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28 Days Later
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28 DAYS LATER

 oder: ein Zombiefilm vom TRAINSPOTTING-Regisseur

 

GB 2002 / O: „28 Days Later“ / Prod.: DNA Films; Figment Films / Verleih: Fox Searchlight Pictures / Länge: 113 Min. / FSK: ab 18 

Regie: Danny Boyle / Musik: John Murphy / Kamera: Anthony Dod Mantle / Schnitt: Chris Gill / Prod.: Andrew Macdonald / Ausf. Prod.: Greg Caplan, Simon Fallon / Buch: Alex Garland 

Darsteller: Cillian Murphy (Jim), Naomie Harris (Selena), Brendan Gleeson (Frank), Megan Burns (Hannah), Christopher Eccleston (Major Henry West), Stuart McQuarrie (Sgt. Farrell), Noah Huntley (Mark), Christopher Dunne & Emma Hitching (Jim’s Eltern) sowie Luke Mably, Ricci Harnett, Leo Bill, Marvin Campbell, Alex Palmer u.a.

 

Hätte es einer für möglich gehalten, daß man der Zombie-Thematik nach all den Brechreiz-Schockern doch noch neue Aspekte abgewinnen kann? Und ob. Trotz unvermeidlichen Logik-Fehlern ist 28 DAYS LATER der intelligenteste (!) Zombiefilm seit Michelle Soavis DELLAMORTE DELLAMORE und als solcher eine echte Bereicherung für das Genre. Dabei sind’s nich’ mal „richtige“ Zombies, die Heerscharen Untoter wird man hier vergebens suchen. Es sind Infizierte und ausgerechnet Tierschützer zeichnen für das, was noch kommen wird, verantwortlich. Scheiß Ökofreaks! Sie wollten nur ein paar Versuchsaffen aus einem Wissenschaftslabor befreien, ohne zu wissen, daß diese mit einem hochgefährlichen Aggressionsvirus infiziert sind. Was dadurch in die Welt frei gesetzt wurde, wird 28 Tage später erzählt... Jim (Cillian Murphy) wacht auf einer Krankenstation auf, nackt und allein. Dem Fahrradkurier wurde nach einem Verkehrsunfall die Kopfwunde behandelt, doch nun ist niemand mehr da. Weder im Krankenhaus, noch draußen auf den Straßen – London ist verwüstet und wie ausgestorben. Fast. In einer Kirche entdeckt er Dutzende Tote, von denen plötzlich einige Wahnsinnige aufstehen und ihn wild rasend angreifen. Jim bekommt unerwartet Hilfe von Selena (Naomie Harris) und Mark (Noah Huntley), die ihn mit der schrecklichen Wahrheit konfrontieren: Ein Virus hat England, vielleicht sogar den Rest der Erde erfaßt; die uns bekannte Zivilisation wurde komplett zerstört. Die Infizierten entwickeln in ihrer aggressiven Raserei enorme Kräfte und fallen über jeden Menschen her, die binnen weniger Sekunden ähnliche Tobsuchtsanfälle an den Tag legen. Während Jim schockiert seine toten Eltern aufsucht, die sich mit einer Überdosis Schlaftabletten haben retten können, hat Selena sich schon damit abgefunden: Als Mark sich nach einer Verletzung mit den Virus angesteckt hat, tötet sie ihn kurzerhand. Jim und Selena durchstöbern weiter das totenstille London und stoßen auf den gutmütigen Frank (Brendan Gleeson) und seine Tochter Hannah (Megan Burns), die sich in ihrem Plattenbau-Hochhaus ein Überlebenscamp eingerichtet haben. Zu viert machen sie sich auf in den Norden, wo sie einer Funknachricht folgend weitere Überlebende erhoffen...

Die Ausgangssituation von George A. Romero’s legendärer Untoten-Trilogie NIGHT OF THE LIVING DEAD (1968), DAWN OF THE DEAD (1978) und DAY OF THE DEAD (1986) im Hinterkopf, entwickelten Boyle und Garland ein fesselndes Endzeit-Szenario, das in Zeiten von SARS, Pocken-Alarm und „Deutschland sucht den Superstar“ eine beklemmende Wirkung erhält. Schon in RESIDENT EVIL schafften die guten, alten Zombies ihr Kino-Comeback, doch wo Paul Anderson auf der Suche nach dem Spezialeffekt lediglich Trash und Fun bot, da ist Danny Boyle radikaler, düsterer, ernsthafter, aber nicht ohne Ironie. So gibt’s auch hier die schon oft gesehene Supermarkt-Plünderung (DAWN OF THE DEAD läßt grüßen), doch sind ausgerechnet Büchsencola, Schokoriegel und bestrahlte Äpfel das einzige, von dem man sich in absehbarer Zeit ernähren kann. Boyle und Garland spielen mit alten Zutaten, vor allem zu dem bei uns unter ZOMBIE 2 – DAS LETZTE KAPITEL bekannten DAY OF THE DEAD lassen sich zahlreiche Parallelen herstellen. Hier wie dort sind die letzten überlebenden Menschen den Horden an Untoten ausgeliefert, doch statt miteinander kämpfen sie gegeneinander, da natürlich das Militär seine Vormachtstellung behaupten muß. Es ist alsbald abzusehen, daß Boyle diese Richtung einschlägt, als Jim und die anderen im letzten Drittel des Films die vermeintliche Radioquelle entdeckt haben und stattdessen auf den irren Major West (Christopher Eccleston, THE OTHERS) treffen, der mit einem kleinen Soldatentrupp und genug Munition seine eigene private Schreckensmacht aufgebaut hat. Für Genre-Fans- und Hasser hat der Endzeit-Schocker noch mehr Deja-vu-Erlebnisse parat: da ist der grausige Tod eines Sympathieträgers, als er unerwartet vom Virus befallen wird, da sind die Frauen, die von den Soldaten angemacht werden, obwohl sie doch nur den Fortbestand der Menschheit sichern wollen und da ist der eine Zombie, der gefangen genommen wurde und nun als Versuchsobjekt herhalten muß... Auch wenn 28 DAYS LATER dadurch eine gewisse Routine entwickelt hat, kommt er gerade im letzten Drittel zu seiner Kernaussage, nämlich das nach dem Verlust unserer so genannten Zivilisation, in die wir hinein geboren werden, nur noch die nackte Gewalt, der Drang zum Überleben, übrig bleibt: „Wenn du Toleranz und Anstand, also deine so genannte Menschlichkeit aufgibst, ist rasende Wut das einzige, was übrig bleibt,“ so Alex Garland. Die rohe Gewalt, die dabei erzeugt wird, wurde dem Film schließlich auch immer wieder angelastet. Obwohl Boyle sich mit allzu grausigen Details zurück hält, greift er doch auf einen alten filmischen Trick zurück, nämlich das, was nicht gezeigt wird, umso brutaler und beängstigender werden zu lassen. Mit schnellen Schnittfolgen und dem Einsatz der Digitalkamera wird das Geschehen eher angedeutet, trotzdem gibt es einige explizite Gewaltdarstellungen, in denen das Blut nur so spritzt, so, wie man es schon lange nicht mehr auf der Kinoleinwand gesehen hast. Aber vielmehr ist es der Realismus, wie die Macher ihre Geschichte erzählen und 28 DAYS LATER so brutal und schonungslos werden läßt. Doch wer würde je bestreiten, daß das Leben nicht brutal ist? Und eine menschenleere Großstadt wie London ist eine viel schlimmere Horrorvision als jeder herausgerissene Darm. 

  • Für Cillian Murphy bedeutete 28 DAYS LATER der internationale Durchbruch: er spielte den verliebten Fleischergesellen in DAS MÄDCHEN MIT DEM PERLENOHRRING (2003), die Vogelscheuche in BATMAN BEGINS und einen wenig umgänglichen Passagier in Wes Cravens Flugzeugthriller RED EYE (beide 2005). 

  • Der Ire Brendan Gleeson hat sich in den letzten Jahren zum gefragten Nebendarsteller gemausert: er war u.a. der grummlige Sheriff im Kroko-Spaß LAKE PLACID (1999), wetterte in Spielbergs Sci-Fi-Drama A.I. (2001) gegen Roboter, spielte Kurt Russells korrupten Vorgesetzten im Cop-Thriller DARK BLUE (2002), war einer der Dorfbewohner in THE VILLAGE (2004) und „Mad Eye“ in HARRY POTTER UND DER FEUERKELCH (2005). Weitere Rollen hatte er in BRAVEHART (1995), MISSION: IMPOSSIBLE II (2000), Martin Scorsese’s GANGS OF NEW YORK (2002) und Ridley Scotts KÖNIGREICH DER HIMMEL (2005). 

  • „Rasante Zombie-Hommage – gesellschaftskritischer Splatterfilm für Soziologiestudenten.“ (CINEMA) 

  • „Wer jedoch keinen herkömmlichen Action-Kracher erwartet und sich auf den Film einlässt, den erwartet ein interessanter und auch sehr spannender Film, der sicher nach dem Kinobesuch noch lange für Diskussionsstoff sorgen wird.“ (Nicole Helfrich, MOVIESTAR)
   

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28 Days later...gefällt mir nicht

Geschrieben von: Mr. Banane am 18-11-2008 10:12

Nee, also zum Streifen 28 Days later fällt meine Meinung eher schlecht aus. Ich finde den Film öde, langweilig und meiner Ansicht nach kommt nur zum Ende hin etwas Spannung auf, wenn überhaupt. Dass ich den Film blöd finde,liegt vll auch daran, dass ich ein großer Fan der 80er-Jahre Zombie-Filme ala Fulci und Romero bin und mich mit den heutigen Zombiefilmen (abgesehen von Land of the Dead, Resident Evil und Planet Terror nicht wirklich anfreunden mag. ABer eines kann ich dem Film anrechnen und zwar, dass die Darsteller Charakter haben, also das man sich in den ein oder anderen schon hineinversetzen kann und sie daurchaus glaubwürdig erscheinen. Jedenfalls der vater des Mädchens und der, der eben die 28 Tage im Koma lag. Die Endzeit-Stimmung kommt aber bei mir nicht rüber und auch die "sportlichen" Zombies haben mit Romeros Schlurf-Zombies nix mehr gemein. 28 days later find eich genauso langweilig wie Zombie Night 1+2, The Zombie Diaries etc. ich vergleiche 28 Days later schon eher mit Severed - Forest of the Dead ...der war genauso lahm. Aber wems gefällt, dem lasse ich seine Meinung. Schließlich gehts ja um Geschmack... und über den läßts sich kanntlich streiten.

 

einer der besten ernsthaften Zombiefilme

Geschrieben von: detective am 06-11-2008 08:16

...ist für mich 28 Days later, weil er das Genre Zobiefilm nur (und das aber brilliant) als Aufhänger für eine, zugegeben hammerharte Kritik an der modernen Gesellschaft, am Militarismus und an dem in uns anscheinend nie ganz zu verdrängenden naiven Fortschrittsglauben benutzt. Alles wird gut! Von wegen... 
Besonders beeindruckend waren für mich die Szenen des menschenleeren London. 28 Days later konfrontiert den Zuschauer mit einem Realismus, der die surreale Gefahr "Zombie" so darstellt, dass man unterschwellig eben auch andere, durchaus reale Gefahren zu spüren bekommt. 
Definitiv eine Bereicherung des Zombiegenre. Überzeugende Schauspieler, sehr gut gefilmt und geschnitten, nur mit kleinen Abstrichen am Drehbuch. 
P.S. 28 Weeks later ist eines der besten Sequels, dass ich in den letzten Jahren gesehen habe. Ebenfalls sehr sehenswert!!!

 

Mögen täte ich schon wollen

Geschrieben von: Webmaster am 25-08-2007 20:34

Ganz nüchtern betrachtet, lieber Arsch: Hier ist nirgendwo angegeben, dass diese Seite keine Horrorfilme mag. Ich weiß nicht, wo Du das gelesen hast oder was Du zu Dir genommen hast, dass Du es doch gelesen hast. Schlaf Dich mal ordentlich aus.

 

Mögen

Geschrieben von: Arsch!!!!!!!!!!!!!! am 25-08-2007 13:16

Für eine Seite, die angibt Horrorfilme nicht zu mkögen seid Ihr erschrekend nüchtern. Was sagen den die anderen Horrorgenrehasser dazu, die müssen doch widerum Euch hassen?? 
 
Heheheheheheh

 

Angst

Geschrieben von: Falk am 02-04-2007 21:45

Nachdem ich diesen Film gesehen habe war ich noch mehrere Tage danach paranoid und verängstigt. Ich will den nie wieder sehen :/

 

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