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Cannibals - Welcome to the Jungle
 

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CANNIBALS

Welcome to the Jungle 

USA 2007 / O: „Welcome to the Jungle“ / Prod.: Bauer Martinez Home Entertainment; Valhalla Entertainment; Stelbridge Filmworks / Laufzeit: 78 Min. (uncut) / FSK: k.J.

Regie + Buch: Jonathan Hensleigh / Kamera: Jonathan Hensleigh, John Leonetti / Schnitt: John Leonetti / Ausf. Prod.: Phillippe Martinez, Donald A. Barton / Prod.: Gale Anne Hurd 

Darsteller: Sandi Gardiner (Mandi), Callard Harris (Colby), Nickolas Richey (Mickey), Veronica Sywak (Bijou), John Leonetti (Helicopter Pilot) sowie Richard B. Morris, Jeran Pascascio u.a. 

 

2006 wurden im Horror-Dschungel Gerüchte über ein amerikanisches Remake von Ruggero Deodatos berühmt-berüchtigten Kannibalenschocker CANNIBAL HOLOCAUST laut, heraus gekommen ist eine Fake-Doku namens WELCOME TO THE JUNGLE, die, um es gleich vorweg zu nehmen, ohne die detaillierten Splatterszenen und realen Tier-Tötungsszenen vergleichsweise zahm daher kommt. Die Mitwirkung von Regisseur Jonathan Hensleigh (THE PUNISHER) und Erfolgs-Produzentin Gale Anne Hurd (TERMINATOR) schließt darauf, daß sich das Ganze in guten Händen befindet. 

Aufgezogen im BLAIR WITCH-Stil ist auch hier das gefundene Filmmaterial von vier vermissten jungen Menschen das Einzige, was Auskunft über deren Schicksal geben kann. Da waren also zwei idealistische Abenteuer-Pärchen, die in den Urwäldern von Papua-Neuguinea zu einer verhängnisvollen Expedition aufbrachen: sie wollten den seit über 40 Jahren verschollenen Millionär Michael Rockefeller, damals einer der reichsten Männer auf Erden, aufspüren und fanden doch nur den Tod. Was von ihnen übrig blieb, ist das hier vorliegende Filmmaterial, womit dann doch wieder Erinnerungen an CANNIBAL HOLOCAUST wach werden, denn hier wie dort wird die Videokamera Zeuge grauenhafter Ereignisse. Nicht umsonst brüstet sich Ruggero Deodato damit, daß er bereits 1980 die Idee vom BLAIR WITCH PROJECT vorwegnahm.   

WELCOME TO THE JUNGLE ist tatsächlich aufgezogen wie das BLAIR WITCH PROJECT, nur nicht so intensiv-verstörend und ohne Hexe, dafür mit Kannibalen – beliebig austauschbarer Horrorstoff also. Wer die wackligen Videokamera-Bilder dort gewöhnungsbedürftig fand, dürfte wohl auch hier seine Probleme haben, zumal die Idee, eine Filmkamera zum Erzähler zu machen, inzwischen alles andere als originell ist. Zu oft wurde das Ganze schon variiert, am schlimmsten von Ted Nicolaou in seinem grässlichen THE ST. FRANCISVILLE EXPERIMENT (2000). Dagegen kann sich Hensleigh’s Variation durchaus sehen lassen, sieht man mal von der eher faden ersten Viertelstunde, die sich zu sehr mit dem Balzverhalten seiner Protagonisten beschäftigt, ab. Doch je weiter sie sich in den Urwald von Papua-Neuguinea begeben, desto spannender wird der Film, dessen dokumentarischer Charakter eine authentische und realistische Atmosphäre verspricht. Vielen wird der Film nix bringen, denn wenn man es so will, besteht er nur aus Dschungelimpressionen, die mit der Digitalkamera gedreht wurden. Auf einen Score verzichtete Hensleigh ebenfalls, stattdessen liefern die Geräuschkulisse des Urwaldes und deren Buschtrommler hier den Soundtrack. 

 

Auf dem (Irr-) Weg in den Dschungel zeigen unsere vier Abenteurer ihr wahres Gesicht: hässlich, dumm, profitorientiert, intolerant. Die kannibalistisch veranlagten Zivilisationsfurzer haben den Dschungel schon längst für sich erobert: RTL zum Beispiel lässt dort eine populäre Show produzieren, in der abgetakelte Pseudo-Promis Insekten und Känguruhoden verspeisen müssen. Beim Lechzen nach Quoten und Zoten fressen sich alle gegenseitig auf. Die Kannibalen – sie leben mitten unter uns. Erst kommt das Fressen, dann die Moral.

  

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Cyclone
 

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C  Y  C  L  O  N  E

„400 PS – lasergesteuert – ein tödlicher „HURRICAN“ auf Rädern.“ (Verleihwerbung) 

USA 1987 / „Cyclone“ / AT: „Tornado” / Prod.: Cinetel Films Inc./ Länge: 82 Min. / FSK: ab 16  

Regie: Fred Olen Ray / Musik: Daniel A. Jackson, James Saad / Kamera: Paul Elliot / Prod.: Paul Hertzberg / Buch: Paul Garson, T. L. Langford  

Darsteller: Heather Thomas (Teri Marshall), Jeffrey Combs (Rick Davenport), Martin Landau (Bosarian), Ashley Ferrare (Carla Hastings), Dar Robinson (Rolf), Martine Beswick (Waters), Robert Quarry (Knowles), Troy Donahue (Bob Jenkins) , Tim Conway Jr. (Barrell), Dawn Wildsmith (Hanna) sowie Michael Reagan, Huntz Hall, Bruce Fairbairn, Sam Hiona, John Stewart, Paul Short u.a.

                                                                                                                                                      

Na, wer braust denn da mit seinem flotten High-Tech-Motorrad durch die Kante? Nun, es ist Jeffrey Combs, der damals, wie es das Schicksal so will, rein zufällig der Nachbar von Fred Olen Ray (ALIENATOR; BIOHAZARD) war. Und dieser konnte ihn zur Mitwirkung in zwei seiner Filme überreden, worüber Combs selbst im Nachhinein nicht unbedingt stolz drauf ist. Der eine war der hierzulande unveröffentlichte PHANTOM EMPIRE (1987), der andere der hier vorliegende CYCLONE, in dem Combs einmal mehr den idealistischen Forscher spielt, nur das er diesmal nicht an Körperteilen, sondern an Maschinenteilen tüftelt und experimentiert: Er ist der Erfinder eines hochmodernen Super-Motorrads, das statt Benzin Wasserstoff als Antriebsmittel benutzt. Schon bald sind allerlei finstere Gestalten hinter dem sehr wichtigen militärischen Projekt her und so kommt es eben, daß er beim Besuch mit seiner Uschi (Heather Thomas) in einer dieser 80er-Jahre-Discotheken, gerade als er ’ne flotte Sohle aufs Parkett legt, abgemurkst wird. Schlechte Musik kann tödlich sein. Damit ist Combs nach nicht mal einer halben Stunde auch schon wieder aus dem Rennen, darf aber noch seiner Uschi per aktivierten Bildschirm seine FBI-Zugehörigkeit offenbaren und Anweisungen erteilen, wie sie denn nun seine geniale Erfindung, den „Cyclone“, handhaben soll, um sie vor den Mächten des Bösen zu verstecken. Hinter denen steckt Martin Landau (DAS GEHEIMNIS DER FLIEGENDEN TEUFEL, 1980), der in den 80ern in seinem ganz persönlichen Karrieretief fest saß, aus das ihm wenig später ausgerechnet Woody Allen wieder heraus half und ihn mit der Oscar-nominierten Rolle in VERBRECHEN UND ANDERE KLEINIGKEITEN bedachte. 1992 konnte Landau die begehrte Statue tatsächlich in Empfand nehmen: für seine schauspielerische Glanzleistung als abgetakelter, drogensüchtiger Bela Lugosi in Tim Burtons liebevoller Hommage an den angeblich schlechtesten Regisseur aller Zeiten: ED WOOD. 1987 musste er noch für Fred Olen Ray die Gastrollen-Charge machen. Als Oberschurke Bosarian taucht er auch erst nach etwa einer Dreiviertelstunde auf, reagiert aber gleich ziemlich ungeduldig, hat er doch diese tolle Erfindung für 5 Mille an die Japaner verkauft, die wiederum auf pünktliche Lieferung ihrer Wahre bestehen. Stuntman-Legende Dar Robinson als Killer-Punk (einer seiner letzten Rollen vor seinem tödlichen Unfall in LETHAL WEAPON) sowie Robert Quarry (BLACK ZOMBIES VON SUGAR HILL, 1974) und Martine Beswick (DER SKLAVE DER AMAZONEN, 1967) als falsche FBI-Agenten versuchen in Bosarians Auftrag den „Cyclone“ in die Hände zu bekommen – leider vergeblich. Denn diese sensationelle Erfindung, und das kann man von einer für die Zukunft der Menschheit bedeutenden Energiequelle durchaus behaupten, musste ausgerechnet in die Hände einer Frau fallen…  

Was das in einem Film von Fred Olen Ray bedeutet, kann man sich denken: es langt mal wieder halt nur zu einem typischen Film von Fred Olen Ray. Er vertraut voll und ganz der nicht vorhandenen Starpower von Heather Thomas, die Stemmeisen stemmend im Fitnessstudio schwitzt, pöbelnde Saufbrüder verdrischt und auf der Flucht vor Bosarians Verbrecherbande für herzhafte Verfolgungsjagden, umwerfend dilettantisch inszenierte Schusswechsel und jede Menge explodierende Autos sorgt. Kein Film von Fred Olen Ray ohne Duschszene; Blondinen-Bonus inbegriffen. Er weiß, was er sich selbst schuldig ist. Nur geriet die teils naive, teils ermüdende Jagd nach dem futuristischen Gefährt doch recht zäh, Ray hat jedenfalls schon weitaus enthusiastischer schlechte Filme gedreht.   

·         „Mangelhaft in der Darstellung und voller Spekulationen mit dem schlechten Geschmack.“ (LEXIKON DES INTERNATIONALEN FILMS)

Weitere besprochene Filme mit Jeffrey Combs:

RE-ANIMATOR (1985)

FROM BEYOND (1986)

ROBOTJOX (1989)

MUTRONICS (1991)

FORTRESS – DIE FESTUNG (1993)

LURKING FEAR (1994)

SPOILER (1997)

ICH WEISS NOCH IMMER, WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST (1998)

HAUNTED HILL (1999)

FAUST – LOVE OF THE DAMNED (2001)

FEAR DOT COM (2002)

SHARKMAN – SCHWIMM UM DEIN LEBEN (2005)

ABOMINABLE (2006)

HAUNTED HILL - DIE RÜCKKEHR IN DAS HAUS DES SCHRECKENS (2007)

 

 

 

 

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C.H.U.D. II - Bud the Chud
 

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C.H.U.D. II – BUD THE CHUD

oder: “Immer Ärger mit Bernie” meets “Return of the Living Dead”

USA 1988 / O: „C.H.U.D. II: Bud the Chud“ / AT: „C.H.U.D – Das Monster lebt“ / Prod.: Lightning Pictures /

Laufzeit: ca. 84 Min. / FSK: ab 16

Regie: David Irving / Musik: Nicholas Pike / Kamera: Arnie Sirlin / Schnitt: Barbara Pokras / Ausf. Prod.: Lawrence Kasanoff, Richard Keatinge / Prod.: Jonathan D. Krane / Buch: M. Kane Jeeves (= Ed Naha)

Darsteller: Gerrit Graham (Bud), Robert Vaughn (Colonel Masters), Brian Robbins (Steve), Bill Calvert (Kevin), Tricia Leigh Fisher (Katie), Bianca Jagger (Velma), Larry Cedar (Graves), Larry Linville (Dr. Jewell), Judd Omen (Sam), June Lockhart (Gracie), Robert Symonds (Proctor), Priscilla Pointer (Dr. Berlin), Jack Riley (Wado), Clive Revill (Dr. Kellaway) sowie Sandra Kerns, Norman Fell, Rich Hall, Jo Ann Dearing, Frank Birney, Sarah Berry, Jonathan Farwell, Marvin J. McIntire, ungenannt: Robert Englund (!) u.a.

Aus der Rubrik: Fortsetzungen, die die Welt nicht brauch. David Irving’s Teenie-Zombie-Klamotte hat nichts weiter mit Douglas Cheek’s C.H.U.D. – PANIK IN MANHATTAN (1984), in dem radioaktive Strahlung in der Kanalisation lebende Obdachlose zu glitschigen Ekel-Monstern mutieren läßt, gemein. Bis auf die Ausgangsidee: C.H.U.D. steht für Cannibalistic Humanoid Underground Dwellers. In einer Kleinstadt liegt in einem geheimen Forschungslabor so ein CHUD (Gerrit Graham als einziger Lichtblick) in seinem Tiefschlaf, obwohl die Regierung dieses Projekt abbrach. Drei dusslige Teenie-Plagen klauen die eingefrorene, genmanipulierte Leiche, ohne zu wissen welche Folgen ihre Tat hat: Das Unikum wacht auf und frisst bis zu einer High-School-Party durch die Nacht. Die gestartete Monsterjagd, angeführt vom nicht ganz astreinen Colonel Masters (SOLO FÜR O.N.K.E.L.-Serienstar Robert Vaughn), endet in einem einzigen Chaos... – und nicht nur diese. Irvings jämmerliche Zombie-Klamotte fängt schnell an zu langweilen, schließlich mußten ja unbedingt alle Klischees durchgenommen werden, die in so einem kindischem Untotenkuddelmuddel in Frage kommen. Alles in allem nichts weiter als ein bekloppter RE-ANIMATOR-Nachzieher und armseliger Vorläufer von RETURN OF THE LIVING DEAD III, in dem der Humor auf eine sehr schlichte Weise funktioniert und jegliche parodistische Ansätze, dank fehlender zündender Einfälle von Seiten des Regisseurs und Autors, im Keim erstickt. Es bedarf schon einem ausgeprägten schlechten Geschmack, um an dieser faden Spätachtziger-Jahre-Blödelei Gefallen zu finden.

  • Gerrit Graham war der gestresste Dr. Pankow in 6 „Parker Lewis“-Folgen (1990/91) und hatte einen Gastauftritt als rebellischer Q2 in der „Star Trek – Voyager“-Folge „Death Wish“ aus der 2. Staffel sowie als Alien-Jäger in der frühen „Deep Space Nine“-Episode „Tosk, der Gejagte“ aka „Captive Pursuit“. Außerdem sah man ihn unter anderem im Pudding-Sequel BEWARE! THE BLOB (1972) von DALLAS-Fiesling Larry Hagman, in Brian de Palmas Frühwerk DAS PHANTOM IM PARADIES (1974), Paul Bartels Kultfilm CANNONBALL! (1976), DES TEUFELS SAAT (1977), ICH GLAUB', MEIN STRAPS FUNKT SOS aka CLASS REUNION (1982), TERROR VISION (1986), Larry Cohens IT'S ALIVE III (1987), MARTIANS GO HOME (1990), CHUCKY II (1990), DAS PHILADELPHIA EXPERIMENT II (1993) und Jim Wynorski's Trash-Kalauer WASP WOMAN (1995) und DEMOLITION HIGH (1996).
  • In Nebenrollen mit dabei: Bianca Jagger (die, als sie anno dazumal mit Mick vorm Hochzeitsaltar stand, sicher nie im Traum dran gedacht hätte, in so einem Ulkfilm mitzuwirken), June Lockhart (Maureen Robinson in Irwin Allen’s kultiger Sci-Fi-Serie LOST IN SPACE), Clive Revill (TANZ DER TOTENKÖPFE), Jack Riley (ANGRIFF DER KILLERTOAMTEN) und Larry Linville („Frettchengesicht“ Frank Burns aus M.A.S.H.), der mal wieder den Trottel-Arzt mit griffbereiter Schnapsbulle gibt.
  • Das sich Drehbuchautor Ed Naha (DOLLS) hinter einem Pseudonym verstecken musste liegt auf der Hand: Er ist nämlich auch als Filmkritiker bekannt...
  • „Die komödiantischen Elemente sind im Vergleich zum glatt durchgängigen ersten Teil weitaus schlechter, aber Graham ist als Monster ungekünstelt lustig.“ (Leonard Maltin, MOVIES AND VIDEO GUIDE)
  • „Abgesehen von den letzten 15 Minuten verbreitet sich gähnende Langeweile, mit schier unerträglicher Komik auf Pennälerniveau.” (A. Bertler, HÖLLE AUF ERDEN)
  • „Dieses Monster ist ein totaler Blindgänger.“ (TV SPIELFILM)
  • „Nur unfreiwillig komisch, billig gemachte Effekte.“ (TV TODAY)
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Children of the Living Death
 

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CHILDREN OF THE LIVING DEATH

 

USA 2001 / O: “Children of the Living Death” / Prod.: Westwood Artists International, Inc. / Laufzeit: 85 Min. / FSK: ab 18 

Regie: Tor Ramsey / Musik: Alan Howarth / Prod.: John A. Russo, Karen Lee Wolf / Ausf. Prod.: Joseph Wolf / Buch: Karen Lee Wolf / Make-up-Effekte: Vincent J. Guastini 

Mit Tom Savini (Deputy Hughs), Martin Schiff (Deputy Randolph), Damien Luvara (Matthew Michaels), Jamie McCoy (Laura Danesi), Sam Nicotero (Dusty), Heidi Hinzman (Candy Danesi) sowie Philip Bower, Tom Stoviak, A. Barrett Worland, Matt Campbell, Olivian Ciummo, Joe Conty, Vincent J. Guastini, Karen Lee Wolf (Marilyn Michaels) u.a.

 

Zombies, das haben sie so an sich, sind bekanntlich kaum tot zu kriegen. Und da gibt es auch die dazu gehörigen Filme, die oftmals genauso lästig sind. Wie ein ekliger Eiterpickel wuchern sie am Horrorfilm-Arsch dahin; drückt man sie auf, kommt nur Gülle heraus. Und davon steckt in CHILDREN OF THE LIVING DEATH viel, viel drin ... ein Güllefilm par excellenze.  Im Jahre 1968 wird der Ursprung der hier geschilderten Ereignisse angegeben, jenem Jahr, in dem George A. Romero mit seiner legendären NACHT DER LEBENDEN TOTEN Horrorfilm-Geschichte schrieb. Eine ziemlich verunglückte Hommage von John A. Russo, der beide Filme produzierte und sich davon offenbar etwas versprach, etwa um an alte Erfolge und längst vergangene Zeiten anzuknüpfen. George A. Romero hat auch alle Höhen und Tiefen des Filmbusiness durchgemacht, aber aus ihm ’is doch noch was geworden, im Gegensatz zu Russo, der eigentlich nur noch billigen Mist macht. Auf die Handlung kann man getrost  scheißen, denn hier geht’s ausschließlich um Zombies abknallen, Zombies abknallen und ... – äh Zombies abknallen. Das Ganze mit einer Dramaturgie, die einfach haarsträubend ist.

Alles beginnt wie bereits erwähnt im Jahre ’68, auch hier wimmeln die Zombies gleich von Anfang an herum. Horror-Legende Tom Savini ist Deputy Hughs, ein Spezialist im Zombie-Abknallen, und in dieser Rolle echt zum Umfallen.  Und jetzt die einzige Überraschung des gesamten Films: nachdem Savini als machohafter Ramba-Zamba-Rambo-Zombiejäger vorgestellt wurde, muß auch er Bekanntschaft mit dem Tod machen, genauer gesagt mit Oberzombie Abbott Hayes (lächerlich: A. Barrett Worland, ein Glück, wenn man ihn nicht kennt). Der hat’nen PSYCHO-mäßigen Mutterkomplex: Seine Erzeugerin gab ihn als Mädchen aus, steckte ihn in Frauenkleider, in denen er durch Stadt und Schule rennen musste. Das verträgt kein Junge. Nun spukt er als untoter Freak auf seinem Lande herum. Diesem Abbott Hayes wird Deputy Hughs zum Verhängnis – und Tom Savini, der erst großspurig angekündigt wird, um schon in der ersten Viertelstunde abzukratzen. 14 Jahre später läßt Abbott Hayes vier doofe Teenie-Plagen mitsamt ihrem Kleinbus eine Klippe hinunter stürzen; ihren Totengräber schenkt er mit einem Biss in den Hals ein eigenes, lebendiges Grab. Wie aufmerksam. Und noch mal einige Jahre später soll auf diesem Gelände, am alten Haus vom Friedhof, da, wo Abbott Hayes sein Unwesen treibt, ein Autohaus mitsamt Motel entstehen. Die Bauarbeiten haben längst begonnen und schon kann das Abmurks-Happening munter losgehen...

...in einem primitiven, spannungslosem Meuchel-Schocker, der vieles von dem zeigt, was Horrorfilme im allgemeinen immer wieder in Verruf brachte. Sie alle schienen nicht gewusst zu haben, was sie taten. Hier zählt nur die plumpe Effekthascherei, das Schielen, Lechzen und Glotzen nach haufenweise blutrünstigen Schauerlichkeiten. Regisseur Tor Ramsey, der seinem Vornamen alle Ehre macht, verliert sich in eine selbstzweckhaft-dumpfe Brutalität, die oft in reine Dummheit ausartet. Gut, es mag härtere Filme geben (Ätsch, eine Steigerung ist möglich!), aber nicht alle wurden so primitiv umgesetzt wie dieser grottige Splatter-Trash. Ramsey’s Regie ist bestenfalls amateurhaft, auf jeden Fall aber katastrophal phänomenal. Vor allem die viel zu vielen Schusswechsel sind stümperhaft inszeniert, mit einem Tempo, ähnlich einem beinamputiertem Zombie auf Nahrungssuche. Viel Gegröle beim Auftritt der Teenager-Zombies: als ob ihnen jemand einen Arschtritt gegeben hat, damit sie wenigstens zwei, drei Meter torkelnd und grunzend durch die Steppe latschen, im schlecht ausgeleuchteten Set mit haufenweise Nebel, um die Einfältigkeit der Masken zu verschleiern.

 

  • Tom Savini wurde hauptsächlich durch seine Arbeiten als Make-up-Künstler bekannt, u.a. schuf er beinharte Splatter-Effekte in DAWN OF THE DEAD, DAY OF THE DEAD, MANIAC und FREITAG, DER 13. 1990 führte er Regie bei NIGHT OF THE LIVING DEAD, dem Remake zu Romero’s DIE NACHT DER LEBENDEN TOTEN. Bei CHILDREN OF THE NIGHT kommt er erneut mit der Zombie-Thematik wieder zusammen, die „Inspirationsquellen“ sind unübersehbar. Immerhin darf er sich auf eines seiner früheren Talente besinnen, nämlich das des Stuntkoordinators. Als Nebendarsteller gibt er sich immer mal wieder die Ehre, unvergessen bleibt der Untoten jagende Biker in ZOMBIE und sein unnachahmlicher „Sex Machine“ in FROM DUSK TILL DAWN. Bei der Auswahl seiner Rollen sollte er jedoch vorsichtiger sein, denn mit seinem albernem Auftritt zu Beginn von CHILDREN OF THE LIVING DEATH, der im Grunde nichts weiter als eine „nette Geste“ gegenüber John A. Russo ist, landete er mächtig tief in der Scheiße.          

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Crossworlds
 

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C  R  O  S  S  W  O  R  L  D  S

 

USA 1996 / O: „Crossworlds“ / AT: „Crossworlds – Dimension der Unendlichkeit“ / Prod.: Trimark Pictures / Länge: 87 Min. / FSK: ab 16 

Regie: Krishna Rao / Musik: Christophe Beck / Kamera: Christopher Walling / Schnitt: Anita Brandt-Burgoyne Ausf. Prod.: Mark Amin, Stephen Hopkins / Prod.: Rupert Harvey, Lloyd Segan / Buch: Krishna Rao, Raman Rao / Visuelle Effekte: Joseph & Wendy Grossberg 

Mit Rutger Hauer (A.T.), Stuart Wilson (Ferris), Josh Charles (Joe Talbot), Andrea Roth (Laura), Perry Anzilotti (Rebo), Jack Black (Steve), Richard McGregor (Stu), Ellen Geer (Joe’s Mutter), Beverly Johnson (die Königin) sowie Michael Stadvec, Michael Wiseman, Shani Rigsbee, Norita Golanos, Tony Ervolina u.a.

 

Der bei den Girlies wenig erfolgreiche Joe (Josh Charles, S.W.A.T., 2003) wird aus seinem öden Studentenleben gerissen, als eines Abends eine junge Frau in seinem Kämmerlein auftaucht und ihm den geheimnisvollen Kristall stehlen will, den er von seinem Vater geerbt hat. Die reizende Diebin stellt sich als Laura vor, eine interdimensionale Kriegerin aus einer Parallelwelt. Sie erklärt ihm, daß jener Kristall, der in Form eines Amuletts um seinen Hals hängt, in Verbindung mit einem magischen Stab Reisen durch Zeit und Raum ermöglicht. Hinter diesem Kristall ist auch der üble Unhold Ferris (Stuart Wilson, LETHAL WEAPON 3, 1992; DER TOD UND DAS MÄDCHEN, 1994) her, der sich uneingeschränkte Macht verspricht. Mit dem hartgesottenen Dimensions-Krieger A.T. (Rutger Hauer, mit langem Mantel mal wieder auf besonders cool-grimmig getrimmt) an ihrer Seite treten Joe und Laura gegen das Böse an... Im Rahmen seiner eng gesteckten B-Movie-Grenzen ein recht unterhaltsames Fantasy-Abenteuerchen, zumindest dann, wenn man damit leben kann, daß auf zu viele alte Kamellen gesetzt werden. Das Spiel mit Raum und Zeit hätte noch interessanter und abwechslungsreicher sein können als das übliche Machtgehabe zwischen Gut und Böse. Mangels Budget oder der Phantasie seiner Macher spielt der Reißer meist nur in der Gegenwart, und wenn schon mal ein Blick auf die andere Seite gewagt wird, dann entpuppt sie sich nur als hitzig-öde Wüstenlandschaft (der gute, alte Schrottplatz darf als besonders preiswerte Location ebenfalls nicht fehlen). Zwischendurch gibt’s ein paar hübsche, aber leider auch durchsichtige Special effects aus der Computer-Retorte, eine Fahrstuhlreise ins Nichts und ein nettes Finale, in dem Schurkendarsteller Stuart Wilson, der mit Anzug und Krawatte eine recht gute Figur macht, den ollen Rutger Hauer mitsamt dem nervigen Josh Charles durch verschiedene Dimensionen boxt. 

  • Mitproduziert wurde CROSSWORLDS von Stephen Hopkins (Regisseur u.a. von NIGHTMARE ON ELM STREET V und PREDATOR II), der, laut Frank Trebbin, „sicherlich auch mal „Hand anlegen“ durfte.“ Einen von Joe’s Kumpel spielt der pummelige Jack Black (HIGH FIDELITY, 2000; SCHWER VERLIEBT, 2001; KING KONG, 2005), der 1996 noch den Nebenrollenkasper machen musste. 

  • Ellen Geer als Joe’s Mutter spielte in der „Star Trek – TNG“-Episode „Das Recht auf Leben“ die besessene Wissenschaftlerin Dr. Marr, die aus Rache die kristalline Lebensform zerstörte, da ihretwegen ihr Sohn zum Opfer fiel. 

  • „Primitiver Science-fiction-Humbug, der nur den inzwischen durch derlei Produktionen abgehalfterten Rutger Hauer als As vorweisen kann.“ (HEYNE FILMJAHRBUCH 1998) 

  • „...witzig-ironischer Fantasy-Film, der schlichtweg von der ersten bis zur letzten Minute solide Unterhaltung in Form eines B-Movies bietet.“ (Frank Trebbin, DIE ANGST SITZT NEBEN DIR) 

  • „Ein unterhaltsamer Fantasy-Streifen nach bekanntem Genre-Schema, der so sauber wie ein gebohnerter Küchenboden aussieht – und genauso aufregend.“ (Uwe Raum-Dainzer, MOVIESTAR) 

  • „Besonders penetrant fällt vor allem die Lieblosigkeit auf, mit der CROSSWORLDS heruntergekurbelt wurde.“ (SFX) 

 

 

 

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