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A Sound of Thunder
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 A SOUND OF THUNDER

USA / D / CZ 2002/2005 / O: „A Sound of Thunder“ / Prod.: Franchise Pictures; Epsilon Motion Pictures; Apollomedia; OI Quality International; MFF (Sound of Thunder) Limited; Film Group 111; Coco; Crusader Ent.; Scenario Lane/Jericho

Regie + Kamera: Peter Hyams / Musik: Nick Glennie-Smith / Schnitt: Sylvie Landra / Ausf. Prod.: Elie Samha, Romana Cisarova, John Hardy, Rick Nathanson, Jörg Westerkamp, William J. Immerman, Breck Eisner / Prod.: Moshe Diamant, Howard Baldwin, Karen Baldwin / Buch: Thomas Dean Donnelly, Joshua Oppenheimer, Greg Poirier / Story: Thomas Dean Donnelly, Joshua Oppenheimer / LV: Ray Bradbury

Darsteller: Edward Burns (Travis Ryer), Catherine McCormack (Sonia Rand), Ben Kingsley (Charles Hatton), William Armstrong (Ted Eckles), Jemima Rooper (Jenny Krase), David Oyelowo (Payne), Corey Johnson (Christian Middleton), Armin Rohde (John Wallenbeck), Heike Makatsch (Alicia Wallenbeck), August Zirner (Clay Derris), Wilfried Hochholdinger (Dr. Lucas) sowie Andrew Blanchard, John Comer, John Hyams u.a.

Im Jahr 2055 lässt sich mit Zeitreisen so richtig viel Kohle verdienen. Unternehmer Charles Hatton (Ben Kingsley) bietet mit seiner Firma Time Safari Inc. seinen Kunden einen exklusiven Nervenkitzel: einen Ausflug in die Vergangenheit incl. prähistorischen Dinosaurier-Jagden. Strenge Vorschriften müssen eingehalten werden, damit ja nicht der Verlauf der Geschichte beeinflusst wird. Die temporäre Regulierungsbehörde passt schön auf, dass ja nichts schief geht. Natürlich geht was schief. Zeitwellen bringen Natur und Evolution mächtig durcheinander, die Erde verwandelt sich in eine zugewucherte, urzeitliche Dschungelwelt, prähistorische Monster machen Großstädte unsicher. Time-Safari-Leiter Travis Ryer (Edward Burns) und die Wissenschaftlerin Sonia Rand (Catherine McCormack) versuchen den Fehler zu korrigieren und begeben sich erneut auf die Reise in die Vergangenheit, um alles so wieder herzurichten, wie es eigentlich sein sollte...

Die Entstehungsgeschichte zu A SOUND OF THUNDER klingt geradezu bemitleidenswert und so trägt die Katastrophenproduktion mit Recht dieses Gütesiegel, da sie selbst Opfer einer (Natur-) Katastrophe wurde, denn wie bei DIE LIGA DER AUSSERGEWÖHNLICHEN GENTLEMEN soff die Crew mitsamt den Sets beim Jahrhunderthochwasser 2002 in Prag ab. Gluck, gluck, weg waren sie. Damit ging auch das sowieso schon Flop geplagte Studio Franchise Pictures (BATTLEFIELD EARTH, FEAR DOT COM) baden, sprich: sie mussten wenig später Konkurs anmelden. Dabei kündigten sie A SOUND OF THUNDER vorher noch großkotzig als Prestige-Projekt an, was es schließlich auch wurde, wenn auch in ganz anderer Hinsicht. Das halbfertige Werk verschwand für ein paar Jahre im Giftschrank, bis sich jedenfalls ein Mitarbeiter von Warner Bros. 2005 den Jux erlaubte und es ins Kino brachte – als abschreckendes Beispiel dafür, wie man 80 Millionen Dollar für einen Film ausgeben kann und ihn trotzdem so aussehen zu lassen, als hätte ihn Jim Wynorski gemacht. Der kurze Kinosatz, als nachgereichtes Aushängeschild (bzw. Grabstein) für Franchise Pictures sozusagen, fiel natürlich dementsprechend mager aus, um es mal mild zu formulieren, während der unglückliche Streifen hierzulande seine verschämte DVD-Premiere feierte. Vielleicht wäre es besser gewesen, A SOUND OF THUNDER im Archiv des Vergessens verstauben zu lassen, was zumindest für alle daran Beteiligten gilt, die sich eine große Peinlichkeit erspart hätten. Freunde des gepflegten schlechten Geschmacks werden auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen, denn eines ist jetzt schon sicher: Trotz seines jüngeren Entstehungsdatums darf sich A SOUND OF THUNDER schon jetzt zu den schlechtesten Science-fiction-Filmen aller Zeiten rühmen.

Wann immer sich Hollywood in den voran gegangenen Jahren im klassischen Science-fiction-Film dem Thema Zeitreise widmete, wie in Simon Well's nutzlosem Remake THE TIME MACHINE und Richard Donner's durchschnittlichem TIMELINE geschehen, so kamen doch nur uninspirierte Genre-Spielereien heraus, die an der Kinokasse versagten und im Heimkino immerhin als netter Zeitvertreib am verregneten Sonntagnachmittag durchgingen. Ausgerechnet Filme wie Richard Kelly's Geniestreich DONNIE DARKO oder THE BUTTERFLY EFFECT, eher der Sparte Mystery-Drama zuzuordnen, gingen weitaus differenzierter mit der Eingriff-in-die-Zeit-Thematik um. Tja, die Sache mit dem Schmetterling. Der Flügelschlag eines Schmetterlings kann schon einen schlechten Film auslösen. In diesem Fall: A SOUND OF THUNDER, der pure Nonsens! So haarsträubend schlecht, vollkommen daneben, total peinlich und gründlich misslungen, dass die Frage im Raum steht, warum sich der eigentlich renommierte Peter Hyams nicht hinter dem gebräuchlichen Pseudonym Alan Smithee versteckte, was in diesem besonders schwerwiegenden Fall von künstlerischem Totalausfall verständlich gewesen wäre. Das spricht aber wiederum für Hyams, der bislang für gut unterhaltende Genre-Kost wie die Arthur-C.-Clarke-Verfilmung 2010, das 12 UHR MITTAGS-im-Weltraum-Abenteuer OUTLAND und das Monster-Revival DAS RELIKT bürgte und immerhin zu der Scheiße, die er verzapft hat, steht. Respekt, so viel Mut hat nicht jeder. Als Regisseur und Kameramann, wo er eigentlich als Routinier gilt, legt er zwei glatte Fehlleistungen hin, die eines Fred Olen Ray ebenbürtig sind.

Es ist einfach nicht zu fassen, was man hier zu sehen bekommt. Man weiß nicht, ob man den Film bedauern oder belachen soll. Was ist es, was diesen Film so sagenhaft schlecht macht? Sind es es die durch die Bank weg mies agierenden Schauspieler, die ebenso unprofessionell spielen wie sie vor der sprichwörtlichen Leinwand abgefilmt wurden? Wer sehen will, wie die Blue- bzw. Greenscreentechnik im Jahre 2005 funktioniert und Menschen, Autos, Straßen und Wolkenkratzer in einer Zukunftsvision, welche das Jahr 2055 repräsentieren soll, eine bizarre Symbiose eingehen, sollte sich den Film nicht entgehen lassen. Es näher zu beschreiben, würde dem nicht gerecht werden. Tatsächlich sind die Spezialeffekte wahrhaft prähistorisch, vor allem, wenn man in Betracht zieht, was schon ganze Jahrzehnte vorher phänomenales auf diesem Gebiet geleistet wurde. Ich habe noch nie solche schlechten Spezialeffekte in einem Film dieser Größenordnung gesehen. So schlecht, dass der Film selbst einen geradezu surrealen Touch bekommt. Hier passt absolut nichts zueinander. So gerne hätte ich diese schlechten Spezialeffekte auf der großen Leinwand bestaunt.

Was gibt es noch alles, was diesen Film so besonders ... schlecht werden lässt? Jede Menge. So kann man zum Beispiel Armin Rohde und Heike Makatsch entdecken, die man hier am wenigsten vermutet hätte und sich im herrlich trashigen Einstiegs-Opener, wo sie im sterilen Computerspiel-Dschungel mit lustigen Plastewaffen vor einer lausigen Dino-Animation herumfuchteln dürfen, als chargierende Zeitreisetouristen und desorientierte Gastrollen-Fuzzis verheizen lassen. Rohde, Makatsch, Hochholdinger und Zirner tapsen durch eine urzeitliche Dschungelwelt, die an einem Rechner kreiert wurde, der offensichtlich noch mit Windows 95 arbeitet. Hilfe, ich bin kein Star, holt' mich trotzdem raus! Ich sage: Laßt sie dort! Vielleicht mag es sie gereizt haben, Seite an Seite mit dem international geschätzten Ben King ... äh, sorry ... Sir Ben Kingsley (sonst isser eingeschnappt) zu spielen, unabhängig davon, was das auch für ein Mist sein mag, in dem sie mitmachen dürfen ... müssen. Dabei ist doch hinlänglich bekannt, dass Sir Benny in den letzten Jahren nicht unbedingt wählerisch bei seiner Rollenwahl ist, solange nur der Gagenscheck stimmt. Wird er sich gedacht haben und unterschrieb den Vertrag zu Dr. Uwe Bolls Meisterstück BLOODRAYNE, wo er auf besonders beeindruckende Weise demonstrierte, wie mies auch international geschätzte Schauspieler sein können. Hier sticht er jedoch als gieriger Firmenboss, der mit seiner weißen Perücke aussieht wie eine Mischung aus Edmund Stoiber und Dr. Exeter aus METALUNA IV ANTWORTET NICHT, augenrollend und wild gestikulierend aus dem leblosen Cast heraus und lässt insbesondere Burns und McCormack, dass langweiligste (Alp-) Traumpaar in einem Zeitreisefilm, ziemlich alt aussehen.

Mit jeder weiteren Zeitwelle, welche die belämmerten Drehbuch-Heinis durch das abstruse Geschehen in Richtung Blödsinn schwappen lassen, verwandelt sich die gewohnte Umgebung in eine seltsame Dschungelwelt, die allerlei Gefahren bereit hält: Scharen gefräßiger Krabbelkäfer, hinterhältiges Pflanzengestrüpp, mies animierte Seeschlangen, ulkige Mensch-Fisch-Mutationen, garstige Riesenfledermäuse und eine Horde echsenartiger Affen (oder was auch immer) zeigen sich fast alle in aggressiver Kampfstimmung. Was folgt ist eine lumpige Endloshatz mit primitiv getricksten Monster-Angiffs-Szenen, bei der so nebenbei versucht werden muß, das Geschehene ungeschehen zu machen. Ziemlich dreist, dass uns dieser Unfug allen Ernstes als Ray-Bradbury-Verfilmung verkauft wird. Schwer zu sagen, was Hyams und seine Autoren ursprünglich im Sinn hatten, man hofft eigentlich nur, das es vom katastrophalen Endergebnis abweicht und der Film aufgrund seiner chaotischen Drehbedingungen eben etwas anders ausfiel als geplant.

 

  • Bei diesem misslungenem Sci-Fi-Actioner fragt man sich angesichts der peinlichen Spezialeffekte 90 Minuten lang, wofür das viele Geld ausgegeben wurde.“ (DVD VISION 03/2007)

 

Verleih: Paramount

Bild: 1.78:1 (16:9, anamorph)

Ton: Deutsch und Englisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch und Englisch

Regionalcode: 2

TV-Norm: PAL

Verpackung: Keep Case (Amaray)

Laufzeit: 97 Min.

FSK: ab 12

 

Extras: Kinotrailer

 

 

 

 

 

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Amityville Horror (1979)
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AMITYVILLE HORROR

  

USA 1979 / O: The Amityville Horror / Prod.: Cinema 77, Professional, American International Pictures   

Regie: Stuart Rosenberg / Musik: Lalo Schifrin / Kamera: Fred J. Kronekamp / Schnitt: Robert Brown Jr. / Ausf. Prod.: Samuel Z. Arkoff / Prod.: Ronald Saland & Elliot Geisinger / Buch: Sandor Stern / LV: Jay Anson 

Darsteller: James Brolin (George Lutz), Margot Kidder (Kathy Lutz), Rod Steiger (Father Delaney), Don Stroud (Father Bolen), Murray Hamilton (Father Ryan), John Larch (Father Nuncio), Michael Sachs (Jeff), Helen Shaver (Carolyn), Val Avery (Sergeant Gionfriddo), Natasha Ryan (Amy), K. C. Martel (Greg), Meeno Peluce (Matt), Irene Dailey (Helena), Amy Wright (Jackie), Marc Vahanian (Jimmy), Hank Garrett (Barkeeper), James Tolkan (Coroner) sowie Elsa Raven, Ellen Saland, Eddie Barth, Carmine Foresta, Peter Maloney u.a.

 

George (der spätere HOTEL-Boss James Brolin) und Kathy Lutz (Margot "Lois Lane" Kidder) bewohnen seit kurzem mit ihren Kindern ein schmuckes Einfamilienhaus in Amityville. Ihnen ist bekannt, daß vor einem Jahr eine ganze Familie ausgelöscht wurde: ein junger, ganz offensichtlich geistig verwirrter Mann erschoss wie vom Wahnsinn getrieben seine Eltern und Geschwister. Der entsprechend niedrige Kaufpreis des Hauses läßt diese grauenhafte Tat schnell vergessen. Auch deshalb, weil Familie Lutz bald selbst das Grauen plagt: Papa George legt ein immer aggressiveres Verhalten an den Tag, Mama Kathy wird von Albträumen gequält und muß hilflos mit ansehen, wie das eigentlich intakte Familienleben immer mehr aus den Fugen gerät, im Klo blubbert irgend eine komische, zähflüssige Masse, das Kindermädchen wird durch eine unbekannte Macht im Wandschrank eingesperrt und kratzt sich die Finger wund und blutig, während sich das kleine Töchterchen mit einer Freundin, die freilich nur für sie sichtbar ist, unterhält. Ganz schlimm trifft es Pater Delaney (Rod Steiger, DER TÄTOWIERTE, 1969; MARS ATTACKS!, 1996), der das Haus eigentlich nur segnen wollte, aber durch eine Geisterstimme regelrecht verjagt wird – und später beim Gottesdienst plötzlich erblindet. Als eines nachts mit lautem krachen die Tür aus den Angeln fliegt und sogar das Blut von den Wänden läuft, nehmen die Lutz’ens panisch Reißaus... 

So oder so ähnlich soll sich das tatsächlich zugetragen haben, in erster Linie dann, wenn man auf den aufgedrückten „Nach einer wahren Begebenheit“-Stempel hereinfällt. Für die echte Familie Lutz, die nach 28 Tagen aus dem Haus floh und all ihre Besitztümer zurück ließ, dürfte sich das Geistergepolter im nachhinein als ganz profitabel erwiesen haben. Sie erzählten ihre Geschichte dem Schriftsteller Jay Anson, dessen Buch zum Bestseller avancierte, aus dem wiederum diese Kinoverfilmung von Stuart Rosenberg hervor ging, welche ebenfalls die Kassen schön füllte. Somit durfte sich der ausführende Produzent Samuel Z. Arkoff, der zusammen mit James H. Nicholson und den legendären American International Pictures eine feste B-Movie-Größe der 50er und 60er war, über einen seiner größten finanziellen Triumphe freuen. Im Kielwasser zu Kubricks SHINING zog der Erfolg von AMITYVILLE HORROR nicht nur eine Spukhausfilm-Welle nach sich, sondern auch sieben Fortsetzungen, die später alle für den preiswerten Video- und TV-Markt zurechtgemuddelt worden sind und mitunter ziemlich lächerlich daher kamen. So lauerte das Böse im vierten Teil schon mal in einer dämonisch besessenen Stehlampe ... lach! Neben den NIGHTMARE ON ELM STREET-, HALLOWEEN- und FREITAG, DER 13. - Horrorserien hielt sich die AMITYVILLE HORROR-Reihe erstaunlich lange, auch wenn sie insgesamt kaum Höhenflüge verzeichnen konnte – das Original, das seinem vorauseilenden Ruf nie gerecht wurde, inbegriffen: 

AMITYVILLE HORROR - Die Serie: 

·       AMITYVILLE HORROR (1979, The Amityville Horror) R: Stuart Rosenberg 

·       AMITYVILLE 2 - DER BESESSENE (1982, Amityville 2: The Possession) R: Damiano Damiani 

·       AMITYVILLE 3 (1983, Amityville 3-D) R: Richard Fleischer 

·       AMITYVILLE HORROR TEIL 4 (1989, Amityville Horror 4: The Evil Escapes) R: Sandor Stern 

·       THE AMITYVILLE CURSE - DER FLUCH (1990, The Amityville Curse) R: Tom Berry – inoffizielle Fortsetzung aus Kanada -                                       

·       AMITYVILLE 1992 - FACE OF TERROR (1992, Amityville 5: It’s About Time) R: Tony Randel  - Eigentlich Teil5! - 

·       AMITYVILLE - A NEW GENERATION (1993, Amityville: A New Generation) R: John Murlowski 

·       AMITYVILLE - DAS BÖSE STIRBT NIE (1996, Amityville Dollhouse) R: Steve White 

Im Gegensatz zu Andrew Douglas’ Remake von 2005 erweist sich Rosenbergs Film als stimmungsvoller und atmosphärischer, aber eben auch unspektakulärer. Der Sinn fürs Subtile, der weitaus bessere Ghost-House-Movies auszeichnete (allen voran die Klassiker BIS DAS BLUT GEFRIERT und SCHLOSS DES SCHRECKENS, aber auch  jüngere Beiträge wie THE OTHERS) kommt den Machern keineswegs in den Sinn, es fehlt die psychologische Tiefenwirkung, die einen wirklich frösteln läßt. Im direkten Vergleich zu Stanley Kubricks SHINING unterliegt AMITYVILLE HORROR eindeutig. Bei Stuart Rosenberg kommt das Grauen viel zu konstruiert, eher behäbig und, zumindest für den Zuschauer, harmlos daher: rot glühende Augen, die am Fenster stieren, kaputte Glühbirnen, eine schwarze Katze, ein Fliegenschwarm, Geisterstimmen, Albträume, nächtliche Gewitter, verschwundene Geldscheine. Gerade letzteres kann man nun wirklich nicht als Geisterphänomen bezeichnen, ist es doch eine ganz alltägliche und völlig normale Erscheinung, wie ich aus eigener Erfahrung weis. Der Griff in den Klischeepott erreicht seinen Höhepunkt, wenn die Family nach geglückter Flucht feststellen muß: Ach, du Kacke, der Hund sitzt noch im Keller! Also muß Daddy, der inzwischen zu einer Mischung aus Reinhold Messner und Jack Nicholson mutiert ist, wieder zurück. Der wie immer charismatisch agierende Rod Steiger bekommt als Pater Delaney seinen eigenen Handlungsstrang verpasst, nachdem er sich zu Beginn einfach so ins Dachgeschoss schlich, um das neue Zuhause der Familie Lutz zu segnen (mit freundlichen Grüßen von DER EXORZIST), aber von einer unheimlichen Geisterstimme und einem plötzlich auftauchenden Fliegenschwarm regelrecht vertrieben wird. Da das Böse ungebetenen geistlichen Besuch nicht zulässt, schlagen seine Versuche, mit dem ihm untergebenen, jungen Pater Bolen (Don Stroud, PERDITA DURANGO, 1997) ins Haus zurück zu gelangen, ebenso fehl, wie seine kirchlichen Vorgesetzten (Murray Hamilton und John Larch) von der Existenz teuflischer Mächte zu überzeugen. 

Die Regie von Stuart Rosenberg, sonst eher im Actiongenre zu Hause (BRUBAKER mit Robert Redford), ist solide, aber man kann auch nicht unbedingt behaupten, daß er sich verausgabt und richtig ins Zeug gelegt hat, um sein Publikum zu fesseln. Im unterirdischen Keller-Finale, wo sich der Höllenschlund auftut und das Haus zu wackeln anfängt, geht’s zusammen mit der übersinnlich begabten Uschi vom Arbeitskollegen einfach nur ab ins bodenlose. Ein Hauch von Lächerlichkeit vertreibt den Hauch von Atmosphäre. Da vermag eigentlich nur noch die gelungene musikalische Untermalung von Soundtrack-Legende Lalo Schifrin etwas Gruselstimmung erzeugen.  

  • „Geisterhaus-Horror mit hohem Gähn-Faktor.“ (TV SPIELFILM) 

  • „Tatsache ist, daß Action-Spezialist Stuart Rosenberg mit diesem Werk einen der überzeugendsten Beiträge zum Thema Spukhäuser ablieferte. Sowohl seine routinierte Regie, als auch die immer bedrohlicher werdende Atmosphäre und die illustre Darstellerriege bürgen für beste Grusel-Unterhaltung.“ (Harry Lieber, Hölle auf Erden)

  • „Stuart Rosenbergs Film ist insgesamt zwar recht solide inszeniert worden, doch kann man sich des Eindrucks nicht erwähren, daß mehr daraus hätte werden können als nur eine Niete.“ (Frank Trebbin, Die Angst sitzt neben dir)

  • „Die Handlung des steigernden Schreckens ... ist mit Sinn für Rhythmus und ohne brutale Entgleisungen entwickelt, versteigt sich jedoch zum Schluss hin zu einer etwas platten Materialschlacht, die die atmosphärische Kraft des Spannungsbogen stört.“ (FILMDIENST)

  • „Ein Horrorfilm, der sich mit verworrenen metaphysischen Spekulationen schmückt, ansonsten stilsicher und spannend inszeniertes okkultes Trivial-Kino.“ (Lexikon des internationalen Films)

 

MGM Gold Edition 

Anbieter:           MGM

Bild:                  1,85:1 (16:9, anamorph)

Ton:                 Deutsch (Dolby Digital 5.1)

                       Englisch (Dolby Digital 5.1)

                       Französisch (Dolby Digital 5.1)

                       Italienisch (Dolby Digital 5.1)

                       Spanisch (Dolby Digital 5.1)

                       Audiokommentar (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel:          Deutsch für Hörgeschädigte

                       Englisch für Hörgeschädigte

                       Dänisch

                       Finnisch

                       Französisch

                       Griechisch

                       Italienisch

                       Niederländisch

                       Norwegisch

                       Portugiesisch

                       Spanisch

                       Türkisch

                       Audiokommentar

Regionalcode:     2

TV-Norm:          PAL

Verpackung:      Keep Case (Amaray im Pappschuber)

Laufzeit:           113:49 Min. (uncut)

FSK:                 ab 16 

DVD 1:             Hauptfilm

                      Audiokommentar mit Dr. Hans Holzer

                      Einführung zum Audiokommentar (ca. 1 Min.)

                      Diverse Trailer 

DVD 2:             „In Gottes Namen, raus!“ (20 Min.)

                      „Rätsel der Geschichte Amityville: Der Spuk“ (42 Min.)

                      „Rätsel der Geschichte Amityville: Horror oder Täuschung“ (42 Min.)

                      Vorschau auf das Remake (5 Min.)

                      Radiowerbung

                      US-Kinotrailer 

Animiertes und mit Musik unterlegtes Hauptmenü

Diese DVD enthält die komplett ungeschnittene Originalversion mit 17 zusätzlichen Szenen in neuer Synchronisation. Bild und Ton wurden frisch aufpoliert.

Die Gold Edition wurde inzwischen durch das Steelbook ersetzt, die Ausstattung blieb die gleiche.

 

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Alien Species
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ALIEN SPECIES

 

USA 1997 / O: „Alien Species“ / AT: „Alien Species – Die Nacht der Invasion“ / Prod.: American Interactive Pictures / Länge. 92 Min. / FSK: ab 16 

Regie: Peter Maris / Musik: Dan Kehler / Kamera: Bill Crow / Schnitt: Peter Kotis / Prod.: Peter Maris, Bill Crow / Buch: Nancy Newbauer 

Darsteller: Charles Napier (Sheriff Nate Culver), David Homb (Aaron Doyle), Jodi Seronik (Carol Nelson), Marc Robinson (Paul Towers) sowie Robert Thompson, Kurt Paul u.a.

 

Eine der vielen Lumpenproduktionen, die im Sog von Emmerich’s Invasions-Blockbuster INDEPENDENCE DAY (1996) entstanden. Auch in ALIEN SPECIES (hui, da stecken ja gleich zwei bekannte Vorbilder im Titel – ein Zufall?) wird die Erde mal wieder von Außerirdischen angegriffen, die Menschen auf ihre Raumschiffe entführen und je nach Lust und Laune das eine oder andere Städtchen zerstören. Ein UFO-Forscher, seine Assistentin, seine Enkelin, zwei Knastis und zwei Polizisten werden bald in außerirdische Schwulitäten verwickelt. Der Zuschauer ebenfalls: Die primitiven Spezialeffekte scheinen einem billigen Videogame entsprungen zu sein, überhaupt strahlt der Stuss in jeder seiner vergeigten Einstellung absolut handwerkliches Unvermögen aus. Die Dialoge sind jämmerlich und die Darsteller zum heulen – der arme Charles Napier, der zwischen Russ Meyer und Jonathan Demme nichts ausließ, kann einem in seiner idiotischen Sheriff-Rolle einfach nur leid tun. Invasion der Langeweile. 

 

  • „Ein unerträglich belangloser Billigfilm, in dem allenfalls die pyrotechnischen Effekte und die Computeranimationstricks ein Mindestmaß an Niveau erreichen.“ (LEXIKON DES INTERNATIONALEN FILMS) 

  • „Science-fiction-Flop der abstrusesten Sorte.“ (FILMJAHRBUCH 1999)   
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Alien Invasion
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A L I E N   I N V A S I O N

 

GB/USA 1969 / O: “The Body Stealers“ / AT: “Das Loch im Himmel”; “Invasion Of The Body Stealers”; “Out of Thin Air”; “Thin Air” / Laufzeit: ca. 70 Min. 

Regie: Gerry Levy / Musik: Reg Tilsley / Kamera: Johnny Coquillon / Produzent: Tony Tenser / Buch: Mike St. Clair, Peter Marcus [= Gerry Levy] / Spezialeffekte: Tom Wadden 

Darsteller: George Sanders (General Armstrong), Maurice Evans (Dr. Matthews), Patrick Allen (Bob Megan), Neil Connery (Jim Radford), Hilary Dwyer [= Hilary Heath] (Julie Slade), Robert Flemyng (W. C. Baldwin), Allen Cuthbertson (Hindsmith), Lorna Wilde (Lorna), Michael Culver (Lt. Bailes), Sally Faulkner (Joanna) sowie Shelagh Fraser, Carl Rigg, Carol Hawkins, Dixon Adams, Derek Politt, Steve Kirby, Larry Dann

 

Aufruhr bei der britischen Armee: Elite-Falschschirmspringer verschwinden während ihres Sprungs auf mysteriöse Weise! Geheimagent Bob Megan (Patrick Allen, DIE BANDE DES CAPTAIN CLEGG, 1962) entdeckt, daß Außerirdische dahinter stecken, die ihre Nachkommenschaft sichern wollen... Ein unglaublich stupider und öder Sci-Fi-Schinken, der im Gegensatz zu seinen zahllosen anderen Billig-Kollegen nicht mal mit den nötigen Trash-Zutaten, die einen Heuler dieser Art erst richtig vergnüglich machen, unterhalten kann. Stattdessen verliert sich Gerry Levy (es war seine einzige Regiearbeit) in überflüssige, verwirrende Nebenhandlungen und endlosen, aber nichtssagenden Dialogen, die dieses peinliche, dumme, kleine Filmchen unnötig in die Länge ziehen. Orientierungslos tapst George Sanders, vor allem bekannt durch seine Rolle als Lehrer im Klassiker DAS DORF DER VERDAMMTEN (1960), als General durch das Geschehen, in dem eigentlich gar nichts geschieht. Da fragt man sich schon, ob Sanders’ schlechte Rollenwahl ab den 60ern ein Auslöser für seinen Selbstmord 1972 war. Nein, diese müde Invasion ist schlicht und ergreifend stinklangweilig und das ist das Schlimmste, was ein Regisseur seinem Publikum bzw. Außerirdische ihren Eroberten antun können. Der von Billigfilm-Fabrikant Tony Tenser (DAS GRAUEN AUF BLACK TORMENT, 1964, THE BLOOD BEAST TERROR, 1968) produzierte Unfug lief hierzulande auch unter dem Titel „Das Loch im Himmel“ – treffender wäre „Das Loch im Drehbuch“ gewesen. 

·         „Ein entsetzlich blöder Streifen, der sowohl in England als auch in den USA durchfiel.“ (Ronald M. Hahn & Volker Jansen, LEXIKON DES SCIENCE FICTION FILMS)

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Alien Transformations
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ALIEN TRANSFORMATIONS

  Alien, ick hör' dir trapsen

USA 1987 / O: „Transformations“ / Prod.: Empire Pictures, Dove Corp. / Länge: 77 Min. / ab 18 

Regie: Jay Kamen / Musik: Jonathan Scott Bogner / Kamera: Sergio Salvati / Schnitt: Victoria Martin / Ausf. Prod.: Charles Band / Prod.: Bob Wynn / Buch: Mitch Brian / Special Effects: John Carl Buechler 

Mit Rex Smith (Shadduck), Lisa Langlois (Mirinda), Patrick MacNee (Father Christopher), Christopher Neame (Calihan), Michael Hennessy (Stephens), Cec Verrell (Antonia), Benito Stefanelli (Vapes), Daniel Hodson (Kane) sowie Pamela Prati, Ann Margaret Hughes, Loredana Romito

 

Captain Shadduck (doof: Rex Smith), ein gesuchter Schmuggler, muß auf einem Strafplaneten notlanden. Keiner ahnt, daß in seinem Inneren ein garstiges Alien nistet, das sich schon bald über die Mannschaft hermacht. Welch ein Glück, daß Krankenschwester Mirinda (Lisa Langlois, DIE KLASSE VON 1984, 1982) so beherzt zum Flammenwerfer greift, um das Viech ins Monster-Jenseits zu befördern...

Hundsmiserabel inszeniertes und ebenso gespieltes Stück Scheiße, das eine an sich schon beknackte Story zu einem weiteren billigen ALIEN-Klopper verwurstet. Eine typische 80er-Jahre-Produktion aus Charles Bands Empire-Pictures-Werkstatt, die einmal mehr eine spekulative Mischung aus vordergründigem Ekel und sexuellen Freizügigkeiten auf den gebeutelten Zuschauer loslässt. Durch die billigen Stets stapft unbeholfen der arme Patrick MacNee (MIT SCHIRM, CHARME UND MELONE) als Weltraum-Pfaffe, wohl wissend, daß hier jedes Stoßgebet zwecklos ist... 

  • „Ein recht uninspirierter Unfug.“    LEXIKON DES SCIENCE FICTION FILMS  

  • ,,…vollgestopft mit Humbug, Ekel und Sex; ein Machwerk an der Grenze zwischen Unappetitlichkeit und Beleidigung der Menschenwürde.“   LEXIKON DES INTERNATIONALEN FILMS  

  • „Sowohl die konfuse Handlung mit diversen ALIEN-Anleihen als auch die dilettantischen Sets und amateurhaften Akteure machen es dem Zuschauer wirklich nicht leicht, die gesamte Laufzeit zu ertragen.“  HÖLLE AUF ERDEN
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