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THE TOOLBOX MURDERS Hör mal, wer da hämmert
USA 2004 / O: „Toolbox Murders“ / Prod.: Toolbox Films; Toolbox Murders, Inc.; Alpine Pictures; Scary Movies Productions / Laufzeit: 91 Min. / FSK: ab 18 Regie: Tobe Hooper / Musik: Joseph Conlan / Kamera: Steve Yedlin / Schnitt: Andrew Cohen / Ausf. Prod.: Ryan Carroll, Frank Strausser, Ronnie Truss, Mark Wooding / Prod.: Tony DiDio, Gary LaPoten, Terence S. Potter, Jaqueline Quella / Buch: Jace Anderson, Adam Gierasch Darsteller: Angela Bettis (Nell Barrows), Brent Roam (Steven Barrows), Juliet Landau (Julia Cunningham), Rance Howard (Chas Rooker), Greg Travis (Byron McLieb), Marco Rodriguez (Luis Saucedo), Sara Downing (Saffron Kirby), Adam Gierasch (Ned Lundy), Sheri Moon (Daisy), Adam Weisman (Austin Sterling), Chris Doyle (Coffin Baby) sowie Christina Venuti, Jamison Reeves, Stephanie Silverman, Alan Polonsky, Charlie Paulson u.a. Nach einer Frechheit namens CROCODILE (2000) und einer kleinen kreativen Filmpause kehrt Tobe Hooper mit diesem eher durchschnittlichem Comeback zurück. Ironischerweise inszenierte er das Remake eines Films, der seinerzeit selbst von TEXAS CHAINSAW MASSACRE (1974) beeinflusst wurde: DER BOHRMASCHINENKILLER von 1978 mit Cameron Mitchell als mordender Psycho-Fritze. Von diesem simplen Meuchelfilmchen ist zum Glück nicht mehr allzu viel übrig geblieben, stattdessen gibt’s eine bewährte Ausgangssituation: Ein junges Pärchen zieht in ein unheilvolles Mietshaus ein, in dem allerlei schreckliche Dinge geschehen. Dreh- und Angelpunkt ist die arbeitslose Lehrerin Nell (Angela Bettis), die von Anfang an nicht begeistert war, in diesen wenig einladenden Apartment-Block zu ziehen, sich aber von ihrem Steven, einem angehendem Arzt, doch hat breitschlagen lassen. Was sie auch schon wieder bereut: Das Licht flackert, der Putz bröckelt, die Dusche will nicht so recht, der Fahrstuhl spinnt, die dünnen Wände scheinen aus Pappe zu bestehen... – und die Nachbarn haben alle ein Rad ab. Die Sanierungsarbeiten scheinen auch nicht so recht voran zu kommen und so erweckt das „Lusmans Arms“ eher den Eindruck einer maroden Dauerbaustelle. Der schleimige Hausverwalter Byron wiegelt ab und verspricht, das bald alles besser wird. Doch es kommt noch schlimmer. Seltsame Geräusche und Schreie rauben Nell nachts den Schlaf. Im Mauerwerk findet sie Haare und Zähne. Und wo kommt dieses Hämmern und Pochen her? Dann verschwinden auch einige Menschen spurlos, etwa Nell’s Nachbarin Julia (Juliet Landau), zu der sie so etwas wie eine freundschaftliche Beziehung aufbauen konnte. Steckt etwa Ned, Byron’s geistig zurück gebliebener Hausmeister-Geselle, der dauernd etwas zu reparieren hat und das Gesicht größtenteils hinter seinem Haar verbirgt, dahinter? Da nur sie allein die unheimlichen Vorfälle in dem alten Gemäuer zu bemerken scheint und weder die Polizei, noch Steven ihr Glauben schenken, begibt sie sich auf ihre eigenen Nachforschungen. Chas Rooker (Oldtimer Rance Howard), ein freundlicher, alter Mann, gibt ihr einige Einblicke in die Vergangenheit des Hauses, das er seit 1947 bewohnt: „Es geht nicht um das, was herein kommen könnte, es geht um das, was bereits hier ist.“ Tatsächlich gibt es in dem Haus noch ein Haus – bewohnt von einer aggressiven Kreatur, die von den dauernden Renovierungsarbeiten aufgeweckt wurde... Hooper mag es gefallen haben, sich in seiner TV-Produktion APARTMENT COMPLEX (1999) mit den Marotten der Bewohner eines riesigen Mietshauses zu beschäftigen und so kommt er auch hier nicht umhin, einen Blick hinter die Abgründe der Wohnungstüren zu werfen. Die sind dann aber freilich oberflächlicher Natur. Ebenso die Verwendung beliebter „Haunted House“-Motive, die wieder nur Mittel zum Zweck sind: seltsame Zeichen und Symbole an der Wand, die offenbar einen bösen Geist von seinen Taten abhalten sollen... In den Augen mancher Kritiker könnte das auch Tobe Hooper mit seinem filmischen Gesamtwerk sein, obwohl im Gegensatz zu seinem fürchterlichem CROCODILE schon eine klare Steigerung zu verzeichnen ist, denn hier kann er mit guter Kameraarbeit und ansprechender Atmosphäre punkten. Ansonsten hat Hooper absolut nichts neues zu bieten und ist offensichtlich auf den aufdringlichen Soundtrack angewiesen, der rumpelnd den nächsten Schock ankündigt. Reden wir nicht von Klischees und flachen Charakteren: sicher mag es schwierig sein, etwas zu zeigen, was dieses Publikum wirklich zum gruseln bringt, ganz einfach, weil man eben (fast) alles zeigen kann und bereits gezeigt wurde. Doch darüber müssen sich Regisseure und Drehbuchschreiber den Kopf zerbrechen. Co-Autor Adam Gierasch ist jedoch die Selbstinszenierung wichtiger als ein spannender Plot und so schrieb er sich den Part des geistig beschränkten Handwerkers Ned auf den Leib, dabei aber so überzeichnet wirkt, daß man als Genre-Kenner gleich weiß: Ah, der isses ... nicht! Keine Frage: das Remake, von dem nur der Titel übrig blieb, ist besser geworden als das haarsträubend schlechte Original, was allerdings kein Kunststück ist. Bis zum obligatorischen Leichenberg im Horrorkeller, durch den die Protagonisten waten (Familie Saywer lässt herzlich grüßen), gibt’s den einen oder anderen Durchhänger, da das blutige Treiben so durchschaubar ist wie die nächste Mieterhörung. Die meiste Kreativität fließt mal wieder im Ausleben allerlei grässlicher Mordphantasien, will heißen: wenn hier irgendwo eine Werkzeugkiste rumsteht, bedeutet das nichts gutes. Hammer, Handkreissäge, Schraubenzieher, Bolzenschneider und Schraubstock kommen wirkungsvoll zum Einsatz, was Sheri Moon (Baby Firelfly in DAS HAUS DER 1000 LEICHEN & DEVIL REJECTS) in einer echt „behämmerten“ Rolle (ihre insgesamt 2.) zu spüren bekommt, denn ihr Schädel wird gleich in den ersten 5 Minuten eingedroschen. Angela Bettis, die in MAY als die Schneiderin des Todes all ihre Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellen konnte, hält tapfer bis zum Schluss durch, auch wenn ihr der Part als hysterische Kreischliese deutlich weniger abverlangt. Austoben kann sie sich im finalen Endlosfight mit einem, wie oft bei Hooper, körperlich und seelisch entstelltem Killer, der einfach nicht tot zu kriegen ist und für dessen Beweggründe, sich weder er noch das Drehbuch interessieren. - „...eine nicht enden wollende Verfolgungsjagd, die nur für Horror-Allesseher interessant ist.“ (MOVIESTAR 05/2005)
„Esoterikhumbug anstatt gestandener Nihilistik hat den Film nicht unbedingt besser gemacht, als Remake eines schlechten Originals hätte man sich schon mehr erhoffen dürfen, als Hooper-Comeback erst recht.“ (VIRUS #6)
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