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Twister
 

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TWISTER

Let’s Twist Again: In Jan de Bonts zweiter Regiearbeit nach SPEED fegt ein Tornado über Stadt und Land – Bill Paxton und Helen Hunt hinter her. Da fliegt die Kuh!

USA 1996 / „Twister“ / Prod.: Universal; Warner Bros.; Dream Works / Länge: 113 Min. / ab 12

Regie: Jan de Bont / Musik: Mark Mancina / Kamera: Jack N. Green / Schnitt: Michael Rahn / Ausf. Prod.: Steven Spielberg, Walter Parkes, Laurie McDonald, Gerald R. Molen / Prod.: Kathleen Kennedy, Ian Bruce, Michael Crichton / Buch: Michael Crichton, Anne-Marie Martin / SFX: ILM

Darsteller: Bill Paxton (Bill Harding), Helen Hunt (Jo Harding), Jamie Gertz (Melissa), Gary Elwes (Dr. Jonas Miller), Lois Smith (Aunt Meg), Philip Seymor Hoffman (Dusty), Alan Ruck (Rabbitt), Sean Whalen (Sanders), Abraham Benrubi (Bubba), Jake Busey (Techniker), Gregory Sporleder (Willie) sowie Richard Lineback, Scott Thomson, Todd Field, Joey Slotnick, W. Josepher, Jermey Davis, Nicholas Sadler, Zach Grenier u.a.


Katastrophenfilme waren in den 70ern ganz schön angesagt, die schier endlose AIRPORT-Reihe, Mark Robson’s ERDBEBEN oder Irwin-Allen-Kracher wie FLAMMENDES INFERNO sorgten für volle Kinokassen. Gegen Ende des Jahrzehnts hat sich der 70er-Jahre-Katastrophenfilm, praktisch ein Genre für sich, selber totgeritten und wurde von der ultimativen Verarsche DIE UNGLAUBLICHE REISE IN EINEM VERRÜCKTEN FLUGZEUG (1980) würdevoll zu Grabe getragen. Doch totgesagte leben länger und Katastrophen, die es möglichst profitabel zu verfilmen galt, gab es auch in den 90ern – mehr als je zuvor.. Den Anfang machte Jan de Bont’s TWISTER, der mit Steven Spielberg’s Dream-Works-Studios und George Lucas’ Effekteschmiede ILM im Rücken die erfolgreiche Widerauferstehung eines längst untergegangenen und belächeltem Sub-Genres feierte. TWISTER verpasste dem guten, alten Katastrophenfilm eine Frischzellenkur, motzte ihn mit den technischen Möglichkeiten der 90er auf und gab zugleich den Startschuß frei für viele weitere filmische Weltuntergänge: Egal ob nun Vulkanausbruch (VOLCANO; DANTE’S PEAK), Flugzeugcrash (TURBULENCE), Überschwemmung (HARD RAIN) oder Asteroidenhagel (ARMAGEDDON; DEEP IMPACT) – eine Marktlücke wurde mal wieder entdeckt. Tricktechnisch ist TWISTER eine Meisterleistung, fast schon revolutionär. Da werden Menschen, Autos, Bäume, Mähdrescher, ja sogar Trucks und ganze Häuser sprichwörtlich vom Winde verweht und fliegen dem Zuschauer in derart technischer Perfektion um die Ohren, daß er vergisst, daß es sich nur um Spezialeffekte handelt. Sogar eine Kuh wurde gesichtet, die verzweifelt muhend einmal links und einmal rechts durch Bild flog. Doch der Katastrophenfilm an sich hat sich eigentlich nicht viel verändert: Story und Charaktere sind auch weiterhin nur Aufhänger geblieben, sicherlich zeitgemäßer, vor allem was die Spezialeffekte betrifft. In dem ganzen stürmischen Chaos hat’s das platte Drehbuch von JURASSIC PARK-Autor Michael Crichton, in einzelne Seiten zerfetzt, gleich mit in alle Winde verstreut – die einfachste Erklärung. Bill Paxton ist Bill Harding, Helen Hunt Jo Harding und zusammen waren sie an der Spitze einiger „Sturmjäger“, also solche Leute, die ihren Lebensunterhalt mit dem Hinterherjagen von Tornados und Wirbelstürmen verdienen. Wohlgemerkt: Eigentlich rennt man vor ihnen weg, aber jedem das seine. Doch ganz unnütz ist ihre riskant-rasante Arbeit auch wieder nicht, denn mit ihren Daten wird man vielleicht in der Lage sein exakte Sturmwarnungen abzugeben. Doch jetzt ist es aus mit den Hardings, der Sturm hat sich gelegt und Bill drauf und dran die Scheidung einzureichen und sanftere Gefilde einzuschlagen: Er wird Wetterfrosch im TV. ’Ne neue Flamme hat er auch schon, nämlich die leicht zickige Melissa (Jamie Gertz als das Persönchen) und mit diesem Persönchen macht sich Billy-Boy auf nach Oklahoma, um die Scheidung zu besiegeln. Doch just in dem Moment taucht ein neuer Sturm auf und schweißt Bill und Jo wieder zusammen. Spätestens als Ex-Kollege Jonas Miller (SAW-Star Gary Elwes als Arschloch mit Doktortitel) und seiner dollarschweren Ausrüstung aufkreuzt und den beiden rücksichtslos Konkurrenz macht, denn er will als Erster da sein. Beeilen brauch sich niemand, denn Sturmtief „Dorothy“ ist schon im Anmarsch... Fassen wir’s kurz: Die Geschichte selber ist nur Pustekuchen, dennoch können die wirklich sympathisch spielenden Hauptdarsteller Bill Paxton und Helen Hunt ihren beiden Figuren Leben einhauchen. Ansonsten krachts und rumsts ordentlich in der Kiste in einem kurzweiligen, auf Kinoformat getrimmten Wetterbericht.

  • Kein Witz: In den USA wurde die Altersbeschränkung PG 13 verordnet, d. h. Kinder unter 13 Jahren nur in Begleitung eines Erwachsenen. Und warum? Wegen „intensiver Darstellung von schlechtem Wetter“...

  • „Actionkino der anderen Art: zwei Stunden voller Spannung, spektakulärer Stunts ungewöhnlicher Effekte – ohne daß jemand eine Waffe zieht.“ (TV TODAY)

  • „Mit „Full Speed“ durch den „Tornado Park“ – rasante Wetterjagd mit Rückenwind.“ (TV SPIELFILM)

   

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