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“GEFAHR AUS DEM WELTALL - dieser Film ließ mich nicht mehr los.” (John Carpenter)
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Red Planet
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Veröffentlicht in : Filme, R

RED PLANET

 Kein Laut. Keine Warnung. Kein Ausweg. Wir sind nicht allein. 

USA 2000 / O: „Red Planet“ / Prod.: Warner Bros., Village Roadshow Pictures, NPV Entertainment / Laufzeit: 102 Min. / FSK: ab 12

 Regie: Antony Hoffman / Musik: Graeme Revell / Kamera: Peter Suschitzky / Schnitt: Robert K. Lambert, Dallas S. Puett / Ausf. Prod.: Charles J. D. Schlissel, Andrew Mason / Prod.: Mark Canton, Bruce Berman, Jorge Saralegui / Buch: Chuck Pfarrer, Jonathan Lemkin / Story: Chuck Pfarrer 

Darsteller: Val Kilmer (Callagher), Carrie-Anne Moss (Bowman), Tom Sizemore (Burchenal), Benjamin Pratt (Santen), Simon Baker (Pettengil) und Terence Stamp (Dr. Chantilas)

 

 „Im Jahre 2000 waren uns Überbevölkerung und Verschmutzung und Vergiftung der Erde längst über den Kopf gewachsen. Wir ignorierten das Problem, so lange wir konnten. Aber wir machten uns was vor. 2025 mussten wir erkennen, daß wir in der Falle saßen. Wir suchten verzweifelt ein neues Zuhause und fanden: den Mars. In den letzten 2 Jahrzehnten hatten wir unbemannte Sonden mit genetisch veränderten Algen hinauf geschickt, die dort wachsen und Sauerstoff produzieren sollten, um eine Atmosphäre zu schaffen, in der wir atmen können. Und 20 Jahre funktionierte es. Es sah so aus, als hätten wir es hin bekommen, wären am Ziel. Doch dann fiel die Sauerstoffkonzentration plötzlich. Warum, wissen wir nicht.“ (Captain Bowman ... so hieß auch ein ganz anderer Astronaut in einem ganz anderen Film...)

Der erste bemannte Raumflug steht an. Ein kleines Team an erfahrenen Raumpiloten und Wissenschaftlern macht sich auf zum Mars, um die ersten Schritte zur Kolonisierung vorzubereiten. Captain Bowman (MATRIX-Minna Carrie-Anne Moss) befehligt die lebensrettende Mission zum “Roten Planeten“. Unter ihrem Kommando stehen der Bordingenieur Callagher (Val Kilmer, THE DOORS; BATMAN FOREVER), dem sie zunächst ziemlich skeptisch gegenüber steht (aber nicht sehr lange...), der egomanische und sehr von sich überzeugte Genetiker Burchenal (Tom Sizemore, NATURAL BORN KILLERS; DER SOLDAT JAMES RYAN), der aufbrausende Co-Pilot Santen (Benjamin Bratt, MRS. UNDERCOVER, CATWOMAN), der zwielichte Terra-Forming-Spezialist Pettengil (Simon Baker, RING II, LAND OF THE DEAD) und der philosophierende Wissenschaftsoffizier Chantilas (Terence Stamp, THE LIMEY; STAR WARS: EPISODE 1), der auf der Suche nach Gott ist. Eine Katastrophe zerstört jäh die Mars-Mission: Bowman bleibt allein auf dem Raumfrachter zurück, während die Herren der Schöpfung mit ihrer Rettungskapsel auf den Planeten krachen. Und dort müssen sie feststellen, daß sie nicht allein sind...

Schöne Weltraumszenen, schöne Mars-Landschaften, zwei schöne Hauptdarsteller – ja, wenn nur alles so schön wäre. Ist es aber nicht. RED PLANET kommt angewackelt wie ein lahmer Pilotfilm zu einer überflüssigen Sci-Fi-TV-Serie, die keiner haben wollte und deshalb nie gedreht wurde (was auch manchen wenig überzeugenden Computer-Effekt erklärt). Denn unter’m Strich geht’s hier nur darum, daß der coole Val Kilmer wieder zu seiner flotten Carrie-Anne Moss zurückkommt. Aus dem ursprünglich versprochenem Mars-Abenteuer wird eine äußerst enttäuschende und banale Liebesschmonzette jenseits der Sterne. So werden die übrigen, durchaus interessanten Figuren wie nützloses, überflüssiges Treibgut über Bord geschmissen, vielleicht, weil die Autoren nichts mit ihnen anfangen konnten. Da müssen sie nun einen dieser Alibi-Tode sterben, nur damit sich Kilmer und Moss zum Schluß nach einem waghalsigen Rettungsmanöver, aufgedonnert mit hochdramatisch-penetranter Opern-Musik, in die Arme schließen dürfen. Wie süß! Was aber eine ungeheure Verschwendung der Talente von starken Charakterdarstellern wie Sizemore und Stamp ist. Auch der interessante Handlungsaspekt vom Leben auf dem Mars wird einfach mit ein paar insektenähnlichen Krabbel-Viechern abgetan. Wie einfallslos. So reiht sich RED PLANET in die lange Liste großer Sci-Fi-Flops aus dieser Zeit ein: WING COMMANDER, MISSION TO MARS, SUPERNOVA, BATTLEFIELD: EARTH, GHOSTS OF MARS...  

·         Chuck Pfarrer schrieb die Drehbücher u.a. zu DARKMAN (1990), BARB WIRE (1996), DER SCHAKAL (1997) und VIRUS (1999); sein Co-Autor ist Jonathan Lemkin (IM AUFTRAG DES TEUFELS, 1997) 

·         Hinter den Kulissen sprach man von heftigen Auseinandersetzungen zwischen Val Kilmer und Tom Sizemore. Klingt interessanter als der eigentliche Film. 

·         Na wenigstens gibt’s mal wieder einen neuen Shuttlecrash: Wenn die Rettungskapsel auf dem Mars nieder kracht, sich die Airbags ruckzuck aufblähen und sie wie ein Pingpong-Ball durch die rote Planeten-Landschaft hüpft. Huuuiii...

 

 „Zehn Minuten: Zum Leben zu kurz, zum Sterben zu lang.“  (Burchenal)

   

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