Schlechter Geschmack: Die Welt ist zu schlecht für gute Filme
Home arrow Von Alien bis Zombie 12.05.2008
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Contaminator

CONTAMINATOR

 

 I 1989 / O: „Shocking Dark“ / AT: „Alienators“; „Contaminator – Die Mordmaschine aus der Zukunft“; „Terminator II” (!) / Prod.: Flora Film / Laufzeit: 82 Min. / FSK: ab 18

 

Regie: Vincent Dawn [= Bruno Mattei] / Musik: Flippermusic, Carlo Maria Cordio / Kamera: Richard Grassetti / Schnitt: J. B. Matthew [= Bruno Mattei] / Prod.: Franco Gaudenzi / Story & Buch: Clyde Anderson [= Claudio Fragasso] / SFX: Francesco und Gaettano Paolocci

 

Darsteller: Christofer Ahrens (Samuel Fuller), Haven Tyler (Sara), Geretta Ciancarlo Field (Koster), Tony Lombardo [= Fausto Lombardi] (Lt. Franzini), Mark Steinborn (Commander Dalton Bond), Dominica Coulson (Samantha) sowie Clive Riche, Paul Norman Allen, Cortland Reilly, Richard Ross, Bruce McFarland u.a.

 

Als Recyclingsfilmer wollte der Italiener Bruno Mattei offenbar in die Filmgeschichte eingehen und wenn er das tatsächlich vorgehabt hatte, Glückwunsch!, dann ist es ihm glorreich gelungen - die meisten Menschen verfehlen ihr Lebensziel. 1989 verbockte er CONTAMINATOR ... oder auch SHOCKING DARK, wie sein Machwerk ganz passend im Original heißt. Ja, schockierend ist das schon, was heute so alles auf Zelluloid gepreßt wird... Nach zahlreichen chemischen Versuchen ist das Venedig der Zukunft zur verseuchten Geisterstadt geworden. (kein Wunder, nach dieser Touristenschwemme!). Und jeder hat dort so seine Problemchen: Wissenschaftler und Elite-Soldaten der Mega-Force müssen in dunklen Labors gegen ein mutiertes Monster ankämpfen, während sich ihr Befehlshaber, Commander Fuller, als garstiger Android entpuppt. Das Labor explodiert, nur zwei Frauen können sich auf der Flucht vor Fuller mittels Teleporter in die Vergangenheit retten. Das kann ja nur schief gehen...

Dark-Future-Sci-Fi, Gen-Horror, Öko-Thriller, Zeitreise-Abenteuer, Androiden-Action ... so viele Zutaten, so viel Müll. Die ersten Bilder der verseuchten, verlassenen Geisterstadt Venedig sind ja noch ganz stimmig, aber leider sind im weiteren Verlauf Story, Tricks und deren Umsetzung so himmelsschreiend schlecht, daß man diesen wüsten Genre-Murks in irgend einem Jauche-Tümpel, in dem er spielt, versenken möchte. Mattei kopiert ziemlich schlecht bei zwei großartigen James-Cameron-Klassikern: Zum einen TERMINATOR (1984), zum anderen ALIENS (1986) - von beiden Filmen klaut er ganze Sequenzen. Schockierend! Ein Trash-Knaller der übelsten Sorte mit einem würdigen beknackten Schluß, irren Schauspielern – und reichlich Party-Potential!!!

 

· Bruno Mattei (geb. 30.07.1931 in Rom) hatte nach eigener Aussage in mehr als hundert Filmen als Cutter oder Tontechniker gearbeitet, bevor er zum ersten Mal selber Regie führte. Er hat es sich zur Bestimmung gemacht, erfolgreiche Kinohits gnadenlos zu imitieren, bis zur Vergasung! Nur geht es bei ihm erheblich billiger, brutaler und schlechter zur Sache. Auf sein Konto gehen u.a. der Nazi-Frauenlagerfilm KZ 9 (1976), der kannibalistische Zombie-Action-Reißer HÖLLE DER LEBENDEN TOTEN (1981), der Frauenknast-Trash LAURA – EINE FRAU GEHT DURCH DIE HÖLLE (mit Laura Gemser); der plump-brutale Endzeit-Horror RIFFS 3 (1984), in dem eine Rockerbande von mutierten Ratten bedroht wird, und der verspätete DER WEISSE HAI-Abklatsch BEAST – UNHEIMLICHE TIEFE (1995). Mattei war es auch, der ZOMBI 3 verbockte und den Film beendete, nachdem der ursprüngliche Regisseur, Splatter-Maestro Lucio Fulci, durch Krankheit ausschied. Das befürchtete Untoten-Kuddelmuddel war dank Mattei’s unprofessioneller Arbeitsweise das Endergebnis. Ach ja, eine Unmenge von Pseudonymen hat der Herr auch noch auf Lager, wobei Vincent Dawn sein wohl berühmt-berüchtigstes ist.

  • Tony Lombardo war auch in RIFFS 3 (der im Original „Rats – Notte di Terrore“ heißt und nichts mit den anderen beiden RIFFS-Filmen zu tun hat) unter Mattei’s Regie dabei – selber Schuld. 

  • „Das tölpelhafte Chargieren der hölzernen Darsteller erstickt die geringe Spannung, die bei einem solchen Italo-C-Knaller aufkommt, im Keim.“ (Frank Trebbin, DIE ANGST SITZT NEBEN DIR) 

  • „Ein müdes Ding, dem es nicht nur an Logik mangelt.“ (Ronald M. Hahn & Volker Jansen, LEXIKON DES SCIENCE FICTION FILMS) 

  • Anspruchsloser Science-Fiction-Film mit haarsträubenden Frauenklischees; unlogisch hergeleitet und lieblos ausgestattet.“ (LEXIKON DES INTERNATIONALEN FILMS)

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