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DEEP IMPACT Das Gegenstück und Konkurrenzprodukt zu ARMAGEDDON: Mimi Leder (PROJECT: PEACEMAKER) inszenierte ihr Weltuntergangsdrama mit vielen Stars: Morgan Freeman, Robert Duvall, Maximillian Schell, Vanessa Redgrave, Tea Leoni, Elijah Wood... USA 1998 / O: „Deep Impact“ / Prod.: Dream Works; Paramount Pictures Regie: Mimi Leder / Musik: James Horner / Kamera: Dietrich Lohmann / Schnitt: David Rosenbloom / Ausf. Prod.: Steven Spielberg, Walter Parkes, Joan Broadshaw / Prod.: Richard D. Zanuck, David Brown / Buch: Bruce Joel Rubin, Michael Tolkien, John Wells Darsteller: Robert Duvall (Keeney), Morgan Freeman (Präsident Beck), Tea Leoni (Jenny Lerner), Maximillian Schell (Jason Lerner), Vanessa Redgrave (Robin Lerner), Elijah Wood (Leo Biederman), James Cromwell (Alan Ritterhouse), Ron Eldard (Dr. Oren Monash), Jon Favreau (Dr. Gus Partenza), Laura Innes (Beth Scanley), Mary McCormack (Andrea Baker), Blair Underwood (Mark Simon), Kurtwood Smith (Otis), Tucker Smallwood (Ivan), Charles Martin Smith (Marcus Wolf), Denise Crosby (Vicky Hotchner), Richard Schiff (Don Biederman), sowie Dougray Scott, Gary Werntz, Leelee Sobieski, Bruce Weitz, Betsy Brantley, O’Neal Compton, Rya Khilstedt, Alexander Baluev, Una Damon, Derek de Lint, William Fair, Francis X. McCarthy, Ellen Bry, Concetta Tomei u.a. Stell Dir vor, ein Komet kracht auf die Erde – so geschehen in Mimi Leder’s DEEP IMPACT, dem direkten Konkurrenzprodukt zu Michael Bay’s Krawallorgie ARMAGEDDON: Einer großen Story hinter her jagend sucht Journalistin Jenny Lerner (Tea Leoni) die Hintergründe für den Rücktritt von Minister Ritterhouse (James Cromwell, STAR TREK - FIRST CONTACT), der offenbar über eine peinliche Affäre gestolpert ist, die das gesamte weiße Haus in Mitleidenschaft gezogen hat. Präsident Beck (Morgan Freeman) erklärt in einer Pressemitteilung, daß hinter der angeblichen Regierungsverschwörung etwas ganz anderes steckt: ein Komet droht mit direktem Kollisionskurs auf die Erde zu stürzen. Das Raumschiff „Messiah“ unter Führung des altgedienten Astronauten Keeney (Robert Duvall) kann mit seinen Nuklearsprengköpfen nur wenig anrichten. Auf der Erde bereitet man sich auf das Schlimmste vor: Pflanzen, Tiere und eine begrenzte Anzahl an Menschen sollen in einer riesigen Höhle, eine Art Arche Noah, gebracht werden und dort für die nächsten zwei Jahre verweilen. DEEP IMPACT verbrät eine stattliche Anzahl an Stars und Sternchen für die Katastrophenfilm-Dramaturgie der 70er, geriet aber zu keinem Zeitpunkt irgendwie packend oder mitreißend. Da ist Tea Leoni, die mit ihrem Film-Daddy Maximillian Schell ihren langweiligen Vater-Tochter-Konflikt auf den Nerven der Zuschauer austrägt, so daß man am liebsten eine Party schmeißen möchte, als die zwei Heulsusen gegen Ende von einer Flutwelle weggespült werden. Und da ist Superkid Elijah Wood (THE FACULTY; HERR DER RINGE), der wegen seiner Liebsten die schützende Arche verlässt und mit seinem Motorrad durch die Gegend düst. Und immer wieder stolpern heulende, hilflose Mamis (u.a „Tasha Yar“ Denise Crosby) mit ihren Babys durch die Prärie. Und damit will man Emotionen schaffen? Pustekuchen! Was folgt ist trivial, verlogen, kitschig und banal und hat mit echten Gefühlen gar nichts zu tun ... es ist das übliche Gewäsch aus Klischees, Patriotismus, Heldenverehrung und typisch amerikanischer, hochpeinlicher Selbstbeweihräucherung. Das indirekte Vorbild, DER JÜNGSTE TAG (1951), in dem einige auserwählte Menschen mittels einer Rakete von der vom Untergang bedrohten Erde flüchten, hatte da viel mehr zu erzählen. Es bedarf keiner Dauer-Action-Orgie wie in ARMAGEDDON, um zu unterhalten, aber dieses Gefänse hier ist erst recht nicht auszuhalten. DEEP IMPACT, dieses langatmige, spannungslose, aufgeplusterte Unterhaltungs-Nichts, ist eine Träne von einem Film, nein!, vielmehr eine einzige Rotzfabrik. Bevor also die Tränensäcke platzen oder man irreparable Hirnschäden nimmt, grunzt man lieber freiwillig ein. Der geplagte Kinobesucher erwacht lediglich gegen Ende aus seinem erholsamen Schlummerschlaf, als ein als gigantische Flutwelle getarnter, mittelprächtiger Spezialeffekt durch die Kante schwappt und für etwas Wirbel sorgt. Danach beginnt er wieder wegzunicken, spätestens wenn Morgan Freeman als US-Präsident das übliche patriotische Gesülze ablässt, daß dem Fass die Krone ausschlägt. Und dann ist der ganze Weltuntergangs-Quark überstanden und man kann sich in einer Befreiungs-Aktion endlich ARMAGEDDON ansehen. „DEEP IMPACT ist erstklassige Unterhaltung, dessen tragische Geschichte vom Weltuntergang vor allem durch Einzelschicksale – verdeutlicht vor allem durch ein hochkarätiges Schauspielerensemble – greifbar gemacht wird und somit für den Zuschauer greifbar wird. In seiner Mischung aus Spannung und Melodrama gehört diese Dreamworks-Produktion zu den besten Katatastrophenfilmen unserer Zeit.“ (STARBURST)
„Der Zuschauer kann mit keinem Akteur mitfiebern, vom groß angekündigten Realismus keine Spur.“ (CINEMA)
„Mimi’s Filmchen ist zäh wie Leder.“ (MOVIESTAR)
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Geschrieben von: detective am 03-08-2006 13:03
Ich möchte hier nicht allein gegen DEEP IMPACT anschreiben, sondern gegen den ganzen Endzeit-Müll der späten Neunziger (also selbstredend auch inkl. Armageddon). Auch ich war seinerzeit fasziniert von jedem neuen Special Effects Kracher, aber einer um den anderen hat mich maßloß enttäuscht. Die ganze Thematik hat man zu Zeiten des Wettrüstens wirklich besser umgesetzt. Low Budget Juwelen und SF-Klassiker sind für mich heute viel sehenswerter als die leider immer noch aktuelle Maxime: zuerst die Effekte, dann teuere Stars und irgendwann mal am Ende ein grottenschlechtes Drehbuch. Letztere gibt es zwar schon seit Anbeginn der Filmindustrie, aber ein motiviertes (nicht routiniertes!) Team konnte früher mit wenigen hunderttausend $ deutlich kurzweiligere und (bei allen Abstrichen an den technischen Klimbim) einfach bessere Filme produzieren.
Also bitte wieder mal BILLIG!