Schlechter Geschmack: Die Welt ist zu schlecht für gute Filme
Home arrow Von Alien bis Zombie 16.05.2008
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Alien aus der Tiefe, das

Das Alien aus der Tiefe

„Ich hätte niemals geglaubt, daß so etwas auf unserem Planeten existiert...“

„Ein Alien?“

„Ja, ein Alien“

 

I / USA 1989 / O: „Alien agli abissi” / AT: „Alien from the Deep“ / Prod.: Gico Cinemafotografico, Dania, National Cinemafotografica, Vip International / Länge: 92 Min. / FSK: ab 16

Regie: Anthony M. Dawson [= Antonio Margheriti] / Musik: Andrea Rudolfi / Kamera: Fausto Zuccoli / Prod.: Gianfranco Couyoumdjian / Buch: Tito Carpi

Darsteller: Charles Napier (Colonel Kovacks), Daniel Bosch (Bob), Julia McKay [= Maria Giula Cavalli] (Jane), Robert Marius (Lee), Alan Collins [Luciano Pigozzi] (Dr. Geoffrey) sowie Robert Dell’Acqua u.a

 

Die zwei Umweltaktivisten Lee und Jane sind auf eine idyllische Pazifik-Insel gereist, um eine Umweltverschmutzung höchsten Ausmaßes aufzudecken. Da gibt es nämlich so eine Atomfabrik, die es sich ziemlich einfach macht: die kippen doch tatsächlich ihre nuklearen Abfälle einfach in einen erloschenen Vulkan. Is’ das zu fassen..? Das dies nicht ohne Nachwirkungen bleibt, liegt auf der Hand: Durch den radioaktiven Müll wird ein schreckliches Monster zum Leben erweckt, das in der Industrieanlage für mächtig viel Wirbel sorgt. Dafür ist auch der korrupte Colonel Kovacks (herrlich: Charles Napier) zuständig, der Lee und Jane dabei erwischt, wie sie sich aufs Firmengelände geschlichen haben, um seine Machenschaften auf Video fest zu halten. Er ist es nämlich gewesen, der seinen Angestellten befahl, den ganzen Mist in den Krater zu kippen, der, entsprechend aufgeheizt, bald kräftig Lava spuckt. Bei der ganzen Aufregung wird auch noch Lee’s Arm infiziert, der daraufhin ein monströses Eigenleben entwickelt. Halb so wild, denn im Dschungel gabelt Jane zwar nicht Tarzan, dafür einen ortskundigen Schlangenfarmer auf, mit dem sie Kovacks ausschalten will. Zum Schluss stehen sie beide dem gigantisch heran gewachsenem Alien aus der Tiefe gegenüber...

Freunde gepflegter 80-Jahre-Monsterfilme werden aufhorchen, zumindest weil Italiens fleißiger Recyclingfilmer Anthony M. Dawson (1930 – 2002), der zu allem seinen Senf dazu geben musste und auch unter seinem richtigen Namen Antonio Margheriti bekannt war, hinter der Kamera stand. Hier nahm er sich die Unterwasser-Monsterfilme vor, die Ende der 80er so angesagt waren – nur mangels Budget eben ohne Unterwasser. Unterirdisch ist diese Genre-Fledderei in jedem Fall. Insbesondere James Cameron’s ALIENS (1986) hat es Margheriti angetan, von dem er sich den Schlusskampf borgte: Er lässt sein Alien gegen zwei Bulldozer antreten, was äußerst putzig aussieht. Ob er schon beim drehen wusste, daß sein Flickwerk in dieser Form nicht viel hergibt? Mit angreifenden Killerschlangen, altmodischer Baller-Action, Voodoo-Zauber und Hubschrauber-Verfolgungsjagden versuchte er die Story-Lücken zu stopfen, genützt hat’s nichts, denn alles bleibt leider ziemlich vorhersehbar. Der erhobene Zeigefinger, der vor Umweltverschmutzung und atomaren Gefahren warnt, gehört abgeschnitten, denn derartige ökokritische Aspekte kann man in einer Italo-Produktion dieses Kalibers einfach nicht ernst nehmen. Dafür nimmt der Film sich zu ernst und das macht ihn wiederum so lustig. Nach einer knappen Stunde: der große Auftritt vom Alien aus der Tiefe. Ein sturzbesoffener Edmund Stoiber, der unterm Stammtisch hervor illert? Mitnichten. Eine scherenähnliche Monsterklaue mit Kabeln und Schläuchen, die hilflos hin- und herschwenkt. Die Show gehört ganz allein der B-Movie-Legende Charles Napier, der als diktatorischer Colonel so richtig das Arschloch raushängt und seine übrigen, laienhaft agierenden Mitstreiter ziemlich armselig dastehen lässt.  

  • „Halbherzige Horrormär.“ (Andreas Bertler, HÖLLE AUF ERDEN) 

  • „Hierbei setzt Dawson auch wieder einige seiner beliebten Miniatur-Effekte ein, die besonders im pyrotechnisch feurigen Schlussteil lustig anzusehen sind.“ (Frank Trebbin, DIE ANGST SITZT NEBEN DIR) 

  • „Dawson fleddert vom Abenteuer- über den Katastrophen- bis hin zum Science-Fiction-Film die einschlägigen Genres mit gewohnter Humor- und Fantasielosigkeit.“ (FISCHER FILM ALMANACH 1991)    

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