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Mörderspinnen
 

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Veröffentlicht in : Filme, M

Mörderspinnen

 

„Hoffentlich kommen die Biester nicht ins Haus. Das wäre noch schlimmer als weiße Mäuse!“

 

USA 1977 / O: „Kingdom of the Spiders“ / Prod.: Dimension Pictures / Länge: 91 Min. / FSK: ab 16 

Regie: John “Bud” Cardos / Musik: Jerry Goldsmith (ungenannt) / Kamera: John A. Morrill / Schnitt: Steven Zaillian / Ausf. Prod.: Henry Fownes / Prod.: Igo Kantor, Jeffrey M. Sneller / Buch: Alan Caillou, Richard Robinson 

Darsteller: William Shatner (Rack Hansen), Tiffany Bolling (Dr. Diane Ashley), Woody Strode (Walter Colby), Lieux Dressler (Emma Washburn), David McLean (Sheriff Gene Smith), Marcy Lafferty (Terry Hansen), Natasha Ryan (Linda Hansen), Altovise Davis (Birch Colby), Joe Ross (Vern Johnson), Hoke Howell (Earl Forbes) sowie Adele Malis, Roy Engel, Bill Coontz u.a.

 

Ganz in der Tradition von FORMICULA (1954) und TARANTULA (1955) ist die ländliche Abgeschiedenheit, in diesem Falle Arizona, Ausgangspunkt für die Rache der Natur:

Die Bewohner des Südstaatenkaffs Verde Valley sind fast alle knapp bei Kasse, erhoffen sich aber durch die kommende Landwirtschaftsausstellung einen finanziellen Aufschwung. Da passt es gar nicht, daß ausgerechnet jetzt die Kuh Bessie von Viehbauer Walter Colby (Woody Strode) krank wird und tot umfällt. Der örtliche Tierarzt Rack Hansen (William Shatner in Höchstform) diagnostiziert weitere Fälle, will aber von einer Quarantäne vorerst absehen, zumal ihm auch der Bürgermeister im Nacken sitzt. Denn eine Quarantäne bedeutet das Aus für die Landwirtschaftsaustellung. Was dann aber die Entomologin Dr. Diane Ashley diagnostiziert, mag Hansen kaum glauben: Spinnen zeichnen für die tödlichen Angriffe verantwortlich. Doch Hansen vergeht bald das lachen, denn das mysteriöse Tiersterben nimmt kein Ende. Und rein zufälligerweise haben sich hinter Colbys Haus tausende aggressive Taranteln auf einen Spinnenhügel zusammen gerottet... – es soll nicht der einzige bleiben.... Es dauert nicht lange und sie fallen die ersten Menschen an: Nach seiner Kuh Bessie trifft’s auch Bauer Colby, der tot in seinem kleinen Laster aufgefunden wird, eingehüllt in einen tödlichen Spinnenkokon. Infolge eines übermäßigen Insektizidverbrauchs sehen sich die Spinnen gezwungen, neue Nahrungsquellen zu suchen – und sie haben welche gefunden! 

„Es gibt viele Theorien darüber, wie der Mensch abschneidet, falls es zum Kampf zwischen den Menschen und den Insekten kommen könnte. Aber in keiner dieser Theorien geht der Mensch als Sieger hervor.“ (Diane Ashley) 

Die Natur schlägt zurück. MÖRDERSPINNEN reiht sich nahtlos in den 70er-Jahre-Öko-Horror ein, der mit Tier-Angriff-Geschichten zahlreich vertreten war und oft mit einem pessimistischen Schluss aufwartete, man denke nur an FROGS (1972) oder PANIK IN DER SIERRA NOVA (1976). Ein Film wird da immer etwas außen vorgelassen, obwohl er vielleicht der überzeugendste und ernsthafteste Vertreter seiner Zeit war: PHASE IV (1974) von Hitchcocks Vorspann-Designer Saul Bass, in dem Ameisen dem Menschen den Kampf ansagen. MÖRDERSPINNEN war auch erst der zweite Film von John „Bud“ Cardos, seiner ordentlichen Regie haben wir einen der besseren Rache-der-Natur-Filme zu verdanken. So einiges mag zwar vorhersehbar sein, aber es ist nicht ohne Spannung, wie die MÖRDERSPINNEN auf die finale Katastrophe zusteuern. Zum Schluss gibt es bewährte Katastrophenfilm-Zutaten, nämlich als die durch Arizona marschierende Spinnen-Armee ganz Verde Valley demoliert und die verzweifelt umher rennenden Bewohner, sprichwörtlich wie von der Tarantel gestochen, sich gegenseitig zertrampeln. Die wenigen Überlebenden mit Old Shatnerhand an der Spitze verschanzen sich derweil, wie in DIE NACHT DER LEBENDEN TOTEN (1968), in einem Haus, wo sie immer wieder die Angriffe der langbeinigen Krabbelviecher abwehren müssen. Und dann: ein Blick aus dem Fenster und ein großer Schrecken... – der wirklich beklemmende und böse Schluß führt direkt in die Spinnenapokalypse, wird aber durch den mittelmäßigen Matte-Painting-Effekt etwas ruiniert.

MÖRDERSPINNEN lebt auch von der schauspielerischen Präsenz William Shatners, der sich hier angenehm zurück hält und als Ausgleich dafür seiner Leidenschaft für Pferde nachkommen darf (das Züchten von Pferden ist ja sein großes Hobby): zu Beginn reitet er wie ein Cowboy durch die unendlichen weiten Arizonas und fängt sogar einen Stier mit dem Lasso ein. Wie er das hier so alles macht, da kommt keiner an ihm heran. Etwas gewöhnungsbedürftig ist nur, daß er mit der Stimme von Thomas Dannenberg spricht, der ansonsten Schwarzenegger, Stallone, Rutger Hauer und Terence Hill synchronisiert.

Vielleicht wird der (schön) altmodische Streifen heute kaum noch einen vom Hocker reißen (he he, er ist ja auch aus den 70ern, dem Jahrzehnt des schlechten Geschmacks!), zumal man ja inzwischen per CGI-Effekt alle möglichen Monster kreieren kann. Für KINGDOM OF THE SPIDERS wurden 5000 echte Taranteln rekrutiert, was ich immer noch überzeugender finde als jedes zweite Computermonster.

„Es gibt kein Entkommen, wenn die Spinnen kommen...“ (Verleihwerbung) 

·         Mitte der 80er war tatsächlich mal eine Fortsetzung im Gespräch mit William Shatner als Hauptdarsteller und Regisseur. Doch daraus wurde jedoch nichts, stattdessen inszenierte er STAR TREK V (1989). In einer kleinen Nebenrolle brachte Shatner seine damalige Frau Marcy Lafferty mit unter, die hier als seine Schwägerin zu sehen ist. 

·         John „Bud“ Cardos brachte reichlich Filmerfahrung mit: er arbeitete bereits als Stuntman, Production Manager und Schauspieler, allerdings nur in zweit- und drittklassigen Filmchen wie NIGHTMARE IN WAX (1969) mit Cameron Mitchell oder SATAN’S SADISTS (1969) von Trash-Koryphäe von Al Adamson. Zu seinen weiteren Regiearbeiten zählen u.a. der billige Alien-Quatsch THE DARK, den er 1979 für den ausgefallenen Tobe Hooper mit William Devane, Richard Jaeckel und Keenan Wynn beendete und NIGHT SAHDOWS (1984) mit Wings Hauser und Bo Hopkins, der bei uns seltsamerweise als MUTANT II betitelt wurde und in dem illegal abgelagerter Giftmüll die Bewohner einer Kleinstadt in Zombies verwandelt. 1987 kam dann noch das Action-Abenteuer SKELETON COAST, das mit Ernest Borgnine, Oliver Reed, Robert Vaughn und Herbert Lom vier gestandene Filmrecken vor der Kamera versammelte. 

·         Zeit und Geld erlaubten keinen eigenen Soundtrack, stattdessen borgte sich Produzent Igo Kantor einige Tracks seines Freundes Jerry Goldsmith, hauptsächlich aus einer Serie namens „Thriller“. 

·         „Ein Horror-Science-fiction-Film, der dem Freund solcher Filme nicht viel neues zu bieten hat.“ (Hartwig Neumann, ZITTY) 

·         „Trotz der Einfältigkeit des Themas ist der Film mitunter sehr spannungsreich und ohne Schnörkel inszeniert und wartet mit einem völlig unerwarteten, beklemmenden Ende auf. Ein angenehmes, kleines B-Picture.“ (GONG) 

·         „Man wird nie das Gefühl los, als habe man sich zu sehr auf die potenzielle Abscheu vor Spinnen verlassen und darüber das Drehbuch vernachlässigt ... Pfui Spinne!“ (Reinhard Krüger, FILMECHO/FILMWOCHE) 

·         „Mit Sicherheit einer der besten Filme zum Thema Spinnenhorror...“ (Harry Lieber, HÖLLE AUF ERDEN)

   

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DANKE!!!

Geschrieben von: Arcturio am 22-02-2007 01:28

Du hast mir den Titel eines Films genannt, den ich seit JAHREN suche... Night Shadows!!! 
Viele Dank dafür...

 

...

Geschrieben von: Memzehni am 22-08-2006 01:58

Naja, William Shatner ist einfach Kult...selbst wenn er sich mit Spinnen bewerfen lässt, ist er grandios.  
 
"Es beunruhigt mich ein wenig, dass alle Frauen sofort mit mir schlafen wollen" (William Shatner)

 

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