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Anaconda
 

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ANACONDA

Riesenschlangen-Horror (USA 1997) / O: „Anaconda“ / Prod.: Columbia Pictures / Länge: 90 Min. / FSK: ab 16

Regie: Luis Llosa / Musik: Randy Edelman / Kamera: Bill Butler / Schnitt: Michael R. Miller / Ausf. Prod.: Susan Ruskin / Prod.: Verna Harra, Leonard Rabinowitz, Carl Little / Buch: Hans Bauer, Jim Cash, Jack Epps Jr.

Darsteller: Jon Voight (Paul Sharone), Jennifer Lopez (Terri Flores), Ice Cube (Danny), Eric Stoltz (Dr. Steven Cale), Jonathan Hyde (Warren Westridge), Owen Wilson (Gary Dixon), Kari Wuhrer (Denise Kalberg), Vincent Castellanos (Mateo), Danny Trejo (Wilderer)

 

ANACONDA, zugeschnitten auf ein anspruchloses Mainstream-Publikum, läutete eine Renaissance des Tier-Horror-Films ein. Tatsächlich erwies sich Luis Llosa’s Schlangen-Reißer als Überraschungshit. Schlange stehen muß man deshalb aber nicht unbedingt.

Eigentlich wollte der Anthropologe Cale (Eric Stoltz) zusammen mit seinem Film-Team (Jennifer Lopez, Ice Cube u.a.)  nur eine Expedition in den brasilianischen Regenwald durchführen. Nach einem Unwetter nehmen sie den zwielichten Sarone (köstlich: Jon Voight) an Bord. Von da an läuft alles schief: Cale wird von einer Wespe attackiert und liegt von nun an flach und Sarone entpuppt sich als gewissenloser Halbirrer, der die ihm angebotene Hilfe lediglich für seine Zwecke missbraucht. Denn er hat nur eines vor: eine 13m lange Anaconda (lebend!) zu fangen, um damit richtig Kohle zu machen...

Mächtig Kohle gescheffelt haben auch die Produzenten dieses Würgers. ANACONDA ist vorhersehbar, klischeehaft, übertrieben und effekthaschend – und nur wenn einem das vornherein klar ist, hat man auch alle Vorraussetzungen für einen kurzweiligen Horror-Spaß. Das die Darsteller nicht viel zu melden haben liegt auf der Hand, aber auch an ihnen selbst. Eric Stoltz kippt schon nach ’ner halben Stunde ins Koma, was eine der wenigen wirklichen Überraschungen des Films ist. Man hätte es eher seinen Mitstreitern gewünscht: Latino-Tussi Lopez bleibt trotz (oder wegen?) reichlich Sex-Appeal ziemlich blass und die Knallchargen Ice Cube (als cooler Sprücheklopfer) und Jonathan Hyde (totales Over-Acting!) nerven einfach. Herausragend ist nur einer: Jon Voight. Er ist mit reichlich Lust und Laune dabei und zeigt in der Rolle des rücksichtslosen Bösewichts wo’s lang geht: Wenn er bis zur Schmerzensgrenze grimassiert und seine Schurkenrolle gnadenlos überzieht, dann weiß jeder: bloß nicht ernst nehmen das Ganze. Und das ist auch das Problem von ANACONDA: Einen Film mit so viel schlappen Dialogen, Logik-Einbrüchen und unfreiwilliger Komik kann man einfach nicht ernst nehmen. Luis Llosa inszenierte sauber und schnörkellos, die Bilder im brasilianischen Regenwald sind auch wunderbar, aber leider nimmt er seine trashige Story zu ernst und wichtig. Ein weiteres Manko sind eindeutig die enttäuschenden Computer- und Animationseffekte von Walt Conti, der als Experte auf diesem Gebiet gelten soll (er kreierte auch die Wale in FREE WILLY 1 & 2), wovon hier aber wenig zu spüren ist. Die hastig hingeschluderten Bewegungen seiner Anaconda sehen zu künstlich und unnatürlich aus, da haben wir schon weitaus überzeugenderes gesehen. Bei weitem also nicht genug für einen abendfüllenden Schlangen-Schocker, aber immer noch genug für einen  soliden, groß angelegten B-Movie, der zumindest die Trash- und Horror-Fraktion auf seine Weise ... „unterhalten“ wird. Zumindest in Szenen wie diesen: Die Anaconda verschluckt Sarone, spuckt ihn halb verdaut wieder aus, wobei er Jennifer-Baby und dem Publikum noch mal zuzwinkert. Also nicht vergessen: Bloß nicht ernst nehmen das Ganze. 

·         Noch zwei Filme, für die man nicht unbedingt Schlange stehen muß: KILLER KOBRA (1999) und der wüste Splatter-Trash PYTHON (2000, u.a. mit Casper Van Dien, Wil Wheaton und Robert Englund!)    

·         Der Peruaner Luis Llosa war Anfang der 90er für Roger Corman tätig, für den er einige zweitklassige Action- und Horrorfilme produzierte/inszenierte (u.a. WATCHERS 3, 1994). Seinen Durchbruch hatte er mit dem „Goldene Himbeere“-preisgekröntem Sylvester Stallone/Sharon Stone-Vehikel THE SPECIALIST (1994).  

·         Jennifer Lopez und Jon Voight konnte man in dem von Oliver Stone inszeniertem U-TURN wieder sehen. 

·          Am Anfang kurz dabei: Der gute, alte Danny Trejo (DESPERADO; FROM DUSK TILL DAWN; CON AIR), der als geschockter Wilderer vor der Anaconda auf einen Schiffsmasten flieht. Keine gute Idee... 

·         Co-Autor Hans Bauer (TITAN A.E.) blieb dem Tier-Horror treu und schrieb das Drehbuch zu KOMODO (1999), in dem mutierte Echsen durch drehen. 2004 gabs noch eine Pseudo-Fortsetzung: ANACONDAS – DIE JAGD NACH DER BLUT-ORCHIDEE 

·      Glitschiges B-Movie: Funktioniert nur, wenn man’s nicht ernst nimmt.“ (CINEMA) 

·      „(...)Zu trashig für die große Leinwand.“ (MOVIESTAR) 

·     „Mittelmäßiges, aber extrem erfolgreiches B-Movie aus der Trickkiste von Hollywood.“  (SPACE VIEW) 

·     „Trotz aller Fehler und strotzender Blödheit ist ANACONDA ein Riesenspaß. Man kreischt vor Lachen über diesen charmanten Schlangenfilm in der Tradition des Corman-Unsinns aus den späten 50ern.“ (STARBURST) 

·     Verschenkte Möglichkeiten, satte Klischees: das reißende Reptil verkommt zur Blindschleiche.“ (VIDEOPOWER)

 

Sie schlingt sich um dich, und bevor dein Gehirn explodiert, hörst du deine Knochen brechen.“

 


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Astrocop
 

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A     S     T     R     O     C     O     P

 

„Er kam auf die Erde um aufzuräumen: Knallhart und ohne Kompromisse!“

 

USA / Südafrika 1994 / O: „Astrocop“ / Prod.: Nu Image; AMPS / Länge: ca. 85 min. / FSK: ab 18 

Regie: Boaz Davidson / Kamera: Avi Karpick / Ausf. Prod.: Avi Lerner, Danny Dimbort, Trevor Short / Prod.: Danny Lerner / Buch: Terence Paré

 

Darsteller: Michael Paré, Billy Drago, Walker Brandt, Robin Smith

 

Ja, es ’is schon eine ganze Weile her, da spielte Michael Paré in Filmen von z.B. Walter Hill (STRASSEN IN FLAMMEN) oder Roland Emmerich (MOON 44) mit, inzwischen muß er seine Brötchen in stupiden Action-Heulern vom ehemaligen EIS AM STIEL-Regisseur verdienen. Wie dem auch sei: Hier ist Michael Porree der Astrocop Joe Brody, der eine gestohlene chemische Substanz wieder beschaffen soll, die das alte Klima der zerstörten Erde wieder herstellen kann. Während dieser Mission muß er sich mit einer brutalen Motorradgang, Killer-Androiden, mächtigen Hintermännern und seinem mangelhaften schauspielerischen Talent herumplagen...

Ich mach’s ganz kurz, denn man soll sich nich solange mit solchem Unfug beschäftigen. Viel hat Davidson’s Endzeit-Abkacker (Marke: Nu Image) nicht zu bieten: Action-Gekloppe und Dauer-Ballereien, garniert mit sehr preiswerten Tricks und blöden Sprüchen. ASTROCOP = ASTROFLOP!

 

  • „Preiswert anmutender Endzeit-Nachzügler ... Nicht der Rede wert.“ (HEYNE FILMJAHRBUCH 1996)
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Armageddon
 

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A   R   M   A   G   E   D   D   O   N

 „Morgen schon was vor – Vergiss es!“ (Verleihwerbung)

 

USA 1998 / O: „Armageddon“ / Prod.: Bruckheimer Films, Buena Vista, Touchstone Pictures / Länge: 144 Min. / FSK: ab 12

Regie: Michael Bay / Musik: Trevor Rabin, Harry Gregson-Williams / Kamera: John Schwartzman / Schnitt: Mark Goldblatt, Chris Lebenzon, Glen Scrantlebury / Ausf. Prod.: Chad Oman, Jim van Wyck, Jonathan Hensleigh / Prod.: Jerry Bruckheimer, Michael Bay, Gale Anne Hurd / Buch: Jonathan Hensleigh, Jeffrey Abrams / Story: Jonathan Hensleigh, Robert Roy Pool / SFX: Dream Quest Images, Cinesite, The Computer Film Company, Tippett Studio, Blue Sky/VIFX, Digital Domain

Darsteller: Bruce Willis (Harry Stamper), Billy Bob Thornton (Dan Truman), Ben Affleck (A. J. Frost), Liv Tyler (Grace Stamper), Steve Buscemi (Rockhound), Will Patton (Chick Chapple), Peter Stormare (Lev Andropov), Owen Wilson (Oscar Choi), Michael Clarke Duncan (Jayotis „Bear“ Kurleenbear), William Fichtner (Col. Sharp), Keith David (General Kimsey), Jessica Steen (Jennifer Watts), Jason Isaacs (Dr. Ronald Quincy), Ken Campbell (Max Lennert), Chris Ellis (Walter Clarke), Marshall Teague (Colonel Davis), Udo Kier (Psychiater), Grayson McCouch (Gruber, Munitionsspezialist), J. Patrick McCormack (Gen. Boffer), Grace Zabriskie (Dottie), Stanley Anderson (The President), Shawnee Smith (Redhead), Bodhi Elfman (Math Guy), Charlton Heston (Erzähler, OV), ungenannt: Michael Bay (NASA-Wissenschaftler), Mark Boone Jr. (New York Guy), Lawrence Tierney (Hollis Vernon Grap Stamper) sowie Clark H. Brolly, John Mahon, Greg Collins, Anthony Guidera, Harry Humphries, Joseph Patrick Kelly, James Harper, Jeff Austin, Brian Brophy, Albert Wong, Eddie Griffin, Ian Quinn u.a.

 

1998 donnerten gleich zwei Asteroiden-Kracher auf die Leinwände nieder: DEEP IMPACT von Mimi Leder und gleich im Anschluss die Jerry-Bruckheimer-Produktion ARMAGEDDON von Michael Bay (PEARL HARBOR; DIE INSEL). Während DEEP IMPACT nur tränenreichen Kitsch zu bieten hatte, ist ARMAGEDDON das, was er vorgibt: ein launiges, donnerndes Buddy-Movie mit der puren Destruktionslust.  Ein Asteroid rast auf die Erde zu und droht diese binnen 18 Tage in die Eiszeit zurück zu werfen. NASA-Boß Truman (Billy Bob Thornton) jagt Ölbohr-Spezialist Harry Stamper (Bruce Willis ganz in seinem 5. Element) mitsamt seinen exzentrischen Kumpels (u.a. Steve Buscemi, Will Patton und Owen Wilson) ins All, um das Ding von innen heraus zu zerstören...

Ein Film von Michael Bay, eine Produktion aus dem Hause Bruckheimer... – Wenn man weiß, was auf einen zukommt, nimmt man alles in  Kauf: die Logik-Löcher, die Effekthascherei, die unfreiwillige Komik, wie die großmäuligen Astronauten-Lehrlinge allen physikalischen und astronomischen Gesetzmäßigkeiten zum Trotz mit ihren schweren Gerätschaften im Weltraum hin- und herhopsen, ja sogar die schnulzige Liebesgeschichte zwischen Stamper-Tochter Grace (Liv Tyler) und Stamper-Schützling A. J. (Ben Affleck) ...

Ja, alles macht man mit. Von Beginn an geht’s hoch her und was es in anderen Filmen sonst nur im Finale zu bestaunen gibt, hauen die Macher schon in der Anfangssequenz, wo einige Meteoritenbröckchen auf die Erde krachen, dem Zuschauer um die Ohren. Diese bringen zwar das Empire State Building zum Einsturz, verschonen aber gerade noch so das kleine, süße Hündchen, das kurz zuvor auf der Strasse ein paar Spielzeug-GODZILLAs attackierte (ein Seitenhieb auf den Emmerich-Blockbuster). Action-Slapstick und dreckiger Humor: Bruce Willis hat einen herrlichen Auftritt zu Beginn, wenn er als Ölbohrer Harry Stamper ein Greenpeace-Schiff mit Golfbällen attackiert. Jene Szenen sollen uns zeigen: der Spaß steht im Vordergrund. Und der hält auch noch ’ne Weile, etwa wenn die harten Jungs beim Weltraum-Crash-Kurs einen armen Psychologen („Brüderchen“ Udo Kier) zur Verzweiflung bringen. Doch dann geht’s schon los: Männergespräche. Wo Männer noch Männer sind und so. Dann die Ansprache des Präsidenten, die schon in INDEPENDENCE DAY und DEEP IMPACT nervtötend war. Und sobald das dreckige Dutzend in den Weltraum aufbricht scheint es, daß dem Bruckheimer-Clan beim Drehen immer mehr die Sicherungen durchknallten. Astro-Physiker sollten keine einzige Sekunde daran verschwenden, was dort oben passiert, es hat eh’ keinen Sinn. Es kommt nämlich alles noch schlimmer. Da tauchen an Bord schwuppsdiwupps ein paar High-Tech-Kanonen auf, damit Steve Buscemi während seines Weltraum-Kollers was hat, mit dem er durchdrehen kann. Da torkelt der ständig angetütelte russische Astronaut Lev Andropov (Peter Stormare, Satan aus CONSTANTINE), der eher durch Zufall im Weltraum strandete und genauso charakterisiert wurde, wie ihn sich nur der stinknormale Ami in seinem beschränkten Weltbild vorstellen kann, an Bord der MIR herum. Da reicht zum Schluß ein Militär-Fuzzi (William Fichtner, EQUILIBRIUM) Grace die Hand, „....weil sie die Tochter des tapfersten Mannes der Welt ist“, obwohl er Stamper im Weltraum noch die Knarre in die Fresse hielt. Das ist das Problem mit den Amis: nicht nur in der Politik, sondern auch im Film gehen die von der arroganten Annahme aus, nur sie allein haben auf Erden die Vormachtstellung und nur sie allein taugen zu wahren Helden, was an ekliger Selbstbeweihräucherung kaum zu überbieten ist. Nachdem wir gerade so die (mittlerweile legendäre) Abschiedsszene zwischen Willis und Affleck überstanden haben, kommt noch ein richtig klebriges Kitsch-Happy-End dazu, so elendig verlogen, daß es schmerzt. Und wenn zum Schluß Affleck und Tyler heiraten, musikalisch mit nervigem Aerosmith-Geschrabbel untermalt, ist der Gipfel des Unerträglichen endgültig erreicht. Jeder einstürzende Meteorit wäre eine dankbare Erlösung.

 

  • „Ein inkohärenter Film, der oft ins Lächerliche abgleitet.“ (ZOOM)

  •  „(...) Die Erzählstruktur ist hektisch und ohne wirkliche Höhepunkte, kaum ein Bild ohne zerbröselnde Spezialeffekte, und die Schnittfolge übertrifft oft sogar Clip-Tempo.“ (Frauke Hauck, AZ)

  •  „In einer Welt, die von Informationskartellen, Softwaregiganten und Politkonsortien gesteuert wird, behauptet ARMAGEDDON, daß es auf den einzelnen, den Ganzen Mann ankommt, auch wenn er cholerisch, spießig und ein mieser Vater ist.“ (Sabine Horst, FR)

  •  „Daß die Helden wirklich ganz tolle Helden sind, begreift man schon sehr früh. Es wäre nicht nötig gewesen, so dick aufzutragen. Offensichtlich haben es sich die Autoren in den Kopf gesetzt, den größten Hero aller Zeiten zu küren, der dann von den Franzosen vor dem Eifelturm ebenso angebetet werden kann wie von den Indern am Tadsch Mahal. (Rolf Giesen & Bernhard Kempen, INVASION DES WAHNSINNS)

  •  „ARMAGEDDON ist der erste Hollywood-Mainstream-Film der Neunziger, der gesund unmoralisch und vorsätzlich gegen die Seuche der political correctness agitiert: Wenn die Menschheit schon draufgeht, dann bitte Frauen und Kinder zuerst.“ (Heiko Rosner, CINEMA)

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Aquarius
 

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AQUARIUS

Theater des Todes

 

I 1987 / O: „Deliria“ / AT: „Bloody Bird“; „Stage Fright“ / Länge: 87 Min. / FSK: ---

 Regie: Michele Soavi / Musik: Simon Boswell / Kamera: Renato Tafuri / Schnitt: Kathleen Stratton / Prod.: Aristide Massaccesi [= Joe D’Amato], Donatella Donati / Buch: Lew Cooper [= George Eastman = Luigi Montefiori],  Sheila Goldberg (Dialoge)

 

Darsteller: David Brandon (Peter), Barbara Cupisti (Alicia), Don Fiore (Police Chief), Robert Gligorov (Danny), Mickey Knox (älterer Polizist), John Morghen [= Giovanni Lombardo Radice] (Brett), Clain Parker (Irvin Wallace) sowie Lori Parrell [= Loredana Parrella], Martin Philips, James E. R. Sampson, Ulrike Schwerk, Mary Sellers, Jo Anne Smith, Sheila Goldberg, ungenannt: Michele Soavi (junger Polizist) u.a.

 

Das Regiedebüt des Italieners Michele Soavi, der einige Jahre später mit DELLAMORTE DELLAMORE (1993) einen der schönsten Untotenstreifen schuf:

„Ein aus der Anstalt entflohener Massenmörder schleicht sich in ein Theater, in dem gerade die Proben zu einem Musical laufen. Nach der Ermordung eines Darstellers wollen die anderen Schauspieler aus dem Theater flüchten, doch es ist bereits zu spät: Alle Zugänge sind versperrt, die Telefonleitungen gekappt. Dem Killer fallen weitere Mitglieder der Truppe zum Opfer. Es gibt für die Überlebenden kein Entkommen...“ (Inhaltsangabe der Laser Paradise-DVD)

Kopp ab! Arm ab! Und das Blut spritzt nur so. Die Italo-Variante amerikanischer Slasher-Filme musste natürlich um einiges härter und rabiater ausfallen, nur die inhaltliche Dürftigkeit ist trotz des vielen Aderlasses die selbe geblieben. Der krude, brutale Mix aus Slasher-Splatter und Psycho-Thriller kommt als bizarrer Mordsreigen daher mit etlichen Verstümmelungen und den üblichen Knallchargen, die sterben und sterben müssen. Der schmalbrüstigen Handlung zum Trotz legt Michele Soavi ein gelungenes Regiedebüt hin: Mit seiner betont visuellen Inszenierung, deren Einflüsse von Dario Argento unverkennbar sind, schafft er durchaus ein Gefühl der Klaustrophobie. Recht ulkig anzusehen ist der Killer, wenn er in einem riesigen Eulenkostüm (!) seine Mordattacken loslässt. Makaber und eigenwillig auch das Finale, in dem der Psychopath die Körper seiner Opfer (oder das, was noch davon übrig ist) auf der Bühne zurechtstapelt ... und dann flattern auf einmal ein Haufen Federn über diese irre Zeremonie. Das Werk ist vollbracht.

 

  • Nicht ganz ohne sind einige Beteiligte hinter der Kamera: Da ist zum einen Joe D’Amato (SADO - STOSS DAS TOR ZUR HÖLLE AUF), eine Koryphäe des Softsex- und Schundfilms, der das blutige Treiben produzierte. Und da ist zum anderen ein gewisser Lew Cooper, der für das eher lausige Drehbuch verantwortlich zeichnet und hinter dem sich Trash-Legende Luigi Montefiori verbirgt, der unter seinem allseits bekannten Pseudonym George Eastman als MAN EUTER zweifelhafte Popularität genoss. 

  • Michele Soavi ist in einer kleinen Nebenrolle als junger Polizist mit dabei... 

  • „Dafür gibt sich Spielfilmdebütant Soavi aber auf der visuellen Ebene alle Mühe, die dünne Geschichte mit Licht- und Farbenspielen zu verbessern.“ (Frank Trebbin, DIE ANGST SITZT NEBEN DIR) 

  • „Die Szene unter der Dusche fehlt auch nicht. Brutaler Schocker in klaustrophobischer Enge, mit einem Ende, das man aber leider aus allzu vielen Schlitzerfilmen kennt.“ (Ronald M. Hahn & Rolf Giesen; DAS NEUE LEXIKON DES HORRORFILMS) 

  • „Brutaler Psycho-Thriller, der das Entsetzen auf die Spitze treibt, dabei aber durchaus versiert die Klischees und Versatzstücke des Horrorkinos variiert.“ (LEXIKON DES INTERNATIONALEN FILMS)    
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Auf der U 17 ist die Hölle los
 

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AUF DER U 17 IST DIE HÖLLE LOS

 

„Wo der Kampf zur Hölle wurde, dahin zwang sie der Befehl.“ (Verleihwerbung)

 

USA 1959 (s/w) / O: „The Atomic Submarine“ / Prod.: Gorham Productions / Laufzeit: 73 Min. / FSK: k.A.

Regie: Spencer G. Bennett / Musik: Alexander Laszlo / Kamera: Gilbert Warrenton / Prod.: Alex Gordon / Buch: Orville Hampton / Spezialeffekte: Jack Rabin, Irving Block, Louis DeWitt

Darsteller: Arthur Franz (Commodore Holloway), Dick Foran (Captain Dan Wendover), Brett Halsey (Dr. Carl Nelson), Tom Conway (Sir Ian Hunt), Paul Dubov (Lt. David Milton), Joi Lansing (Julie), Bob Steele (Griff), Victor Varconi (Dr. Kent), Selmer Jackson (Admiral Terhune), Jack Mulhall (Murdock) sowie Jean Moorhead, Richard Tyler, Sid Melton, Ken Becker u.a.

 

SEA QUEST DSV anno 1959: Geheimnisvolle Katastrophen drohen in der Nähe des Polarkreises die arktische Schifffahrt lahm zu legen. Jüngstes Opfer ist das U-Boot „Sturgeon“ (!), das mit einem Mal explodierte. Das funkelnigelnagelneue Atom-U-Boot „Tiger Shark“ wird ausgesandt, um das zu machen, was ein U-Boot so macht: nämlich den Dingen auf den Grund gehen. Nobelpreisträger Sir Ian Hunt (Tom Conway) bringt als erster Kräfte jenseits der menschlichen Intelligenz mit den feindlich gesinnten Angriffen in Verbindung und vermutet einen „außerplanetarischen Kopf“ hinter den anhaltenden Schiffskatstrophen. Es dauert nicht lange, und ein Unterwasser-UFO schwirrt vor der Linse herum. Großes Rätselraten beginnt. Spannung wie bei Günther Jauch. Ein Amphibienwesen wird vermutet:

 „Freundlicher Gedanke, daß man es nicht mit Marsmenschen, sondern Marsfischen zu tun hat.“ „Fliegende Untertassenfische!“

Bald steht die tapfere Besatzung dem Urheber allen Übels gegenüber. Ein abstrakt aussehendes Krakenviech mit Zyklopenauge, das sich doch allen Ernstes für „zivilisierter, kultivierter, klüger und schöner“ hält. Das wahre Gesicht von Angela Merkel? Nein, diesmal nicht. Sondern ein böses, gestrandetes Alien, das den Nordpol als Batterieladestation anzapft und die Erde zur Kolonisation vorbereitet...

THE ATOMIC SUBMARINE hat Charme und macht Spaß, obwohl er seine fragwürdige Atombomben-Propaganda ziemlich ernst nimmt. Trotz plappriger Momente kommt keine Langeweile auf, was bei 70 Minuten Laufzeit kein Wunder ist. Instrumente, die verrückt spielen oder ganz den Geist aufgeben. Eingestreute Wochenshowaufnahmen. Lustige Unterwasserszenen, etwa Torpedosalven, die vom Zyklopen mit Götterspeise (!) abgewehrt werden. Ein Off-Sprecher, der das ganze auf besonders amüsante Weise kommentiert. Und dann noch ein Regisseur wie Spencer Gordon Bennet (1893-1987), der die einzelnen Szenenübergänge im Stile der Serials inszenierte, die vor allem in den 30er und 40er Jahren seine Heimat waren.

Die besten Dialogzeilen wurden einem Froschmann in den Mund gelegt: „Hätte ich mich bloß nicht freiwillig zu dieser Truppe gemeldet. Eigentlich wollte ich Schauspieler werden.“ Blitzt da Selbstironie auf? Wär’ doch gar nicht nötig gewesen. Die fast männliche Darstellerriege überzeugt auf der ganzen Linie, spielen sie doch so, wie so ein mustergültiger Soldat auftritt: hölzern, steif, gleich geschaltet. Besondere Erwähnung soll Dick Foran  finden, der als Captain Wendover einen „auf wichtig“ macht.

Die üblichen Rivalitäten unter Männern, die gegenseitige Positionen vertreten, dienen als Marine-Reklame. Da tituliert der kriegslüsterne, „die Väter der Atom-U-Boote“ verehrende Militär-Fatzke Commodore Holloway (Arthur Franz, INVASION VOM MARS, 1953) den pazifistisch gesinnten Dr. Nelson (Brett Halsey), der zur Gruppe der Friedensfreunde angehört und sich für „soziale Gerechtigkeit und die Würde des Menschen“ einsetzt, als „pflaumenweichen Herumtreiber“. Der Appell an den Frieden wird als bloßes Gewäsch abgetan und so dienen Dr. Nelsons Argumente auch nur dazu, um dem Publikum eine derartige Minderheitenmeinung auszutreiben. Denn: Krieg war schon immer ein profitables Geschäft, was nicht nur fürs Pentagon, sondern auch für Hollywood gilt. Apropos Pentagon, welches mit einer kurzen Einblendung standardgemäße Erwähnung findet: die Herrschaften dürften damals mit der Entwicklung des Films zufrieden gewesen sein. Eine ordentliche Raketensalve ist schließlich die letzte und einzige Chance, um das außerirdische Biest zu bekämpfen. Habt ihr das verstanden, ihr pflaumenweichen Herumtreiber da draußen: Eine ordentliche Raketensalve! Und so gehen unsere tapferen Helden derart nüchtern auf die Alien-unter-Wasser-Jagd, als wäre sie was ganz selbstverständliches. So wie Kommunisten jagen oder so. Friedensaktivist Nelson befindet sich zum Schluss, nach dem Ausgang der Dinge, auf Schleimkriecherspur direkt in Holloways Arsch, obwohl sich beide auf der „Tiger Shark“ fast an die Gurgel gingen: „Solange wir Boote haben wie die „Tiger Shark und Sie und den Captain...“

  • Dick Foran (1910-1979) brillierte auch in Universal’s Monsterheulern wie THE MUMMY’S HAND (1940) und THE MUMMY’S TOMB (1942)

  • Brett Halsey (Jahrgang 1933) konnte man im selben Jahr an der Seite von Vincent Price in Edward Bernd’s Fortsetzung DIE RÜCKKEHR DER FLIEGE erleben; viele Jahre später war er in Lucio Fulci’s Alterswerken WHEN ALICE BROKE THE MIRROR (1988), NIGHTMARE CONCERT und DEMONIA (beide 1990) sowie Luigi Cozzi’s Edgar-Allen-Poe-Verballhornung THE BLACK CAT (1989) zu sehen. Sogar für eine Mini-Rolle in DER PATE III (1990) hat es noch gereicht.

  • Die Welt ist ein Dorf: Tom Conway und Paul Dubov waren bereits 1957 in den Fängen von VOODOO WOMAN, ein Jahr zuvor bekamen sie es mit THE SHE-CREATURE zu tun. Beide Werke stammen übrigens von Meisterregisseur Edward L. Cahn 

  • Dies ist wahrscheinlich der beste unter den Low-Budget-Filmen von Produzent Gordon aus den fünfziger und sechziger Jahren. Dies verdankt er zum größten teil der sachlichen Regie von Bennet, einem Mann, der durch die harte Schule von Sam Katzmans billiger als billigen Low-Budget-Produktionen gegangen war, zu denen SUPERMAN (1948), BATMAN UND ROBIN (1949) und zahlreiche Serienwestern gehört hatten.“ (DIE SCIENCE FICTION ENZYKLOPÄDIE) 

  • Hinter dem billig gemachten und wenig phantasievoll ausgeschmückten Invasion-aus-dem-All-Streifen versteckt sich – allerdings sehr schlecht getarnt – ein Propagandafilm für die US-Marine und ein ziemlich ernst gemeintes Plädoyer für den Einsatz der Atombombe als „Aspirin“ auf die Weltpolitik.“ (Frank Trebbin, DIE ANGST SITZT NEBEN DIR)

  •  „Sciencefiction-Film von technisch geringer Fantasie, das ein Loblied auf die Militärs anstimmt.“ (LEXIKON DES INTERNATIONALEN FILMS)

  • „Mit dem Enderfolg kann das zur Verteidigung mit Atomwaffen stets bereite Pentagon zufrieden sein.“ (FILMDIENST)

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