Phrasendrescher II
Pünktlich
zum Wahlkampfbeginn entdeckte Doitschlands widerlichster und
populistischster Volksverhetzer, der hessische Knochen-Koch, die
Kriminalität und Gewaltbereitschaft junger Ausländer - für sich und
seine Unions-Lakaien. Da fragt man sich, wo sie vorher waren. Ganz
einfach: sie wurden nicht wahrgenommen, blieben unbeachtet, man hat sie
totgeschwiegen und taugen offensichtlich nur als Wahlkampfwaffe. Den
jahrelangen Versäumnissen in der Einwanderungspolitik, aber auch in
Bezug auf die Schul- und Ausbildungsmisere möchte man nun mit den
üblichen Hauruck-Aktionen begegnen: einschliessen,
wegsperren, ausweisen. Unterstützung findet Polit-Rambo Koch in der
hauseigenen CDU-Kampfpresse und selbsternannten Volkes Stimme, der
kongenialen BILD-Zeitung, und unserer großen, mächtigen Volkskanzlerin,
die sich hinter seinen fragwürdigen Thesen stellt, weil ihr mal wieder
nichts besseres einfällt. Kein Wort über rechtsradikale
Neonazi-Schägertrupps und kein Wort über die Nazi-freundlichen
Haftrichter aus Halberstadt, die dem Begriff "Halberstädter Würstchen"
eine ganz neue Bedeutung geben.
Von einer hört man zu dieser Thematik freilich überhaupt nichts (was vielleicht auch besser so ist), obwohl es doch auch mit in ihr Resort fällt: die Übermutter der Nation, Frau Uschi von der Leyen, diese niedersächsiche Zuchtstute.
Merkwürdig ist, das solche markigen Sprüche und Stammtischparolen gerade von denen kommen, die in dieser hysterisch aufgedrehten Fußball-WM 2006 voller patriotischer Selbstverliebtheit Doitschlandfahne schwenkend als alle Erste gebrüllt haben: "Deutschland zu Gast bei Freunden." Viel ist davon nicht mehr übrig geblieben. Das ist es also, was das christliche Abendland ausmacht.
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Aktualisiert (Donnerstag, den 10. Januar 2008 um 18:52 Uhr)


















