Schlechter Geschmack: Die Welt ist zu schlecht für gute Filme
Home arrow Von Alien bis Zombie 16.05.2008
Themenkreise
Monster, Aliens, Mutationen
Zombies, Kannibalen, Gedärm-Gewühl
Weltraumgeballer, UFO's, Invasionen
Roboter, Androiden, Computerkram
Psychopathen, Schlitzer, Killer-Thriller
Spukhäuser, Geister, Dämonen
Katastrophenkram und Endzeitstimmung
Action-Gekloppe, Ballereien, Schlägereien
Vampire und andere Blutsauger
Fantasy und Abenteuerspektakel
Trash-Überflieger
Nonsens, Spaß und sonstnochwas
Neue Kommentare
Hostel 2
(3 Einträge)
Hellraiser: Hellworld
(3 Einträge)
Saw II
(9 Einträge)
Hatchet
(5 Einträge)
Biohazard - Monster aus der Galaxis
(2 Einträge)
Ed Gein - Der wahre Hannibal Lecter
(1 Eintrag)
Rote Baron, der
(2 Einträge)
Basket Case II
(2 Einträge)
Da Vinci Code, the - Sakrileg
(2 Einträge)
Shaun of the Dead
(6 Einträge)
Die Geschmäcker sind verschieden, besonders die schlechten.
Wahrer Horror
21. April 2008
13. März 2008
08. März 2008
02. März 2008
29. Februar 2008
 
Butchered - Keiner kann entkommen

BUTCHERED – KEINER KANN ENTKOMMEN

D 2007 / O: „Steel Trap“ / Prod.: K 5 Film / Laufzeit: 88 Min. / Freigabe: k.J. 

Regie: Luis Cámara / Musik: Florian Moser / Kamera: Patrick Popow / Schnitt: Wolfgang Weigl / Ausf. Prod.: Dirk K. van den Berg / Prod.: Daniel Baur, Oliver Simon / Buch: Luis Cámara, Gabrielle Galanter 

Darsteller: Georgia Mackenzie (Kathy), Mark Wilson (Wade), Pascal Langdale (Robert) sowie Julia Ballard, Joanna Bobin, Annabelle Wallis, Adam Rayner, Frank Maier

 

Kein guter Rutsch ins neue Jahr: in einem Hochhaus steigt eine Silvesterparty, bei der neben der bekannten TV-Köchin Kathy (Georgia Mackenzie) jede Menge Yuppies und Schlampen aus der Medienszene anwesend sind. Spät in der Nacht erhält eine kleine Gruppe von ihnen per SMS eine Einladung zu einer ganz exklusiven Party, die paar Stockwerke weiter unten stattfindet. Die ist entsprechend dekoriert und mit lauter kleinen Zetteln und Rätseln versehen, doch kaum das die geladenen VIP-Gäste den Sinn hinter dieser ganz speziellen Veranstaltung erraten, müssen sie feststellen, dass sie eingesperrt sind und von einem maskierten Psychopathen nacheinander dezimiert werden. 

Wie das so ist: wenn man mal auf eine Party gerät, die einen anödet, wird man schon sehen, dass man schnell wieder weg kommt. Bei einem öden Film hat man natürlich auch immer die Möglichkeit, die Stop-Taste zu drücken, doch wenn die Verleihgebühr bereits entrichtet wurde, quält man sich dann doch irgendwie durch. In diesem Fall: ein beliebig austauschbarer, nur mäßig spannender Dutzendslasher, in dem eine unsympathische Opfertruppe in eine karge Wolkenkratzer-Etage eingesperrt wurde und ständig am streiten und sterben ist.

                                                                                                                       

Gewiefte Horrorfilm-Gucker ahnen schon früh, das sich der maßgebliche Täter mit unter den potentiellen Todeskandidaten befindet. Die entstammen allesamt aus der Medien-Branche, wurden entsprechend unsympathisch bzw. überheblich kreiert und kratzen dann bald nacheinander, einer nach dem anderen, ab. Und gerade bei den lieblos arrangierten Todesarten hecheln die Macher mühevoll den SAW-typischen, tödlichen Folterfallen hinterher, ohne aber deren ausgetüftelte Raffinesse zu erreichen. Ist denn der Täter zum Schluss entlarvt, ergeht er sich in einer Erklärungswut (warum und weshalb er das ganze blutige Brimborium angerichtet hat), das es einfach nur noch nervt und peinlich ist. Ist ja schön und gut, ihm eine Motivation für seine Mordtaten zu geben (nämlich mal wieder ein uraltes Kindheitstrauma, das aufgearbeitet bzw. gerächt werden muss), doch geriet dies hier derart krampfhaft, dass man sich wünscht, dieser Durchschnittslasher möge doch bald zu seinem Ende kommen. Was man bei den zu recht unbekannten Namen von Regisseur, Co-Autorin und Darstellern, die sich hier nicht gerade verausgabt haben, am wenigsten vermutet hätte: bei BUTCHERED handelt es sich tatsächlich um eine deutsche Produktion. Nur der Name des Darstellers, der die Partygäste hinrichtet, klingt einheimisch: Frank Maier. Schön, dass sich die Deutschen auf das besinnen, was sie am besten können.

  • ...ein schönes Beispiel dafür, wie man mit vergleichsweise wenig Geld einen atmosphärischen (und ultraspannenden) Thriller produzieren kann." (Norbert Faulhaber, DEADLINE 02/2008)  
Kommentar schreiben (0 Kommentar(e))
 
Black Hole - Katastrophe im schwarzen Loch

BLACK HOLE

Katastrophe im schwarzen Loch

„Wenn mir jetzt jemand einen Kaffee bringt, werde ich ihm ewig dankbar sein.“ (General Ryker)

USA 2006 / O: „Black Hole“ / Prod.: Nu Image; Active Entertainment; Equity Medienfonds GmbH & Co. KG III / Laufzeit: 86 Min. / FSK: ab 16 

Regie: Tibor Takács / Musik: John Dickson / Kamera: David Worth / Schnitt: Ellen Fine / Ausf. Prod.: Manfred D. Heid, Gerd Koechlin, Josef Lautenschlager, Andreas Thiesmeyer / Prod.: Kenneth M. Badish, Boaz Davidson, Avi Lerner / Buch: David Goodin 

Darsteller: Judd Nelson (Eric Ryce), Kristy Swanson (Shannon Muir), David Selby (General Ryker), Heather Dawn (Alicia), Jennifer Lyn Quackenbush (Elizabeth Williams), Christa Campbell (Coldwell), Peter Mayer (General Tate), Jim Anthony (Spencer Holland), Kevin Beyer (Dr. Hauser) sowie Dan Buran, Tim Snay, Julia Sinks, Adrian Rice, Greg Carr, Chris Nolte, Robert Giardina, Rick Tamblyn, Ermal Williamson u.a.

In den unterirdischen Kellerkatakomben einer Versuchsanstalt in St. Louis nimmt das Unglück seinen Lauf, denn wieder einmal ist ein Experiment außer Kontrolle geraten. Was die werten Wissenschaftler ursprünglich vor hatten (Ionenstrahlen bündeln oder so ein Scheiß) ist jetzt vollkommen unwichtig… jedenfalls ist da, wo das Experiment noch war, ein großes, schwarzes Loch, das ganz St. Louis zu verschlingen droht! Und als ob das noch nicht genug ist, wurde auch noch eine außerirdische Lebensform angelockt, die wie ein Blitze zuckender Predator aussieht und sich von Elektrizität ernährt! Der getrennt von Frau und Kind lebende, unter seiner Alkoholsucht leidende Physik-Pfiffikus Eric Bryce (Judd Nelson) wird reaktiviert, um mit seiner Kollegin Shannon (Kristy Swanson) das Problem zu lösen. Viel Zeit bleibt ihnen nicht: das schwarze Loch wird immer größer und die Militär-Chergen unter der Leitung von General Ryker (David Selby) warten nur auf den Befehl des Präsidenten, ein Atombömbchen runter krachen zu lassen… 

                                                                                                                      

Schon beim Zusammenfassen der Inhaltsangabe muss man sich zusammen reißen, denn hier haben wir es mal wieder mit einem ganz besonderen Querschläger zu tun. Dieser minderbemittelte TV-Fast-Food-Trash kann mal wieder nur aus dem Hause Nu Image kommen – fragt sich aber: Für wen? Die teilnahmslose Regie des gebürtigen Ungaren Tibor Takács macht sich auch nicht gerade die große Mühe, diesen Sülz einigermaßen aufregend und interessant zu gestalten. Wie denn auch, bei den beschränkten Mitteln und Talenten. Obwohl sich Takács Ende der 80er einen Namen mit zwei gelungenen Horror-Beiträgen machte: zum einen der Monsterfilm GATE – DIE UNTERIRDISCHEN (1987) mit dem ganz jungen Stephen Dorff, zum anderen der vielbeachtete I, MADMAN (1989), der bei uns HARDCOVER hieß. Davon ist jedoch nicht mehr viel übrig geblieben, seit er sich auf preiswerte B-Movie-Ware spezialisiert hat, sei es nun zum Thema Tier-Horror (RATS, 2003; MOSQUITO MAN, 2005; KRAKEN: TENTACLES OF DEEP, 2006; ICE SPIDERS, 2007) oder schlecht getrickste Katastophen-Szenarios wie TORNADO WARNING (2002) oder ERDBEBEN – WENN DIE ERDE SICH ÖFFNET… (2004).

                                                                                                                      

In die letzte Kategorie gehört auch BLACK HOLE, der eine bescheidene Tricktechnik, jede Menge klischeehafte Charaktere und die unsinnigsten aller unsinnigen Dialoge auffährt, um diesen Schwachsinn irgendwie über die Runden zu bringen. Die ziehen sich aber mitunter in die Länge, da die hier geschilderten Ereignisse nicht unbedingt das sind, was man als spannend oder mitreißend bezeichnen möchte. Kristy Swanson als bebrillte Wissenschafts-Blondine steht stellvertretend für den langweiligen Charakter dieses mit allerlei zweitklassigen Effekten versehenen Rohrkrepierers, bei dem der Eindruck erweckt wird, dass sich im Kopf von Drehbuchautor David Goodin, der für Nu Image zuvor das ungleich bessere Monsterspektakel LARVA (ebenfalls mit Ex-FALCON CREST-Fiesling David Selby) fabrizierte, auch ein großes, schwarzes Loch befindet. Man kann nur hoffen, dass es sich nicht auch noch ausbreitet und alles zu verschlingen droht.

Kommentar schreiben (0 Kommentar(e))

 
Bubba Ho-Tep

BUBBA HO-TEP

Aufstand der Alten 

                    

USA 2002 / O: „Bubba Ho-tep“ / Prod.: Silver Sphere / Länge: 88 Min. 

Regie + Buch: Don Coscarelli / Musik: Brian Tyler / Kamera: Adam Janeiro / Schnitt: Scott J. Gill, Donald Milne / Ausf. Prod.: Dac Coscarelli / Prod.: Don Coscarelli, Jason R. Savage / LV: Joe R. Londsdale / Spezialeffekte: KNB 

Darsteller: Bruce Campbell (Elvis), Ossie Davis (Jack), Ella Joyce (die Krankenschwester), Heidi Marnhout (Callie), Bob Ivy (Bubba Ho-tep), Edith Jefferson (ältere Frau), Larry Pennell (Kemosabe), Reggie Bannister (Pflegeheim-Manager), Daniel Roebuck & Daniel Schweiger (Leichenwagen-Fahrer), Harrison Young (Elvis’ Zimmergenosse) sowie Linda Flammer, Cean Okada, Solange Morand, Chuck Williams, Timothy E. Goodwin, James Maley, Bruce Rawitz u.a.

Geschichten, die das Leben schreibt:

Elvis Presley ist gar nicht gestorben. Er betreibt auch kein Anglergeschäft in Wisconsin, wie manchmal behauptet wird. Elvis Presley lebt als über 70jähriger in einem Altenpflegeheim in Texas. Vergessen und allein vegetiert er in seinem Bett vor sich hin. Ein krebsartiges Geschwür an seinem Penis macht ihn zu schaffen. Wie es dazu kommen konnte? Das der King of Rock ’N Roll einmal so endet? Nun, es war vor vielen Jahren, als er seines Lebens überdrüssig war und es mit dem eines Elvis-Imitatoren eintauschte. Der verstarb allerdings ganz plötzlich und so gibt es für ihn kein Zurück mehr... – aus dem Krankenbett im Altenpflegeheim. Elvis’ einziger Freund ist Jack, der sich trotz seiner schwarzen Hautfarbe für John F. Kennedy hält. Das dieser eigentlich ein Weißer war, erklärt Jack so: „Diese Leute haben mich so eingefärbt! Gibt es einen besseren Weg die Wahrheit zu vertuschen als diesen?“ Doch dann treibt ausgerechnet in jenem Pflegeheim eine 4000 Jahre alte Mumie, die den Bewohnern die Seele aussaugt, ihr Unwesen. Das lassen sich zwei wie Elvis Presley und John F. Kennedy natürlich nicht gefallen. Man findet neuen Lebensmut, rappelt sich aus dem Bett, stellt sich dem unsanften Pflegepersonal entgegen und nimmt mit aller entschlossener Kraft den Kampf gegen die Mumie auf…  

Das sind auch Geschichten, die das Leben schreibt: 5 Jahre nach seiner Entstehungszeit findet dieses kostbare Genre-Juwel auch bei uns die lang ersehnte Veröffentlichung. Unverständlich, warum man uns BUBBA HO-TEP so lange verwehrte. Was aber auch nur die verneinenden Köpfe der mächtigen Film-Bosse widerspiegelt, als Don Coscarelli (PHANTASM) sein originelles Konzept bei den großen Hollywood-Studios vorstellte – natürlich umsonst. Nun, im Nachhinein zeigt sich einmal mehr, das die kleinen Independent- und Low-Budget-Produktionen eben auch die innovativeren sind, vielleicht, weil wenig Geld dazu anspornt, erfinderisch und kreativ zu sein, ganz sicher aber auch, weil gute Ideen kein Multi-Millionen-Dollar-Budget nötig haben. Warum die großen Studios mit so einem tollen Stoff nichts anfangen konnten? Weil ganz besonders sie der ewige Jugendwahn befallen hat. Es fehlten halt die üblichen Teenager. Doch gerade das macht BUBBA HO-TEP  so erfrischend und so unvergesslich: hier stehen zwei ältere Menschen im Vordergrund. 

Der vielleicht ungewöhnlichste aller Mumien-Filme, in dem die Mumie selbst gar nicht im Mittelpunkt steht. Der Horror-Aspekt steht dabei also weniger im Vordergrund, es wäre ja auch langweilig gewesen, wenn man uns nur eine weitere Mumien-Posse vorgesetzt hätte. Er lässt sich nicht so recht einordnen: Ein Drama? Eine Komödie? Ein Horrorfilm? Nun, wenn mich einer fragt, worum es in BUBBA HO-TEP geht, würde ich antworten: „Der Film handelt von alten Menschen“.

Trotz (und auch wegen) seiner verrückten, bizarren Geschichte mit ihren vielen skurrilen Szenen, bringt Coscarelli jene ernsthaften Momente so überzeugend zum Ausdruck, die bei einer Thematik wie eben „Alte Menschen im Pflegeheim“ angebracht sind: und das wäre neben den düsteren Themen mit einem sehr nachdenklichen Elvis auch viel menschliche Wärme. Etwas, was in Pflegeheimen größtenteils verloren gegangen ist.  

BUBBA HO-TEP ist ein absoluter Glücksgriff. Er ist klug, witzig, nachdenklich, angenehm sentimental und so wunderbar einfühlsam. Dank seinen beiden phänomenalen Hauptdarstellern. Bruce Campbell als gealterter Elvis kann man nur so umschreiben: einfach genial! Eine würdevolle Darstellung, die den King of Rock N’ Roll mit Kostüm und Gehhilfe nie ins lächerliche gleiten lässt. Ob nun der ans Bett gefesselte Elvis im Schlafanzug oder der in Rückblenden zu sehende Elvis in jüngeren Jahren, wo Campbell so umwerfend und cool aussieht: Dieser Mann besitzt eine Wandlungsfähigkeit, daß man sich fragt, warum er nicht öfter im Kino zu erleben ist, sieht man mal von seinen herrlichen Cameos in den drei SPIDERMAN-Filmen seines alten Kumpels Sam Raimi ab. Nicht weniger hinreißend agiert Ossie Davis (1917 – 2005), bei dessen ebenfalls glaubwürdiger Darstellung keinerlei Zweifel aufkommen, daß es sich bei ihm nicht um JFK handelt. Wie sehr diese beiden großartigen Schauspieler harmonieren zeigt sich darin, daß Davis, der zum Zeitpunkt der Dreharbeiten 84 war, doppelt so alt ist wie Campbell, aber als Kennedy viel munterer, aufgeweckter und agiler ist als der völlig kaputte Elvis.  

Das es den Machern rund um den kompetenten Don Coscarelli nicht erlaubt war, Elvis-Songs zu benutzen, tut dem Vergnügen keinen Abbruch, denn auch musikalisch ist BUBBA HO-TEP dank des tollen Soundtracks von Brian Tyler (er spielt alle Instrumente selbst!) ein absoluter Genuss. Bleibt noch zu sagen, daß mir persönlich etwas schludrig mit dem viel gepriesenen Begriff „Kultfilm“ umgegangen wird. Doch BUBBA HO-TEP hat ihn sich wirklich und wahrhaftig verdient. Die letzten Worte von Elvis Presley bringen noch einmal die Kernaussage des Films zum Ausdruck: „Aber ich habe immer noch eine Seele. Meine Seele. Nur meine Seele.“  

  • Eine kleine Rolle bedachte Don Coscarelli mit PHANTASM-Veteran Reggie Bannister: Er spielt den Heimleiter.  

    • „Einfühlsame Studie über das Alter oder völlig durchgeknalltes B-Movie? Diese Indie-Filmperle ist beides!“ (Alex Attimonelli, CINEMA 07/07)

Kommentar schreiben (5 Kommentar(e))

 
Breed, the

THE BREED

 „Grüß Cujo von mir!“ (Nicki) 

USA / D / Südafrika 2006 / O: „The Breed“ / Prod.: First Look Studios, DEJ Productions, ApolloProMovie Prod., The Industrial Development Corporation of South Africa Limited

 Regie: Nick Mastandrea / Musik: Marcus Trump / Kamera: Giulio Biccari / Schnitt: Nathan Easterling / Ausf. Prod.: Wes Craven, Hal Sadoff, Bill Lischak, Andy Reimer, Jörg Westerkamp, Thomas Becker, Moses Silinda, Basil Ford, Karen Vundla, Henry Winterstern / Prod.: Marianne Maddalena, David Lancaster, David Wicht / Co-Prod. + Buch: Robert Conte, Peter Martin Wortman 

Darsteller: Michelle Rodriguez (Nicki), Oliver Hudson (John), Taryn Manning (Sara), Eric Lively (Matt), Hill Harper (Noah), Nick Boraine (Luke), Lisa-Marie Schneider (Jenny)

 

Diesmal ist Wes Craven also auf den Hund gekommen. Unter dem bewährten „Wes Craven presents“-Gütesiegel gibt er seinem langjährigen Regie-Assistenten Nick Mastandrea auch mal die Möglichkeit, einen eigenen Film zu drehen. Große Erwartungen brauch man nicht erwarten, denn der  Einstiegs-Opener könnte kaum einfallsloser sein: Eine beschwipste Bikini-Schönheit und ihr dümmlicher Lover stoßen auf hoher See nicht nur auf ein Glas Sekt an, sondern mit ihrem schicken, weißen Segelboot auch auf eine geheimnisvolle Insel. Kaum an Land, macht sich unsere Uschi gleich auf den Weg zur nächsten Bar und landet doch nur im Wald ... und im Verderben. Denn wenn vor der Kamera, und natürlich nur für den Zuschauer sichtbar, irgendetwas in sekundenschnelle vorbei huscht, wird dem Tier-Horror-Freund sofort klar: die beiden Turteltauben sind nicht alleine auf der Insel. Sie wird in den Wald gezerrt und in Stücke gerissen, ihn dagegen sehen wir später noch mal kurz wieder... 

Hunde hatten wir bei den ganzen Tier-Angiff-Horrorfilmen der vergangenen Jahre schon lange nicht mehr dabei gehabt, daß letzte Mal war es glaube ich in John Lafia’s MAN’S BEST FRIEND (1993) mit Lance Henriksen.  Richtig zubeißen vermag diese filmische Hundeattacke jedoch nicht, denn so einfallslos wie THE BREED begann, so geht’s auch weiter:

Da haben wir also 5 schnöselige Mittzwanziger, die auf eine idyllische Insel düsen, um in der Blockhütte vom guten Onkel mal wieder so ein richtig geiles Partywochenende zu verbringen. Horrorfilme, die so beginnen, werden ganz bestimmt keinen Hund mehr vor'm Ofen hervorlocken. Wen haben wir da: die beiden konkurrierenden Brüder Matt (Eric Lively, BUTTERFLY EFFECT 2, 2006), voll korrekt, und John (Oliver Hudson, BLACK CHRISTMAS, 2006), voll der Loser, mit ihren beiden Freundinnen Nicki (Michelle Rodriguez, RESIDENT EVIL, 2002, BLOODRAYNE, 2005) und Sara (Taryn Manning, 8 MILE, 2002). Und kein Grund schwarz zu sehen: der lustige Sprüche klopfende Quoten-Neger ist auch dabei, der heißt hier Noah (Hill Harper, Dr. Sheldon Hawkes aus CSI: NY) und gehört eigentlich in den dunklen Keller weggesperrt. Was ja nicht ist, kann ja noch werden. Zuvor aber die üblichen Balzrituale: es wird gefummelt, es wird gesoffen, es wird gestritten. Ein ganz normales Partywochenende. Auf einmal steht ein süßer Welpe auf der Matte. Frustrierte Frauen brauchen was zum kuscheln, da kann so ein süßer Welpe gerade richtig sein. Süßer Welpe rennt aber weg, Sara hinterher und wird von einem aggressiven Hund überrascht, der kräftig beißt. Die verhält sich ab dem Zeitpunkt ziemlich komisch, was damit anfängt, daß sie wie ein Scheunendrescher frisst. Tollwut? Schwanger? Is auch egal, denn schon bald sehen sich unsere fünf Freunde von einem ganzen Rudel bellender Zeckenteppiche umzingelt. Vorbeihuschende Schatten, rascheln im Untergrund, lauern im Hintergrund, kläffen und beißen ohne Grund... – bis auf einen: „Sie wollen uns nicht hier haben.“  

So bissig wie die Hunde, so bisslos ist das Drehbuch von Conte & Wortman, die mal vor vielen Jahren das Skript zur John-Candy-Komödie WER IST HARRY CRUMB? (1989) geschrieben haben. Sämtliche Klischees werden bemüht: in der Hütte verschanzen, wegrennen, zurück rennen, Speed-Climbing in Richtung Garage, wo ein oller Mercedes steht, lauter misslungene Fluchtversuche unterbrochen von Bruder-Twist und Zickenalarm. Zu den sämtlichen Klischees gehören eben auch die stereotypen: Autos, die im entscheidenden Moment einfach nicht anspringen wollen, Michelle Rodriguez, die wahre Kletterkünste entwickelt, obwohl ihr kurz zuvor mit ’nem Pfeil, der eigentlich für einen biestigen Köter gedacht war, in die Wade geschossen wurde und natürlich die Sicherung, die im Haus rausfliegt (oder waren’s die der Drehbuchautoren?). Und wer muß runter in den finsteren Keller zum Schaltkasten? Richtig, der Quoten-Neger.  

THE BREED ist auch wieder so ein oberflächliches, austauschbares Genre-Gewusel, das im Prinzip nicht viel zu sagen hat. Die immer wieder aktuellen Kampfhund-Debatten hätten zum Beispiel durchaus einen hintergründigen Schocker abgeben können, was den Machern aber sicher zu tiefsinnig gewesen wäre. Diese Hunde wurden mal wieder genetisch verändert und zwar in einem geheimen Versuchslabor unweit der Blockhütte, was denn auch Sara’s Stimmungsschwankungen erklärt. Doch, halt! Nicht zu viel Tiefgang, denn schließlich soll es hier nur um eine Handvoll junger Menschen gehen, die von einem Rudel aggressiver Killerhunde gejagt und gehetzt werden, da ist das Warum und Weshalb vollkommen unwichtig.  

Gerechterweise muß man zugeben, daß Nick Mastandrea keinerlei Schuld trifft, da sein Debüt als Regisseur eigentlich ganz ordentlich ausgefallen ist. Sein Handwerk hat er durchaus bei Wes Craven erlernt. Vor allen in den Hunde-Angriffszenen wirkt THE BREED äußerst realistisch und dynamisch. Nichts da mit CGI-Kram: hier springen die Hunde wirklich durch Fenster und Holzverschläge und fallen beißwütig über ihre jungen Opfer her, was tatsächlich zu einigen wenigen Spannungsmomenten führt. Ansonsten: eine unoriginelle, modernisierte CUJO-Variante.   

·          Is doch lustig: Eric Lively, auch bekannt aus der Lesbenserie THE L WORLD, gab sein Filmdebüt 1983 in Douglas Trumbulls Science-fiction-Film BRAINSTORM – als Baby. 

Anbieter:         McOne

Bild:                 1,78:1 (16:9, anamorph)

Ton:                 Deutsch (Dolby Digital 5.1)

                        Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel:        Deutsch

Regionalcode: 2

TV-Norm:         PAL

Verpackung:    Keep Case (Amaray) im Pappschuber

Laufzeit:          87:14 Min. (uncut)

FSK:                 ab 16 

Extras:             Making of (ca. 35 Min., optionale dt. UT)

                        Behind the Scenes (ca. 31 Min., optionale dt. UT)

                        Trailer (deutsch)

                        Fotogalerie

                        Programm-Trailer

 

 

Kommentar schreiben (0 Kommentar(e))

 
Bats - Fliegende Teufel

BATS - FLIEGENDE TEUFEL

 

Wenn es Nacht wird in der Stadt, werden die Fledermäuse satt

 

 (USA 1999) / O: „Bats“ / Prod.: Destination Films / Laufzeit: 88 min. / FSK: ab 16

Regie: Louis Morneau / Musik: Graeme Revell / Kamera: George Mooradian / Ausf. Prod.: Steve Stabler, Brent Baum, John Logan, Dale Pollock / Prod.: Brad Jenkel, Louise Rosner / Buch: John Logan

Darsteller: Lou Diamond Phillips (Sheriff Kinsey), Dina Meyer (Dr. Casper), Bob Gunton (Dr. McCabe), Leon (Jimmy), Carlos Scott (Dr. Hodge), David McConnell (Dep. Mann),  Marcia Dangerfield (Major Amanda Branson), Oscar Rowland (Dr. Swanbeck), Ned Bellamy (Major Reid) sowie Tim Whitaker, Juliana Johnsen, James Sie, George Gerdes, Kurt Woodruff, Joel Farar


Schon wieder ist ein geheimes Experiment gescheitert. Im Auftrag der Regierung bastelten eifrige Wissenschaftler an den Genen von Fledermäusen herum. Zu Killerbestien mutiert ziehen sie blutdürstig über Texas und hinterlassen eine Spur des Grauens...

BATS ist ein Musterbeispiel des Subgenres „Tierhorror“: Krokodile, Schlangen, Haie, Spinnen, Vögel und was weiß ich nich’ noch alles, sind eigentlich fast immer beliebig austauschbar – so auch in Louis Mourneau’s klischeeüberladenem Flattermann-Panikmacher. BATS folgt den üblichen Genre-Pfaden mit reichlich Anleihen beim klassischem Monster-Horror der 50er und dem Katastrophenkino der 70er ... aufgepeppt mit den modischen Standards der 90er. Dementsprechend ist die Figurenkonstellation: der heldenhafte, taffe Sheriff (Lou Diamond Phillips, SUPERNOVA), an seiner Seite die emanzipierte Wissenschaftlerin (Dina Meyer, STARSHIP TROOPERS; SAW) und ihr sprücheklopfender Kumpel-Typ (Leon als nerviger Quotenneger). Schwer gemacht wird ihnen der Fledermaus-Trouble vom zwielichtigen, feigen Forscher McCabe (idealbesetzt: Bob Gunton), der als besessener Wissenschaftler die Biester mehr als nur  anbetet...

Wenn die genmanipulierten Viecher (Achtung: Aktueller Zeitbezug!) schließlich nachts die idyllische Kleinstadt angreifen, fühlt man sich an TARANTULA und FORMICULA erinnert, spielt BATS doch auch in einer unheilvollen, staubigen Wüstengegend. Doch sind es ausgerechnet diese legendären Monsterfilme aus den 50ern, denen die Macher so hinterher hecheln und weitaus mehr zu erzählen haben als dieser einfallslose Aufguss. Und alles ist dabei, was in solchen Filmen dazu gehört: die Eröffnungssequenz mit dem fummelndem Liebespärchen, welches im Auto einer Fledermaus-Attacke zum Opfer fällt, sture, schiesswütige Militärs, verrückte Wissenschaftler und die obligatorische Explosion zum Schluss. Erheiterung macht sich in einigen ganz besonderen Momentaufnahmen breit: eine Gummifledermaus kriecht sich schleichend auf einer Theke an ihr Opfer ran. Louis Morneau schafft es, dank solider Action und Albert Pyun’s Kameramann George Mooradian, zu unterhalten, ohne aber wirklich zu fesseln. Schuld daran ist ohne Zweifel die mangelnde Originalität seitens des Drehbuchs, das so ziemlich alle Klischees auffährt.


  • Louis Morneau begann seine Karriere bei Roger Corman, für den er als Second Unit Director arbeitete (WATCHERS II, 1990) und später die blutige „Jurassic Park“-Billigvariante CARNOSAUR 2 (1995) drehte. Einen Achtungserfolg landete er mit den packenden Zeitschleife-Thriller RETROACTIVE (1997), in dem James Belushi als brutaler Killer glänzte. Weiterhin finden sich die Action-Comedy MADE MEN (1999, wieder mit Belushi) und die Fortsetzung THE HITCHER II (2003) in seiner Filmografie
  • Der wunderbar chargierende Bob Gunton ist spezialisiert auf zwielichtige Typen. So war er u.a. der fanatische, Cardassianer hassende Captain Maxwell in der ausgezeichneten STAR TREK-TNG-Folge „The Wounded“, einer von John Travoltas Gehilfen in John Woo’s Kracher BROKEN ARROW (1996) und der fiese Gefängnisdirektor, der in der Stephen-King-Verfilmung DIE VERURTEILTEN (1994) Tim Robbins das Leben schwer machte. Außerdem sah man Gunton u.a. in JENNIFER 8 (1992), DEMOLITION MAN (1993), THE GLIMMER MAN (1996), MITTERNACHT IM GARTEN VON GUT UND BÖSE (1997), PATCH ADAMS (1998), I HEART HUCKABEES (2004) sowie in der futuristischen Miniserie WILD PALMS (1993) und DESPERATE HOUSEWIVES (2006).

  • „Leider ist der Film weder eine Parodie noch trashig genug, um schon wieder lustig zu sein.“ (Frank Brenner, DER SCHNITT)
  • „Von diversen Attacken der Mäuseschwärme dominiert, bleibt die schlichte Handlung eher im Hintergrund.“ (ABENDZEITUNG MÜNCHEN)
  • „Naiv charmanter Horror-Trash von der Stange, der paradoxerweise von seinem Zielpublikum nicht gesehen werden kann, weil er erst ab 16 freigegeben ist.“ (Jörg Buttgereit, TIP, 9/2000)
  •  „(...) Ohne einen Funken Ironie, tischt uns Regisseur Louis Morneau einen Allerwelts-Horrorplot auf, wie wir ihn seit den Fünfzigerjahren zur Genüge kennen. Die Dialoge sind so blöd wie die Inszenierung stupide.“ (Martin Schwarz, ZITTY, 10/2000)
  • „(...) Regisseur Louis Morneau ist unfähig, irgendetwas über Spannungsaufbau oder doppelbödige Symbolik von Monstern aus den Fünfziger-Jahre-Streifen von Jack Arnold (TARANTULA) zu lernen, die er ständig beklaut.“ (Thomas Klingenmaier, STUTTGARTER ZEITUNG, 5.5.2000)
  • John Logan schrieb auch die Drehbücher zu Ridley Scott’s Monumental-Epos GLADIATOR (2000) und dem zehnten STAR TREK-Film NEMESIS (2002), in dem Dina Meyer als Romulanerin zu sehen war.

Anbieter: Columbia TriStar Home Video / Ton: deutsch und englisch in DD 5.1 / Bild: 1:2.35 (16:9 Widescreen, anamorph) / Untertitel: Arabisch, Bulgarisch, Dänisch, Deutsch, Englisch, Finnisch, Griechisch, Hebräisch, Hindi, Holländisch, Isländisch, Kroatisch, Norwegisch, Polnisch, Schwedisch, Türkisch, Ungarisch / Regionalcode: 2 / Laufzeit: 88 Min. / FSK: ab 16 (uncut) / Extras: Audiokommentar mit Louis Morneau & Lou Diamond Phillips (dt. UT), Featurette „Bats Abound“ (dt. UT), Originaltrailer, isolierte Tonspur mit dem Soundtrack, Fotogalerie (Konzeptzeichnungen und Zeichnungen von KNB), Vergleich Storyboards und Special Effects, Filmografien, Booklet

 

Kommentar schreiben (0 Kommentar(e))
 
<< Anfang < Vorherige 1 2 3 Nächste > Ende >>

Ergebnisse 1 - 9 von 19


GO TOP!
Neue Kritiken
Aktuell ist 1 Gast online
0-9 A B C D E F