04-2006 23:17

Nichts für schwache Mägen. Die Schauspieler sind lausig, das Verhalten der Protagonisten ebenfalls. Normalerweise drücke ich bei älteren Filmen ein Auge zu aber das ist echt eine Zumutung, kein normaler Mensch bleibt beim Anblick eines Zombies wie angewurzelt stehen sondern macht dass er fort kommt. Splatter-Effekte sind rar aber heftig (Gedärme auskotzen und Kopf aufreissen steht auf dem Hauptprogramm und wurde für diese Zeit recht gut inszeniert). Die ohnehin schon holprige Handlung vegetiert in der geschnittenen Fassung zu einem undurchsichtigen Brei, Spannung wird nur selten aufgebaut und dann auch nur über einen kurzen Augenblick hinweg. Ich musste mich praktisch dazu zwingen den ganzen Film anzuschauen.

 

hätte besser sein können

Geschrieben von: thecrow am 30-12-2005 19:30

hätte man etwas mehr auf story und grusel statt auf splatter gesetzt, hätte ich vieleicht doch nich nach 20 minuten ausgemacht

 

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