Schlechter Geschmack: Die Welt ist zu schlecht für gute Filme
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Aquarius

AQUARIUS

Theater des Todes

 

I 1987 / O: „Deliria“ / AT: „Bloody Bird“; „Stage Fright“ / Länge: 87 Min. / FSK: ---

 Regie: Michele Soavi / Musik: Simon Boswell / Kamera: Renato Tafuri / Schnitt: Kathleen Stratton / Prod.: Aristide Massaccesi [= Joe D’Amato], Donatella Donati / Buch: Lew Cooper [= George Eastman = Luigi Montefiori],  Sheila Goldberg (Dialoge)

 

Darsteller: David Brandon (Peter), Barbara Cupisti (Alicia), Don Fiore (Police Chief), Robert Gligorov (Danny), Mickey Knox (älterer Polizist), John Morghen [= Giovanni Lombardo Radice] (Brett), Clain Parker (Irvin Wallace) sowie Lori Parrell [= Loredana Parrella], Martin Philips, James E. R. Sampson, Ulrike Schwerk, Mary Sellers, Jo Anne Smith, Sheila Goldberg, ungenannt: Michele Soavi (junger Polizist) u.a.

 

Das Regiedebüt des Italieners Michele Soavi, der einige Jahre später mit DELLAMORTE DELLAMORE (1993) einen der schönsten Untotenstreifen schuf:

„Ein aus der Anstalt entflohener Massenmörder schleicht sich in ein Theater, in dem gerade die Proben zu einem Musical laufen. Nach der Ermordung eines Darstellers wollen die anderen Schauspieler aus dem Theater flüchten, doch es ist bereits zu spät: Alle Zugänge sind versperrt, die Telefonleitungen gekappt. Dem Killer fallen weitere Mitglieder der Truppe zum Opfer. Es gibt für die Überlebenden kein Entkommen...“ (Inhaltsangabe der Laser Paradise-DVD)

Kopp ab! Arm ab! Und das Blut spritzt nur so. Die Italo-Variante amerikanischer Slasher-Filme musste natürlich um einiges härter und rabiater ausfallen, nur die inhaltliche Dürftigkeit ist trotz des vielen Aderlasses die selbe geblieben. Der krude, brutale Mix aus Slasher-Splatter und Psycho-Thriller kommt als bizarrer Mordsreigen daher mit etlichen Verstümmelungen und den üblichen Knallchargen, die sterben und sterben müssen. Der schmalbrüstigen Handlung zum Trotz legt Michele Soavi ein gelungenes Regiedebüt hin: Mit seiner betont visuellen Inszenierung, deren Einflüsse von Dario Argento unverkennbar sind, schafft er durchaus ein Gefühl der Klaustrophobie. Recht ulkig anzusehen ist der Killer, wenn er in einem riesigen Eulenkostüm (!) seine Mordattacken loslässt. Makaber und eigenwillig auch das Finale, in dem der Psychopath die Körper seiner Opfer (oder das, was noch davon übrig ist) auf der Bühne zurechtstapelt ... und dann flattern auf einmal ein Haufen Federn über diese irre Zeremonie. Das Werk ist vollbracht.

 

  • Nicht ganz ohne sind einige Beteiligte hinter der Kamera: Da ist zum einen Joe D’Amato (SADO - STOSS DAS TOR ZUR HÖLLE AUF), eine Koryphäe des Softsex- und Schundfilms, der das blutige Treiben produzierte. Und da ist zum anderen ein gewisser Lew Cooper, der für das eher lausige Drehbuch verantwortlich zeichnet und hinter dem sich Trash-Legende Luigi Montefiori verbirgt, der unter seinem allseits bekannten Pseudonym George Eastman als MAN EUTER zweifelhafte Popularität genoss. 

  • Michele Soavi ist in einer kleinen Nebenrolle als junger Polizist mit dabei... 

  • „Dafür gibt sich Spielfilmdebütant Soavi aber auf der visuellen Ebene alle Mühe, die dünne Geschichte mit Licht- und Farbenspielen zu verbessern.“ (Frank Trebbin, DIE ANGST SITZT NEBEN DIR) 

  • „Die Szene unter der Dusche fehlt auch nicht. Brutaler Schocker in klaustrophobischer Enge, mit einem Ende, das man aber leider aus allzu vielen Schlitzerfilmen kennt.“ (Ronald M. Hahn & Rolf Giesen; DAS NEUE LEXIKON DES HORRORFILMS) 

  • „Brutaler Psycho-Thriller, der das Entsetzen auf die Spitze treibt, dabei aber durchaus versiert die Klischees und Versatzstücke des Horrorkinos variiert.“ (LEXIKON DES INTERNATIONALEN FILMS)    

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