|
BASKET CASE II
„Anderen Menschen das Gesicht weg zu reißen ist weder gut für deinen Ruf, noch eine Lösung.“ (Granny Ruth zu Belial)
USA 1990 / O: „Basket Case 2“ / Prod.: Shapiro Glickenhaus Entertainment / Länge: 87 Min. / keine Altersfreigabe
Regie + Buch: Frank Henenlotter / Musik: Joe Renzetti / Kamera: Robert M. Baldwin / Schnitt: Kevin Tent / Ausf. Prod.: James Glickenhaus / Prod.: Edgar Ievens / FX: Gabe Bartalos
Darsteller: Kevin Van Hentenryck (Duane), Annie Ross (Granny Ruth), Kathryn Meisle (Marcie), Ted Sorel (Phil), Heather Rattray (Susan), Jason Evers (Lou, the Editor), Beverly Bonner (Casey), David Emge (Half Moon) sowie Leonard Jackson, Alexandra Auder, Brian Fitzpatrick, Michael Rubenstein, Matt Mitler, James Farley, Tom Franco, Judy Grafe, Chad Brown u.a Sieben Jahre nach seinem bizarren Kultfilm BASKET CASE drehte Frank Henenlotter seine Fortsetzung, die nahtlos an den ersten Teil anschließt. Da muß man schon mal darüber hinweg sehen, daß Hauptdarsteller Kevin Van Hentenryck inzwischen deutlich älter geworden ist und sich auch das Umfeld in all der Zeit etwas geändert hat. Duane und sein Bruder Belial haben den Fenstersturz aus dem Hotel Broslin schwer verletzt überlebt und werden unter großer Beachtung der Öffentlichkeit ins nächste Hospital gebracht. Dort hält es sie freilich nicht lange; nachdem sie sich eines Wachmanns entledigt haben, spazieren die beiden aus dem Krankenhaus, ohne das es einer merkt. Und wie auf Knopfdruck fährt der Lieferwagen von Granny Ruth vor, in deren Villa sie schließlich Unterschlupf finden. Granny Ruth ist eine Bekannte von Duane’s Tante (siehe Teil 1) und sieht sich als Freak-Missionarin: In ihrem Heim bekommen all die ausgestoßenen Missgeburten ein Obdach. Während Duane erst gar nicht versucht, zwischen all den Freaks ein normales Leben zu führen und es ihn stattdessen hinaus in die weite Welt zieht, findet Belial seine große Liebe. Die scheint bald in Gefahr zu sein, schnüffelt doch eine neugierige Klatschreporterin um das „House of Freaks“, wo sie die Story ihres Lebens vermutet. Enttäuschende, alberne Fortsetzung, die deutlich in Richtung Fun-Splatter geht, sich aber zu oft mit einigen langatmigen Passagen über die Runden schleppt. Ideen sind vorhanden, doch kann sie Henenlotter nur unzureichend zu einem vernünftigen Ganzen verbinden. Hübsch fand ich jene Szene, in welcher ein nicht allzu heller Fotograf im Blitzlichtgewitter seiner eigenen Kamera getötet wird, weiterhin gibt es eine gewollte oder ungewollte Hommage auf den Tod-Browning-Klassiker FREAKS (1932), nämlich wenn die Missgeburten die lästige Reporterin zur Strafe für ihre Untaten zu einer der ihren machen... Was allerdings weniger intensiv behandelt wird als bei Browning und nur dem reinen Effekt dient. Überhaupt hat man es mit der Gestaltung der teils grotesk, teils exotisch aussehenden Freaks, die allesamt kaum über die Stichwortgeber-Funktion hinaus kommen, stellenweise etwas zu weit getrieben, würde man den einen oder anderen eher in einer schummrigen STAR WARS-Bar vermuten. Ein erfreulicher Lichtblick ist das Wiedersehen mit Ted Sorel, der in Stuart Gordons FROM BEYOND (1986) den in fremde Sphären abgedrifteten, sadomasochistisch veranlagten Dr. Pretorius zum besten gab und hier als heruntergekommener Privatdetektiv im Knitter-Look zu erleben ist. Hauptdarsteller Kevin Van Hentenryck hinterlässt dagegen eher einen blassen Eindruck, man möchte meinen, er spielt wie unter Hypnose. Vielleicht liegt es ja an seiner Rolle, stand doch Duane immer unter der Fuchtel seines Monster-Bruders, der ihm bislang zeigte, wohin es geht. Er ist es auch, der die eindeutig „besseren“ Szenen abbekommt: Patient Belial auf der Couch bei Freak-Seelsorgerin Granny Ruth oder beim hemmungslosen, wilden Sex mit seiner Braut – Auszüge aus dem Leben einer Missgeburt, Auszüge aus dem Schaffen eines Filmemachers. Das Henenlotter den Horror-Gehalt zugunsten des populären Fun-Splatters zurückschraubte, bekam dem Mittelteil seiner schrägen BASKET CASE-Trilogie weniger gut zu Gesicht. Sowohl die Spannung als auch der Witz wollen nicht so recht zünden, in seinen schlimmsten Momenten artet BASKET CASE 2 in allzu nerviges Rumgekasper hinaus. - Den Missgeburten gehört auch David Emge an, der mal in DAWN OF THE DEAD eine Hauptrolle hatte. Beverly Bonner, die plapprige Nutte Casey aus dem ersten Teil, hat zu Beginn einen winzigen Auftritt in einer Nachrichtensendung...
- „Masken- und Splattereffekte sind ok, doch ist das schließlich nicht alles.“ (Frank Trebbin, DIE ANGST SITZT NEBEN DIR)
- „Verschuldet durch ein unüberlegtes Drehbuch und eine Reduzierung des Horrorgehaltes auf ein Minimum fällt Henenlotters Fortsetzung seines eigenen Horrorklassikers enttäuschend aus.“ (Andreas Bertler, HÖLLE AUF ERDEN)
|
Geschrieben von am 2008-04-27 00:56:45 ich habe auch alle 3 teile und find ein film ist schöner als der andere. einfach genial die trilogie wo findet man heutzutage eine horror-trilogie. | Geschrieben von Gast2 am 2007-07-13 23:59:58 Also ich finde basket Case 2 einfach herrlich, so schöööön schräg und trashig!!! ich habe alle 3 teile, aber 2 +3 finde ich ein fach nur genial. |
Powered by AkoComment 2.0! |