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A L I E N A T O R Weibliche Kampfmaschine jagt außerirdischen Schwerverbrecher auf der Erde… Jämmerlicher Sci-Fi-Trash aus der Fred-Olen-Ray-Factory mit Jan-Michael Vincent und John Phillip Law USA 1989 / O: „Alienator“ / Prod.: American-Independent; Majestic International / Laufzeit: 88 Min. / FSK: ab 16 Regie: Fred Olen Ray / Musik: Chuck Cirino / Kamera: Gary Graver / Schnitt: Chris Roth / Produzent: Jeffrey C. Hogue / Buch: Paul Garson Darsteller: Jan-Michael Vincent (Commander), John Phillip Law (Ward Armstrong), Ross Hagen (Kol), P. J. Soles (Tara), Dawn Wildsmith (Caroline), Dyana Ortelli (Orrie), Jesse Dobson (Benny), Robert Clarke (Lund), Richard Wiley (Rick), Leo Gordon (Col. Coburn), Robert Quarry (Doc Burnside), Teagan (Alienator) sowie Fox Harris, Hoke Howell, Jay Richardson, Dan Golden, Joseph Zimmerman, Kathy Brett, Jeffrey C. Hogue, Grant Austin Wildman und Joseph Pilato Jawohl, so bodenlos schlecht kann Science-Fiction sein. Fred Olen Ray (BIOHAZARD), Meister des filmischen Übels, zeigt es ein weiteres Mal höchst eindrucksvoll. Ausgangsort ist eine entlegene Gefängnisstation in den Untiefen des Alls. Hier werden die kriminellen Schwerverbrecher aus dem gesamten Universum hingerichtet, hier droht ihnen die Todesstrafe. Fred Olen Ray sollte man da auch hinschicken. Hier musste mal wieder ein Betriebsgelände, auf dem man nach Feierabend hastig ein paar Wackel-Szenen runterleierte, als futuristisches Ambiente herhalten. Man knallte schnell noch ein, zwei Papp-Attrappen in die Ecke mit komischen Lichtern, die ein bisschen blinken, fertig ist die Science-Fiction-Kiste. Doch bei Rays Regiestil wirkt das Ganze eher wie ein Pausenklatsch in der Kantine als ein Action-Abenteuer im Weltall. Jan-Michael Vincent (STRASSE DER VERDAMMNIS) ist der „Commander“, ein korruptes, kaputtes Arschloch, das für die Beseitigung des Abschaums der Galaxis zuständig ist. Jan-Michael Vincent, die alte Hundelunge, war schon immer in der hintersten Liga im Actiongenre zu Hause und wird wohl auch für immer da bleiben, wenn ihn seine Suff-Skandälchen, mit denen man sich auch irgendwie über Wasser halten kann, nicht vorher wegraffen. Kampf-Koloss Ross Hagen als „intergalaktischer Erzschurke Kol“ ist auch nicht viel besser. Ein albern geschminkter Kartoffelsack, der als außerirdisches Unikum grunzend und hinkend durch die schlecht ausgeleuchteten Sets latscht. Der Commander ist jedenfalls für die Exekution von Kol, dem Hohlkopf, verantwortlich, doch leider gelingt dem elenden Griebel während des Augenblicks seiner Hinrichtung die Flucht. Es gibt ein paar aufregende Schusswechsel mit Laser-Waffen, die grüne Todesstrahlen abfeuern, während Kol, der Klokopf, einem herumlungerndem Wächter ein paar Killer-Schaben in die Fresse klatscht, was für einen schönen Ekel-Effekt sorgt. Zweifelsohne die beste Szene vom ganzen Film. Nach dem 13minütigen Prolog setzt, man hat ihn schon fast vergessen, der Vorspann mit seiner grottigen Underground-Mucke ein. Ein weiteres Beispiel für das dramaturgische Wirrwarr in den Filmen des Fred Olen Ray; Tempo und Timing waren ja noch nie sein Ding gewesen. Was dann folgt, ist eine ziemlich einfallslose und bescheuerte Außerirdischen-Hatz: Kol kracht mit seinem geklauten Shuttle auf die Erde, direkt vor dem Campingbus von vier nervigen Teenie-Plagen (u.a. P. J. Soles und Dawn Wildsmith), die natürlich nichts anderes zu tun haben, als herum zu schreien und herum zu rennen. Ray wechselt unbeholfen-untalentiert zwischen den beiden Parallelhandlungen hin und her, in einer ausufernden Low-Budget-Geschichte, die einfach nur zum Heulen ist, wobei er die meiste Zeit seines Stinkers natürlich auf der Erde spielen lässt. Ein alter Trick sparsamer B-Filmer, denn man brauch kein Geld für teure Kulissen ausgeben. Hat Ray sowieso noch nie gemacht. Von seiner Raumstation aus hetzt der Commander den titelgebenden ALIENATOR auf Kol, dem Kohlkopf, und ab da wird’s noch unsinniger. Freddy-Frettchen schielte mal wieder nach einem gewissen Erfolgshit von James Cameron ... und schickt seinen ALIENATOR ins Rennen, übrigens eine Sie. Ein weiblicher TERMINATOR-Abklatsch, die sich Teagan nennt und mit blonder Wischmopp-Perücke und Faschingsmaske wie eine Schießbudenfigur vom Oktoberfest aussieht. John Phillip Law, der einst als Pygar im SF-Kultfilm BARBARELLA (1968) mitwirkte, ist als Ward Armstrong, eine Art Wildhüter, Provinz-Sheriff und Mann in den Bergen, zu sehen und auch noch mit vollem Ernst bei diesem ganzen Scheiß dabei. Doch wenn man genau aufpasst, dann sieht man unheimliche Gedankenblitze über seine Fresse zucken. „Oje, was soll das Ganze? Was hab’ ich hier verloren? Das kann nur ein schlechter Albtraum sein!“ Das ist es tatsächlich und ich hoffe, daß sich Law für diesen peinlichen Karrierefehltritt richtig schämt. Allerdings scheint keiner der Beteiligten irgend welche Schamgrenzen zu kennen. Es blödeln außerdem mit: Robert Quarry (BLACK ZOMBIES VON SUGAR HILL) in einem Dummbeutel-Gastauftritt als besoffener Landarzt, der gleich als erster vom ALIENATOR plattgemacht wird, zwei alte, dämliche Wilddiebe (Fox Harris & Hoke Howell), die mit der Knarre im Wald auf der Jagd nach Mittagessen sind und Colonel Coburn (Leo Gordon, DIE FOLTERKAMMER DES HEXENJÄGERS), ein waffengeiler Militarist, der als waschechter Patriot stets im Sinne seines Vaterlandes handelt, was ihm das Recht gibt, auf alles und jeden zu schießen. Ein typischer Amerikaner? Jedenfalls offenbart die Figur des Col. Coburn gewisse Denkweisen Fred Olen Rays, was die endlosen Schusswechsel und Dauerballereien in seinen Filmen in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt. Aber wir wollen auch nicht zu viel in solchen Mist hinein interpretieren. Vielleicht hat Ray einfach nur einen Knall. - Wer noch mehr sehen will, wie sich Jan-Michael Vincent zum Löffel macht, der hat im banalen Fortsetzungshorror X-TRO 2 (1990), natürlich ein ALIEN-Abklatsch, die Chance dazu. Aber nicht weinen dabei.
- Die in Frankfurt (M.) geborene P. J. Soles hatte einprägsame Rollen in Brian De Palmas glänzender Stephen-King-Verfilmung CARRIE – DES SATANS JÜNGSTE TOCHTER (1976) und in John Carpenter’s HALLOWEEN (1978) als Jamie Lee Curtis’ Freundin. In ALIENATOR musste die damals 34jährige einen quiekenden Jugendlichen spielen ... na ja. Später gab’s immerhin kleinere Rollen, u.a. in William Lustig’s Horrorsatire UNCLE SAM (1996) und der Teeniekomödie DER ZUCKERSÜSSE TOD (1999), in der sie wiederum mit ihrem CARRIE-Partner William Katt zu sehen ist.
- Ross Hagen verantwortete als Regisseur, Drehbuchautor, Produzent & Darsteller den flachen Organhandel-Thriller B. O. R. N. (1988), in dem auch wieder Hoke Howell, P. J. Soles und Dawn Wildsmith mitmachten.
- Mini-Auftritte haben Produzent Jeffrey C. Hogue und der spätere Regisseur Dan Golden, der u.a. für Roger Corman die dümmliche Bram-Stoker-Adaption REQUIEM DER RATTEN (1995) verbockte. Und Joseph Pilato, der in Romeros Untoten-Epos DAY OF THE DEAD (1985) den fiesen Oberschurken Captain Rhodes verkörperte, darf an der Computerkonsole ein paar Knöpfchen drücken. Immerhin.
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naaaja
Geschrieben von: Brick Bardo am 11-11-2008 23:17
Dann aber lieber doch "Deep Space" nochmal gucken...