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Einsame Entscheidung
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Veröffentlicht in : Filme, E

EINSAME ENTSCHEIDUNG

Steven Seagal: Vom Winde verweht... 

                                                                                                                                                                                                    

USA 1996 / O: „Executive Decision“ / Prod.: Warner Bros. / Laufzeit: 126 Min. / FSK: ab 16

Regie: Stuart Baird / Musik: Jerry Goldsmith / Kamera: Alex Thomson / Schnitt: Dallas Puett, Frank J. Urioste, Stuart Baird / Ausf. Prod.: Steve Perry / Prod.: Joel Silver, Jim & John Thomas / Buch: Jim & John Thomas

Darsteller: Kurt Russell (David Grant), Halle Berry (Jean), Steven Seagal (Lt. Col. Travis), David Suchet (Nagi Hassan), Oliver Platt (Dennis Cahill), John Leguizamo (Rat), Joe Morton (Cappy), B. D. Wong (Louie), Whip Hubley (Baker), Andreas Katsulas (Jaffa), Mary Ellen Trainor (Allison), J. T. Walsh (Senator Mavros), Ken Jenkins (General Wood), Charles Hallahan (General Sarlow), Dey Young (Gail), Richard Riehle (Marshall Edwards) sowie Len Cariou, Maria Maples, Ingo Neuhaus, William J. Jones, Paul Collins, Nicholas Pryor, Eugene Roche, Warren Munson, Tim Kelleher, Robert Apisa, Granville Hatcher, Chris Maher, Marianne Muellerleile, J. Fernández u.a.

 

Eine gute und eine schlechte Nachricht gleich vorweg. Zuerst die Schlechte: Steven Seagal spielt mit. Und nun die Gute: Er kratzt schon nach ’ner halben Stunde ab. Das ist toll, denn da versaut er uns mit seinen „Mienenspielen“ den Film nicht, auf der anderen Seite können wir uns über sein schauspielerisches Untalent nicht mokieren. Auf alle Fälle verlässt man in dieser Richtung die Genre-Konventionen, denn wenn ein Held, bei dem man denkt, daß er die ganze Welt rettet, bereits nach dreißig Minuten das Zeitliche segnet, weiß man nicht, was noch kommen mag. Wenn man sich aber die Inhaltsangabe von EXECUTIVE DECISION durchliest, ist alles klar: Islamische Terroristen (wer sonst?) unter der Führung des gemein gefährlichen Nagi Hassan (Spitze: David Suchet) kidnappen ein Flugzeug und fordern die Freilassung ihres Gesinnungsgenossen Jaffa (Andreas Katsulas, G’Kar aus BABYLON 5). Sie drohen mit der Ermordung der Geißeln und damit, eine Ladung tödliches Nervengas über Washington zu zünden. Eine Spezialeinheit (u.a. Oliver Platt und John Leguizamo) unter dem Kommando des alten Recken Lt. Col. Travis (Steven Seagal) soll die Terroristenbande stoppen – Pustekuchen! In luftiger Höhe von 8000 Metern versuchen Elitesoldaten mit Hilfe eines Spezialflugzeugs an Bord des gekidnappten Airbusses zu gelangen! Die waghalsige Kletterpartie kann als 100%ig gelungen bezeichnet werden, denn Steven Seagal, der ewige Videotheken-Rambo, fliegt aus dem Flugzeug und somit aus dem Film. "Über den Wolken..." sang einst Reinhard May... Mit etwas Wohlwollen, kann man Seagal's frühzeitigen Ausstieg noch als Selbstparodie betrachten. Da er nun draussen ist, liegt es an Pentagon-Berater Dr. Grant (Kurt Russell als „seriöser“ Retter der Welt, der mit Travis „diverse Differenzen“ hatte) die Terroristen-Bande auszuschalten. Und was macht Halle Berry, die spätere Oscar-Preisträgerin? Die spielt die Stewardess. Eine wichtige Rolle, wie wir seit der UNGLAUBLICHEN REISE IN EINEM VERRÜCKTEN FLUGZEUG wissen.

Ein Film, ganz im Sinne von Amerika. Immerhin, Wolfgang Petersen war mit dem unsäglichen AIR FORCE ONE, ebenfalls ein Terroristen-Thriller-Märchen in luftiger Höhe, noch patriotischer. Aber auch diese geballte Ladung an Vaterlandsliebe und Heldentum nervt ungemein – es sind tatsächlich einsame Entscheidungen, die einen veranlassen solche Filme anzuschauen. Neuerdings sollte man sensibler im Umgang mit Terroristen und Flugzeugen sein. 1996 gab es noch keinen 11. September, da waren Rette-die-Welt-Streifen (oder doch nur Amerika?) wie dieser ohne Frage möglich. Inzwischen sieht die Realität ganz anders aus, ja sie ist sogar spannender und läßt diesen tiefen Griff in die Klischee- und Mottenkiste des Action-Kinos eher unfreiwillig komisch geraten. Nicht jedoch auf der technischen Seite: Wo es an Ideen und Logik mangelt, schlägt der Actionknaller voll ein. Produzent Joel Silver läßt’s wie immer ordentlich krachen und profitiert von den jahrelangen Cutter-Erfahrungen seines Regisseurs Stuart Baird, der hier – mit Einschränkungen – ein solides Kinodebüt hinlegt. 

  • Stuart Baird schnitt u.a. Klassiker des Actionfilms wie LETHAL WEAPON und STIRB LANGSAM: Er machte sie mit zu dem, was sie heute sind. Baird führte danach Regie bei AUF DER JAGD, die eigentlich überflüssige Fortsetzung zu AUF DER FLUCHT, sowie beim zehnten STAR TREK-Film NEMESIS (2002). 

  • Die Welt ist ein Dorf: Kurt Russell und der unvergessene J. T. Walsh (hier eher am Rande, aber umso unverkennbarer als Senator, der sich mit unter den Geißeln befindet, zu sehen) begegneten sich in Jonathan Mostow’s tollem Kidnapping-Thriller BREAKDOWN (1998) wieder.

  • Konventioneller Actionthriller mit vorhersehbarer Story, solide inszeniert und gespielt.“ (TV Spielfilm)
   

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Oh Oh 3

Geschrieben von: Webmaster am 02-08-2007 16:15

Keinerlei Filmverstand? Wer den alten Ossi-Wessi-Konflikt schürt, um sich für filmische Schreckschusspistolen wie AIR FURZ ONE einzusetzen und seine Liebe zu alternden Knattermimen wie Steven Seagal zu offenbaren, kann wohl selbst nur ein Terrorist sein. Kein islamischer Terrorist, sondern ein filmischer Terrorist! 
 
Lieber Mac, Du hast keinen schlechten Geschmack - du hast gar keinen Geschmack!

 

Oh Oh 2

Geschrieben von: Mac am 02-08-2007 12:47

Wer Air Force One als unsäglich abstempelt und auch hier nur meckern kann sollte sich mal vor Augen führen warum er lieber im tiefsten Osten der Repuplik versauert und keinerlei Filmverstand hat. 
Wer tatsächlich schlechten Geschmack hat der leibt den Seagal für alles was er tut, wer nur Phrasen aus der Cinema kopiert sollte gleich ganz denen die Komentare überlassen. 
Und dann das wofür ich wieder nur den Kopf schütteln kann: "Islamische Terroristen (wer sonst?)". Ja, wer sonst? 
Guck dir deine alten Defa-Streifen an und überlass die Filmkritiken jemandem, der was davon versteht.

 

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