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Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies "Ich glaube, die Toten sind nicht tot. Es gibt nichts totes." I 1979 / O: „Gli ultimi Zombi“ / AT: ,,Island of the Living Dead”; ,,Woodoo”; „Zombi 2“; „Zombi Flesh Eaters“; ,,Zombie” / Laufzeit: 88 Min. (uncut) / FSK: --- Regie: Lucio Fulci / Musik: Giorgio Cascio [als Giorgio Tucci], Fabio Frizzi / Kamera: Sergio Salvati / Schnitt: Vincenzo Tomassi / Produzenten: Fabrizo de Angelis, Ugo Tucci / Buch: Elisa Briganti, Dardano Sacchetti [ungenannt] / Maku-Up-F/X: Giannetto De Rossi Darsteller: Ian McCulloch (Peter West), Tisa Farrow (Ann Bowles), Richard Johnson (Dr. Menard), Al Cliver (Brian), Auretta Gay (Susan) sowie Stefania D’Amario, Olga Karlatos, Lucio Fulci u.a. | Zwei Polizisten untersuchen eine verlassene Yacht, die vor der New Yorker Küste umhertrieb. Dabei werden sie von einem fetten Zombie überrascht, der den einen tötet, während ihn der andere mit einem gezielten Schuss ins Wasser plumpsen lässt. Gluck, gluck, weg war er. Der Fall ruft den Reporter Peter West (Ian McCulloch) auf den Plan, der Bekanntschaft mit der jungen Anne Bowles (Tisa Farrow – Mia’s Schwester!) macht, die das Schiff als das ihres Vaters identifiziert. Beide fliegen zu den Antillen und von dort aus weiter zur Insel Matul, wo Anne ihren Vater wieder zu sehen erhofft. Auf dem Boot des Pärchens Brian (Fulci-Stammschauspieler Al Cliver) und Susan gelangen sie nach Matul, wo schon was richtig schreckliches auf sie wartet: Zombies, nichts als Zombies. Der irre Dr. David Menard (Richard Johnson, INSEL DER NEUEN MONSTER) erklärt, daß vor einigen Jahren eine schreckliche Epidemie unter den Eingeborenen ausbrach und er und Dr. Bowles die Seuche mit einem Gegenmittel bekämpfen wollten. Doch alles wurde nur noch schlimmer. Fast alle Eingeborenen sind inzwischen von der Seuche befallen, sterben einen qualvollen Tod, um dann wieder zu neuem, schrecklichen Leben zu erwachen. Auch Dr. Bowles steckte sich an, den Menard auf dessen Wunsch hin mit ’nem gezielten Kopfschuss niederstreckte. Die Zombies, die ich rief: Angeblich soll Voodoo der Ursprung der Krankheit sein... Kreisch! Grunz! Murks! Der Film, mit dem alles anfing: Lucio Fulci, der sich zuvor durch fast alle Genres werkelte und in den 70ern einige harte, aber kaum bekannte Low-Budget-Thriller herunter kurbelte, entdeckte den Zombiefilm á la Italia. Für sich und seine Jünger. Als indirekte Fortsetzung zu George A. Romero’s ZOMBIE hinten dran geklatscht besiegelte ZOMBI 2 endgültig den Durchbruch italienischer Splatterfilme. Wobei noch anzumerken ist, daß Fulci und Konsorten in den kommenden Jahren noch härtere (und manchmal richtig abscheuliche) Streifen folgen ließen. Dabei ist schon WOODOO nicht gerade erbauliche Filmunterhaltung, was nur erahnen lässt, was noch alles kommen sollte... Trotz der manchmal bedrückenden Atmosphäre ist Fulci’s blutrünstig-absurdes Zombiefilm-Debüt weit weniger spannend oder mitreißend als das DAWN OF THE DEAD, das große Vorbild. Aber ein schönes Beispiel für die hohe Schule der italienischen Exploitation-Filmkunst. Eben unfreiwillige Komik gepaart mit viel Unsinn und jede Menge Schocks, wobei sich Fulci voll und ganz auf Giannetto De Rossi’s Abscheulichkeitssammelsurium in Sachen Splatter-Effekte verlässt: dieser sorgt dafür, dass ordentlich geblutet, gefressen, geschmatzt und gesabbert wird. Die berühmt-berüchtigte, auf ebenso rabiate wie geniale Weise ausgespielte Szene ist die, in der Menard’s Frau Paula (Olga Karlatos) einen Holzsplitter ins Auge gerammelt bekommt. Davor noch die obligatorische Oben-ohne-Szene, frei nach dem unsäglichen Trash-Motto: Erst Titten raus, dann die Gedärme. Fulci schlägt hier total über die Stränge und präsentiert uns als Schenkelklopfer-Höhepunkt ein irrsinniges Unterwasser-Duell „Zombie vs. Hai“. Wenigstens bleibt er auch beim Ausgang seiner konfusen Untoten-Mär konsequent und verzichtet auf ein Happy End.
Ganz im Stile Hitchcock’s gab sich Lucio Fulci eine gut einminütige Stippvisite vor der Kamera: Zum Anfang taucht er kurz als Peter West’s Verleger auf, der ihn zu Recherchezwecken zum Hafen schickt. Zu seiner losen Zombie-Trilogie zählen außerdem EIN ZOMBIE HING AM GLOCKENSEIL (1980) und DIE GEISTERSTADT DER ZOMBIES (1981). 1989 versuchte er mit dem unsäglichen ZOMBI III ein Comeback in diesem Sub-Genre, doch durch seine Krankheit musste er dieses unrühmliche Spätwerk vom berüchtigten Bruno Mattei beenden lassen. „Schnellschuss aus der Hüfte ... In typisch italienischer Manier, wunderbar kolportagehaft zubereitet, werden einige obligatorische Sex-Einlagen mit blutrünstig-sadistischem Horror vermischt. Trotz der vielen unfreiwilligen Lacher, die so manches Pizza-Make-up der Zombies verursacht, bleiben doch der grossteil der F/X ausgesucht blutig und ernst.“ (Frank Trebbin, DIE ANGST SITZT NEBEN DIR)„Trotz allem ist der Film noch eine Idee besser als diverse unerträgliche Nachzieher.“ (Andreas Bertler, HÖLLE AUF ERDEN) „10 Punkte auf unserem privaten Kotzometer!“ (Ronald M. Hahn & Rolf Giesen; DAS NEUE LEXIKON DES HORRORFILMS) „Blutrunst, Ekeleffekte und Sex vermischendes Horrorspektakel, das die radikale Vernichtung von „Lebensunwertem und Abartigem“ befürwortet.“ (LEXIKON DES INTERNATIONALEN FILMS)
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Geschrieben von: thomas wittman am 23-07-2008 09:16