Schlechter Geschmack: Die Welt ist zu schlecht für gute Filme
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Absence of Light, the

THE ABSENCE OF LIGHT

USA 2004 / O: „The Absence of Light“ / Laufzeit: 76 Min. / FSK: ab 18 

Regie, Drehbuch, Schnitt, Kamera, Produktion: Patrick Desmond / Musik: Andy Halter, Richard Conant, Todd Skeie 

Darsteller: Tom Savini (The Higher Power), David Hess (Whiplash), Michael Berryman (The Seer), Caroline Munro (Abbey Church), Tony Todd (The Alchemist), Kevin Van Hentenryck (Jenkins), Rick Scarry (Senator Criswell), Richard Conant (Puritan), Eric Thornsberry (Sultan), Tom Sullivan (Corrigan) sowie Jerry Gatewood, Linda Orick, Robyn Griggs u.a.

 

Um es gleich vorweg zu nehmen: man sollte Patrick Desmond seinen eigenen blöden Film, den er verzapft hat, so lange um die Ohren hauen, bis er reumütig verspricht, sich nie wieder auch nur im Entferntesten in die Nähe einer Kamera zu begeben. In erster Linie, weil es ihm gelang, zahlreiche Horror-Größen vor der Kamera zu versammeln und sie so gut bzw. schlecht wie nur möglich zu verheizen. Tom Savini (DAWN OF THE DEAD; FROM DUSK TILL DAWN), Michael Berryman (CUT AND RUN; THE DEVIL’S REJECTS), Tony Todd (CANDYMAN; WISHMASTER; FINAL DESTINATION), David Hess (THE LAST HOUSE ON THE LEFT; DAS DING AUS DEM SUMPF), Kevin Van Hentenryck (BASKET CASE), Caroline Munro (MANIAC; DER 6. KONTINET) – hört sich gut an, sieht aber scheiße aus. 

Im Laufe ihrer Karrieren haben sie sich ja schon in so manch obskure Billigproduktion verirrt, doch wie sie in die Hände von Patrick Desmond, diese filmende Eintags-Scheißhausfliege, geraten konnten… bleibt einfach nur schleierhaft. Waren es Gefälligkeitsauftritte? Hat er ihnen auf Horror-Conventions was ins Glas gekippt? Hatten sie das Geld so nötig, um ihre Haushaltskasse aufzufüllen? Und wenn ja: welches Geld?  THE ABSENCE OF LIGHT sieht so aus, als hätte er gar nichts gekostet – mal abgesehen von den Nerven der Zuschauer, die in Anbetracht der Besetzungsliste auf diesen Bockmist hereingefallen sind und aufgrund des Dargebotenen Mühe haben, die Äuglein aufzuhalten. Es ist die Mühe nicht wert. Entweder man wird den Film, trotz seiner kurzen Laufzeit von 76 Minuten, nicht zu Ende sehen wollen oder man fängt an, sich nebenbei irgendwie zu beschäftigen. Bügeln und Abwaschen kann manchmal auch ganz aufregend sein. THE ABSENCE OF LIGHT gehört zum Miesesten, was mir jemals untergekommen ist; ein Film, der zusammen mit seinem kongenialen Macher in allen Belangen gründlich gescheitert ist. Was aber auch kein Wunder ist, wenn mal wieder ein übergeschnappter Pfuscher in seinem Größenwahn alles alleine machen musste, aber dabei auf allen Gebieten so kläglich wie es nur geht versagte, weil ihm dabei ein wichtiges Kriterium fehlte: Talent! Das kann in der Filmbranche manchmal durchaus von Nutzen sein.

Low Budget, Independent, Underground, Trash, B-Movie, C-Movie, Z-Movie – das alles hört sich doch ganz gut an, aber schlecht ist manchmal einfach nur schlecht. In diesem Fall sogar sauschlecht. 

Bis hier hin hab ich nur geschimpft, ohne dass der Leser dieser Zeilen weiß, worum es hier geht. Es ist nicht wichtig. Einen Storyverlauf hier an dieser Stelle wiederzugeben, ist gar nicht so einfach, da ich mir Desmonds Armutszeugnis nicht durchweg, also nur mit Unterbrechung, ansehen konnte. Und dann bin ich auch noch zwei Mal eingeschlafen. Man flüchtet sich da regelrecht hinein, wenn die Fernbedienung außer Reichweite liegt. In solchen Momenten wünscht man sich Kinder. 

In einem düsteren Los Angeles korrumpiert ein Senator namens Criswell, der kurz vor den Wahlen steht, aber aufgrund seiner ganzen Affären und Skandalen diesbezüglich mächtig Bammel hat. Also wendet er sich an eine ganz spezielle Sicherheitsfirma und engagiert die zwei Agenten Puritin und Sultan, die all die Probleme beseitigen, die für den Herrn Senator gefährlich werden könnten. Tom Savini und David Hess treten hierbei als Schurken auf, die die Kontrolle über ein wahnsinnig wichtiges Experiment, aus dem „Super-Soldaten“ hervorgehen sollen, zu erlangen versuchen. Keifende Vampir-Girls und allerbilligst getrickste CGI-Kreaturen tauchen auch noch auf. Gegen Ende wurde Tony Todd kurz im Arztkittel gesichtet. Michael Berryman sitzt in seinen drei, vier spärlichen Auftritten in irgendwelchen Hotel-Hinterzimmern herum, womit die Gerüchte, dass Desmond die Stars auf diversen Conventions zwischen Autogrammstunde und Kaffeepause direkt vor Ort zu einem Dreh überreden konnte, durchaus der Wahrheit entsprechen. Die erlesenen Locations sprechen jedenfalls dafür. 

Trotz der Besetzung mit diversen Genre-Größen tritt der Horror nur in der einfältigen, dilettantischen Machart auf – dort aber mächtig gewaltig. Das nennt man dann filmischer Horror. Vom Genre her ist das eher ein Thriller, aber einer der ödesten und langweiligsten; angereichert mit peinlichen CGI-Effekten (man achte auf die Explosionen!) und blutig-billigen Pseudo-Splatter-Morden. Das ganze wird serviert in einer absolut unerträglichen Home-Video-Billigoptik mit null Atmosphäre, dafür aber mit Pornofilm-Ästhetik und dem lahmen Charakter einer talentfreien Amateurproduktion. Jeder 16jährige Rotzer bekommt mit Papis Camcorder bessere Bilder hin. Die erbärmliche Grotten-Synchro passt sich dem unterirdischen Niveau adäquat an. 

  • Tom Savini:  

        MANIAC (1980; Make-Up-Effekte, Darsteller)

        TEXAS CHAINSAW MASSACRE 2 (1986; Make-Up-Effekte)

        CHILDREN OF THE LIVING DEAD (2001; Darsteller, Stunts) 

  • Michael Berryman:

        THE HILLS HAVE EYES (1977)

        MUTRONICS (1991)

        STARFIRE (1992)    

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Asylum

A s y l u m

Gib mir deinen Schmerz!“ (Magnus Burke)

 

USA 2007 / O: „Asylum“ / Prod.: Hide Park Films; Mad Scientist Productions, Adlabs Films; Ashok Amritraj Productions / Laufzeit: 88 Min. / Freigabe: k.J.

Regie: David R. Ellis / Musik: David L. Hamilton / Kamera: Gary Capo / Schnitt: Howard E. Smith / Ausf. Prod.: Jessika Borsiczky, George Parra, Patrick Aiello / Prod.: Ashok Amritraj / Buch: Ethan Lawrence / SFX: Erik Henry 

Darsteller: Sarah Roemer (Madison), Jake Muxworthy (Holt), Mark Rolston (Magnus Burke), Travis Van Winkle (Tommy), Ellen Hollman (Ivy), Carolina Garcia (Maya), Cody Kasch (String), Lin Shaye (String’s Mutter), Joe Inscoe (Mackey), Gabe Wood (Kelso), Randall Sims (Rez), Andrea Powell (Carol) sowie Pete Burris, Bridget Gethins, Caroline Kent, Brantley Pollack, Ben Danielle, Cody Hanford u.a. 

Eine Nervenheilanstalt, geführt von einem sadistischen Folterarzt, der seine Patienten grausamen Experimenten unterzog, woraufhin sie ihn töteten und er nun als dämonischer Geist in dem alterwürdigen Gemäuer umherwandelt und für Angst und Schrecken sorgt. Na, das kennen wir doch: als Hintergrundstory in William Malone’s Spukhaus-Remake HAUNTED HILL und der überflüssigen Direct-to-DVD-Fortsetzung HAUNTED HILL – DIE RÜCKKEHR IN DAS HAUS DES SCHRECKENS. Unter der Regie von David R. Ellis, der mit FINAL DESTINATION 2 und SNAKES ON A PLANE auch schon deutlich besseres geleistet hat, wird der altbekannte Stoff ohne jegliche Innovation oder originelle Einfälle noch mal neu aufgelegt – nur eben mit dem Unterschied, dass in diesem Fall das Irrenhaus 60 Jahre nach den grausamen Ereignissen zur Uni umfunktioniert wurde und nun von den üblichen Teenager-Fratzen, allesamt mit schlimmer Kindheit, bewohnt wird. Mark Rolston (DAYLIGHT; SCORCHER) spielt hier den irren Klapsmühlen-Doc, der durch die Gänge geistert, dabei ein paar luschige Freddy-Krueger-Sprüche ablässt und die langweilige Teenie-Fraktion mit ihrem gestörten Seelenleben (Mutter-Komplex, Drogenkonsum, Essstörungen, Suizidgefahr etc.) konfrontiert. Er möchte sie von ihrem Schmerz befreien, doch bei seiner speziellen Therapie bleiben Schmerzen eben leider nicht aus. Ich weiß nicht, welche Schmerzen der Autor beim Drehbuch schreiben hatte, jedenfalls erzeugt die dürftige Story zusammen mit der eher armseligen, langatmigen Umsetzung nur Gähnanfälle. Erschreckend, in welch’ geistlosen Gefilden David R. Ellis inzwischen herumgeistert. Nach so einem Film blieb ihm gar nichts anderes übrig, als am mittlerweile vierten Teil der FINAL DESTINATION-Reihe zu arbeiten. Was hierbei herauskam, ist nur klischeehafter Campus-Horror mit eingestreuten Schockeffekten und eingeschlafenen Beinen – letztere sind das einzig prickelnde in diesem flauen Mad-Scientist-Gewusel. 

  • In einem teuflisch schrägen Kurzauftritt brilliert Lin Shaye (NIGHTMARE ON ELM STREET; 2001 MANIACS; SNAKES ON A PLANE) als alkoholkranke Rabenmutter. 

  • Die DVD erschien im Haus Kinowelt: OFDB 

  • „Nachdem ich den Kurzinhalt zu diesem neuen Horrorthriller gelesen hatte, war ich sehr angetan und habe mir einen abwechslungsreichen Film versprochen. Doch leider wurde ich dann vom Film enttäuscht, denn die Handlung ist nach dem üblichen Schema der amerikanischen Horror-Slasher gestrickt. Die Story hätte wesentlich mehr hergeben können. Ich hätte mehr Tiefgang erwartet, aber es wird alles zu oberflächlich abgehandelt.“ (Markus Cremer; DEADLINE 01/2008) 

  • „…spannender Horrorthriller mit ultimativer Gänsehautgarantie.“ (MEIN OSKAR) 
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Aliens vs. Predator 2

ALIENS VS. PREDATOR 2

  

USA 2007 / O: „AVPR: Aliens vs. Predator – Requiem“ / AT: „AvPR”; „AvP 2” / Prod.: 20th Century Fox; Davis Entertainment / Laufzeit: ca. 93 Min. (Kino) / FSK: keene Ahnung 

 

Regie: The Strause Brothers / Musik: Brian Tyler / Kamera: Daniel C. Pearl / Schnitt: Dan Zimmerman / Ausf. Prod.: Paul Deason, David Giler, Walter Hill / Prod.: John Davis, Wyck Godfrey / Buch: Shane Salerno 

 

Darsteller: Steven Pasquale (Dallas), Reiko Aylesworth (Kelly O’Brien), John Ortiz (Sheriff Eddie Morales), Johnny Lewis (Ricky), Kristen Hager (Jesse), Ariel Gade (Molly), Sam Trammell (Tim), David Paetkau (Dale), Robert Joy (Col. Stevens), Tom Woodruff Jr. (Alien), Ian Whyte (Predator), Chelah Horsdal (Darcy), Meshach Peters (Curtis), Ty Olsson (Nathan) sowie Matt Ward, Michál Suchanek, David Hornsby, Chris William Martin, James Chutter, Phil Uhler, Kevin Haaland, Gina Holden, Kurt Max Runte, Liam James, Tim Henry, Tom McBeath, Anthony Harrison u.a.

                                                                                                                        

 

Und hier mal wieder etwas aus der Rubrik: „Kinofilme, die wie verkappte Videopremieren aussehen“. Das wäre auch nicht weiter tragisch, wenn hier nicht unsere Lieblingsweltraummonster auf eine ziemlich infantile, törichte Weise recycelt würden. ALIEN VS. PREDATOR, Paul W. S. Anderson’s gründlich gescheitertes Crossover, stieß bei Fans und Kritikern auf so wenig Gegenliebe, das die angekündigte und angedrohte Fortsetzung einfach nur hätte besser werden können. Doch was wir nun mit ALIENS VS. PREDATOR 2 vorgesetzt bekommen, ist das, was man im Allgemeinen als riesengroße Scheiße bezeichnet. Wem also die erste Verhohnepiepelung, die Vergewaltigung zweier erfolgreicher SF-Hits, noch schwer im Magen liegt wie ein eingenisteter Alien-Parasit, der darf sich nun auf diesen komplett überflüssigen Aufguss freuen, welcher den brachialen Vorgänger wie eine cineastische Meisterleistung da stehen lässt. 

                                                                                                                

Und es gibt noch weniger zu erzählen als im ersten Teil: der Absturz eines Predator-Raumschiffes in der Nähe einer amerikanischen Kleinstadt, garstige Aliens, die sich freilich mit an Bord befanden und sogleich einen Vater mitsamt seinem Steppke als Brutstätte missbrauchen, was anno dazumal bei John Hurt ein Weilchen länger dauerte… – tja, und den Rest kann man sich denken und schenken, ohne groß darüber zu nachzudenken. Ein weiterer Predator wird hinterher geschickt, um schlimmeres zu verhindern, doch wie das manchmal im Leben (und nicht nur in schlechten Filmen) so ist: manchmal kommt alles noch viel, viel schlimmer. Und dem versuchen diesmal Einhalt zu bieten: ein heimgekehrter Herumtreiber (Steven Pasquale) mitsamt seinem glücklosen Bruder (Johnny Lewis), welcher gerade seine ganz persönliche Teenie-Romanze zu einem doofen Paris-Hilton-Double (blond: Kristen Hager) aufzuwärmen versucht, eine ebenfalls heimgekehrte Soldatenmami (Reiko Aylesworth) und eine hilflose Sheriff-Type (John Ortitz). Klaro, dass hier nur Laiendarsteller-Gezappel geboten wird. Von den Dutzendfressen fallen hier nur die markanten Gesichtzüge von Genre-Veteran Robert Joy (RESURRECTION; THE HILLS HAVE EYES) auf, der als kerniger Colonel, welcher den entsprechenden Bombardierungsbefehl erteilt, leider nur sehr wenige Minuten Screentime hat. Den Rest kannste vergessen.  

 

Bei den Amis war dieses zweite Crossover ein Reinfall in Reinform, doch hierzulande erwies sich diese ärgerliche Pseudo-Fortsetzung als so erfolgreich, dass man sie sogar noch 2 Wochen nach Kinostart in unserer sächsischen Kulturhochburg Riesa ins Kino hievte – das will schon was heißen. Kopfschüttelnd hing ich während des Abspanns, wo zugedröhnte Ramschstein-Epigonen herumbrüllten wie ein Hyänenrudel während der Paarungszeit, in meinem Kinosessel und wollte nicht so recht glauben, dass es tatsächlich möglich ist, Andersons unsäglichen Vorgänger zu unterbieten. Doch wie Tucholsky mal so schön sagte: Alles ist möglich, auch das Gegenteil.  

 
Für das Fiasko hier verantwortlich sind Hollywoods Gebrüder Plattschuss: Colin und Greg Strause, zwei weitere Stümper aus der SFX-Branche, die sich auch mal im Regieführen ausprobieren wollten. Nach den Wachowski Brothers, den Coen Brothers, den Hughes Brothers, den Pang Brothers und den Butcher Brothers muss die Filmwelt nun auch mit den Strause Brothers zurecht kommen. Deren Mutti möchte man nahe legen, ihre beiden talentfreien Söhne zur Strafe barfuss und ohne Abendessen ins Bett zu schicken. Da, wo man Anderson seine Routine, Leinwände mit schlechten Filmen zuzukleistern, nicht absprechen kann, bzw. er durchaus in der Lage ist, Action und Spezialeffekte professionell umzusetzen, erweisen sich diese beiden Deppen als durch und durch unfähig. Gut, nach diversen Kurzfilmen ist das hier auch erst ihr erster Kinofilm, doch bei so einem schrecklich schlechten Einstand, kann man nur davon ausgehen, dass es gefälligst dabei bleibt. Rein handwerklich gesehen ist ALIENS VS. PREDATOR 2 eine Katastrophe; ein künstlerischer Fehlschlag auf ganzer Linie. Die Regie ist stümperhaft, dilettantisch und einfach nur mies, die Kameraführung orientierungslos und der Cutter? Der schien besoffen gewesen zu sein. 

 
Es sagt doch schon viel aus, dass die zwei einzigen originellen Einfälle im Film selbst nicht einmal vorkommen. Da wäre zum einen der nett-ironische Trailer, der auf viel mehr hoffen ließ, und zum anderen die Wortklauberei, die auf eine neue Monsterrasse, die Kreuzung zwischen Alien und Predator, hinweisen sollte: Predalien. Das macht 50 Cent in die Wortspielkasse. Erinnern wir uns an die letzte Szene aus dem ersten Teil: da nistete ein Alien-Parasit in einem Predator, bis er schliesslich aus dessen Körper ausbrach. 

 

Sowohl Predalien als auch die angekündigten Gore-Effekte bleiben im Dunkeln verborgen und das nicht nur in Bezug darauf, das es hier rein künstlerisch gesehen ziemlich finster aussieht. Denn schon sehr bald sorgt diese idiotische Anhäufung abgestandener Drehbuch-Klischees dafür, dass in dieser nicht sehr lange beschaulichen Kleinstadt der Strom ausgeknipst wird, so dass hier sehr, sehr vieles im Dunkeln abläuft. Das Spiel mit Dunkelheit und Helligkeit, Tag und Nacht und dem was man nicht sieht und dem, was man sieht zu glauben, ist einer der Vorzüge in diesem Genre, das die Strause Brothers zum Nachteil haben werden lassen. Während in allen vier ALIEN-Filmen der Horror langsam und schleichend Einzug hielt, sollen nun hektische Schnitte und nervöses Kameragewackel Action vortäuschen, wo Einfallslosigkeit und Untalent dominieren. Von der schlampigen Machart mal abgesehen, fragt man sich bei den vielen stümperhaften Szenenübergängen, ob nicht doch der Zensor hin und wieder die Schere angesetzt hat (was ja in Good Old Germany Tradition hat) bzw. diverse Schockeffekte mit Blick auf die DVD-Veröffentlichung aufgespart wurden. Zum ersten Teil wurde ja auch noch eine mit CGI-Blut angereicherte Unrated-Version hinterher geschmissen. Was bleibt ist nur ein weiterer plump-brachialer Monster-aus-dem-All-Schwurbel mit ranzigem B-Movie-Charme, hohem Trash-Faktor und jede Menge Ärgernis-Potantial.   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Android, der

DER ANDROID

 

„Ich bin Erfinder. Ich stelle Industriespielzeug her; Puppen, die gehorchen können und obendrein was leisten.“ (Dr. Daniel)

USA 1982 / O: „Android“ / Prod.: New World Pictures / Laufzeit: 76 Min. / FSK: ab 12

Regie: Aaron Lipstadt / Musik: Don Preston / Kamera: Tim Suhrstedt / Schnitt: Andy Horvitch / Ausf. Prod.: Barry Opper, Rupert Harvey, Roger Corman [ungenannt] / Prod.: Mary Ann Fisher / Buch: Don Opper [als Don Keith Opper], James Reigle / Story: Will Reigle / Special Effects Make Up: John Carl Buechler, Mark Shostrom [ungenannt]

 Darsteller: Don Opper (ungenannt, Max 404), Klaus Kinski (Dr. Daniel), Norbert Weisser (Keller), Brie Howard (Maggie), Crofton Hardester (Mendes), Kendra Kirchner (Cassandra) sowie Randy Connor, Mary Ann Fisher, Julia Gibson, Rachel Talalay u.a.

                                                                                                          

So originell, erfindungsreich und intelligent kann und darf ein B-Movie zur Abwechslung auch mal sein. Es gibt viel mehr Vertreter dieser Art von phantastischer und phantasievoller Unterhaltung – man muss nur mal die Augen aufmachen. DER ANDROID des Corman-Assistenten Aaron Lipstadt ist nur einer davon. 

Es war einmal im Jahre 2036, da lebte auf einer einsamen Raumstation der Android Max 404 mit seinem Erbauer, dem exzentrischen Wissenschaftler Dr. Daniel (perfekt besetzt: Klaus Kinski; CREATURE - DIE DUNKLE MACHT DER FINSTERNIS, DRACULA IM SCHLOSS DES SCHRECKENS), zusammen. Die Zeit im Weltraum verbringt Max mit Videospielen und der Erforschung der Menschheit, speziell darüber wie es denn nun so funktioniert zwischen Mann und Frau. Max hat noch nie eine Frau gesehen. Wie auch. Dr. Daniels Arbeiten über künstliche Lebewesen sind verboten, denn seit einem Aufstand der Roboter fürchtet man sich vor abtrünnigen Androiden, die eben auch nicht vor Anschlägen und Morden an hochrangigen Konzernbossen zurückschreckten. Seitdem heißt es für sie auf der Erde: Betreten verboten! Wenn man etwas weitergeht, kann man fast zu dem Schluss kommen, dass RAF hier für die Roboter Armee Fraktion stehen könnte. 

Der ereignislose All-Tag wird durch den Notruf eines kleinen Schiffes unterbrochen. Mit ihm soll sich Max’ Leben grundlegend ändern. An Bord befinden sich drei entflohene Sträflinge, die mit ihrer gekaperten Fähre auf der Flucht sind und von Max „gerettet“ werden.

Während die Herren der Schöpfung, der brutale Mendes (Crofton Hardester) und der vernünftigere, aber schwächere Keller (Norbert Weisser; CYBER WORLD, ULTIMATE CHASE), ständig miteinander konkurrieren, verliebt sich Max in die Gangsterbraut Maggie (Brie Howard). Es ist seine erste, große Liebe. Dr. Daniel kommt Maggie gerade zur rechten Zeit, denn schließlich brauch er eine weibliche Versuchsperson für seine illegalen Forschungen. Max ist hin- und hergerissen und fürchtet um seine Existenz, da Daniel ihn wegen seines Ungehorsams und Eigensinns ausschalten will, sobald er das Nachfolgemodell aktiviert hat: Cassandra. Genau das macht aber Max versehentlich, als er im Labor Maggie küsst. Die Dinge des Lebens nehmen ihren Lauf… 

„Was wir aus Liebe tun, ist jenseits von Gut und Böse.“

Schon der hübsche Vorspann zeigt uns, in welche Richtung DER ANDROID geht: Zwei Hände bauen zwei kleine, mechanische Puppen zusammen, die, wie durch ein Wunder, zum Leben erwachen. Das Wunder des Lebens. Mit Feingefühl, Witz und Charme behandelt der Film ein Urthema der Science-fiction: Wenn ein Android zum Mensch wird. Eine seiner stärksten und intensivsten Szenen hat dieser wunderbare, kleine, kluge Film, als Max ein Gespräch zwischen Dr. Daniel und der Gangsterbraut Maggie belauscht – und dazu sich Fritz Lang’s METROPOLIS anschaut, während James Brown „It’s A Man’s, Man’s, Man’s World“ singt. Wir sehen Brigitte Helm und wie aus einer Androidin eine Frau entsteht. Gerade bei diesem kunstvoll arrangiertem Zitat zeigt sich, dass hier Leute am Werk waren, die nicht nur mit dem Science-fiction-Genre aufgewachsen sind, sondern sich in diesem Metier auch noch auskennen. Wann kann man das schon mal über einen Science-fiction-Film sagen… 

DER ANDROID kann man zweifelsohne als das Intelligenteste bezeichnen, was Roger Corman’s legendäre Billigfilm-Schmiede New World Pictures in den 80ern hervorgebracht hat. Das bei Corman wie immer sparsam eingesetzte niedrige Budget erweist sich hier als Vorteil: Die Ausstattung ist ebenso spartanisch wie überzeugend, während der Verzicht auf ausufernde Spezialeffekte durch eine ebenso clevere, wie nachdenkliche Handlung wettgemacht wird. Diese weist denn auch einige exploitationhafte Züge auf, die jedoch nie zum Selbstzweck geraten: Gewalt wird eher angedeutet als in aller Ausführlichkeit gezeigt, zudem gibt es einige Aspekte, die auch ein David Cronenberg interessant finden dürfte. Ich sage nur: Sex mit Maschinen.  

Für alle, die dieses Genre mit lärmendem Getöse und überdimensionierten Spezialeffekten gleichsetzen, sei gesagt: Dieser Film ist ein Lehrstück in Sachen Science-fiction. Schon allein Don Opper’s hervorragende Darstellung eines Androiden macht ihn sehenswert.  

 

  • Der ehemalige Filmkritiker Aaron Lipstadt wandte sich später der Fernseharbeit zu und führte u.a. Regie bei MIAMI VICE, ZURÜCK IN DIE VERGANGENHEIT, SURFEACE, LAW & ORDER: NEW YORK, 4400 – DIE RÜCKKEHRER und MEDIUM. 

  • Co-Autor und Hauptdarsteller Don Opper, der ganz uneitel auf eine Nennung im Vor- und Abspann verzichtete (stattdessen lässt man es so stehen, dass Max 404 sich hier selbst spielt), kennt man auch als trotteligen Charlie aus allen vier CRITTERS-Filmen, die ebenfalls sein Bruder Barry Opper (JEEPERS CREEPERS) mitproduzierte. 

  • Wie immer sollte man im Abspann der New World-Produktionen auf diverse Mitarbeiter achten, die hier ihre erste Sporen verdienten und später auf ihre Weise als Regisseure Karriere machten. In diesem Fall: Stephen Herek (CRITTERS; 101 DALMATINER), Rachel Talalay (NIGHTMARE VI: FREDDY’S FINALE) und ein gewisser Jim Cameron. 

  • „Die inhaltlichen Überraschungen zum Schluss des Films zeugen von einer gewissen ironischen Distanz zum Stoff, der ein gewisses Gewaltpotential und einige explizite, aber versteckte Details zum Thema Sex mit Maschinen enthält. Dies hat die FSK aber wohl nicht erkannt, denn der Film ist (schon) ab 12 Jahren freigegeben.“ (Frank Trebbin, DIE ANGST SITZT NEBEN DIR) 

  • „Low-Budget-Produktion aus dem Hause Corman, in welcher Regiedebütant Lipstadt beweist, dass man auch mit wenig Geld und ohne aufwendige F/X einen ansehnlichen SF-Thriller auf die Beine stellen kann.“ (Harry Lieber, HÖLLE AUF ERDEN) 

  • „Einer der geistreichsten und unterhaltsamsten Filme des Jahres überhaupt.“ (DIE SCIENCE FICTION FILMENZYKLOPÄDIE) 

  • „Mit einer solchen Idee würde kein Perry-Rhodan-Autor seinen Lesern zu kommen wagen.“ (Ronald M. Hahn & Volker Jansen, LEXIKON DES SCIENCE FICTION FILMS) 

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Agnes und seine Brüder

AGNES UND SEINE BRÜDER

German Beauty 

 

D 2004 / Prod.: X-Filme Creative Pool, Bayerischer Rundfunk (BR), Westdeutscher Rundfunk (WDR), arte / Laufzeit: 111 Min. / FSK: ab 16 

Regie + Buch: Oskar Roehler / Musik: Martin Todsharow / Kamera: Charly F. Koschnick [ = Carl-Friedrich Koschnick] / Schnitt: Simone Hoffmann / Co-Prod.: Sebastian Fahr-Brix / Prod.: Stefan Arndt 

Darsteller: Martin Weiss (Agnes Tschirner), Moritz Bleibtreu (Hans-Jörg Tschirner), Herbert Knaup (Werner Tschirner), Vadim Glowna (Günther Tschirner), Katja Riemann (Signe Tschirner), Tom Schilling (Ralf Tschirner), Marie Zielcke (Nadine), Oliver Korritke (Rudi), Martin Semmelrogge (Manni Moneto), Martin Feifel (Hannes), Sven Martinek (Jürgen), Til Schweiger (Freund in der Bibliothek),  Margit Carstensen (Roxy), Lee Daniels (Henry Preminger), Ralph Herforth (Heinz), Susan Anbeh (Desiree), Wilfried Hochholdinger (Rolf), Gerry Jochum (Herr Klebnitschek), Simon Boer (Freund von Nadine), Peter Benedict (Kursleiter), Kelly Trump (Lisa), Andreas Kunze (Hausmeister) sowie Zora Holt, Michaela Hinnenthal, Loretta Stern, Maximilian Fischer, Christa Rockstroth, Kerstin Landsmann, Felix Bresser, Axel Wedekind u.a.

 

Drei Brüder und drei Leben wie sie unterschiedlicher nicht sein können: Da ist der unter Schweißausbrüchen leidende, sexsüchtige Bibliothekar Hans-Jörg, der zu vereinsamen droht. Da ist der karrieregeile Grünen-Politiker Werner, der kurz vor seinem größten Coup, die Einführung des europäischen Dosenpfands, steht, während seine spleenige Gattin, ein echter Ehekrüppel, ihm jegliche Zuneigung verwehrt und er von seinem wenig Respekt einflößendem Sohn regelrecht gemobbt wird. Und da ist Martin, der sich hat zur Frau umoperieren lassen und nun Agnes heißt. Der angebliche Grund dafür soll der inzwischen schwule Über-Vater Günther sein, der insbesondere von Hans-Jörg verdächtigt wird, Martin als Kind vergewaltigt zu haben. Das, was geschehen wird, ist einfach nicht aufzuhalten. Ein letztes Kapitel kann auch ein neues Kapitel sein.

Bissig-böse Gesellschaftssatire, in der Oskar Roehler virtuos und zugleich einfühlsam die Befindlichkeiten, Neurosen und seelischen Abgründe seiner gegensätzlichen Figuren auseinander nimmt und wieder zusammensetzt. In einer gegensätzlichen Welt ergänzen sich gegensätzliche Figuren gegenseitig. Unterstützt von einem bis in die kleinste Nebenrolle glänzend besetztem, zur Höchstform auflaufendem Darstellerensemble, ist AGNES UND SEINE BRÜDER ein Glückstreffer des deutschen Films. Das ist mitunter so fies und verstörend, daß man kaum glauben mag, auf welch radikale Art Roehler das Sinnbild von der heilen Familienwelt demontiert, dabei aber mit so viel Gefühl vorgeht, dass man von Anfang bis Ende wie gebannt ist von diesem verrückten, außer Kontrolle geratenen Familienirrsinn. Roehlers Film ist so mitreißend wie das wahre Leben. Zum Schluss, wenn Agnes seine/ihre Augen schließt und sich als kleinen Jungen über die Wiese rennen sieht, denkt man daran, in was für verrückten Bahnen so ein kleines Menschenleben verläuft. Und jeder wird seinen eigenen Weg gehen.

 

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