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PHANTOMS USA 1998 / O: „Phantoms“ / AT: „Dean Koontz’ Phantoms“ / Prod.: Dimensions Films / Länge: 91 Min. / FSK: ab 16 Regie: Joe Chapelle / Musik: David Williams / Kamera: Richard Klabaugh / Schnitt: Rudolph K. Bricker / Ausf. Prod.: Dean Koontz, Harvey & Bob Weinstein / Prod.: Joel Soisson , Michael Leahy, Bob Pringle, Steve Lain / Buch & LV: Dean Koontz Darsteller: Peter O’Toole (Thimothy Flyte), Ben Affleck (Sheriff Bryce Hammond), Joanna Going (Dr. Jennifer Pailey), Rose McGowan (Lisa Pailey), Liev Schreiber (Deputy Stu Wargle), Nicky Katt (Deputy Steve Channing), Clifton Powell (General Copperfield), Rick Otto (Lockland), Bo Hopkins (Agent Hawthorne), Rob Knepper (Agent Wilson), Rachel Shane / =Valerie Chow (Yamaguci), Adam Nelson (Burke) sowie John Hammill, John Scott Clough, Michael DeLorenzo, William Hahn, Judith Drake, Yvette Nipar (Cowgirl) u.a. Eigentlich wollte die Ärztin Jennifer Pailey (Joanna Going) mit ihrer Schwester Lisa (Rose McGowan) in dem verschlafenen Wintersportort Snowfield nur ein paar hübsche Tage verbringen. Doch natürlich musste es anders kommen: In Snowfield ist keinerlei menschliches Leben auszumachen. Als Jennifer ihre Haushälterin tot auf dem Boden liegen sieht, ist für sie klar: Irgendetwas ist hier mächtig faul, denn auch die restliche Bewohnerschaft der kleinen, idyllischen Stadt wurde ermordet! Als Jennifer das Telefon abnimmt, hört sie einige unheimliche Geräusche. Da läuft der junge Sheriff Hammond (Ben Affleck) den beiden verschreckten Damen über dem Weg. Mit seinen Mannen ist er gerade in Snowfield angekommen. Die schrecklichen Ereignisse, die für den Tod einer ganzen Stadt verantwortlich zeichnen, setzen sich fort. Zwei von Hammond’s Deputy’s sterben einen schrecklichen Tod: Steve Channing (Nicky Katt) wird von „irgend etwas“ in sekundenschnelle ermordet, dem zwielichten Stu Wargle (köstlich: Liev Schreiber) fällt eine Riesenmotte an, die ihm das Gehirn aussaugt. Wenig später ist seine Leiche spurlos verschwunden. Zuvor konnte Hammond über Funk Verstärkung anfordern und schon bald fahren die Militärs ihr Gehschütz auf. Unter ihnen befindet sich der verschrobene Prof. Flyte (souverän: Peter O’Toole), der die Rückkehr eines tief unter dem Erdboden hausendem Monsters prophezeit... Joe Chapelle’s Mischung aus Mystery-Horror, Monsterfilm und Endzeit-Parabel hat einige wirklich spannende Momente parat. Dahinter steht jedoch ein großes ABER. Schade ist, daß PHANTOMS ja unbedingt auf der gerade angesagten Teenie-Horror-Welle mitschwimmen muß, so sind einige Rollen mit diversen Jungmimen besetzt (u.a. der fade Ben Affleck, bei dem man sich fragt, seit wann Sheriff-Rollen mit Milchbubis wie ihm besetzt werden, und die beiden SCREAM-Stars Rose McGowan und Liev Schreiber). Autor Dean Koontz, der auch die Literaturvorlage lieferte, weiß ganz genau, in welche Richtung der Film gehen soll. Spätestens wenn Peter O’Toole auf die Frage eines Mitarbeiters, was ihn denn in Snowfield erwarte, mit „Das Chaos! Das leibhaftige Chaos!“ antwortet, weiß man, an wen PHANTOMS angelehnt ist: an H. P. Lovecraft. Sein gesamtes literarisches Schaffen dreht sich um den sogenannten Cthulu-Mythos, bei dem er davon ausgeht, daß dämonische Kreaturen aus der Vorzeit tief unter die Erde verbannt worden und mit aller Macht versuchen, ans Tageslicht zurück zu kommen. Wenn das hier alles als Hommage gedacht sein sollte, dann ist dies John Carpenter mit DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS (1994) weitaus spannender, subtiler und hintergründiger geglückt. So steuert PHANTOMS auch nur auf sein finales Schlussmonster zu. Und das hinterlässt in seinem groß angekündigten Auftritt einen doch eher mickrigen Eindruck – wie so vieles, was in den letzten Jahren an Effekten so aus dem Computer kam (dafür sind die Splatter-Einlagen um so überzeugender). Schade eigentlich, denn die erste Dreiviertelstunde ist wirklich nervenzerfetzend, weil man tatsächlich nicht weiß, wer oder was für die grässlichen Todesfälle in Snowfield verantwortlich ist. Doch dann wird’s immer konventioneller und flacher und auch Koontz ist da nicht mehr viel eingefallen. Nach langjähriger Leinwandabstinenz kehrt Kino-Legende Peter O’Toole (LAWRENCE VON ARABIEN) auf die große Leinwand zurück.
Regisseur Joe Chapelle führte Regie beim sechsten HALLOWEEN-Teil DER FLUCH DES MICHAEL MYERS und drehte HELLRAISER IV zu Ende, nachdem der ursprüngliche Regisseur Kevin Yagher absprang. Am Ende wählte man das gebräuchliche Pseudonym Alan Smithee. Spätere Projekte waren die Vampirgeschichte DARK PRICE – THE TRUE STORY OF DRACULA (2000) und die Teenie-Horror-Fortsetzung THE SKULLS 2 (2001).
„Die Mischung bleibt spannend, wenn auch nicht neu.“ (MOVIESTAR)
„Hohler Horror: Viele Effekte, wenig neue Ideen.“ (CINEMA)
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