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Maniac
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Veröffentlicht in : Filme, M

M   A   N   I   A   C

 William Lustig (MANIAC COP) portraitiert in seinem umstrittenen Splatter-Schocker einen Psychopathen, der in New York für eine grässliche Mordserie verantwortlich zeichnet

 

(USA 1980) / O: „Maniac“ / FSK: ab 18 / 86 Min.

Regie: William Lustig / Musik: Jay Chattaway / Kamera: Robert Lindsay / Schnitt: Lorenzo Marinelli / Ausf. Prod.: Joe Spinell, Judd Hamilton / Prod.: Andrew Garroni, William Lustig / Buch: Joe Spinell, C. A. Rodenberg / Make-up-Effekte: Tom Savini, Rob Bottin

Darsteller: Joe Spinell (Frank Zito), Caroline Munro (Anna D’Antonio), Gail Lawrence (Rita), Kelly Piper (Krankenschwester), Rita Montone (Hooker), Tom Savini (Disco Boy), Hyla Marrow (Disco Girl) sowie James Brewster, Linda Lee Walter, Tracie Evans, Sharon Mitchell, Carol Henry, Nelia Bacmeister, William Lustig (Motel Manager) u.a.

 

Einen der umstrittensten und härtesten Schlitzerfilme inszenierte William Lustig 1980 mit MANIAC: eine ausweglose, düstere, durch und durch böse und nihilistische Psychopathen-Fabel mit aufwühlenden Make-up-Effekten von Tom Savini.

Es ist die Geschichte des Frank Zito (grandios und eindringlich dargestellt von Joe Spinell), der in New York junge Frauen bestialisch ermordet. Er skalpiert sie, um ihr Haar auf den Köpfen von Schaufensterpuppen aufzusetzen, hegt und pflegt sie und hat schöne Stunden mit ihnen. Der unter der Fuchtel seiner verstorbenen Mutter stehende Zito (Norman Bates lässt grüßen) befriedigt auf diese Weise seine sexuellen Zwänge und Bedürfnisse. Auch die kurze Romanze zur Fotografin Anna (Caroline Munro) kann seine Zerstörungswut nicht bremsen. In dieser schrecklichen Welt ist kein Platz für falschen Hoffnungsschimmer...

Umstritten und diskussionsträchtig ist MANIAC zweifelsohne. Es ist die Art wie er erzählt wird, es ist aber auch die Art was erzählt ... und gezeigt wird. Natürlich sind es die blutrünstigen Tricks und Masken von Tom Savini gewesen, die dem Film hierzulande das Verbot einbrachten. Lange, quälende Einstellungen des Schmerzes, Momente der Verstümmelung. Alles wird gezeigt, lasst uns Teilhaben an Leid und Zerstörung! MANIAC paßt überhaupt nicht in das übliche Täter-Opfer-Motiv, welches oft so vordergründig im Slasherfilm abgekanzelt wird, da Lustig die grausame Geschichte aus der Sicht Frank Zito`s erzählt, wodurch man einen ganz anderen Bezugspunkt zu seiner Person bekommt. Damit provoziert und schockt er mehr, als es die Effekte von Tom Savini tun. Es gibt keine Antworten auf das „Warum?“, der Zuschauer wird ganz allein gelassen. Man beginnt Mitleid für dieses Monstrum von einem Menschen zu spüren, man nimmt Teil an seinen wirren Selbstgesprächen und schrecklichen Träumen, ja, man wird sogar einige Sympathien an ihm entdecken. Und das macht den Streifen fast schon wieder gefährlich, besonders wenn die falschen Leute ihn sehen...  Es ist clever von William Lustig, daß er sich nicht nur auf die Effekte verlässt. Somit konnte man ihn in keine Schublade stecken. Trotzdem oder gerade deshalb bleibt MANIAC ein unbequemer Film ohne Kompromisse, gerade weil man nicht weiß: Hmmm, wohin mit ihm? Ob MANIAC nun gewaltverherrlichend ist oder nicht, ob er verboten werden sollte oder nicht oder man so was zeigen (geschweige denn ansehen...) darf... – diese Fragen muß jeder für sich selbst beantworten. Natürlich möchte ich mich an dieser Stelle gegen jedwede Verbote aussprechen. „Zensoren sind Vollidioten“, hatte Dario Argento mal gesagt.

Der pessimistische Grundton des Films, der sich in dem hässlich-schmuddeligen Großstadtmoloch wiederspiegelt, mag Kultregisseure wie John McNaughton (HENRY – PORTRAIT OF A SERIAL KILLER) und Frank Henenlotter (BASKET CASE) inspiriert haben. 

  • Splatter-Maestro Tom Savini ist nicht nur für die ultraharten Effekte verantwortlich, er setzt sich in einem Kurzauftritt auch selbst sehr effektvoll in Szene (bzw. zu Tode). Später hat er sich von MANIAC distanziert.

  •  Joe Spinell (1936 – 1989), der hier auch als ausführender Produzent und Co-Autor tätig ist, liefert eine beängstigende Vorstellung ab. Sein früher Tod machte einen geplanten zweiten Teil unmöglich.

  • Caroline Munro spielte über die Jahre hinweg in den unterschiedlichsten Genre-Filmen mit, darunter DAS SCHRECKENSKABINETT DES DR. PHIBES; DRACULA JAGT MINI-MÄDCHEN (beide von 1971), DIE RÜCKKEHR DES DR. PHIBES (1972), SINBADS GEFÄHRLICHE ABENTEUER (1974),  im James-Bond-Abenteuer DER SPION, DER MICH LIEBTE (1977) und Luigi Cozzi’s IL GATTO NERO (1989).

  • Die Welt ist ein Dorf: Joe Spinell und Caroline Munro traten auch im Sci-Fi-Stuss STAR CRASH (1978, mit Christopher Plummer und David Hasselhoff in weiteren Rollen) und dem zu MANIAC 2 umbenannten THE LAST HORROR FILM (1981) zusammen auf. Letzterer hat mehr als nur einige Parallelen zu William Lustig’s MANIAC.

  • William Lustig erlangte durch Filme wie diese den Spitznamen „Wild Bill“ (er drehte früher Pornofilme) und ist hier kurz als Motel Manager vor der Kamera zu sehen

  • „Ein vielseitigerer Plot und mehr Temporeichtum hätten den Film indessen gut getan.“ (HÖLLE AUF ERDEN)

  • „...ein Gruselprodukt primitiven Zuschnitts, das vorwiegend auf die Erzeugung von Ekelgefühl setzt.“ (Joe Hill, FILMDIENST)

  • „...biete detaillierte Gewalt und Ekel erregende Brutalität ... Als Unterhaltungsfilm untragbar.“ (Robert Fischer, FILMBEOBACHTER)

  • „Der Streifen ist eine Nachahmung bzw. Variation von Herschell Gordon Lewis’ THE GRUESOME TWOSOME, erzeugt aber eine viel düstere und nihilistischere Atmosphäre als das Vorbild.“ (Frank Trebbin, DIE ANGST SITZT NEBEN DIR)
   

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och je...

Geschrieben von: Gast2 am 24-04-2007 10:59

Nun, seit Jahren hatte ich von dem Film gehört, einiges drüber gelesen und fand ihn schließlich durch Zufall vor gut 3 Jahren in einem An- & Verkauf-Laden. Als ich ihn mir ansah (und zwar die USA-Fassung auf engl. LC 2),dachte ich mir "nein, was für eine Geldverschwendung!" (daran konnt auch Tom Savini als Opfer nichts ändern) Aber es kann auch sein, dass ich den Film nicht wirklich verstand, zudem er ja noch dazu auf englisch war. Die Effekte sind allerdings annehmbar für damalige Verhältnisse! Aber eklig? Nun, ist wohl "Geschmacksache". Auf jeden Fall verwirrte mich der Film zum Ende hin. Viel Verwirrender ist aber Maniac 2-Love to Kill (auch mit Joe Spinell), denn der ist einfach nur doof.

 

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